Tod des Vaters verarbeiten?

Hallo Forum,

der Mann einer sehr guten Freundin ist vor 3 Jahren mit dem Motorrad tödlich verunglückt. Die beiden Kinder (Tochter 18, Sohn 17) haben den Verlust des Vaters bis heute nicht richtig verarbeitet.
Die Tochter kommt damit etwas besser zurecht, Sorgenkind ist der heute 17-jährige Sohn.
Er sitzt eigentlich nach der Schule den ganzen Tag vor dem Computer und spielt. Wenn man ihn dabei stört bzw. anspricht reagiert er sofort gereizt und wird aggressiv (mit Worten). Selbst wenn seine Mutter ihn nur zum Essen ruft ist er sofort genervt und gibt (wenn überhaupt) nur zickige Antworten. Grundsätzlich ist er allen Menschen gegenüber kurz angebunden und nicht gerade freundlich.
Ein weiteres Problem ist, daß der Junge unbedingt Polizist werden will aber aufgrund von Rückenproblemen angeblich dafür nicht körperlich geeignet ist. Genauere Hintergründe kenne ich da (noch) nicht, aber es sind wohl vor 14 Tagen reichlich Tränen geflossen…
Dabei hat der Sohn der Mutter vorgeworfen warum sie ihn überhaupt geboren hätte. Im Moment ist es wohl ziemlich schlimm.
Ich selbst wohne leider 300 km entfernt und kann da auch nicht direkt Einfluß nehmen, aber ich würde den dreien gerne helfen - und wenn es nur ein Rat ist den man geben könnte.

Wer hat eine Idee dazu?

LG, Veritas

hallo veritas,
ich habe auch meinen mann verloren und muss mit zwei kindern den verlust verarbeiten. mir hilft unheimlich die internetseite www.verwitwet.de, da gibt es viele tipps, verschiedene foren, ein chat (auch einen extra für teenies), literaturtipps usw.
wäre schön, wenn das was für deine freundin wäre.
liebe grüße
sonja

p.s. toll, eine solche freundin wie dich an der seite zu haben in dieser zeit

Hallo,
ich will um Gottes Willen nicht werten. Aber rein psychologisch (für Deinen Fall sehr theoretisch, da die Detailinfos fehlen) kann es auch sein, dass dem Jungen die „strenge Hand“ fehlt und er jetzt seine neue „Freiheit“ ausnutzt aber nicht selbst in den Griff bekommt.
Klingt ziemlich kompliziert ist es aber nicht.
Wenn der Junge Pflichten hatte (bis zum Tod des Vaters) die Ihm aus falsch verstandener Rücksichtnahme abgenommen wurden entsteht ein Loch (zeitlich). Diese neue Freizeit + fehlende ungeliebte Pflichten + der Schmerz über den Verlust können zu den geschilderten Reaktionen führen.
Das ist auch der Grund warum Menschen in solchen Situationen erst Recht Ablenkung und nicht zusätzliche „Freizeit“ zum denken brauchen.
Die Reaktionen können auch Ausdrucke der eigenen Unzufriedenheit über diese Situation sein - am besten ihn in Aktivitäten einbeziehen.

Gruß Dobbs

Wer hat eine Idee dazu?

Hallo,

ich nehme an, dass insbesonders der Kontakt zu Gleichaltrigen hilft, die das eigene Schicksal teilen. Insofern könnte die folgende Adresse dazu dienen, diesen Kontakt zuerst virtuell und später vielleicht auch persönlich herzustellen: http://www.elternlos.de

Gruß,
Andreas

Hallo,

ich kann an der Schilderung absolut nix finden, was für einen
17-jährigen nicht mehr oder weniger normal wäre.
Natürlich ist das immer vom Umfeld und natürlich vom Charakter
anhängig, aber alle diese Sympome sind für Jungs im Alter
zw. 14…17 IMHO sehr normal. Auch so mancher Vater muß sich
da schon öfters mal scharfe Worte anhören.

Das Problem ist also höchstens, daß die Mutter alleine
damit schlechter zurecht kommt als eben mit Vater.
Da kann man nur abwarten, es geht sicher vorbei.
Gruß Uwi

der Mann einer sehr guten Freundin ist vor 3 Jahren mit dem
Motorrad tödlich verunglückt. Die beiden Kinder (Tochter 18,
Sohn 17) haben den Verlust des Vaters bis heute nicht richtig
verarbeitet.
Die Tochter kommt damit etwas besser zurecht, Sorgenkind ist
der heute 17-jährige Sohn.
Er sitzt eigentlich nach der Schule den ganzen Tag vor dem
Computer und spielt. Wenn man ihn dabei stört bzw. anspricht
reagiert er sofort gereizt und wird aggressiv (mit Worten).
Selbst wenn seine Mutter ihn nur zum Essen ruft ist er sofort
genervt und gibt (wenn überhaupt) nur zickige Antworten.
Grundsätzlich ist er allen Menschen gegenüber kurz angebunden
und nicht gerade freundlich.
Ein weiteres Problem ist, daß der Junge unbedingt Polizist
werden will aber aufgrund von Rückenproblemen angeblich dafür
nicht körperlich geeignet ist. Genauere Hintergründe kenne ich
da (noch) nicht, aber es sind wohl vor 14 Tagen reichlich
Tränen geflossen…
Dabei hat der Sohn der Mutter vorgeworfen warum sie ihn
überhaupt geboren hätte. Im Moment ist es wohl ziemlich
schlimm.
Ich selbst wohne leider 300 km entfernt und kann da auch nicht
direkt Einfluß nehmen, aber ich würde den dreien gerne helfen

  • und wenn es nur ein Rat ist den man geben könnte.

Wer hat eine Idee dazu?

LG, Veritas

Hallo!

Ich kann nach Deiner Beschreibung auch nicht einschätzen, ob das normales Teenager-Verhalten ist oder ob da was dahinter steckt, um das man sich kümmern sollte.

Wenn Deine Freundin sich Hilfe holen möchte, könnte sie einfach mal zu einer Beratungsstelle (zusammen mit beiden Kindern?) gehen - und dort klären, ob der Junge oder die Familie weitere Unterstützung braucht. Oder sich einfach Tipps geben lassen.
Beratungsstellen (nach Familienberatung o.ä. suchen) sind i.d.R. kostenlos, und wie der Name sagt, kann man sich dort einfach beraten lassen und braucht die Hemmschwelle nicht zu hoch zu hängen.

Wie auch immer: alles Gute für die drei!

Jule

Es muss nicht unbedingt sein, dass das vom Tod des Vaters herrührt.
Als der Vater gestorben ist, war der SOhn 14, als gerade am anfang der „SChwierigen Lebensphase des Erwachsenswerdens“.
Wenn ich so an meine Zeit mit 17 zurückdenke, habe ich auch nur vorm Rechner gesessen, alle die mich dabei gestört haben ziemlich unfreundlich behandelt,…
Generelle würde ich aber einen Psychologen mit ins Boot nehmen. Ob sowas die Krankenkasse zahlt, weiß ich nicht. Aber denke schon.