Als Straubinger Malerin beschäftige ich mich derzeit mit der Geschichte Der Agner Bernauer und deren Ertränkung 1435 in Straubing.
Ich möchte evtl. ein Portrait erstellen. Kann mir Jemand genaue Angaben zu Portraits der Dame angeben, die sich auf den Zeitraum ihres Lebens beziehen.
Zweite Frage: Sie solte zwar angeblich auf dem Petersfriedhof begraben sein, wurde jedoch evtl. im Kreuzgang zu Karmelitten begraben. Ihre Gebeine bzw. ihr tatsächliches Grab ist damit nicht zu finden. Weiß Jemand Genaueres dazu?
Und - was sagt der Name aus „Pernawerin“ oder „Bernauerin“ - wovon hat sich der Name abgeleitet?
Wäre sehr hilfreich mehr darüber zu erfahren.
Liebe Grüße
Patricia Sea
Hallo !
Alles über die Bernauerin, mit Bild :
Google - Bernauerin : Zweites Ergebnis.
mfgConrad
Hallo,
merci für die Antwort, aber ich suche nach Authentischem. Diese Hinweise sind auf Schauspieler und das Festspiel bezogen und nicht auf die Primärliteratur.
Was bedeutet das zweite Ergebnis?
MfG Patricia
Hallo, merci aber ich habe die Geschichten von der Googlesuche bereits gelesen.Ich bin soweit informiert, mir fehlen halt diese Details, von denen ich geschrieben habe.
MfG Patricia
Ich glaube kaum, dass das Bild eine Schauspielerin zeigt. Und dass die Lebensbeschreibung sich auf eine Schauspielerin bezieht.
Und ich bin ganz sicher, dass es auch Seiten gibt, auf denen nur die Bernauerin beschrieben wird und nicht irgendwelche Schauspieler.
mfgConrad
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Ein gutes neues Jahr, Patricia!
Und - was sagt der Name aus „Pernawerin“ oder „Bernauerin“ -
wovon hat sich der Name abgeleitet?
Die Universität Innsbruck bietet dazu ein tolles Service:
http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/spratel.html
Ich habe schon öfter da angerufen und jedesmal umfassend Auskunft erhalten.
Ein interessantes Thema, die Bernauerin …
Helene
Auch ein gutes neues Jahr,
hab mich mal an die gewandt, bin gespannt welche Infos die haben.
Merci
LG Patricia
Hallo Patricia!
Leider ist das einzige, was wir sicher von Agnes Bernauer wissen, dass sie im Spätherbst 1435 in der Donau ertränkt wurde. Die älteste Nachricht stammt von 1444 und ist eine Anmerkung in einer Klosterchronik. Demzufolge dürfte es mit zeitgenössischen Bildern schlecht ausschauen. Die Bernauer hatte in München auch einen so schlechten Stand, dass Albrecht ihr wohl kaum ein Porträt widmen durfte. Besonders seit dem 19. Jahrhundert sind romantisierende und mystifizierende Vorstellungen im Umlauf, die von vermeintlich zeitnaher Gestaltung bis hin zum Biedermeiertypus in Haartracht und Kostüm reichen.
Was ich kenne, ist ein Holzschnitt von 1880 nach einem Frauenbildnis des 17.Jhs, und eine Holzplastik aus dem 16.Jh.
Das google-Porträt der Bernauer kannte ich auch, weiss aber nix Näheres darüber. Aber einen Tipp hätte ich noch: Ruf doch mal in Vohburg an bei der Festspielleitung der Agnes-Bernauer-Festspiele. Die bauen, so weit ich weiss, jedes Jahr ein neues Plakat, jedesmal mit irgendeinem grafischen Bezug zur Bernauerin. Vielleicht können die dir weiterhelfen.
Intensiver beschäftigt mit der Geschichte hat sich Claudia Märtl in ihrem Beitrag „Straubing - Die Hinrichtung der Agnes Bernauer 1435“, der im Sammelband „Schauplätze der Geschichte in Bayern“ (Hrsg.: Alois Schmid, Katharina Weigand) erschienen ist. Mit sehr guter Literaturliste!
Auch mal reinschauen würde ich in folgende Bücher:
Werner Schäfer: Agnes Bernauer und ihre Zeit, München 1987
Hans und Marga Rall: Die Wittelsbacher in Lebensbildern, Graz, Wien, Köln 1986
Zum Grab schreibt Märtl in dem Artikel, dass in beiden angeblichen Gräbern keine Knochen gefunden wurden. 1785 wurde der Gedenkstein in der Bernauerkapelle in St.Peter umgestellt, 1809 in der Nikolauskapelle der Karmeliterkirche gegraben, beide Male nix gefunden. Damit bleibt das Grab der Bernauer wohl ewig ein Geheimnis.
