Tipps für einen Erst-Semestler

hi,

bald schmeisse auch ich mich ins Studienleben :wink:

Ich würde da gerne mal vorher ein Eindrücke von denen hören, die das 1. Semester schon hinter sich haben.

War es so, wie Ihr Euch das 1. Semester vorgestellt habt?
Was würdet Ihr im Rückblick anders / bzw. besser machen?
Habt Ihr „böse“ Überraschungen erfahren müssen, vor denen man Neulinge warnen sollte?
Wie läuft das zB. während der Seminare ab? Habt Ihr da Tipps, wie man sich das Leben erleichertn kann?

Vielleicht Euch ja noch mehr ein, was man den Studien-Neulingen mit auf den Weg geben sollte, ich bin da ja sicherlich nicht der einzige hier :wink:

Hi,

War es so, wie Ihr Euch das 1. Semester vorgestellt habt?

Nein. Mehr Feten, als ich dachte.

Was würdet Ihr im Rückblick anders / bzw. besser machen?

Weniger in Vorlesungen gehen :smile:
Besser auf Klausuren vorbereiten, mehr Klausuren sofort abhaken, statt sie vor sich herzuschieben.

Habt Ihr „böse“ Überraschungen erfahren müssen, vor denen man
Neulinge warnen sollte?

Nein. Alles wird gut :smile:

Wie läuft das zB. während der Seminare ab? Habt Ihr da Tipps,
wie man sich das Leben erleichertn kann?

Ne gute Sache ist es, den Ball flach zu halten. Also die Klappe nicht zu weit aufreißen, wenn man meint, von einem Thema schon etwas zu verstehen. Wissenschaftliche Mitarbeiter sind wichtig. Sei nett zu ihnen.

Meiner Erfahrung nach zeigt sich schnell, daß ein schulisches Herangehen ans Studium sich eher nicht bewährt. Die, die in der Schule so die typischen Streber waren, sind mit der Art und Weise, wie sie ein super Abi gemacht haben, durchaus an der Uni auf die Schnauze gefallen, wenn sie ihre Arbeitsweise nicht angepasst haben.

Es bekommt nicht der die besten Noten oder den besten Ruf beim Prof, der immer in der Vorlesung sitzt, sich immer meldet, immer die Hausaufgaben macht und immer schön demütig ist.

Am besten kommt der klar, der selbstbewusst mit der gesunden Prise Understatement gute Klausuren schreibt und ein umgänglicher Typ ist, der zeigt, daß ihn das Thema des Studium interessiert.

Ein gutes Verhältnis zu den Komilitonen ist Gold wert - ausschliessliche Einzelkämpfer haben einen erheblich höheren Aufwand zu bewältigen als die, die mitbekommen, wer welche alten Klausuren oder Musterlösungen hat oder wer irgendwo was gelesen oder gehört hat.
Dein Vorgängersemester, also die ein Jahr weiter, sind auch ne gute Quelle für Infos.
All das macht solche vermeintlich unwichtigen Veranstaltungen wie Erstsemesterparties oder Ersti-Tutorien sehr wertvoll.

Desweiteren erlebt man häufig die ernüchternde Erkenntnis, daß es sowohl nicht machbar als auch nicht sinnvoll und nicht notwendig ist, den Stoff einer Vorlesung wirklich zu verstehen - zunächst ist es wichtig, Scheine zu bekommen. Verstehen wäre natürlich toll, und irgendwann muß man damit auch anfangen, aber das Grundstudium besteht häufig daraus, Leute auszusieben, die Anzahl der Studenten zu dezimieren. Und da heisst es mitunter „auf Klausur“ lernen.

Aber: Am Ball bleiben ist wichtig. Wer einmal den grundsätzlichen Anschluß verpasst, ist schnell raus.

Generell hängt das aber sehr von Studiengang und Uni ab, und das sind jetzt nur meine Erfahrungen. Du wirst Deine eigenen machen, das ist ne sehr spannende Angelegenheit!

Gruß,

Malte.

