Tipps gegen Mathehass

Hallo,

meine Tochter (9) glaubt, sie kann kein Mathe. Das heißt, sie fängt schon mit dieser Einstellung die Hausaufgaben an.
Wenn sie erstmal (nach diversen tränenreichen Wutausbrüchen) die Ruhe gefunden hat, sich damit zu beschäftigen, klappt es denn doch ganz gut - kurz, sie ist nicht auf den Kopf gefallen, kann es im Prinzip, nimmt sich nur zu wenig Zeit, die Aufgabenstellungen durchzulesen und hat grundsätzlich keinen Spaß an der Sache.
Z.Zt. ist sie in der dritten KLasse und alles noch unbenotet, aber ab der Vierten gibts Noten und ab der Fünften zählen die Zeugnisse für die weitere Schulempfehlung - da muß sich noch was tun, zumal sie wirklich nicht zu dumm, sondern vor allem in eigentlich allen Fächern zu unkonzentriert ist (nein, kein ADS - sie kann sich stundenlang ganz ruhig und konzentriert mit ihrem Spielzeug beschäftigen - ich habe mal ein echtes ADS-Kind erlebt - das war eine ganz andere Sache).
Ich würde ihr gern ein wenig Spaß am Rechnen (auch am Lesen) vermitteln und hätte gern Eure Tips.

P.S. habe einen etwas älteren Sohn, der liest schon seit der 2. Klasse dicke Bücher, rechnet problemlos und kommt überhaupt in der Schule gut klar, aber alles was er mit 9 gern machte (Comics und Harry Potter lesen, Rechenrätsel lösen etc., interessiert meine Tochter nicht, sie ist eher auf der sozialen Schiene, kann über jeden in ihrer Klasse etwas erzählen, kriegt allen Tratsch mit und ist Gleichaltrigen gegenüber sehr kontaktfreudig. Mein Sohn kriegt selbst jetzt, in der 5., noch nicht alle Namen seiner Klassenkameraden zusammen, hat 1,5 Freunde, also einen sehr guten, einen hin und wieder, beide aus dem Schülerladen. Er interessiert sich einen Sch… was seine Klassenkameraden (allerdings 3/4 Mädchen) machen).

Also: wie interessiere ich ein eher sozial engagiertes 9 jähriges Mädchen für Mathe, Lesen und Naturwissenschaften (bin selbst Naturwissenschaftlerin und kann mit dem Desinteresse so garnichts anfangen)?

Danke für Tips, Anne

Hi!

Also: wie interessiere ich ein eher sozial engagiertes 9
jähriges Mädchen für Mathe, Lesen und Naturwissenschaften (bin
selbst Naturwissenschaftlerin und kann mit dem Desinteresse so
garnichts anfangen)?

´
Mathe:

Habt ihr Geschäfte in der Nähe? In die Großstadt würd ich die kleine ja nicht schicken aber wenn ihr ein paar Lädchen nah am Haus habt kannst du ihr ja kleinere Einkaufsaufträge geben wo sie dann günstig einkaufen soll… das hilft beim Kopfrechnen. Und wenn man Kopfrechnen kann geht der Rest auch.
Oder kleinere Aufgaben z.B. dass sie die Quadrahtzahlen können sollte (in diesem Alter wohl am besten die bis 10x10) und wenn sie sie z.B. morgens beim Frühstück flüssig aufsagen kann gibts ne Kleinigkeit.
Und dann ab und an abfragen beim Abholen beim aus der Tür gehen beim mit dem Hund spielen… (meine Mutter fragt mich heute noch aus dem Stehgreif was 12x12 ist (144) oder 2x72 (144) oder 4x 36 (144) etc.) das kann man auch mit Multiplikationsreihen machen. Wenn sie diese Zahlenreihen kann fällt Mathe gleich viel leichter.
Ansonsten bei den Textaufgaben auch mal Farbstifte in die Hand drücken damitsi unterstreichen kann was sie wo zum Rechnen braucht.

