Tipps gegen Selbstmord

Also, ich kenne jemanden, der hat starke Migräne. Die Medikamente dagegen verursachen unter anderm Depressionen. Er ist mittlerweile ziemlich depressiv.

Er ist jetzt 18 Jahre, hat wie gesagt Depressionen, denkt dass er keine Freunde hat, „macht“ gerne alleine Frustsaufen, Frustessen, hat schon mehrfach an Selbstmord gedacht (über das „normale pubertäre“ Maß hinaus).

Zum Psychologen will er nicht mehr, seinen Eltern vertraut er nicht mehr, keine Lebenslust, er denk, dass er keine Freunde hat.

Wenn er mir in ICQ schreibt, weiß ich mittlerweile nicht was ich antworten soll… Habt ihr Tipps? Mir ist klar, dass keiner mit einer Lösung kommt und alles ist gut, aber wie gesagt über Tipps wäre ich froh…

Gruß
master

Hallo master!

Wenn definitiv geklärt ist, dass die Depressionen von den Migränemedikamenten kommen, sollte dein Freund seinen Hausarzt (oder bei wem immer er in Behandlung mit der Migräne ist) aufsuchen und um Neueinstellung der Medikamente bitten.

Sollten seine Depressionen jedoch über die Nebenwirkungen der Medikamente hinaus gehen, kann ihm nur ein Fachmann helfen. Du allein bist damit überfordert. Du kannst ihn lediglich darauf hinweisen, dass es für ihn Hilfe gibt (ob psychologisch oder medikamentös) und dass er es darauf ankommen lassen soll. Es kann ja nur besser werden. Wenn du selbst die Kraft hast und ihr euch so nahe steht (geht aus deinem Posting nicht so ganz hervor), biete ihm an, mit ihm gemeinsam zu einer Beratungsstelle zu gehen. Vielleicht bekommst du hier von anderen ja noch ein paar Tipps, welche Anlaufstellen es in solchen Fällen gibt.

Viel Erfolg und viele Grüße
Dine

In allererster Linie das ganze ernst nehmen.
Ich kann mir vorstellen, dass die Medikamente für die Depressionen verantwortlich sein können, da sie die Chemie im Körper (und bei Migräne im Gehirn) verändern.
Ihr Bekannter sollte in erster Linie mit dem Hausarzt sprechen, evtl. auch andere Therapien in Erwägung ziehen (evtl. Akkupunktur oder Akkupressur)

Wichtig wäre auch zu wissen, warum er nicht mehr in psychotherapeutische Behandlung will. Unter Umständen kommt er nur mit dem Therapeuten nicht klar und sollte diesen wechseln.

Geben Sie ihm grundsätzlich das Gefühl, dass Sie als Freund für ihn da sind. Wenn es mögich ist, zeigen Sie ihm auch auf, dass er Freunde hat.
Kämpfen Sie mit ihm für ihn, so dass er stärker wird im Kampf gegen die Depression.

Ansonsten ist es schwer, so aus der Ferne das richtige zu sagen.

LG
Michael Vogl

Laut Nebenwirkungen kann es wohl zu Depressionen kommen, inwieweit die „normal“ sind, kann ich nicht beurteilen. Über solche Anlaufstellen würde ich gerne mehr erfahren…

In allererster Linie das ganze ernst nehmen.

Ich denke das nehme ich (kein Vorwurf an Sie)

Ich kann mir vorstellen, dass die Medikamente für die
Depressionen verantwortlich sein können, da sie die Chemie im
Körper (und bei Migräne im Gehirn) verändern.

Steht wohl in den Nebenwirkungen

Ihr Bekannter sollte in erster Linie mit dem Hausarzt
sprechen, evtl. auch andere Therapien in Erwägung ziehen
(evtl. Akkupunktur oder Akkupressur)

Gute Idee

Wichtig wäre auch zu wissen, warum er nicht mehr in
psychotherapeutische Behandlung will. Unter Umständen kommt er
nur mit dem Therapeuten nicht klar und sollte diesen wechseln.

Er denkt, dass es allgemein nichts bringt…

Geben Sie ihm grundsätzlich das Gefühl, dass Sie als Freund
für ihn da sind. Wenn es mögich ist, zeigen Sie ihm auch auf,
dass er Freunde hat.

Das Problem ist nur, dass er einige „Freunde“ hat, die ihn teilweise bestärken, dass er nichts kann.

Kämpfen Sie mit ihm für ihn, so dass er stärker wird im Kampf
gegen die Depression.

Hört sich vielleicht blöd an, aber ich weiß nicht wie…

Ansonsten ist es schwer, so aus der Ferne das richtige zu
sagen.

