Hallo,
Einzige Regel: Ich durfte nur nicht ausweichen und mußte ein
wenig zuhören von wegen warum und weshalb usw. Dann findet
sich schon ein Anknüpfungspunkt von alleine, um das Gespräch
in ‚normale‘ Bahnen zurückzulenken.
zum Beispiel, wie der örtliche Fussballverein wohl am nächsten
Wochenende abschneiden wird - Dieses - „in normale Bahnen
lenken“ hilft vermutlich - NUR DIR.
Fußball hast Du gesagt. Davon war nie die Rede. Mit ‚normalen‘ Bahnen meinte ich ein reflektiertes Sprechen über die Sorgen im Allgemeinen, des Lebens, desjenigen potentiellen Selbstmörders oder auch meine eigenen Erfahrungen, Vergleich und andere, unvermutete Aspekte aufzuzeigen.
Fußballverein - wie platt! - hast Du gesagt.
Beharrt der ‚Gegner‘ …
GEGNER! Nicht Hilfesuchender.
Die Anführungsstriche bedeuten (hier) Ironie … nicht ganz ernst gemeint … mit einem Augenzwinkern.
dann soll er halt springen.
DU: „Der Depp, was belästigt er mich auch mit seinen Sorgen!“
Ich fühle mich dadurch nicht belästigt. Wenn ich mich drauf einlaß’, dann durchaus ehrlich und ernst.
Sein Problem.
DU: „Mein Problem ist damit gelöst. Dann labert er mich
wenigstens nicht mehr voll.“
Nein. Wenn er tief in seinem Inneren überzeugt ist, daß es keinen Sinn hat, zu Leben, jemand sein einziges unwiederbringliches Leben in den Fluß, die Mülltonne, den Harakiri-Tod wirft. Nun, … dann sei es so.
Ein kranker, verletzter Wolf schützt seine Sippe, indem er sich zurückfallen läßt und die Gruppe nicht aufhält.
Das ist Natur. Weder schlecht, noch unmoralisch. Einfach so.
Und, wenn ich schon drauf eingeh’ auf solche Selbstmord-Drohung, dann ist ‚‚vollabern‘‘ keine Denk-Kategorie. Sondern es geht im Zweifelsfall um ein echtes Menschenleben.
Kann doch ich nix für.
Genau. Wenn ein Blatt abfällt, oder ein kankes, verletztes Tier sich darniederlegt, kann ich es nicht aufhalten.
Es ist ganz natürlich.
DU: „Ich hab’ wenigstens so getan, als ob ich ihm helfen
wollte.“
Nein. Nicht ‚‚so getan, als ob‘‘, sondern ich hab’ mein Ohr, mein Interesse, meine Gesellschaft, mein Mitgefühl angeboten.
Wenn das nicht reicht, ist es Natur, die auch ich nicht aufhalten kann.
Meistens jedoch stellt sich der Selbstmord-Affekt als
momentane Disharmonie heraus :o)
DU: "GENAU! - Selbstmorddrohungen sind Quatsch.
Nein. ‚‚Meistens‘‘. Manchmal eben auch nicht, sondern völlig ernst.
Leute streiten
sich und vertragen sich auch wieder - wer mit Selbstmord
droht, wird in den nächsten 5 Minuten seine Meinung ändern."
Ja. Das gibt’s auch. Oft, sogar.
Es ist auch ein Machtmittel, um Aufmerksamkeit zu heischen.
(Muß man nich’ Psychologie studiert haben, für. Im Gegenteil.
;o|:] … )
DU: „Psychologen sind Deppen. Den Job kann Jeder machen.“
Nein. Mitgefühl mit einem möglichen Selbstmörder überhaupt das Gespräch mit ihm klar angehen zu können, ist nicht jedermanns Sache. Schon gar nicht qualifiziert einen dafür ein Psychologie-Diplom.
Es ist eine menschliche Angelegenheit. Nicht eine wissenschaftlich-erlenbare in erster Instanz. Das erst in zweiter Instanz, da psychologische Kenntnisse durchaus eine objektive Herangehensweise an eine solche Situation zu ermöglichen imstande sein können.
Es ist aber eine Grenzsituation höchsten Ranges, wo eigentlich keine Regeln mehr gelten. Nur der Moment. Und die Personen und was sie drauf haben und wie sie sind und sich aufeinander einzulassen imstande sind.
Mahlzeit
karin
Du mußt mich nicht absichtlich falsch verstehen, wie Du es gerne hättest.
Danke für Deine Anteilnahme an dem ‚Thema‘.
RoNeunzig