Tod eines geliebten Menschen

halloo liebe www-mitglieder

ich hab ein problem, die geschichte ist ziemlich lang, deshalb schon mal danke an alle die es lesen!! versuche mich mal kurz zu halten…

zuerst mal unsere familiäre situation: meine mutter hat keine geschwister, ist also einzelkind. ich hab nen kleine bruder, der jetzt 12 ist. für meine grosseltern mutterseits heisst das, sie haben nur 2 enkelkinder, einen knaben und ein mädchen, natürlich bedeuten wir ihnen sehr viel und haben auch ein sehr enges verhältnis. das wird noch bestärkt dadurch, dass meine grosseltere fast keine freunde haben. der vater meiner mutter war immer sehr introvertiert und hat beinahe niemandem vertraut weil er 2 mal voll über den tisch gezogen wurde von sog. „freunden“. sie waren jeden sonntag bei uns oder wir bei ihnen, hatten auch ansonsten jeden tag irgendwie kontakt, entweder telefonierten wir oder wir haben gesmst. naja, sie waren halt ziemlich anhänglich und haben mir auch öfters vorträge darüber gehalten, dass in den schlechten zeiten des lebens nur noch die familie da ist und keine freunde mehr (natürlich weiss ich, dass das nicht stimmt und die wirklich guten freunde zu einem halten werden, was ich auch schon selbst erlebt habe). dann kommt noch dazu, dass meine eltern und die grosseltern vor ca. 15 jahren nen heftigen streit hatten der etwa 2 jahre gedauert hat und das vertrauen gleich null war.vor diesem streit habe ich sehr viel zeit bei meinen grosseltern verbracht, war in den ferien immer dort und wir haben viel unternommen, während des streites war das verhältnis dann eher etwas gelöst, meine eltern haben mich aber NIE von meine grosseltern weggenommen oder ihnen den kontakt mit mir verboten, sie konnten mich holen wann sie wollte, was sie aber aufgrund des streites natürlich nicht mehr so oft getan haben…naja schlussendlich hat sich die sache aber wieder eingerenkt und der kontakt war wieder beinahe wie vorher, viele telefonate (vorallem zwischen meiner mam und meine grossmutter) und wieder die sonntäglichen besuche etc etc…
wie ihr bemerkt habt haben sie wirklich zur FAMILIE gehört, das verhältnis war seeeehr eng und liebevoll…

naja, dann vor 5 wochen ist meine grossmutter ziemlich überraschen gestorben, 4 tage nach ihrer spital-einlieferung durfte sie endlich sterben. sie hatte irgendwie einen hinrschlag (was aber bis heute nicht 100% sicher ist), da sie eine chronische leukemie hatte konnte man ihr keine blutverdünnung geben (ich hab da keine ahnung auf dem thema medizin), auf jedenfall wurde ihr hirn immer weniger durchblutet, bis schlussendlich der druck so gross wurde dass das herz das ganze nicht mehr mitmachte und sie starb. ich hab sie am sonntag bevor sie eine woche später am montag starb das letzte mal gesehen, irgendwie war ich da nicht so toll drauf (so tage gibts halt) und wollte nach hause, ich musste noch duschen und es war schon spät, ich musste am anderen tag arbeiten und wollte nicht wieder zu spät ins bett (brauche echt viel schlaf ansonsten kann man mich wegwerfen). auf jedenfall sind wir dann gegangen, am donnerstag geschah das mit dem hinrschlag, am afang hiess es sie habe nur eine gehirnerschütterung weil sie gestürzt war (sie wurde 2 wochen vorher in spital eingeliefert wegen ihren rückenproblemen die sie schon ihr leben lang plagten, am freitag nach diesem donnerstag als das mit dem sturz passierte wäre sie entlassen worden um auf einen op termin zu warten, sie wurde im spital zimmer gefunden, am boden liegend und wurde in ein andere spital auf die intensiv station verlegt), sie konnten nicht mehr richtig sprechen etc, auf jedenfall verschlimmerte sich ihre situation jeden tag mehr, am samstag konnte sie nur noch da liegen, ganz leicht die hand drücken, die augen waren geschlossen, sprechen konnte sie schon gar nicht mehr.

eigentlich wollte ich sie noch anrufen in dieser woche, habs aber vor mir hergeschoben (hatte keine zeit etc). irgendwie mache ich mir jetzt noch vorwürfe deswegen, ich hätte doch 5 minuten zeit aufbringen können um meine grossmutter anzurufen die im spital ist und die 2 tage von diesem telefonat gezerrt hätte…naja ich habs nicht getan, und ab donnerstag konnte sie ja nicht mehr richtig sprechen…

meine mam hat meinem bruder und mir verboten unsere grossmutter nochmals zu sehen, da vom samstag nachmittag an klar war, dass sie sterben wird…die ärzte waren machtlos, konnten sich nicht erkären warum es diesen verlauf genommen hat und noch nehmen wird, sie wussten auch nicht zu 100% woraus ausgelöst.
ich hab mich dann aber entschieden, dass ich sie trotzdem noch mal lebendig sehen möchte, ichg laube ich hätte es mir nie verziehen wenn ich DAS nicht getan hätte. es war zwar wirklich schlimm für mich, eine woche zuvor war sie fit wie ein turnschuh, jetzt lag sie einfach da, auf der seite, keine regung ging von ihr aus, künstlich ernährt etc. als ich da war musste sie sich das 1. mal auch übergeben da der hirndruck zu gross wurde und das irgendiwe auf den magen schlägt wie uns der pfleger erklärt hat. ich hab beinahe die ganze zeit geweihnt, konnte mich dann aber noch richtig von ihr „verabschieden“. am montag morgen um ca 5 uhr starb sie dann. die schlimmste woche meines lebens folgte, ich habe jeden abend geweint, am montag und dienstag nichts gegessen weil ich einfach keine appetit hatte.
da meine mam einzelind ist wie schon erwähnt blieb alles an uns hängen, also machten wir uns an die beerdungsvorbereitungen, lebenslauf schreiben, todesanzeige verfassen, karten verschicken etc machten alles wir. ich hatte noch unfall und war deshalb die ganze woche zuhause, konnte nicht richtig abschalten und die decke fiel mir langsam auf den kopf. ich war wirklich froh als ich die beerdigung hinter mir hatte.