  • Lesen

Das ist schon schwieriger. Es muss ihr ja schließlich gefallen zu lesen also ein Thema sein, dass sie interessiert… evtl. Märchen? Vom Froschkönig u.ä. gibt es ja zig verschiedene Versionen und vielleicht ist es gut wenn sie mit was bekanntem anfängt und feststellt dass das Lesen neue Versionen öffnet… bin da aber eher ratlos.

  • Naturwissenschaften

Was haben die denn in dem Alter an NaWis? Also zu meiner Zeit hatten wir nur Sachkunde was sich zu 80% aus Bio, ein wenig aus Physik und viel Erdkunde zusammensetzt.
Bio interesse weckt man durch Experimente… klassisch wären da z.B. einen Wassserfilter aus einem Blumentopf herstellen… eine Sellerie aufschneiden und in Tinte stecken bzw. weiße Rosen in Tinte stecken und gucken wie es sich verfärbt. Elementexperimente mit Kressesamen (kein Wasser, keine Erde, kein Licht, keine Luft, was keimt besser?) oder ne Kartoffel pflanzen…

lg
Kate

Hallo Kate,

ein paar Lädchen haben wir schon um die Ecke, Edeka, Bäcker, Gemüseladen, Kiosk.
Aber selbst ein um 10 cent günstigerer Süßigkeiteneinkauf interessiert sie nicht so sehr, daß sie dafür groß Kopfrechnen würde - ist leider so.
Rechnen unterwegs ist an sich eine prima Methode, aber für die Lütte eher sowas wie Hausaufgabe extra - Ihre Meinung dazu kannst Du Dir ev. vorstellen (entspricht nicht der Netiquette).

Naturwissenschaften werden bis 3. Klasse kaum unterrichtet, aber auch so, zuhause, zeigt sie daran kein Interesse. Obwohl es ja durchaus Fragwürdiges gäbe (Karamelbonbons, Pflanzen, Tiere haben wir auch). Interesse an Tieren und Pflanzen ist da, aber sobald es um logisches Nachdenken geht, schaltet sie ab.

Auf der anderen Seite denkt sie menschlich sehr gut mit - als ich vor 3 Jahren mit einem gebrochenen Bein in Gips rumhumpeln mußte, wußte sie, damals erst 5, genau, wann sie mir die Krücken abnehmen oder wieder geben mußte - meinem 1,5 Jahre älteren Sohn ist das nicht aufgefallen. Sie ist also menschlich durchaus aufmerksam und denkt mit, nur leider bringt ihr das in der Schule rein garnichts.
Ich möchte ihr eigentlich keine berliner Realschule zumuten (nicht, weil ich da Dünkel hätte, von wegen `meine Kinder müssen aufs Gymnasium, weil ich schon da war´ - aber die Schulen in Berlin sind echt problematisch, selbst einige Gymnasien. Und die nächste Realschule ist weit weg, das nächste, recht gute, Gymnasium ist in unserer Straße.
Ich war selbst Fahrschüler (so hieß das seinerzeit) - morgens um 6 raus um um 8 in der Schule zu sein, um 14:20 war ich dann zuhause. Wenn ich Nachmittagsunterricht hatte war der ganze Tag im Eimer.

Das möcht ich meinen Kindern, zumal wir in der Stadt wohnen, wo es auch anders geht, nicht zumuten.

Also: dat Mädel soll nach Möglichkeit aufs Gymnasium, ist auch nicht zu dumm dafür, hat nur kein Interesse am relevanten Lehrstoff - leider. Möglich, dass die Lehrer nicht ideal sind, aber das sind sie schließlich nie, möglich auch, dass das Lehrkonzept nicht das döllste ist (Jahrelang Konfetti - fand ich nicht gut), aber das total fehlende Interesse an logischen Fragen erklärt das alles nicht.

