Hallo Gunter,
dahinter stecken kann viel, was es genau sein könnte, ist für die Beteiligten oft am Schwierigsten zu beurteilen. Die Erziehungsberechtigten, aber auch Deine Tochter werden sich schwer tun hier die passende Antwort zu finden.
Bei Kindern erlebe ich häufig, dass sie nicht in der Lage sind, die Frage nach dem Warum zu beantworten. Hast Du Deine Tochter gefragt „Warum?“
Natürlich hast Du und bist Du jetzt schlauer?
Bei Eltern erlebe ich ebenso häufig, dass die Sichtweise ausschließlich bei den Kindern und deren „Fehlern“ liegt. Sie stellen sich Fragen über Fragen, was ihr Kind falsch macht, welchen Umgang es hat,welche Rolle die schlechten Freunde spielen und „wo sie da nur rein geraten ist“
Niemand gerät irgendwo rein und nichts passiert mal eben so!!
Am Ende kommt sehr oft folgendes raus: Die Eltern machen grundsätzlich nichts falsch, zumindest können sie nichts erkennen- wie könnten sie auch?- die Sichtweise liegt ja ganz bei ihren Kindern- und als Erziehungsmaßnahme steht Hausarrest, Fernsehverbot und oft auch der Umgang mit den Freund/innen auf dem Programm.
Das wohl schlechteste Resultat, was man sich wünschen könnte, weil es NICHT nach der URSACHE sucht, sondern einzig dazu dient, den Eltern Befriedigung zu verschaffen: „Wir haben etwas unternommnen und brauchen uns nichts vorzuwerfen!“
Auch die düsteren Zukunftsprognosen halte ich für ungeeignet: „Wenn Du so weitermachst, landest Du noch in der Gosse“
Sehr beliebt ist auch: „Aus Dir wird nie etwas“
Die Eltern vermitteln Ihren Kindern entweder Unglaubwürdigkeit, oder aber sie verinnerlichen solche Aussagen und richten Ihren Lebensplan danach.
Auf Dauer wird es das Verhältnis zum Kind verschlechtern und die Lösung, nämlich das Finden der Ursache, verkomplizieren- immer vorausgesetzt man MÖCHTE überhaupt eine Ursache finden, denn man stelle sich vor, man findet eine, dann könnten die Probleme ja erst richtig losgehen!
Wer mit Angst stiehlt, geht ein sehr großes Risiko ein. Das weiß man auch mit 14 Jahren. Es ist auch keine Mutprobe, oder ein Kinderstreich!!
Es KÖNNTE sein, dass es etwas mit fehlender Aufmerksamkeit, Anerkennung, nicht-geliebt werden, nicht- beachtet werden, seht- her- ich- kann- doch- was, zu tun hat.
Es KÖNNTE!! Es MUSS nicht, aber der Antwort kommst Du am Nächsten, wenn Du als Vater bei Dir schaust, wenn die Eltern sich selbst kritisch hinterfragen können. Ein Außenstehender, der die Familie gut kennt und einen ehrlichen, offenen Umgang mit Dir pflegt, könnte es ME noch besser beurteilen. Gibt es diesen nicht, wäre ein Fachmann für Familientherapie sicherlich hilfreich.
In jedem Fall würde ich die Sache sehr ernst nehmen und nicht als dummen Streich abtun.
Eine schönes Wochenende
Frank