Achja, der Name. Heisst wohl einfach „aus Bernau“.
VG
Christian
Dankeschön für die ausführlichen Details, hab auch schon viele Infos zusammen, ist denn in Augsburg jährlich das Festspiel, denn in Straubing ist es nur alle 4 Jahre. Wissen denn die Augsburger, woher sie genau kommt, denn Bernau ist ja auch nicht Augsburg oder wo liegt das?
Könntest du mir sagen, wann diese stattfinden dieses Jahr? Ich habe es bis jetzt noch nicht gesehen und ich würde es mir so gerne ansehen. Außerdem jährt sich ihr Tod heuer zum 570ten mal und da möcht ich noch was dazu beitragen.
Ja ihr Grab wird wohl ewig schweigen. Ich hab ein Bild mit meinem holländischen Freund gemalt, vom Albrecht III und seiner geliebten Frau Agnes, das hängt jetzt da wo sie gewohnt hat im Schloß, das freut mich.
LG Patricia
Dankeschön für die ausführlichen Details, hab auch schon viele
Infos zusammen, ist denn in Augsburg jährlich das Festspiel,
denn in Straubing ist es nur alle 4 Jahre. Wissen denn die
Augsburger, woher sie genau kommt, denn Bernau ist ja auch
nicht Augsburg oder wo liegt das?
Leider gibt´s hier keine Festspiele. Wundert mich nicht, die Augsburger beklagen sich immer, wie wenig Geld sie haben, dabei haben sie so viele Möglichkeiten, welches reinzubringen, nutzen sie aber nicht, im Gegenteil…
Wir wissen´s nicht, dass die Bernauer aus Augsburg kommt. Die ältesten Hinweise stammen aus Rechnungen des Münchner Hofs, ohne Angabe des Berufs oder der Herkunft der Agnes. Enea Silvia Piccolomini (=Papst Pius II.) gibt als erster in einem Brief an, der junge Herzog Albrecht sei in eine Badewärterin verliebt". Erst in den siebziger Jahren des 15.Jhs., also mehr als dreissig Jahre nach dem Tod der Bernauerin, meldet ein anonymer Chronist aus Augsburg, die Bernauer sei aus Augsburg. Nachtigall, ick hör dir trapsen…
Spätere Generationen schmückten die romantische Story dann immer mehr aus, bis schließlich sogar der Vorname des Vaters - Kaspar - bekannt war. Leider gab´s zur fraglichen Zeit in Augsburg keinen Barbier oder Bader namens Bernauer (und auch keinen namens Leuchlin oder ähnlich, so lautete nämlich einigen Chronisten zufolge der Nachname des Vaters).
Wieder nix!
Ja ihr Grab wird wohl ewig schweigen. Ich hab ein Bild mit
meinem holländischen Freund gemalt, vom Albrecht III und
seiner geliebten Frau Agnes, das hängt jetzt da wo sie gewohnt
hat im Schloß, das freut mich.
Das glaub ich. Is doch schön, wenn das eigene Wirken so gewürdigt wird…
VG
Christian
Merci.
Ja „die Augsburgerin“ wird der Agnes wohl haften bleiben. Naja - vielleicht hat sie ja nur dort gearbeitet und sie haben sich dort kennengelernt. Über was der Papst alles informiert war …
Also der Name des Vaters ist auch nicht zu ihrer Lebzeit bekannt gewesen hm.
Gibt’s denn eigentlich Musik über die Bernauerin?
LG Patricia
Carl Orff ‚Die Bernauerin‘
Gibt’s denn eigentlich Musik über die Bernauerin?
Gibt es!
Sehr interessante sogar: http://www.martinschlu.de/kulturgeschichte/zwanzigst…
Helene
(Orff-Fan)
Wissen denn die
Augsburger, woher sie genau kommt, denn Bernau ist ja auch
nicht Augsburg oder wo liegt das?
Hi Patricia
es gibt ein Bernau in Chiemseenähe, aber ob es jetzt der Herkunftsort ist weiss ich auch nicht.
LG
Julia
Liebe Helene,
merci für die Tipps - leider kann man da nicht reinhören, aber wenn ich wieder in D bin schau ich mal in nen Musikladen.
LG Patricia
Hi!
Noch´n paar Infos - vielleicht bringen sie Dir noch was…
Ja „die Augsburgerin“ wird der Agnes wohl haften bleiben. Naja
- vielleicht hat sie ja nur dort gearbeitet und sie haben sich
dort kennengelernt.