Ich war „leider“ selber nicht so ein typisches Mädchen mit Klamotten- und Klatsch-interesse und Pferde-find-toll und kann mich deshalb da nicht hineinversetzen. Ich weiß nicht, wo ich bei meiner Tochter ansetzen kann, um Interesse für Mathe, Lesen und überhaupt zu Lernendem zu wecken. Was sie lernen will, ist das, was sie selbst herausfinden kann - finde ich einerseits ganz prima, vor ein paar hundert Jahren hätte sie damit vollen Erfolg gehabt (oder ein Ende als Hexe), aber es ist nie schlecht, sich seine Erkenntnisse selbst zu erarbeiten.
Aber irgendwie müssen auch die schulischen Ansprüche befriedigt werden.

Kurz - ich bin ratlos.

Gruß, Anne

Hallo Anne,

vielleicht wären einige Bücher von Vera F. Birkenbihl für Dich bzw. Deine Tochter. Sie hat mehrere Bücher über gehirngerechtes Lernen, u.a. auch Rechentraining, geschrieben. Habe selbst aber keine Erfahrung mit diesem Rechentrainigbuch (bin schon aus dem Alter raus ;o) ). Unter http://www.jokers.de/suche.php?term=birkenbihl&x=0&y… findet man z.B. das Buch als DVD. Mehr von ihr findest Du unter http://www.birkenbihl-insider.de/, dort gibt es auch einige Leseproben.

Was Lesen angeht, so habe ich die Erfahrung gemacht, daß ein Kind, das überhaupt nicht lesen will, Unmengen an Büchern verschlingt, sobald es sich um sein Lieblingsthema handelt. Ob das bei allen Kindern funktioniert, weiß ich allerdings nicht.

Stichwort Naturwissenschaften: Es gibt viele populär-wissenschaftliche Bücher aller Art. Sie eignen sich gut als Einstieg, da sie meistens die Thematik nicht als trockene Materie, sondern als etwas Alltägliches beschreiben. Und wenn man sieht, daß Chemie/Mathe/Bio etc. tatsächlich mit Leben was zu tun hat (z.B. Kochen ist auch Chemie, ohne Mathe wird man vielleicht die Gesamtmasse einer Ladung nicht berechnen können also versinkt das Boot etc), dann macht es ja auch mehr Spaß, sich darüber weiter zu informieren. Voraussetzung ist natürlich, daß man gerne liest bzw. DAS Thema gefunden hat.

Ansonsten gibt es ja auch viele Experementierboxen (Chemie, Bio, Physik etc) mit denen man alltägliche Experimente nachvollziehen kann. Das macht das Ganze wiederum anschaulich und das geht auch ohne viel zu Lesen (wenn die Eltern mitmachen).

Hoffe, ich konnte helfen,

Lida

Hallo

(bin
selbst Naturwissenschaftlerin und kann mit dem Desinteresse so
garnichts anfangen)?

Kann es eventuell möglich sein, dass du unbewusst oder auch bewusst eine gewisse Erwartungshaltung an deine Tochter hattest (oder auch hast), gegen die sie sich wehrt?

Wenn es sich um eine Ablehnung irgendwelcher Erwartungshaltungen handeln sollte, dann hilft natürlich nur, diese Erwartungshaltungen mal wirklich aufzugeben und das Kind so nehmen wie es ist. Das ist natürlich leicht gesagt, weil die Lehrer da ja bestimmt nicht mitmachen.

Irgendwann wird das Kind in der Lage sein einzusehen, dass es im eigenen Interesse liegt, die Schule irgendwie gut hinzukriegen, und dass es gewisse Dinge nicht für den Lehrer machen sollte, sondern für sich selbst um eine gute Note zu bekommen. Ich denke, das ist aber mit 9 noch nicht der Fall, und es ist natürlich fraglich, ob dies nicht erst mit 12 oder 13 eintritt.

