Tod des Hundes

Hallo Elke,

ein Tier zurückzulassen ist auch für mich lange nicht so schwer wie der Gedanke, dass es jetzt tot ist, dass man den letzten Augenblick des Tieres bereits erlebt hat.

Ich musste bei meinem Umzug vor zwei Monaten meine Katzen auch zurücklassen. Das war schwer, aber erträglich. Ich weiß es geht ihnen jetzt gut, sie leben.

Vielleicht (ich hoffe es, weiß es aber noch nicht mit Bestimmtheit) kann ich sie irgendwann noch mal sehen, sie zu mir holen. Vielleicht muss ich sie aber auch dort lassen (allein schon deswegen, weil ich sie nicht herumreichen will). Das tut mir auch weh, ich vermisse die beiden - aber es ist nichts im Vergleich zu dem, was ich empfinden würde wenn ich sie einschläfern lassen würde oder sie sauf andere Art sterben.

Liebe Grüße
Sue

Hi Sue,

ein Tier zurückzulassen ist auch für mich lange nicht so
schwer wie der Gedanke, dass es jetzt tot ist, dass man den
letzten Augenblick des Tieres bereits erlebt hat.

Vielleicht ist das jetzt schon ‚off topic‘, aber dennoch:
Zugleich als ich mich vor zig Jahren von meinem Mann trennte (was durchaus von großer Trauer begleitet war), hatte der Mann einer guten Bekannten seinem Leben durch Suizid seinem Leben ein Ende gesetzt.
Damals schrieb ich ihr, dass ich mich eigentlich schäme: ich verlasse aktiv einen Menschen und sie wird aktiv von einem Menschen verlassen. Da schrieb sie mir zurück, dass sie es doch ‚besser‘ hätte, weil sie wüsste, dass dieser Mensch nun einfach nicht und für niemanden mehr ‚da‘ wäre - ich jedoch wüsste, dass ‚er‘ nun ein Leben ohne mich lebt, eine andere Frau lieben wird etc. - das hab’ ich gut verstanden - und fand es großartig von dieser Frau, in ihrer Situation diese Sichtweise einnehmen zu können.
Gruß,
Anja

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Hi,

Das ist das wirkliche Problem! Wie kann man denn ein Hund als
ein und alles haben? Sicherlich auch ein Grund, warum sie
alleinstehend ist.

Also grundlegend ist es problematisch anzusehen, dass der Hund
eine so hohe Wertstellung in ihrem Leben hatte.

Hattest du je einen Hund?

Unser Hund (den hatten wir bei uns, seit ich 6 Jahre alt war) war für mich wie ein kleiner Bruder. Er wurde Anfang dieses Jahres eingeschläfert. Beim Lesen dieses Threads kommen mir wieder die Tränen hoch.

Ein Hund IST ein vollwertiges Familienmitglied. Wenn diese Dame ein Kind gehabt hätte, hättest du vermutlich auch nicht behauptet, sie finde nur deshalb keinen Mann, weil das Kind ihr ein und alles ist. Es ist ja nicht so, dass es im menschlichen Herzen genau eine, zwei oder drei Plätze gibt für geliebte Wesen und mehr nicht hineinpassen. Deshalb finde ich die Unterstellung, sie sei wegen ihrer Liebe zum Hund alleinstehend schlicht und ergreifend falsch. (Hinzu kommt, dass ich mich frage, wie du aus mehreren Wochen Trauer gleich darauf schließt, ihre Einstellung zum Hund sei nicht normal gewesen.)

Grüße,
Anja

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Ich liebe diese allgemeingültigen Wahrheiten, als ob hier
jemand vom heiligen Gral getrunken hätte… Zumindest im
Psychologiebrett könnte man doch Worte wie „QUATSCH,
GARANTIERT NIE!“ vermeiden

wie wahr wie wahr…

aber das ist wohl wie so oft - es gilt nur für die anderen,
bei einem selbst ist das dann gerade passender weise was
gaaaaaaaaaaaaaaaaanz anderes*ggg

LG

nina

ziemlich wahrscheinlicher Tod einer Katze
Hallo Timid,

ein Tier zurückzulassen ist auch für mich lange nicht so
schwer wie der Gedanke, dass es jetzt tot ist, dass man den
letzten Augenblick des Tieres bereits erlebt hat.

Mag sein. Aber meine Katze war 18 als wir sie zurücklassen
mussten. Ich war zum einen sicher, dass ich sie nie
wieder sehen würde, zum anderen konnte ich mir nicht
sicher sein, dass diese Umstellung in ihrem Alter nicht
vielleicht gerade der Grund für ihr schnelleres Ableben
sein könnte. Und es tat mir schon weh, dass ich ihr
in ihren letzten Tagen nicht beistehen konnte.
Zu allem Überfluss hatte die alte Dame, bei der
wir Socks zurückliessen, Schreibhemmung. Sie hat sich
nie gemeldet.