Wie gesagt, ich habe keine Lösung erwartet, aber ich bedanke mich schonmal für die Tipps. Aber vielleicht habt ihr/ hat jemand noch welche.

LG
Michael Vogl

Gruß
master

Hallo,

schicke ihm mal diesen Link:
http://www.telefonseelsorge.de
Da hat er die Möglichkeit mit gut ausgebildeten Leuten Tag und Nacht zu reden. Egal ob per Telefon, Mail oder Chat, und das alles kostenlos, anonym und unverbindlich. Es ist egal wie lange und wann er jemanden zum Reden braucht.
Du solltest Deinem Freund sagen, dass Du Dir Sorgen um ihm machst, und Du ihm aber nicht helfen kannst. Du weißt am besten wie Du das formulierst, aber mit dem Link-Tipp stehst Du nicht mit leeren Händen da.
Die Aufgabe der Berater von der TS ist es, mit ihm das zu besprechen, was ihm momentan am meisten bedrückt. Es kann also sein, dass im Laufe des Gesprächs, und vielleicht auch erst nach vielen weiteren Gesprächen über einen längeren Zeitraum verteilt der Weg zum Facharzt zum Thema wird, einfach mit dem Ziel, dass er aus eigener Initiative heraus ärztliche Hilfe annimmt. Zumindest hat er eine erste Anlaufstelle um über seine Depressionen zu sprechen.

viele Grüße
Maelle

Also, ich kenne jemanden, der hat starke Migräne. Die
Medikamente dagegen verursachen unter anderm Depressionen. Er
ist mittlerweile ziemlich depressiv.

Er ist jetzt 18 Jahre, hat wie gesagt Depressionen, denkt dass
er keine Freunde hat, „macht“ gerne alleine Frustsaufen,
Frustessen, hat schon mehrfach an Selbstmord gedacht (über das
„normale pubertäre“ Maß hinaus).

Zum Psychologen will er nicht mehr, seinen Eltern vertraut er
nicht mehr, keine Lebenslust, er denk, dass er keine Freunde
hat.

Wenn er mir in ICQ schreibt, weiß ich mittlerweile nicht was
ich antworten soll… Habt ihr Tipps? Mir ist klar, dass
keiner mit einer Lösung kommt und alles ist gut, aber wie
gesagt über Tipps wäre ich froh…

Lieber the—master
Folgende Tipps:

  • Auch in anderen Foren nachfragen
  • Wenn dein Freund religiös ist, Pfarrer fragen.
  • Stellvertretend für deinen Freund die Telefonseelsorge fragen.
  • Anonyme Alkoholiker fragen. Vielleicht können die dir Anlaufstellen nennen.
  • Andere Ärzte suchen, alternative Heilmethoden erforschen, wenn die Migräne das Ursprungsproblem ist.
  • Treibt er Sport? Sportliche Leistungen erzeugen Dopamin.
  • Sollte er sein häusliches Umfeld ändern?

O. g. Punkte können lediglich Anregungen sein.
Viele Grüße
Voltaire

Hi master,

ich bin kein Fachmann und nur ein solcher wird Deinem Freund helfen können. Allerdings möchte ich Dir dazu was sagen:

Wenn er mir in ICQ schreibt, weiß ich mittlerweile nicht was
ich antworten soll…

Er hat in Dir offensichtlich jemanden gefunden, dem er vertraut. Das ist im Prinzip positiv, aber wahrscheinlich ist ihm gar nicht bewusst, wie sehr er Dich damit belastet. Ich möchte Dich nur in Deinem eigenen Interesse bitten, ihm klar Deine Grenzen aufzuzeigen. Sagen: das ist mir zu viel, damit kenne ich mich nicht aus, da kann ich Dir nicht helfen. Er hat professionelle Ansprechpartner - und an die soll er sich wenden.

Du bist für ihn nicht verantwortlich - bei aller Freundschaft.

Gruß,

Anja

Wichtig wäre auch zu wissen, warum er nicht mehr in
psychotherapeutische Behandlung will. Unter Umständen kommt er
nur mit dem Therapeuten nicht klar und sollte diesen wechseln.

Er denkt, dass es allgemein nichts bringt…

Diese Einstellung finde ich zwar schade, kann ihn aber auf der anderen seite verstehen, weil im Gegensatz zur Allgemeinmedizin, die die Ursache mittels Medikamente bekämpft und demzurfolge die Krankheit nur wenige Tage andauert die Psychotherapie um einiges länger braucht. Allerdings möchte ich für die Psychotherapie eine Lanze brechen: Sie wirkt schon. In kleinen Schritten nur, aber sie kommt ans Ziel.

Das Problem ist nur, dass er einige „Freunde“ hat, die ihn
teilweise bestärken, dass er nichts kann.