  • als
    ich vor 3 Jahren mit einem gebrochenen Bein in Gips rumhumpeln
    mußte, wußte sie, damals erst 5, genau, wann sie mir die
    Krücken abnehmen oder wieder geben mußte -

Was sie lernen
will, ist das, was sie selbst herausfinden kann - …

Irgendwie bekommt man von diesen Schilderungen den Eindruck, als sei deine Tochter sogar besonders intelligent. Das ist doch schlimm, dass man mit diesen Fähigkeiten und Einstellungen in unserem Schulsystem keinen Blumentopf gewinnen kann. - Irgendetwas montessori-artiges gibt nicht bei euch in der Nähe? Ich denke, dass sie auf so einer Schule wesentlich besser aufgehoben wäre. Ich würde mir zur Not sogar eine Waldorf-Schule anschauen, denn da lernen die ja anscheinend nur das, was sie sich völlig aus sich selbst heraus erarbeiten. Von Waldorfschulen bin ich allerdings nicht so überzeugt.

Mehr fällt mir leider dazu nicht ein.

Viele Grüße
Simsy

Hallo Anne,

ich habe Mathe auch gehaßt, Grund: ich habe den Sinn nicht verstanden. Warum soll man solche blöden Aufgaben lösen, was bringt mir das, wo ist der Einfluß auf die reale Welt. Ich hoffe, ich kann ausdrücken, was ich meine, es gab für mich keinen praktischen Nutzen in den Übungen. Demzufolge habe ich mich ähnlich verweigert wie Du es von Deiner Tochter beschreibst.
Vielleicht kannst Du hier ansetzen und Ihr möglichen persönlichen Nutzen zeigen? Vielleicht ein Sparschwein, in das Sie jede Woche 10 ct packt um sich dann nach XXX-Tagen das gewünschte Spielzeug zu kaufen? Vielleicht kannst Du das noch mit nem Bonus versehen, also wenn 5 EUR zusammengekommen sind, packst Du wann nen EUR drauf?

Gib die Hoffnung nicht auf, ich habe mich während des Studiums dann mit wahrem Genuß mit Statistik beschäftigt, der plötzliche Verständnisdurchbruch war ein echtes Aha-Erlebnis.

Gruß
PP

Hallo Anne,

es gibt ein schönes Buch, daß ohne erhobenen Zeigefinger die Methematik kindgerecht erklärt
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/12980…

da sind sicher noch nicht alle Kapitel für den Kurzen geeignet, aber einiges schon.

Dann hatte meien Frau mal eine Geschichte von Donald Duck, der im Traum die Mathematik erklärt kriegte, sehr schön gemacht und auch verständlich.
Leider haben wir trotz einigem Suchen bisher nicht herausgefunden, wo man diese Geschichte (weider) kriegen kann, unser Exemplar ist verschwunden.
Vielleicht kann uns einer hier helfen.

Gandalf

Hallo Anne,

ich denk mal, der in Mathe sehr starke ältere Bruder wirkt auf deine Tochter verunsichernd. Wenn sie (aus ihrer Sicht) gleich abblockt, dann bleibt es ihr erspart, durch Handeln schlimmstenfalls zu beweisen, dass sie „nicht so gut“ ist wie ihr Bruder. Hinzu kommt dann noch die Sache des persönlichen Interesses.
Was ich prima finde, ist dass du auch die Stärken deiner Tochter siehst. Vielleicht kann sie auch über diese Stärken Zugang zur Welt der Bücher finden. Meine Idee dabei sind Geschichten über Freundschaften etc.
Mathe muss deiner Tochter etwas nutzen. Vielleicht helfen ihr konkrete Anwendungen (Kochrezepte auf eine andere Personenzahl umrechnen, wie teuer ist das, wenn ich x und y zum Eis essen einladen will…).
Du schreibst, es wäre dir (aus für mich nachvollziehbaren Gründen) lieber, wenn deine Tochter zum Gymnasium ginge. Wie sieht es denn bei ihren Freundinnen aus? Wo werden die zur Schule gehen? Wenn die beste Freundin auch aufs Gymnasium gehen wird, dürfte das für deine Tochter das beste Argument sein, die Noten im Rahmen zu halten.

