Tochter loslassen

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und brauche Rat von unabhängiger Seite bzw. die Beurteilung meiner Situation.

Meine Tochter ist 19 Jahre alt, geht noch zur Schule (nächstes Jahr Abitur) und ist so von heute auf morgen zu ihrem Freund gezogen, den sie gerade mal 2 Monate kennt. Ihre Ferienjobs hat sie gekündigt, Kontakt zur Familie ist nur in Beisein des Freundes möglich.
Ich bin sehr traurig über die Situation, weil sie mir als Tochter und Frau fehlt und weine momentan sehr viel.
Es ist nicht so, daß meine Tochter mein Lebensinhalt war (ich habe auch noch Mann und Sohn). Ich bin auch ehrenamtlich aktiv und habe einige HObbies.
Wie kann ich mit der Situation umgehen, hat jemand ähnliches erlebt?

Hi,

Naja was soll man sagen, das wahr ja absehbar. Mit dem 18 Geburtstag steigt auch das „risiko“ eines auszugs.

Ich denke das man sie nur haben kann mit dem freund liegt daran das sie nunmal voll verliebt ist wie man das so schön nennt. Ist doch schön für sie und für dich auch nicht weiter schlimm. Freu dich für sie das währe mein Tipp.

Freu dich darüber das deine Tochter selbständig wird, darüber das sie schmetterlinge im bauch hat. Freu dich mit ihr.

Und gewöhn dich daran wie es ist wenn die tochter ausgezogen ist, such dir alternativen andere Frauen die du als frau sehr schätzt. Ich finde diese Aussage irgendwie komisch.

Tu dir was gutes, geh ins hammam oder sowas.

Gruss Sev

Hallo

wie sah es denn vor dem Auszug bei euch aus?
Hattest du dich da mit deiner Tochter gut verstanden?
Bist du eher die "nervige " Mutter?

Kontakt zur Familie ist nur in Beisein des
Freundes möglich.

Wieso?

Lass deine Tochter ihren Weg gehen und unterstütze sie!
Rede ihr nicht rein, lass sie machen.
Sie wird schon sehen, das es nicht ganz so klasse laufen wird, wie sie sich das vielleicht vorgestellt hat…
Lad sie zum Kaffee ein, frag sie, ob du sie vielleicht mal besuchen darfst…aber alles ohne Druck und Vorwürfe…

Sei einfach eine gute Freundin für sie.

Ich bin sehr traurig über die Situation, weil sie mir als
Tochter und Frau fehlt und weine momentan sehr viel.

Das du traurig bist, kann ich verstehen, aber Kinder werden nun mal flügge…
vielleicht wollte sie auch nicht mehr die Frau sein, mit der du Probleme besprichst, vielleicht wollte sie einfach Tochter sein…

Alles Gute

Je leichter man jemanden gehen lässt umso lieber kommt er zurück.

Irgendwie kommt mir die Situation bekannt vor…
Die Phase hatten meine Mutter und ich vor zwei Jahren…
Das ist vermutlich normal und geht irgendwann vorbei…
Ich fand meine Mutter damals nervig, auch wenn wir eigentlich ein sehr gutes Verhältnis zueinander hatten und immernoch haben. Mein Freund war damals Zuflucht und ich war einfach zickig… nach ner Weile hat sich alles von selbst reguliert… mein Freund und ich sind diesen Sommer dann tatsächlich dauerhaft zusammengezogen, mit meinen Eltern habe ich viel Kontakt, auch alleine…

Lass ihr Zeit von alleine zurückzukommen…

Hallo,

ich finde es sehr normal, dass du traurig bist. Und vielleicht auch ein bisschen enttäuscht und eifersüchtig. Da gibt es plötzlich jemanden, der wichtiger scheint als du und der nun scheinbar zwischen dir und deiner Tochter steht. Und das nach 19 gemeinsamen Jahren durch Dick und Dünn.

Du bleibst zurück zwischen deinen Männern, die natürlich auch wichtig sind, aber dein verlorenes Tochterkind eben nicht einfach so ersetzen können.

Ich bin ziemlich sicher, dass du längst weißt, dass das alles normal so ist und irgendwann so kommen musste. Nur eben vielleicht nicht so früh und so plötzlich. Es gibt einen indischen Spruch, der sagt: „Solange Kinder klein sind, gib ihnen tiefe Wurzeln. Wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel“.

Die erste Aufgabe hast du geschafft, nun steht die nächste an. Und auch hier hilft dir das, was in all den Jahren entscheidend war: DU bist die Mutter, die Erwachsene, die Erfahrene, die immer ein Stückchen weiter schauen muss, als es ihr Kind tun kann.

Deine Tochter muss sich lösen und ihren eigenen Weg gehen. Und da unsere Kinder das nicht üben können, sind sie manchmal ein wenig ungeschickt in der Wahl ihrer Mittel. Sie weiß mit Sicherheit darum, dass ihr Weggehen schwer für dich ist. Aber das kann (und muss) sie nicht für mittragen. Sie hat grade genug damit zu tun, ihr Leben für sich selbst zu regeln.

Lass dir Zeit, loszulassen. Wichtig ist nur, dass du keine Türen zumachst. Es ist mühsam, sie später wieder zu öffnen. Es ist DEINE Trauer und du hast alles Recht der Welt dazu, sie auszutragen. Aber lass sie bei dir und mache sie nicht deiner Tochter zum Vorwurf. Für sie wird es vermutlich noch einige Lieben geben, aber immer nur eine Mama. Und es wird nicht allzu viel Zeit vergehen, bis ihr das auch wieder bewusst wird. Je weniger du schubst, desto eher wird das passieren.

Schöne Grüße,
Jule

Off-topic
Hallo Anna,

mich würde interessieren wie Sie das finanziell regelt?

Wie alt ist denn der Freund und wohnt er denn noch bei seinen Eltern oder hat er eine eigene Wohnung und ist erwerbstätig?

Ansonsten würde ich mal die Flinte nicht ins Korn werfen, ein paar Wochen vergehen lassen. Noch sind viele wieder auf den Boden der Tatsachen gekommen. Du machst ja nun nicht gerade den Anschein einer „unverständigen Mutter“. Wahrscheinlich ist es nur so eine Phase, und Fräulein Tochter steht bald wieder auf der Matte.

War der Auszug denn eine Kurzschlußreaktion nach einem Streit, oder „länger geplant“? - wenn man nach dieser kurzen Zeit von „länger“ überhaupt sprechen kann?

Und: was hat Sie denn nach dem Abi noch für Zukunftspläne? Ist Sie denn rein Notentechnisch im grünen Bereich?
Gruß Motorradmieze

Nur falls…
…du auf eine Antwort deiner Fragen wartest:

Anna60 hat sich scheinbar wieder abgemeldet. Passiert ja öfter, ich mach mir oft leider gar nicht mehr die Mühe (und Gedanken). Im Med-Brett bekommt man auch kein „Danke“ oder irgendeine Art der Rückmeldung.

Nun ja, aber wir haben ja uns :wink:

Schönen Nikolaus,
finnie