Tolle „Freunde“ *Augenverdreh*

Kämpfen Sie mit ihm für ihn, so dass er stärker wird im Kampf
gegen die Depression.

Hört sich vielleicht blöd an, aber ich weiß nicht wie…

Keine Angst: das hört sich nicht blöd an. Ich weiß, dass es sehr schwierig ist mit einer Situation umzugehen, für die man nicht ausgebildet ist.
Darum: Seien Sie nicht wütend auf sich, weil Sie nicht in dem Maße helfen können, wie Sie wollen. Sie geben sich sicherlich sehr viel Mühe, und das ehrt Sie und verdient meinen vollen Respekt (und wahrscheinlich auch den manch anderer Menschen).
Zwar bin auch ich nicht ausgebildet (aber ich arbeite dran), aber was ich Ihnen mit auf den weg geben kann: Loben Sie den Menschen für positive Gedanken und gute Ideen, zeigen Sie ihm auf, was er kann und das verstärken, in dem er das ganze macht.

Mehr kann ich da leider auch nicht raten.
Tut mir leid

Lieben Gruß
Michael Vogl

Danke an alle die geantwortet haben, ich werde versuchen die Ratschläge zu beherzigen.

Gruß
master

anonyme Selbstmord-Drohungen in Chat etc.
Versuch’s ‚mal mit Humor.
Hatte einen ähnlichen Fall:
Aus heiterem Himmel fängt einer mit ‚‚Selbstmord‘‘ an …
… in einem anonymen chat.
Das kann man einerseits nicht ernst nehmen, weil: im chat wird eh‘ nur 'rumgetrollt.
Andrerseits … wenn ersie’s dann wirklich tut, heißt’s nachher: '‚Wieso hat das keiner gewußt, ersie hat’s doch überall ‚rumpropagiert?‘‘
Gell.

Gerade die Anonymität ist imstande, Menschen dazu zu bewegen, intime Gefühle preiszugeben.
Also: ernst. Im Zweifelsfall.

Dies so zu sehen brauchte ich nur ca. eine Sekunden (ohne es durchzuformulieren ;o) …)

Einzige Regel: Ich durfte nur nicht ausweichen und mußte ein wenig zuhören von wegen warum und weshalb usw. Dann findet sich schon ein Anknüpfungspunkt von alleine, um das Gespräch in ‚normale‘ Bahnen zurückzulenken. Beharrt der ‚Gegner‘ … dann soll er halt springen. Sein Problem. Kann doch ich nix für. Meistens jedoch stellt sich der Selbstmord-Affekt als momentane Disharmonie heraus :o)

(Muß man nich’ Psychologie studiert haben, für. Im Gegenteil. ;o|:] … )

Hallo,

Einzige Regel: Ich durfte nur nicht ausweichen und mußte ein
wenig zuhören von wegen warum und weshalb usw. Dann findet
sich schon ein Anknüpfungspunkt von alleine, um das Gespräch
in ‚normale‘ Bahnen zurückzulenken.

zum Beispiel, wie der örtliche Fussballverein wohl am nächsten Wochenende abschneiden wird - Dieses - „in normale Bahnen lenken“ hilft vermutlich - NUR DIR.

Beharrt der ‚Gegner‘ …

GEGNER! Nicht Hilfesuchender.

dann soll er halt springen.

DU: „Der Depp, was belästigt er mich auch mit seinen Sorgen!“

Sein Problem.

DU: „Mein Problem ist damit gelöst. Dann labert er mich wenigstens nicht mehr voll.“

Kann doch ich nix für.

DU: „Ich hab’ wenigstens so getan, als ob ich ihm helfen wollte.“

Meistens jedoch stellt sich der Selbstmord-Affekt als
momentane Disharmonie heraus :o)

DU: „GENAU! - Selbstmorddrohungen sind Quatsch. Leute streiten sich und vertragen sich auch wieder - wer mit Selbstmord droht, wird in den nächsten 5 Minuten seine Meinung ändern.“

(Muß man nich’ Psychologie studiert haben, für. Im Gegenteil.
;o|:] … )

DU: „Psychologen sind Deppen. Den Job kann Jeder machen.“

Mahlzeit
karin

Hallo,

Einzige Regel: Ich durfte nur nicht ausweichen und mußte ein
wenig zuhören von wegen warum und weshalb usw. Dann findet
sich schon ein Anknüpfungspunkt von alleine, um das Gespräch
in ‚normale‘ Bahnen zurückzulenken.

zum Beispiel, wie der örtliche Fussballverein wohl am nächsten
Wochenende abschneiden wird - Dieses - „in normale Bahnen
lenken“ hilft vermutlich - NUR DIR.