Tja, da gibt es viel.
Vielleicht vor allem: gleich von Anfang an mitmachen in den Seminaren, d.h. auf jeden Fall Seminare vorbereiten (Hausaufgaben, Literatur zumindest anlesen, um zu wissen, um was es geht) und am besten auch nachbereiten. Denn: wenn man erst mal raus ist aus dem Lernen nach der Schule, kommt man ganz schwer wieder rein.
Und: mach nicht zu viele, vielleicht 20-22 Wochenstunden sind genug!!! Besser alle bis Semesterende durchziehen können, als einige wegen Stress abbrechen zu müssen.
Ich hab da momentan deswegen Probleme bei der Prüfung.
Könnte noch mehr schreiben, muss aber ins Bett. Schreib mich eventuell an. Ich hatte einige Probleme beim Studium und weiß vielleicht deshalb einige Hilfen. Z.B. zum Thema Hausarbeit, aber auch Wohnen u. so.
Gruß Andrea

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ein gutes Verhältnis zu den Komilitonen ist Gold wert -
ausschliessliche Einzelkämpfer haben einen erheblich höheren
Aufwand zu bewältigen als die, die mitbekommen, wer welche
alten Klausuren oder Musterlösungen hat oder wer irgendwo was
gelesen oder gehört hat.
Dein Vorgängersemester, also die ein Jahr weiter, sind auch ne
gute Quelle für Infos.
All das macht solche vermeintlich unwichtigen Veranstaltungen
wie Erstsemesterparties oder Ersti-Tutorien sehr wertvoll.

Vor allem diesen Punkt halte ich für sehr wichtig. Informationen (in die Vorlesung gehen ja/nein, Ablauf von Prüfungen, alte Klausuren/Skripte/Bücher, Tipps etc.) sind extrem wichtig. Und frag’ immer mehrere Leute, und zwar die, die selbst Erfolg hatten. Die super sozialen und verständnisvollen Fachschaftler im 20. Semester müssen nicht unbedingt immer die besten Tippgeber sein :smile:

Viel Spaß!

Cali

hallo Yosemite,

an allgemeinen Tipps hätte ich folgendes zu bieten:

  • bleib gleich von Anfang an am Ball (wurde zwar schon gesagt, ist aber enorm wichtig). Diejenigen meiner Kommilitonen, die es am Anfang schleifen ließen weil sich ja eh niemand drum scherte, ob man die Scheine machte oder vor sich her schob, hatten nachher enorme Probleme. Viele von denen haben das Vordiplom nicht geschafft oder schon vorher aufgehört.

  • was auch schon gesagt wurde, aber ebenfalls wichtig ist, sind die Sertsemestereinführungen und Tutorien. Nicht nur wegen dem Spaß und den Infos, die du da bekommst, sondern auch weil man da Leute kennenlernt, denen man Fragen stellen kann. Und du wirst überrascht sein, wieviel Fragen mit der Zeit auftauchen werden.

  • such dir ein paar nette Kommilitonen und macht eine Lerngruppe, in der ihr eure Übungen besprecht oder gemeinsam macht. Erfahrungsgemäß hängt man alleine oft an ganz dummen Sachen fest (und wenn’s nur ein Minus ist, das man vergessen hat) und kommt nicht weiter. Zu mehreren aber gibt es meistens jemand, der den Fehler sieht oder eine Idee hat, wie das Ganze zu lösen ist. In so einer Gruppe sollte jeder sich einbringen. Dann macht es auch gar nichts, wenn man den Lösungsansatz der einen oder anderen Aufgabe nicht selber findet, solange sich das geben und nehmen ungefährt die Waage hält, profitieren alle. Auch lernst du so andere Herangehens- und andere Sichtweisen.
    Von denen, die in meinem Jahrgang alleine „gekämpft“ haben, ist keiner durch’s Vordiplom gekommen.

  • mach dir keinen Stress, wenn du in den Vorlesungen erst mal gar nichts verstehst. Das Verstehen kommt oft erst Wochen oder sogar Monate später, aber das ist normal. Mach die Übungen, denn durch die Anwendung des gehörtern bleibt es besser in deinem Gehirn. (Ich selber habe aus den Vorlesungen, zu denen ich keine Übungen oder Seminare gemacht habe nur sehr weing behalten)

  • gönn dir Ruhepausen. Das hört sich jetzt vielleicht etwas ungewöhlich an, aber bei mir war es so, daß ich es in den ersten Semestern zeitlich nicht geschafft habe, alle Übungsbätter komplet zu machen. Ich hätte auch das ganze Wochenende durcharbeiten können. Dann wäre ich wahrscheinlich irgendwann zusammengebrochen. Deswegen hab ich mit gesagt, zumindest Sonntag mittags habe ich frei. Dann hab ich auch angesichts der noch nicht erledigten Übungen kein schlechtes Gewissen. Diese Zeit gehört mir zur Erholung.

  • und zu guter Letzt: genieße das Studentenleben, denn es ist unwahrscheinlich, daß du je wieder so frei über deine Zeit verfügen kannst, wie während des Studiums.

