Tochter liest nicht :-(

Hallo,

ich habe ein Problem mit meiner 12 1/2 jährigen Tochter.
Sie würde am liebsten den ganzen Nachmittag und Abend vor dem Computer mit Spielen und Chatten verbringen. Wir haben es ihr nicht generell verboten sondern am Tag eine Stunde erlaubt. Ferner haben wir mit unserer Tochter vereinbart daß sie am Tag mind. 30 Minuten lesen „soll“. Doch das Lesen gestaltet sich immer als schwer durchsetzbar. Sie wird dann meist maulig oder erfindet immer andere Ausreden. Ich habe auch schon vieles versucht um ihr das Lesen schmackhaft zu machen. Die Bücher durfte sie selbst aussuchen, wir haben darüber gesprochen usw. Das Lesen ist für ihre Ausdrucksweise sehr wichtig denn daran happert es noch sehr.
Wer weiß Rat oder hat ähnliche Probleme? Bin für alles dankbar.
Pauline

Re: Tochter liest nicht :frowning:
hallo
vielleicht hat sie an zeitschriften z.b. geolino (für kinder gemacht) mehr spass als am „richtigen“ buch ?
und diese zeitschrit finde ich nicht schlecht für kids, schau einfach mal : http://www.geo.de/GEOlino/

grüssli, fred

Wie wäre es mit einem verbindlichem Geschäft. Lesen gegen PC. Ihr könntet ja zum Beispiel für jede Minute lesen eine (oder auch zwei) Minuten am PC tauschen.

Wenn Sie also an den PC will um eine Stunde zu Chatten dann muss sich eine Stunde vorher lesen.

Wenn ihr das ganze noch ein wenig spielerisch gestalten wollt, könntet ihr ja auch ein Lese- Konto einführen auf dem es Zinsen gibt. So nach dem Motto beim schlechten Wetter zwei Stunden gelesen sind 130 Minuten freier PC zugang.

liebe grüsse
Me

War bei mir auch so
Hi Pauline,

ich habe auch eine Tochter im Alter von 12 Jahren.
Lange konnte ich sie nicht animieren, mal ein Buch zur Hand zu nehmen.
Ich versuchte es auch mit allen möglichen Büchern und Zeitschriften für Kinder. Ein Deal mit einer Playstation brachte den Erfolg, dass sie sofort wieder aufhörte, als die Playstation da stand.
Aus lauter Frust habe ich es aufgegeben und mal wieder meine Herr der Ringe Bände ausgepackt. Als meine Tochter sah, was ich da las, hat sie mit dem ersten Band, der kleine Hobbit angefangen… und seitdem immer weiter gelesen.
Des Rätsels Lösung, die Kinderbücher waren nicht ihr Ding. Bücher die nicht kindlich „Harmlos“ geschrieben sind, kann sie garnicht schnell genug lesen.

Vielleicht solltest du es auch mal mit Büchern versuchen, die nicht explizit für Kinder geschrieben sind.

Gruß Mike

P.S. Vielleicht sind unseren Kindern „Kinderbücher“ auch unangenehm, zumindest meine Tochter behauptet immer „Ich bin kein Kind mehr, ich bin ein Teen“ :wink:

Hallo,

Du solltest dich fragen, was du genau erreichen willst.

Ihr den Spaß am Lesen verderben oder fördern?
Den Ausdruck verbessern?

Ausdruck kann man auch mit Zeitungen oder im Gespräch verbessern z.B. Diskussionen. Oder vielleicht hat sie Interesse an einer richtigen Brieffreundschaft. Probiere es mal mit einem spannenden Hörbuch - keine Benjamin Blümchen Geschichten, sondern Geschichten die sie interessieren.