Viele Grüße, Heike (die schon mal gespannt ist, was ihre Große ab nächstes Jahr in der Schule alles anstellen wird)

Hallo Simsy,

danke für Deine Antwort.
Also meine Erwartungshaltung ist bei meiner Tochter nie sehr ausgeprägt gewesen (bei zwei Kindern im Abstand von 1,5 Jahren hatte sie, das Zweite, weitgehend Narrenfreiheit.
Mein Sohn ist prima in der Schule, alles kein Problem, deswegen haben wir uns bei der Lütten erstmal garkeine Sorgen gemacht. Dumm ist sie wirklich nicht. Aber es zeigt sich so nach und nach, dass sie mit den schulischen Ansprüchen nicht richtig zurechtkommt. Es interessiert sie nicht und, wie gesagt, bei Hausaufgabenhilfe gibt es sofort Geschrei, sobald man ihr etwas nur gaaanz harmlos zu erklären versucht - wir fassen sie da inzwischen schon oft mit Glacéhanschuhen an, manchmal aber auch eher schroff (vor allem ich, mein Mann nicht), was teils sogar wirkt.
Ich glaube auch nicht, dass Montessori da was bringen würde, zumal ich mich damit auch nicht ganz einverstanden erklären kann.

Gruß, Anne

Hallo PP.

ja, mir gings ab der 5. Klasse (Gymnasium) ähnlich mit Mathe.
Ich hab mir das auch schon gedacht, Taschengeld muß sie auch selbst verwalten, aber das ist rechentechnisch doch vergleichsweise einfach (da muß man nicht halbschriftlich dividieren).
Da wir außerdem einen Laden haben und selbst dauernd kopfrechnen müssen, ist ihr auch das erklärbar (aber immernoch nicht das halbschriftliche dividieren). Beuspiele gäbs natürlich, aber sie hört uns ja kaum mal in Ruhe zu - ich glaube manchmal, was ihr Benehmen uns gegenüber angeht, ist sie auch ganz schrecklich verwöhnt.

Schade aber, dass in der Schule so wenig Wert auf Sinn und Nutzen der Rechnerei gelegt wird - war bei mir in der Uni so und plötzlich fand ich Mathe sinnig.

Gruß, Anne

Hallo Gandalf,

Danke für den Tip, aber Donald Duck und Comics überhaupt mag meine Tochter (im Gegensatz zu meine Sohn) auch nicht.
Ich habe aber von einer Bekannten den Tip bekommen, das Buch `Der Zahlenteufel´ bekommen - werd ich als Erstes mal ausprobieren.

Gruß, Anne

Hallo Heike,

tja - das mit dem Bruder hatte ich auch schon im Verdacht, aber wenn ich mir das genau ansehe, glaub ichs eigentlich nicht - die schulischen Erfolge meines Sohnes gehen überwiegend an der Kleinen vorbei (ich weiß nicht, wieviel sie registriert, aber alzu viel ist es nicht).
Azußerdem hat mein Sohn früher, wor allem wenn die Hausaufgabe spät abends anfieln auch schon mal hysterische Koller bekommen, wo die Kleine sich dann überlegen fühlte, weil sie in den ersten beiden Klasse ihre Hausaufgaben ohne Trala locker gemacht hat.
Schwer zu beurteilen.

Was das Lesen angeht - sie hat etliche Bücher, die sie interessant findet. Allerdings gilt immernoch die Regelung: Papa ließt was vor und sie ließt dafür auch ein paar Seiten (abends vorm Einschlafen).
Abgesehen davon ist sie immer ausreichend beschäftigt, da muß sie nicht auf Bücher zurückgreifen und tuts also auch nicht.
Wo mein Sohn aus lauter Langeweile gelesen hat, hat sie garnicht erst Langeweile - ist ja auch nicht schlecht, nur nicht gut fürs Lesen lernen.

Ich glaub, ich besorg ihr mal Hanni und Nanni - habe ich als Kind verschlungen - bis es denn gereicht hat. Aber thematisch dürfte es ihren Nerv treffen.