Albrecht III. war nur einmal in seinem Leben in Augsburg, 1428 bei einem Turnier. Als später „bekannt“ war, Agnes wäre eine Augsburgerin, war klar, wann sie sich kennengelernt haben „mussten“. Mit der unbekannten Herkunft der Bernauerin verschwindet auch dieses Datum des Kennenlernens im Orkus…
Am wahrscheinlichsten bleibt: Agnes war eine Angestellte am Münchner (Alten) Hof, und die beiden haben sich dort zu einem unbekannten Zeitpunkt vor 1432 (damals taucht sie zum ersten Mal in den Akten auf, als sie sich beschwert, dass ein Pferdedieb sich in den Alten Hof geflüchtet hatte. Der Dieb war so aus dem Einflussbereich des Münchner Stadtgerichts entkommen, woraufhin der Herzog um die Herausgabe des Diebs gebeten werden musste - wahrscheinlich veranlasste Agnes die Münchner zu diesem Schritt, weil sie den Dieb loswerden wollte) kennen und lieben gelernt.
Über was der Papst alles informiert war
Ennea Silvio Piccolomini war damals noch kein Papst. Er nahm „in untergeordneter Stellung am Basler Konzil“ (Zitat Märtl) teil, und hatte in den Basler Wirtshäusern den Klatsch über die skandalöse Beziehung des bayerischen Herzogssohns zur Bernauerin aufgeschnappt. Da Piccolomini Humanist war und einer der meistgelesenen Autoren damals, verbreitete sich das Gerücht damit nur noch schneller in ganz Europa.
Also der Name des Vaters ist auch nicht zu ihrer Lebzeit
bekannt gewesen hm.
Der wurde erst wichtig, als die Augsburger Agnes für sich reklamierten und einen „Unterbau“ für die Story konsturierten.
Anekdotische Grüsse!
Christian
Merci!
Aha dann kann das Geschichtlein mit dem Badehaus eine Erfindung sein.
Klingt logisch, daß sie sich vielleicht in Muc kennengelernt haben, wenn es das Bernau ist, das am Chiemsee genannt wurde.
Der Enrea… ist also dann Papst geworden, interessant. Der muß ja ne Menge erlebt haben vorher, wo er sich rumgetrieben hat. Falls sich diese Gerüchte sogar über ganz Europa streuten, kann es da nicht sein, daß man dort irgendwo die Geschichte mitverfolgt hat. Und Aufzeichnungen existieren könnten?
Also die Augsburger …
LG Patricia
You´re welcome!
Falls sich diese Gerüchte sogar über ganz Europa streuten,
kann es da nicht sein, daß man dort irgendwo die Geschichte
mitverfolgt hat. Und Aufzeichnungen existieren könnten?
Da bin ich jetz überfragt. Potentiell könnte das allerdings maximal die Chronisten und Autoren interessiert haben, die mit den Wittelsbachern und/oder Bayern zu tun hatten. Also das waren einmal die Augsburger natürlich. Dann die Holländer (der letzte Straubinger Herzog, Johann der ichweissnichtmehrwievielte, war ja auch Herzog von Holland, und dessen unglückliche Tochter kämpfte damals noch um ihr Erbe). Ausser den Augsburgern noch alle anderen Nachbarländer. Also Tirol, Böhmen, die Habsburgischen Lande in Schwaben und Oberschwaben, Eichstätt, die diversen fränkischen Gebiete, undsoweiterundsofort. Köln fällt mir noch ein - falls die Wittelsbacher damals schon angefangen haben, in regelmässigen Abständen den dortigen Erzbischof zu stellen. Weiss ich nicht mehr genau.
Allerdings war die Geschichte wohl mehr ein Fall für den Strassentratsch, und wenn es sich ein Chronist nicht mit den offizellen Wittelsbachern verscherzen wollte, dann hat er die G´schicht wohl besser unter den Tisch fallen lassen. Sieht wohl eher schlecht aus mit Aufzeichnungen. Wenn´s die gibt, dann wirst Du sie wohl nur mit Archivforschung zwischen Holland und Rom ausfindig machen können. Am ehesten dürftest du in der Sekundärliteratur fündig werden (siehe mein erstes Mail: Literaturliste bei Märtl!), die haben nämlich die Archiven normalerweise schon durchstöbert 
Trotz dieser eher negativen Auskunft: Gutes Gelingen bei Deinem Vorhaben!
Christian
Hallo,
merci nochmal für die Infos.
Werd mal weiter recherchieren bei den Holländern, vielleicht stoße ich ja auf ne Spur. Klingt logisch, daß man da mehr Gerüchtiges als Dokumentatives findet.
Ich mach gleich nen neuen threat auf wegen der Jacobäa und so,das interessiert mich auch.
LG Patricia: