Hallo!
Zum Entfeuchten sind zwei Dinge wichtig: Möglichst trockene Luft und warme Luft. Auch die Wände müssen warm sein, aber davon ist in einem Neubau auszugehen.
Das impliziert, daß es natürlich mehr bringt, wenn die Geräte immer laufen. Andererseits: Je trockener die Luft bereits ist, desto schwieriger wird es, sie noch trockener zu machen. Soll heißen: Das Gerät verbraucht sehr viel Strom, ohne wirklich Wasser aus der Luft zu ziehen. Daher macht es eher Sinn, die Geräte auf eine zu erreichende Feuchtigkeit einzustellen, sagen wir mal 40%, wobei das schon sportlich ist.
Was nun das Lüften angeht:
Wenn es draußen kalt ist, solltest du öfters so richtig Stoß- und Querlüften, um möglichst die gesamte Luft auszutauschen. Beim anschließenden Aufheizen kann die Luft extrem trocken werden, 20% und weniger sind kein Problem.
Ein Problem sind Möbel, die direkt an der Wand stehen, die sollten lieber einige cm Abstand haben. Bei der Küche ist das ein Problem, da dort sehr viele Möbel sind, die auch noch vollflächig an die Wand gehängt werden. Da können Wände kaum trocknen.
Andererseits würde ich dir erstmal dazu raten, die Feuchtigkeit in den Räumen zu überwachen um zu prüfen, ob das alles überhaupt nötig ist. Wenn in einem ungenutzten (aber beheizten) Raum die Luftfeuchtigkeit bei 45-50% liegt, würde ich mir keine Gedanken um einen Entfeuchter machen.
Und vermutlich wirst du das Problem grade jetzt im Winter mit Lüften gut in den Griff bekommen.
Vielleicht in dem Zusammenhang auch ein wenig Theorie zur Luftfeuchtigkeit. Messgeräte geben immer einen Prozentwert an. Aber was bedeutet das?
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(Quelle)
Luft kann eine bestimmte, von der Temperatur abhängige, maximale Menge Wasser aufnehmen. Das sind dann eben „100% Luftfeuchtigkeit“. Angenommen, im Frühjahr bekommen wir Temperaturen von -10°C. Selbst, wenn die Luft draußen dann die maximal möglichen 2.5g/m² enthält, also 100% hat, wird genau diese Luft beim Erwärmen auf 20°C nur noch etwa 12% Luftfeuchtigkeit haben.
Stoßlüften mit möglichst komplettem Luftaustausch und anschließendem Erwärmen kann also im Winter zu extrem trockener Luft führen. Was vielen Menschen Probleme mit Haut und Atemwegen beschert, wäre zum trocknen der Wände genau das richtige. Allerdings: Auch jetzt, bei +10°C kann man 30% Luftfeuchtigkeit in der Wohnung erreichen.
Dein Luftentfeuchter ist eine Art Klimaanlage. Er kühlt die Luft so stark ab, daß sie 100% erreicht, und beim weiteren Abkühlen das Wasser kondensiert. Beim anschließenden Erwärmen ist die Luft dann trockener als zuvor. Du siehst aber auch, daß die Luft bei 40% @20°C schon recht stark abgekühlt werden muß, bevor da überhaupt Wasser kondensiert.
OK, das ist was länger geworden, aber vielleicht hilft dir das ja.