Hallo Nathalie,
Er ist nicht tot, er ist hier bei mir.
Ich habe es nur so beschrieben, wie es ganz sicher kommen
wird.
ja, irgendwann trifft es leider jedes Tier und jeden Menschen.
Er ist fast 15 Jahre alt und bekommt mehrere Tabletten, für
Herz, Wasser in der Lunge u.s.w…
Langsam fängt es an, daß er so schwach auf den Beinen ist und
ständig umknickt.
Das kenne ich. 
Ich muß jetzt schon ständig heulen und ständig an diesen
letzten Moment denken. Manchmal denke ich von morgens bis
abends dadran. Wie soll das dann erst werden, wenn es wirklich
so weit ist. Irgendwann wird der Moment kommen. Ich habe bei
jedem Gang zum Tierarzt Angst, daß er mir jetzt den Rat gibt,
ihn einschläfern zu lassen. Ich muß jetzt schon wieder heulen,
wo ich nur diesen Beitrag hier schreibe.
Ich glaube, das Problem ist, dass du wirklich Schritt für Schritt, ganz langsam sein Altern mitbekommst. Ich hatte bei meinem Hund zwar auch einiges an Vorzeichen gesehen (teilweise hatte er Mühe zu laufen, seine Beine waren sehr angegriffen, er nahm wegen der Arthritis ständig Schmerzmittel). Aber eingeschläfert werden musste er wirklich von einem Tag auf den anderen. Anscheinend hatte die Tierärztin seinen Leberkrebs nicht bemerkt, jedenfalls ging es ihm am Freitag schlecht und am Samstag morgen musste er eingeschläfert werden, weil er gar nicht mehr laufen konnte, seine Gallenblase geplatzt war, seine Blutwerte miserabel waren, die Antibiotika nicht halfen, eine OP mehr oder weniger aussichtslos war (auch noch in dem Alter) und er am Ende nur noch vor sich hindämmerte. So von einem Tag auf den anderen und ich konnte nicht mal bei ihm sein (er war bei meinen Eltern in Berlin, ich hier beim Studium in Heidelberg - ich wollte gerade an dem Samstag nach Hause fahren und ich habe ihn nicht noch einmal sehen können…). Ich glaube, dass es bei ihm so schnell ging, hat die Leidensphase für uns (mich und meine Eltern) verkürzt. Denn außer seiner Arthritis war er zuvor für sein Alter ein noch sehr gesundes Tier. Du hingegen siehst, wie es ihm mit jedem Tag immer schlechter wird… Aber hey, glaubst du, es macht ihm Mut, wenn sein Frauchen immer nur weinend danebensitzt?
Genieße bewusst die Zeit, die euch jetzt noch verbleibt. Genieße die Spaziergänge mit ihm, seine Nähe, seinen einzigartigen Charakter. Und mach ihm Mut! Ich bin mir sicher, dass er selbst tapfer ist und trotz allem sehr an seinem Leben und an DIR hängt. Er will ganz sicher nicht, dass du traurig bist. Das spürt der Hund und trauert mit. Aber das möchtest du sicher auch nicht, oder?
Versuche, nur an das Hier und Jetzt zu denken. Was sein muss, das muss sein. Irgendwann gehen wir von dieser Welt. Aber schau dir an, wie glücklich er jetzt ist, schau dir an, dass er jeden Tag genießt und sich des Lebens und deiner Nähe erfreut! HEUTE ist er bei dir und zeigt dir seine Liebe und Treue. Er ist glücklich, weil du bei ihm bist. Freue dich mit ihm, genieße diese kostbaren Augenblicke!
Wenn das normal
wäre, dann würde man doch ständig auf der Strasse verheulte
Leute sehen. Es gibt doch soooo viele Tierbesitzer.
Jeder trauert auf seine Weise. Nicht alle müssen heulen, um zu trauern. So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Reaktionen.
Aber es gibt so viele Leute auf dieser Welt, die für soetwas
kein Verständnis haben. Ich weiß jetzt schon, wenn es so weit
ist, daß z.B. eine Arbeitskollegin von mir mich für verrückt
hält. Vor solchen Leuten, die kein Verständis für Tiere haben,
ist mir das peinlich, weil die dann über einen erziehen.
Dann sollen sie eben über dich herziehen. Steh drüber. Sie haben deine Gefühle zu akzeptieren. Wenn sie das nicht tun, dann sind sie nicht die Personen, auf deren Meinung du Wert legen solltest.
Liebe Grüße,
Anja