Ich denke, sie soll auch Spaß beim Lesen haben. Was nützt es, wenn sie einer Regelung oder einer Pflicht zuliebe liest? Jugendliche sind einfallsreich. Dann starrt sie halt nur auf die Seite drauf oder sie verdrückt sich in ihr Zimmer mit der Bemerkung „wenn ihr mir beim lesen zuschaut, kann ich mich nicht konzentrieren“ oder „wollt ihr mich die ganze Zeit anstarren wenn ich lese?“. Ich finde das ein wenig übertrieben.
Also damit erreicht ihr nichts.

Das Interesse sollte von alleine kommen. Biete ihr Hörbücher, Zeitschriften (mal keine Bravo) und Bücher an. Vielleicht habt ihr bloß noch nicht ihren Geschmack getroffen. Es gibt Unmengen an Themen - Liebesgeschichten, Tiergeschichten, Krimis… oder auch Sachbücher.
Probiere es mal mit Büchern zu Filmen. Herr der Ringe wurde schon angesprochen, es gibt aber noch mehr.
Zudem gibt es noch Vorlesenächte in Buchläden oder Büchereien.
Manche Kinder / Jugendliche schreiben auch selbst gerne Geschichten.

Vertraut ihr etwas mehr und kontrolliert nicht so viel. Gebt ihr das Gefühl selbst entscheiden zu können. Jugendliche (oder welche, die es werden wollen) versuchen meist genau das Gegenteil zu tun, was die Eltern wollen.
Achtet auch auf die Vorbildfunktion, die ihr als Eltern habt. Über Gespräche und Plaudereien am Abendbrotstisch kann man auch den Ausdruck verbessern.

Gruß
Tato

Hallo Pauline,

bisschen am Rande der Frage:

Es steht außer Frage, dass man mit Chatten nur bedingt technisches Verständnis entwickelt. Dennoch die Gegenfrage: Warum ist dieses besser oder schlechter als jenes?

Ich habe vor vier Jahren mit einem jungen Kollegen (Ersatzdienstleistendem aus Frankreich) zusammen gearbeitet. Wenn ich dem eine komplexe Übersicht von irgendwas auf Papier zeigte, hatte er die gleichen Schwindelanfälle wie ich, wenn ich Entsprechendes am Bildschirm lesen muss und nichts „in der Hand habe“. Um mich dann jedesmal zu fragen: „Kannst Du mir das vielleicht auch auf dem Bildschirm zeigen?“

Er hat als Kind seiner Generation viel davon profitiert, dass er sich besser und schneller an den Bildschirm gewöhnt hat als an bedrucktes Papier.

Auch dieses ist eine lernens- und übenswerte Kulturtechnik.

Ich selber nutze wahrscheinlich etwa 1% der Möglichkeiten, die mein Mobiltelephon mir bieten würde. Für den Rest fühle ich mich zu alt-europäisch. Und dann schau ich mir an, was meine Mutter (jetzt 85) im Lauf ihres Lebens sich angeeignet hat:

Umgang mit fließendem Wasser, elektrischem Strom, Telephon-Selbstwahl, Automobilen, Selbstbedienungsläden - um bloß einige zu nennen. Sie ist trotzdem keine schlechte Lateinerin geblieben, und ziemlich bibelfest.

Bücher haben einen riesigen Vorteil: Sie warten, bis man sie in die Hand nimmt; es gibt keine „richtige“ oder „späteste mögliche“ Zeit dafür. Habe kürzlich einer etwa 20jährigen Mit-Pendlerin den „Catcher in the Rye“ in die Hand gedrückt, sie mag ihn nicht mehr hergeben und weiß jetzt endlich, dass Lesen Spaß machen kann. Obwohl sie vorher außerhalb der Schule nie ein Buch in der Hand gehabt hat, hatte sie keinerlei Schwierigkeiten damit und ist höchlich begeistert.

Die Unterscheidung zwischen gutem Lesen und schlechtem Chatten hat ihre Parallele in derjenigen zwischen „guter“ und "Schund"literatur, mit der ich Ende der sechziger/Anfang der siebziger Jahre konfrontiert war. Heute würde ich Argumente für Perry Rhodan finden, die nicht so mal eben weggewischt werden können. Aber damals musste ich eine erhebliche Findigkeit sowohl zur Beschaffung als auch zur Lektüre entwickeln.