Fußball hast Du gesagt. Davon war nie die Rede. Mit ‚normalen‘ Bahnen meinte ich ein reflektiertes Sprechen über die Sorgen im Allgemeinen, des Lebens, desjenigen potentiellen Selbstmörders oder auch meine eigenen Erfahrungen, Vergleich und andere, unvermutete Aspekte aufzuzeigen.
Fußballverein - wie platt! - hast Du gesagt.

Beharrt der ‚Gegner‘ …

GEGNER! Nicht Hilfesuchender.

Die Anführungsstriche bedeuten (hier) Ironie … nicht ganz ernst gemeint … mit einem Augenzwinkern.

dann soll er halt springen.

DU: „Der Depp, was belästigt er mich auch mit seinen Sorgen!“

Ich fühle mich dadurch nicht belästigt. Wenn ich mich drauf einlaß’, dann durchaus ehrlich und ernst.

Sein Problem.

DU: „Mein Problem ist damit gelöst. Dann labert er mich
wenigstens nicht mehr voll.“

Nein. Wenn er tief in seinem Inneren überzeugt ist, daß es keinen Sinn hat, zu Leben, jemand sein einziges unwiederbringliches Leben in den Fluß, die Mülltonne, den Harakiri-Tod wirft. Nun, … dann sei es so.
Ein kranker, verletzter Wolf schützt seine Sippe, indem er sich zurückfallen läßt und die Gruppe nicht aufhält.
Das ist Natur. Weder schlecht, noch unmoralisch. Einfach so.
Und, wenn ich schon drauf eingeh’ auf solche Selbstmord-Drohung, dann ist ‚‚vollabern‘‘ keine Denk-Kategorie. Sondern es geht im Zweifelsfall um ein echtes Menschenleben.

Kann doch ich nix für.

Genau. Wenn ein Blatt abfällt, oder ein kankes, verletztes Tier sich darniederlegt, kann ich es nicht aufhalten.
Es ist ganz natürlich.

DU: „Ich hab’ wenigstens so getan, als ob ich ihm helfen
wollte.“

Nein. Nicht ‚‚so getan, als ob‘‘, sondern ich hab’ mein Ohr, mein Interesse, meine Gesellschaft, mein Mitgefühl angeboten.
Wenn das nicht reicht, ist es Natur, die auch ich nicht aufhalten kann.

Meistens jedoch stellt sich der Selbstmord-Affekt als
momentane Disharmonie heraus :o)

DU: "GENAU! - Selbstmorddrohungen sind Quatsch.

Nein. ‚‚Meistens‘‘. Manchmal eben auch nicht, sondern völlig ernst.

Leute streiten
sich und vertragen sich auch wieder - wer mit Selbstmord
droht, wird in den nächsten 5 Minuten seine Meinung ändern."

Ja. Das gibt’s auch. Oft, sogar.
Es ist auch ein Machtmittel, um Aufmerksamkeit zu heischen.

(Muß man nich’ Psychologie studiert haben, für. Im Gegenteil.
;o|:] … )

DU: „Psychologen sind Deppen. Den Job kann Jeder machen.“

Nein. Mitgefühl mit einem möglichen Selbstmörder überhaupt das Gespräch mit ihm klar angehen zu können, ist nicht jedermanns Sache. Schon gar nicht qualifiziert einen dafür ein Psychologie-Diplom.
Es ist eine menschliche Angelegenheit. Nicht eine wissenschaftlich-erlenbare in erster Instanz. Das erst in zweiter Instanz, da psychologische Kenntnisse durchaus eine objektive Herangehensweise an eine solche Situation zu ermöglichen imstande sein können.
Es ist aber eine Grenzsituation höchsten Ranges, wo eigentlich keine Regeln mehr gelten. Nur der Moment. Und die Personen und was sie drauf haben und wie sie sind und sich aufeinander einzulassen imstande sind.

Mahlzeit
karin

Du mußt mich nicht absichtlich falsch verstehen, wie Du es gerne hättest.

Danke für Deine Anteilnahme an dem ‚Thema‘.

RoNeunzig

Online-Beratung
Hallo,

liest Du noch?
Telefonseelsorge wurde Dir schon genannt, es gibt für Jugendliche außerdem auch eine Online-Beratung:
http://www.youth-life-line.de

Vielleicht fällt ihm da der Zugang noch leichter.

Alles Gute - Dir und ihm!

Jule

Interessanter Link, danke dafür.

Gruß
master

Er war jetzt doch noch in psychologischer Behandlung (2. Psychologe). Die Psychologin hat die Therapie abgebrochen, weil sie wohl „kein Bock mehr hat“ weil es nichts bringt. Eine letzte Empfehlung war, dass er oder seine Mutter in die Psychatrie sollten.

Gruß
master