Viel Spaß und viel Erfolg beim Studium.
Grüßle,
Sandra

danke!
ich danke erstmal allen, die sich bis hierhin zu meiner Frage geäußert haben!

Natürlich können auch noch andere was schreiben :wink:

Zu dem angedeuten verhaltensmuster „unterstützung jeder jeden“ ist durchaus voll nachzuvollziehen.
Aber erkläre mir bitte, warum helfen die alten den jungen, immerhin sind die jungen herbe konkurenz gegenüber den alten. kommt da nicht das normale denken des alltags mal „In bewegung“

dankeschoen.

(„draussen“ findet man dieses heile sinnvolle verhalten nicht vor)

Und frag’ immer mehrere Leute, und zwar die,die selbst Erfolg hatten.

Studienfach ? Ort ? o.T.
Tschuess Marco.

Tschuess Marco.

zieht sich alles auf Lehramt Realschule hinaus, aber ob das unbedingt was ausmacht, ich nehme doch mal an, alle Studienanfänger werden dieselben Probleme haben, oder? :wink:

Zu dem angedeuten verhaltensmuster „unterstützung jeder jeden“
ist durchaus voll nachzuvollziehen.
Aber erkläre mir bitte, warum helfen die alten den jungen,
immerhin sind die jungen herbe konkurenz gegenüber den alten.
kommt da nicht das normale denken des alltags mal „In
bewegung“

dankeschoen.

(„draussen“ findet man dieses heile sinnvolle verhalten nicht
vor)

Hallo Dirk,

na, dass ist mal ne pessimistische Einstellung. Aber im allgemeinen ist es doch so, dass es hunderte, wenn nicht tausende von Absolventen in einem Fachbereich gibt, da machen die fünf, die man aktiv unterstüzt hat, ja die Konkurrenz auch nicht soo viel größer. Außerdem bekommen die Kommilitonen auch ganz schnell mit, was für einen Charakter man hat, und Leute, die ihre Mitstudenten als lästige Konkurrenz ansehen, werden von diesen vermutlich auch keine Hilfe erfahren. Und wer kann vorraussagen, wozu an der Uni geknüpfte Kontakte später mal gut sein werden? Übrigens wirkten solche Mechanismen auch „draußen“, die Uni ist da kein Hort der Glückseligkeit, und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe (Studenten, Mitarbeiter einer Abteilung, Freundeskreis) führt oft dazu, dass man die anderen Mitglieder dieser Gruppe unterstützt

Nein, glücklicherweise ist es an den meisten Unis und in den meisten Studiengängen noch so, dass man sich gegenseitig hilft, Freundschaften schließt und nicht versucht, sich gegenseitig auszustechen, auch wenn es vereinzelt Fälle geben soll, wo Bücher absichtlich in der Bibliothek an die falsche Stelle gestellt werden, damit die Komillitonen sie nicht finden.

Viele Grüße

Bianca (die hofft, dass Hilfsbereitschaft nie aus der Mode kommt)

Halo Dirk,

Aber erkläre mir bitte, warum helfen die alten den jungen,
immerhin sind die jungen herbe konkurenz gegenüber den alten.
kommt da nicht das normale denken des alltags mal „In
bewegung“

Weil soziale Kompetenzen geübt werden wollen.

(„draussen“ findet man dieses heile sinnvolle verhalten nicht
vor)

Tja, da sind noch viele aus der Zeit, als der Einzelkämpfer dan Non-Plus-Ultra war.

Gruß, Karin

Hallo Karin,

„…Weil soziale Kompetenzen geübt werden wollen…“

das nenne ich eine begründung, die gültig ist. ich kann dann hoffentlich bald festsstellen, das das „material“ draussen sich von alleine aussondert und keines mehr nachfolgt. schwierig ist es für den „offen und ehrlich“ helfenden zusammenarbeitswilligen zu erkennen, das es oft unehrliche personen gibt, die vorgeben helfen zu wollen… aber im gewählten umkreis wird es dabei weniger probleme geben, denken ich, denn man spricht die gemeinsame sprache und meint mit helfen nicht, den anderen die arbeit abnehmen…

gruss dirk

Tja, da sind noch viele aus der Zeit, als der Einzelkämpfer
dan Non-Plus-Ultra war.

bianca,
ich danke dir für deine ausführungen, natürlich hast du recht.

ich warf lediglich einen gedanken in den raum, der in der praxis oftmals eben „praxis“ ist.

gruss dirk