Kurzer Sinn: Ich wünsche Dir Zutrauen in die Neugier Deiner Tochter, die immer irgendwohin weiter führt - ihrer Natur nach auch in unvorhergesehene Richtungen. Neugier ist die Mutter aller Forschung und aller Erkenntnis.

Schöne Grüße

MM

Hi Pauline!

Liest du denn? Wenn ja, was und wieviel?

LG
Siân

komisch ne?
früher war das doch so anders!(oder täuscht mich meine erinnerung!?!)

ich arbeite in einem jugendclub für kinder von 11 bis 14 und da ist es gar verpöhnt zu lesen!

erst gestern hat sich einer „verplappert“, dass er in der stadtbücherei war!..das warn gelächter…
(klar, wir geben dann feedback in die andere richtung!!!)…

als ich in dem alter war konnte ichs teilweise nich erwarten, dass die schule aus ist, um in meinem buch weiterzulesen!
aufm bett, mit tee und keksen…

oft hab ich mit freundinnen die gleichen bücher gelesen oder wir haben sie rumgereicht…

vielleicht kann man auch irgendwie einführen, dass ihr abends vor dem einschlafen(aber nach dem zähneputzen!!!)euch was vorlest!

ich mache das hin und wieder mit meinem freund und das ist ein so schönes ritual!(man ist viel entspannter, als wenn man bis zum licht löschen irgendne glotze-tv oder pc-flimmern hat!!!)

herr der ringe haben wir so gelesen…

aber nochmal zu 12jährigen…

ich hab in dem alter liebesromane, drogengeschichten
(problemgeschichten von jugendlichen) VERSCHLUNGEN!
(nix mit pferden, beverly hills 902010 oder sogenannte Mädchen-/Teengedöns!!!)
-gerne grübel ich mal nach und schreib dir n paar literaturtipps!!!
grins

habt ihr nich vielleicht ne schöne stadtbücherei, wo sie nen eigenen ausweis bekommen könnte???

das hab ich früher nämlich auch geliebt…(heute immer noch):
stunden in der bibliothek zu verbringen und 30000 bücher auszuleihen…

wär das nich vielleicht ne idee?

claudi verbleibt ohne rotem faden in ihrem posting, aber egal!!!
WIR VERSTHEN UNS!!! :wink:

achso,
interessant fänd ich noch zu wissen, welche schule deine tochter geht?!
bekommt sie denn von da keine impulse mal n gutes buch zu lesen?

Lesen am Computer

Hallo,

auf dem Bildschirm hat man auch viel zu lesen.

Wer weiß Rat oder hat ähnliche Probleme? Bin für alles
dankbar.
Pauline

Sehr schwierig,

aber Fakt ist folgendes: Interesse am Lesen erweckt man ganz sicher nicht durch vorgeschriebnene Lesezeiten! Lesen sollte ein Bedürfnis sein. Ich lese an manchen Tagen z.B. gar nicht, habe ich ein Buch, das mich fesselt bin ich ärgerlich über jede Ablenkung.

Unseren Kindern haben wir von Anfang an regelmäßig vorgelesen. Auch Hörkassetten gehörten bei uns einfach ‚dazu‘. Das Lesen kam dann ganz von selber, ich nehme an weil die Kinder ein Verlangen nach Geschichten haben. Wenn Du das versäumt hast oder es nichts gefruchtet hat dann hilft nur weiter Vorbildfunktion, also selber lesen und zeigen, daß Lesen Freude macht (und nicht etwa bildet :wink:). Laß einfach immer mal ein Buch wie zufällig rumliegen…das weckt die Neugier mehr als irgendein Gespräch über ihre Vorlieben. Wie soll sie solche haben wenn sie gar nicht liest??

Das Lesen ist für ihre Ausdrucksweise sehr wichtig denn daran
happert es noch sehr.