Jedenfalls Danke für die Antwort, Gruß, Anne

Hallo Anne,

da Du unten sehr glaubwürdig (be-)schriebst, dass die soziale Intelligenz Deiner Tochter sehr hoch sei, kann ich dieses:

die schulischen Erfolge meines Sohnes gehen
überwiegend an der Kleinen vorbei (ich weiß nicht, wieviel sie
registriert, aber alzu viel ist es nicht).

absolut nicht glauben. Vielleicht äußert sie das nicht, aber ein Kind, das mitkriegt, wann Krücken abgenommen und gegeben werden müssen, kriegt auch die Erfolge eines Geschwisters haarklein mit.

Azußerdem hat mein Sohn früher, wor allem wenn die Hausaufgabe
spät abends anfieln auch schon mal hysterische Koller
bekommen, wo die Kleine sich dann überlegen fühlte, weil sie
in den ersten beiden Klasse ihre Hausaufgaben ohne Trala
locker gemacht hat.

Genau das spricht dafür, dass sie sich jetzt unterlegen fühlt.

Schwer zu beurteilen.

Das auf jeden Fall.

Was das Lesen angeht - sie hat etliche Bücher, die sie
interessant findet. Allerdings gilt immernoch die Regelung:
Papa ließt was vor und sie ließt dafür auch ein paar Seiten
(abends vorm Einschlafen).

Ist doch schon mal ein guter Anfang, damit sie auch mal was liest. Hier könntest Du aber - falls nicht schon geschehen, auch mal die Augen testen lassen. Meine Tochter hat z.B. mit einer leichten Übersichtigkeit gekämpft, die nach ein paar Sehschulen-Sitzungen dann nicht mehr so beim Lesen gestört hat.

Ich glaub, ich besorg ihr mal Hanni und Nanni - habe ich als
Kind verschlungen - bis es denn gereicht hat. Aber thematisch
dürfte es ihren Nerv treffen.

Und wenn sie etwas älter ist: Evelyn Sanders: Mit fünfen ist man kinderreich.

Damit hat meine Tochter die Kurve zur Leseratte gekriegt, aber erst über 12 Jahre. War aber nicht so besorgniserregend, da es damals trotzdem leicht zum Gymnasium gereicht hatte.

Gruß, Karin

Hallo Anne,

sorry, dass ich erst heute antworte, war etwas im Stress.
Ich glaube, die schulischen Erfolge des Großen registriert die Kleine sehr wohl, sie wird es nur nicht so zeigen. Die Tatsache, dass sie bei passender Gelegenheit sich auch dann und wann hervorgetan hat, wenn sie „besser war“, untermauern die Theorie mE sogar noch.
Sag mal, habt ihr schon mal über eine Brieffreundschaft nachgedacht (egal ob per E-Mail oder per Post)? Da würden Lesen und Schreiben gefördert und Kontakt zu anderen wäre auch da (was deiner Tochter ja sehr entgegenkommt). Vielleicht bringt das den erwünschten Kick, dass es schön und sinnvoll sein kann, außerhalb der Schule zu lesen und zu schreiben. Ansonsten kann ein Bummel durch eine Bibliothek auch ganz verlockend sein.
Vielleicht kannst du sie ja auch mit „Hanni & Nanni“ „anfüttern“, mögen ja viele Mädchen.

Viele Grüße, Heike

Hallo Anne,

Also: wie interessiere ich ein eher sozial engagiertes 9
jähriges Mädchen für Mathe, Lesen und Naturwissenschaften

Es gibt wirklich tolle Computerspiele. Macht sie Computerspiele? Falls nicht, kannst du ihr ja mal was nettes besorgen, was erstmal noch NICHT mit Mathe zu tun hat. Ich liebe z.B. Pettersson und Findus bei den Mucklas :smile: Bei meinen Kindern (gleiches Alter) kommen auch die Löwenzahn CDs sehr gut an (Naturwissenschaften!)
Wenn sie schon PC-Spiele kennt, kannst du gezielt nach Adventures suchen, in denen man z.B. Matherätsel lösen muss.
Meine Kinder haben ausserdem so einen „Professor“, das ist ein Teil, das so aehnlich aussieht wie ein Taschenrechner, aber das Ding stellt Kopfrechenaufgaben verschiedener Schwierigkeitsgrade und man muss die Lösung eintippen. Mein achtjähriger Sohn nimmt sich dieses Teil immer wieder mal freiwillig vor.

