Titanzink-Stehfalz-Dach unter 5,2 %

Hallo,
laut DIN 18339 - Nr. 3.2.3, MUSS die Dachneigung mind. 5,2 % betragen…–> für Titanzink.
In Nr. 3.2.2 heisst es „bei Dachneigungen unter 5,2 % sind die Längsfälze zusätzlich abzudichten“.
Ich sehe da kein Zusammenhang, da Nr. 3.2.3 sich auf Titanzink kapriziert.
Ist dies so korrekt verstanden?

Demnach wäre es wider die Fachregeln?!

Und/oder gibt es Zusatzmaßnahmen, nach denen man mit 0,7 mm Titanzink, Zuschn. 33 cm, ein Stehfalzdach auch auf einem Untergrund mit nur 3 % Gefälle ausführen darf?
Oder darf ich dies eben ausnahmslos nicht?

Unter dem Blech liegt eine „Permo sec als Drainage und Schallschutz“ (was ja DIN 18339, 3.2.3 erfüllt).

Ist es ein Risko, die Ausführung so zu belassen?
Es handelt sich um eine Aufzugsüberfahrt ( 4,5 x 2,5 m) - wenn hier Feuchte eindringt, könnte dies ja problematisch sein, oder?

Danke!
Gruss.

Hallo

laut DIN 18339 - Nr. 3.2.3, MUSS die Dachneigung mind. 5,2 %
betragen…–> für Titanzink.
In Nr. 3.2.2 heisst es „bei Dachneigungen unter 5,2 % sind die
Längsfälze zusätzlich abzudichten“.

Ja, für Metall-Dachdeckungen ganz allgemein, außer für Titanzink, da gelten laut 3.2.3 erhöhte Anforderungen hinsichtlich der Dachneigung.

Und/oder gibt es Zusatzmaßnahmen, nach denen man mit 0,7 mm
Titanzink, Zuschn. 33 cm, ein Stehfalzdach auch auf einem
Untergrund mit nur 3 % Gefälle ausführen darf?
Oder darf ich dies eben ausnahmslos nicht?

Eigentlich ausnahmslos nicht (sonst Pfützenbildung nebst Korrosion).

Unter dem Blech liegt eine „Permo sec als Drainage und
Schallschutz“ (was ja DIN 18339, 3.2.3 erfüllt).

Schallschutz auf der Aufzugsüberfahrt!?

Ist es ein Risko, die Ausführung so zu belassen?

Ja, s.o.

Es handelt sich um eine Aufzugsüberfahrt ( 4,5 x 2,5 m) - wenn
hier Feuchte eindringt, könnte dies ja problematisch sein,
oder?

Ja. Sowohl im Hinblick auf die Dauerhaftigkeit der Dachdeckung als auch der Aufzugsantriebstechnik…

Kannst du auf Querfalze verzichten (Scharen durchlaufend) und Schiebehafte vorsehen für die Temperaturdehnung? Und Falzeinlegebänder für die Längsfalze wegen Rückstau? Und die Bleche unterlüften und eine zweite Ablaufebene vorsehen, damit sich auch unterseitig die Oxidschutzschicht bilden kann und keine Feuchte sich festsetzt? Dann vielleicht. Aber vom Architekten freigeben lassen!

Danke!
Gruss.

Hallo - und danke!!, Nachfrage:

Eigentlich ausnahmslos nicht (sonst Pfützenbildung nebst
Korrosion).

dachte immer ,Zink an sich korrodiert nicht, oder eben nur nicht, wenn es nicht oxidieren kann.
d.h., Feuchtebildung bzw -eindringen unter dem Blech und dort keine Luft und deswegen Korrosion - so gemeint von dir? so verstand ich dich unten in deiner Antwort.
Weil oben auf dem Blech dürfte es ja trotz geringer Dachneigung nciht rosten (?) oder doch - weil bei Pfützenbildung keine Oxidschicht entstehen kann(?!).

Schallschutz auf der Aufzugsüberfahrt!?

nun, Trennlagen unter Blechen heissen wohl immer so, da sie ja das Tropfgeräusch mindern sollen.

Gruss,
F.

Hallo - und danke!!, Nachfrage:

Eigentlich ausnahmslos nicht (sonst Pfützenbildung nebst
Korrosion).

dachte immer ,Zink an sich korrodiert nicht, oder eben nur
nicht, wenn es nicht oxidieren kann.
d.h., Feuchtebildung bzw -eindringen unter dem Blech und dort
keine Luft und deswegen Korrosion - so gemeint von dir? so
verstand ich dich unten in deiner Antwort.

Der blaugraue Farbton von Titanzink wird durch die sich natürlicherweise an der Atmosphäre bildende Schutzschicht (Patina) hervorgerufen. Diese festhaftende Schutzschicht besteht aus Zinkoxid und basischem Zinkkarbonat; sie bewirkt den hohen Korrosionswiderstand des Titanzinks und die sehr geringen natürlichen Abtragsraten. Voraussetzung ist der Zutritt von Kohlendioxid aus der Luft, da die Patinabildung sonst im Stadium der Zinkhydroxidbildung stecken bleibt.
Für Korrosion braucht man immer beides: Luft (Sauerstoff) und Wasser (als Elektrolyt) und eine fehlende Schutzschicht durch Abwesenheit von Kohlendioxid. In (oder an) einer Pfütze ist das gegeben.

Weil oben auf dem Blech dürfte es ja trotz geringer
Dachneigung nciht rosten (?) oder doch - weil bei
Pfützenbildung keine Oxidschicht entstehen kann(?!).

Genau!

Schallschutz auf der Aufzugsüberfahrt!?

nun, Trennlagen unter Blechen heissen wohl immer so, da sie ja
das Tropfgeräusch mindern sollen.

Es muss dann auf jeden Fall eine nichtsaugende Matte/Vlies sein, sonst hast du eben das Wasser ständig auf der Unterseite. Ich habe die von dir genannte Bahn jetzt aber nicht daraufhin überprüft.

Gruß
smalbop

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Danke für die Zeit und fundierte Ausführlichkeit
danke und Gruss an Dich, Smalbob.

Frank

hey Smalbop,

eines noch.
las franz lubinskis band 12 . schadenfreies bauen, dort fand ich das von dir angeführte.
mit heißwassserkorrosion etc. auch.

Was mich nur stutzig macht, ist, dass rheinzink ja behauptet (in verarbeitungsrichtlinien etc), die durch pfützen nicht zum tragende zinkhydroxidbildung die langlebigkeit und das material an sich GAR nicht beschädigt bzw beeinträchtigt.
mir gehts darum: ist es recht kritisch, das blech mit nur 3 bis 3,5 % zu belassen oder besteht deiner Praxiserfahrung nach die gefahr, dass ein problem unter oder über dem blech entsteht!?

was meinst du?
gruss
frank