Da ist er, der Fehler. :wink: Man liest zum Vergnügen. Die Vervollkommnung der Ausdrucksweise ist dabei eher Nebenprodukt.

Andererseits solltest Du mal nicht die Rolle des Internets unterschätzen. Letzlich ist die Form der Kommunikation hier dem Buch weit überlegen…sie ist nämlich aktiv…im Buch rezipiere ich nur was andere zu sagen haben, im Internet bin ständig gezwungen eigene Gedanken zu formulieren und zu vertreten. Ich würde mal schauen wo das Kind so chattet und sie eventuell animieren in Foren zu schreiben. Mein Tochter (übrigens gleichaltrig mit Deiner) hat mir heute erzählt, daß sie in in ihrem bevorzugten (Animee!!!)-Forum grade über Sinn und Unsinn von alternativer Energiegewinnung diskutieren…was will man mehr?? :smile:

Gruß Maid

Hallo,

ich möchte mich ganz herzlich von Euch allen bedanken.
Eure Antworten beruhigen mich und vor allem sind sie sehr
hilfreich. Meine Tochte und ich, wir sind heute schon zu eine „Lösung“ gekommen.
Vielen Dank nochmals und ich wünsche noch einen schönen Sonntag.

Pauline

Hallo,

ich habe ein Problem mit meiner 12 1/2 jährigen Tochter.
Sie würde am liebsten den ganzen Nachmittag und Abend vor dem
Computer mit Spielen und Chatten verbringen. Wir haben es ihr
nicht generell verboten sondern am Tag eine Stunde erlaubt.
Ferner haben wir mit unserer Tochter vereinbart daß sie am Tag
mind. 30 Minuten lesen „soll“. Doch das Lesen gestaltet sich
immer als schwer durchsetzbar. Sie wird dann meist maulig oder
erfindet immer andere Ausreden. Ich habe auch schon vieles
versucht um ihr das Lesen schmackhaft zu machen. Die Bücher
durfte sie selbst aussuchen, wir haben darüber gesprochen usw.
Das Lesen ist für ihre Ausdrucksweise sehr wichtig denn daran
happert es noch sehr.
Wer weiß Rat oder hat ähnliche Probleme? Bin für alles
dankbar.
Pauline

Hallo,

ich habe ein Problem mit meiner 12 1/2 jährigen Tochter.
Sie würde am liebsten den ganzen Nachmittag und Abend vor dem
Computer mit Spielen und Chatten verbringen. :Ferner haben wir mit unserer Tochter vereinbart daß sie am Tag
mind. 30 Minuten lesen „soll“. Doch das Lesen gestaltet sich
immer als schwer durchsetzbar.

Hallo Pauline,

ich habe auch zwei Nicht-Leser zuhause. Der eine Sohn (14) liest gut, aber nicht gern. Der andere (18) las lange Zeit in der Grundschule nicht gut. Er hatte Legasthenie. Eine Therapie hat geholfen. Deshalb die Frage, hat deine Tochter vielleicht generell Probleme mit dem sprachlichen Ausdruck und auch der Rechtschreibung ? In diesem Fall würde ich sie testen lassen. Wenn das nicht der Fall ist, mein Rat aus Erfahrung, lass allen Zwang sein. Mit Zwang kannst du die Freude am Lesen niemals wecken. Du wirst sehen, sie wird das lesen, was ihr Spaß macht, und so sollte es ja auch sein.
Ich habe verschiedene Zeitungen abonniert und ab und an von dem interessanten Artikeln erzählt, und -gucke da -der ältere Sohn ist ein eifriger Zeitungsleser geworden. Romane sind nicht jedermanns Sache.

Gruß
Lexi

Welche Lösung habt ihr gefunden?
Hallo Pauline,

Meine Tochte und ich, wir sind heute schon zu eine
„Lösung“ gekommen.

Lass uns daran teilhaben!

Gruß
Tato