Grüße
Elke

Hi Myriam,

siehe meine Antwort an Timid.
Nur weil ich sie nicht sterben gesehen habe,
lebt sie doch nicht mehr (wie war das mit dem Baum,
der umfällt und keiner hört ihn?). Ich glaube eigentlich,
dass das nicht dabei sein, für mich schlimmer war.
Trotzdem - sie war 18 Jahre lang unser Hausgenosse,
die ersten 10 Jahre davon wohl schon etwas wie ein
Kindersatz - sie war eine Katze. Ich werd mich
immer an sie erinnern, aber dennoch kann ich die Trauer
um sie in keinster Weise der Trauer um einen Menschen
gleichstellen.

Grüße
Elke

Hi Anja,

Das ist das wirkliche Problem! Wie kann man denn ein Hund als
ein und alles haben? Sicherlich auch ein Grund, warum sie
alleinstehend ist.

Wenn diese
Dame ein Kind gehabt hätte, hättest du vermutlich auch nicht
behauptet, sie finde nur deshalb keinen Mann, weil das Kind
ihr ein und alles ist.

Ich würde die Trauer eher verstehen.
Und ja, guck mal im L&L-Brett, da wird schon öfter darauf
hingewiesen, dass jemand, der sich so auf ein Kind fixiert,
sich nicht wundern muss, wenn’s mit keinem Partner klappt.

Grüße
Elke

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Wo bleiben die Experten ? o.w.T.
;O

???
Ist es eigentlich normal, wenn eine Erwachsene es nicht schafft, den Tod des Tieres zu verkraften?
Kann soetwas normal sein?
Oder hat sie vielleicht irgendwelche allgemeinen Probleme mit Tod und Sterben?
Wie kann man da helfen?

Sind die Fragen… anstatt hier rumzupläcken, wo die „Experten“ bleiben, könntest Du ruhig mit Erfahrung/Vorschlägen/Denkanstößen weiterhelfen.

Welcher „Experte“ traut sich denn bitte eine Diagnose aufgrund von 10 Zeilen in einem Inetforum zu??

Während die ersten Fragen niemals pauschal zu beantworten sind, kamen viele konstruktive Vorschläge, wie man ihr den helfen kann… auf welchen Experten wartest Du? Handauflegen und gut ist? Dann biste im falschen Brett :smile:

gruß
jartUl

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Guter Jartul,

… anstatt hier rumzupläcken, wo die
„Experten“ bleiben, könntest Du ruhig mit
Erfahrung/Vorschlägen/Denkanstößen weiterhelfen.

Letzteres habe ich getan (genauer lesen!).
Mir ist nur aufgefallen, dass zu dem hier thematisierten Problem zwar
eine ganze Latte „Laien“ geschrieben haben, aber keiner der sonst
nicht so zurückhaltenden „Experten“.
Ich vermute, dass das nicht von ungefähr so ist.
Meine Frage o.w.T. war also ironisch/sarkastisch/provokativ gemeint.
Eine nähere Erklärung wäre aber wohl fehl am Platze.
Wer’s verstehen kann, versteht’s.
Wie bei einem guten Witz.

Gruss
Nescio

hi

ich glaub das kann sogar dann normal sein, wenn man verheiratet mit kind ist. solange man selber kein haustier hatte, versteht man sowas halt nicht. hast du eins?

gruß
dataf0x

Hi,

ja ich habe eins.
Mein Tier ist der Hund um den es hier geht.

Er ist nicht tot, er ist hier bei mir.
Ich habe es nur so beschrieben, wie es ganz sicher kommen wird.
Ich wollte nur mal hören, wie das andere Tierbesitzer so ergeht nach so etwas.

Er ist fast 15 Jahre alt und bekommt mehrere Tabletten, für Herz, Wasser in der Lunge u.s.w…
Langsam fängt es an, daß er so schwach auf den Beinen ist und ständig umknickt.

Ich muß jetzt schon ständig heulen und ständig an diesen letzten Moment denken. Manchmal denke ich von morgens bis abends dadran. Wie soll das dann erst werden, wenn es wirklich so weit ist. Irgendwann wird der Moment kommen. Ich habe bei jedem Gang zum Tierarzt Angst, daß er mir jetzt den Rat gibt, ihn einschläfern zu lassen. Ich muß jetzt schon wieder heulen, wo ich nur diesen Beitrag hier schreibe. Wenn das normal wäre, dann würde man doch ständig auf der Strasse verheulte Leute sehen. Es gibt doch soooo viele Tierbesitzer.

Aber es gibt so viele Leute auf dieser Welt, die für soetwas kein Verständnis haben. Ich weiß jetzt schon, wenn es so weit ist, daß z.B. eine Arbeitskollegin von mir mich für verrückt hält. Vor solchen Leuten, die kein Verständis für Tiere haben, ist mir das peinlich, weil die dann über einen erziehen.

Aber hier hatte jeder Verständnis für soetwas (bis auf einen Beitrag). Das tut echt gut.

Vielen Dank für die vielen Antworten.

Hallo Nathalie,

Er ist nicht tot, er ist hier bei mir.
Ich habe es nur so beschrieben, wie es ganz sicher kommen
wird.

ja, irgendwann trifft es leider jedes Tier und jeden Menschen.

Er ist fast 15 Jahre alt und bekommt mehrere Tabletten, für
Herz, Wasser in der Lunge u.s.w…
Langsam fängt es an, daß er so schwach auf den Beinen ist und
ständig umknickt.

Das kenne ich. :frowning:

Ich muß jetzt schon ständig heulen und ständig an diesen
letzten Moment denken. Manchmal denke ich von morgens bis
abends dadran. Wie soll das dann erst werden, wenn es wirklich
so weit ist. Irgendwann wird der Moment kommen. Ich habe bei
jedem Gang zum Tierarzt Angst, daß er mir jetzt den Rat gibt,
ihn einschläfern zu lassen. Ich muß jetzt schon wieder heulen,
wo ich nur diesen Beitrag hier schreibe.

Ich glaube, das Problem ist, dass du wirklich Schritt für Schritt, ganz langsam sein Altern mitbekommst. Ich hatte bei meinem Hund zwar auch einiges an Vorzeichen gesehen (teilweise hatte er Mühe zu laufen, seine Beine waren sehr angegriffen, er nahm wegen der Arthritis ständig Schmerzmittel). Aber eingeschläfert werden musste er wirklich von einem Tag auf den anderen. Anscheinend hatte die Tierärztin seinen Leberkrebs nicht bemerkt, jedenfalls ging es ihm am Freitag schlecht und am Samstag morgen musste er eingeschläfert werden, weil er gar nicht mehr laufen konnte, seine Gallenblase geplatzt war, seine Blutwerte miserabel waren, die Antibiotika nicht halfen, eine OP mehr oder weniger aussichtslos war (auch noch in dem Alter) und er am Ende nur noch vor sich hindämmerte. So von einem Tag auf den anderen und ich konnte nicht mal bei ihm sein (er war bei meinen Eltern in Berlin, ich hier beim Studium in Heidelberg - ich wollte gerade an dem Samstag nach Hause fahren und ich habe ihn nicht noch einmal sehen können…). Ich glaube, dass es bei ihm so schnell ging, hat die Leidensphase für uns (mich und meine Eltern) verkürzt. Denn außer seiner Arthritis war er zuvor für sein Alter ein noch sehr gesundes Tier. Du hingegen siehst, wie es ihm mit jedem Tag immer schlechter wird… Aber hey, glaubst du, es macht ihm Mut, wenn sein Frauchen immer nur weinend danebensitzt?

Genieße bewusst die Zeit, die euch jetzt noch verbleibt. Genieße die Spaziergänge mit ihm, seine Nähe, seinen einzigartigen Charakter. Und mach ihm Mut! Ich bin mir sicher, dass er selbst tapfer ist und trotz allem sehr an seinem Leben und an DIR hängt. Er will ganz sicher nicht, dass du traurig bist. Das spürt der Hund und trauert mit. Aber das möchtest du sicher auch nicht, oder?

Versuche, nur an das Hier und Jetzt zu denken. Was sein muss, das muss sein. Irgendwann gehen wir von dieser Welt. Aber schau dir an, wie glücklich er jetzt ist, schau dir an, dass er jeden Tag genießt und sich des Lebens und deiner Nähe erfreut! HEUTE ist er bei dir und zeigt dir seine Liebe und Treue. Er ist glücklich, weil du bei ihm bist. Freue dich mit ihm, genieße diese kostbaren Augenblicke!

Wenn das normal
wäre, dann würde man doch ständig auf der Strasse verheulte
Leute sehen. Es gibt doch soooo viele Tierbesitzer.

Jeder trauert auf seine Weise. Nicht alle müssen heulen, um zu trauern. So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Reaktionen.

Aber es gibt so viele Leute auf dieser Welt, die für soetwas
kein Verständnis haben. Ich weiß jetzt schon, wenn es so weit
ist, daß z.B. eine Arbeitskollegin von mir mich für verrückt
hält. Vor solchen Leuten, die kein Verständis für Tiere haben,
ist mir das peinlich, weil die dann über einen erziehen.

Dann sollen sie eben über dich herziehen. Steh drüber. Sie haben deine Gefühle zu akzeptieren. Wenn sie das nicht tun, dann sind sie nicht die Personen, auf deren Meinung du Wert legen solltest.

Liebe Grüße,
Anja

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