Außerdem würde ich an deiner Stelle versuchen, ihr ein Selbstbild zu vermitteln „Ich bin gut in Mathe“. Also wenn sie einiges richtig gemacht hat, ihr dann das so vermitteln „schau, du kannst Mathe ja richtig gut“. (Falls dir übrigens grade Mathe und Co. wichtig sind, wäre sie später auf einer reinen Mädchenschule besser aufgehoben, das nur so nebenbei).

Was Lesen angeht: Spannendes Buch vorlesen und an einer spannenden Stelle aufhören. Dann wird sie vielleicht doch freiwillig zu Ende lesen. Viele Kinder wären übrigens mit 9 noch etwas überfordert mit Hanni und Nanni. Wenn sie nicht so gern liest, würde ich es eher mit kurzen Geschichten wie z.B. Leselöwen-Bücher versuchen.
Übrigens ist der PC auch beim Lesen hilfreich, frag doch den Lehrer mal nach Antolin.de
Naja, und manche Kinder mögen halt nicht lesen. Aber auch die absoluten Leseratten können nerven. Letzte Weihnachten hat mein Mann unsere Kinder für die Stunden vor der Bescherung mit neuen Büchern versorgt (die schwarze Hand - kleine Detektivrätsel). Mit dem Effekt, dass sie, als ich sie zur Bescherung rufen wollte, kurz hochschauten und meinten „Wir wollen aber noch lesen.“ ;o))

Liebe Grüße,
Julia

Hallo Julia,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
Das meiste haben wir schon versucht, das eine oder andere können wir noch ausprobieren.
Hanni und Nanni habe ich jetzt mal gekauft (habe damit selbst das Lesen richtig angefangen) und von der Thematik sollte es meiner Tochter zusagen - das muß sie dann allerdings wirklich alleine lesen, hab ich auch dem Papa, der sich ja schon leicht mal überrededen läßt, eingeschärft.
Aber Mathe - sie kanns eigentlich, liest nur die Aufgabenstellung nicht richtig durch, überlegt nicht, sondern rät erstmal und das wars dann. Ich bestätige ihr auch immer wieder, dass sie nicht dumm ist und Mathe eigentlich kann, wenn sie nur mal kurz überlegen täte, wenn sie es tut, klappt es ja auch.
Sie ist in allem zu unkonzentriert und nimmt es nicht ernst genug.
Ich möchte sie nicht auf einer Kreuzberger Hauptschule sehen, Realschule wär dagegen notfalls O.K., sie ist schon schlau genug fürs Gymnasium - aber da müßte sich an ihrer Einstellung noch etwas ändern.
Und das ist das, was mich wirklich stört - das sie eseigetnlich kann, aber aus purer Nachlässigkeit oder Eile sehr viele unnötige Fehler macht. Dadurch fühlt sie sich selbst ja auch als schulischer Versager, was durchaus nicht nötig wäre.

Andererseits: ich habe Abitur, gutes natwiss. Diplom, und was mach ich: ich verkaufe Trödel und das sogar mit Spaß daran (könnte ich ohne jeden Abschluß machen, aber Köpfchen braucht man schon).

Mein Bruder, der grad mal Hauptschule geschafft hat (hat viel geschwänzt, ich das Gymnasium übrigens auch), war zwischenzeitlich mal Milliionär - wie es derzeit steht kann ich nicht sagen, war wohl auch nicht unbedingt ganz koscher der Gewinn. Mit Geld umgehen konnte er nie.

Kurz, Abi, selbst Studium sind keine Jobgaranten mehr. Also auch nicht unbedingt vonnöten. Aber Kreuzberger Hauptschule kann man einfach keinem halbwegs intelligenten Kind zumuten, Mädchen schon garnicht, egal, wie intelligent.

Aber für Realschule wirds ja hoffentlich reichen.

Gruß, Anne