ich weiss, dass ich eher ein mensch bin der alles verdrängt, so habe ich die situation nach aussen hin auch recht gut verarbeitet, ging wieder arbeiten, unternahm was mit freunden etc. versuchte mich so gut es ging abzulenken.
das ganze wurde richtig sureal, ich kam mir vor wie in einem schlechten film, ich weinte keine träne mehr und tröstete die anderen familienmitglieder. eigentlich hab ich gedacht ich hätte es echt gut verarbeitet…aber jetzt hab ich echt ein problem, heute mussten wir alle ihre kleider wegräumen, die schränke leeren etc. ich hätte am liebsten nur geweint, ich vermisse sie so sehr und kann einfach nicht verstehen warum sich die welt weiterdreht, ich kann nicht verstehen warum gerade sie sterben musste…ich habe seit einigen tagen auch keinen appetit mehr, eigentlich ist mir alles egal, ich möchte am liebsten am morgen einfach im bett liegen bleiben und den ganze tag nicht aufstehen, immer wieder könnte ich weinen, und doch kann ich nicht, keine ahnung warum. ich verstehe nicht warum sie gehen musste, war sie doch ein so liebevoller mensch den man einfach lieb haben musste…

mein eigentliches problem ist, dass ich im moment echt nicht damit umgehen kann, langsam verlässt mich die kraft jeden morgen trotz allem aufzustehen und mit einem lächeln durch die welt zu laufen wie ich es sonst immer tue. warum reagier ich plötzlich so? ich hab auch seit ca. 2 wochen so zitteranfälle bei denne ich am ganzen körper nur zittere, oft ist mir schlecht und ich habe oft ein schwindelgefühl so dass ich mich kurz setzen muss um nicht umzukippen.

kann mir irgendjemand sagen ob das zusammenhängt und wie ich mit der ganzen situation fertig werden kann? ich möchte meine mutter nicht damit belasten, schliesslich war es IHRE mutter und sie leidet schon selbst genug unter der situation. ich hoffe irgendjemand kann mir helfen, ich weiss im moment echt nicht weiter…

Hallo, Kleine!

Alles was du beschreibst, ist eine völlig normale Reaktion. Du bist noch mitten in der Trauerphase.
So simpel und klischeehaft es sich anhört: nur die Zeit kann dir helfen. Und bitte: nimm deine Traurigkeit an und gestatte dir selbst, dich traurig, müde, antriebslos, leer und deprimiert zu fühlen. Das ist vollkommen in Ordnung.
Wenn du mit deiner Mutter da nicht reden kannst oder willst, suche dir Freunde, die dir zuhören. Es gibt auch sogenannte Trauergesprächskreise (sowas bieten Gemeinden, manchmal auch Bestatter an), bei denen sich Hinterbliebene unterhalten können und ihre Trauer annehmen und verarbeiten lernen.

Alles Gute!

Cat

Hallo!

Cat hat völlig Recht. Deine Reaktion ist durchaus normal.

Bei den Vorbereitungen für die Beerdigung hast du bereits sehr viel Stärke bewiesen.
Erwartet denn irgend jemand von dir, dass du jeden Tag lächelnd durch die Welt gehst? Ich denke, dass die Menschen in deiner Umgebung ganz sicher Verständnis für deine Trauer haben. Wie die Geburt gehört der Tod zum Leben genauso wie die Freude und die Trauer!

Auch ich habe jemanden verloren. Mein Bruder ist nach langer Krankheit in einem Hospiz (in dem er auf eigenen Wunsch war) gestorben. Er ist so unersätzlich! Obwohl es jetzt 8 Jahre her ist, vergeht kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke und ihn vemisse.
Aber auf diese Art lebt er ja auch irgendwie weiter und gerät nicht in Vergessenheit.
Behalte deine Oma so liebenswert wie sie immer war in ehrenhafter Erinnerung und versuche nich so viel an die Bilder im Krankenhaus zu denken.

Es kann durchaus sein, dass sich deine verdrängte Trauer körperlich auswirkt. Bei meiner Mutter war es ähnlich.
Wenn du gar nicht klar kommst, wende dich an ensprechende Menschen, die dir helfen können. Wie Cat auch bereits sagte, kann so ein Trauerkreis oder ähnliches sehr hilfreich sein. Aber das müßtest du ggf. für dich selbst herausfinden. Jeder Mensch trauert anders.

Versuche, nicht dein komplettes derzeitiges Gefühlsleben nach aussen zu verstecken. Deine Umwelt wird sicher viel verständnisvoller reagieren, als du denkst. Und stehe zu deinen Gefühlen, sie sind ja nun mal echt und überhaupt nicht verwerflich.
Wenn du deine Trauer verarbeitest, wirst du auch bald damit umgehen können.

Ich wünsche dir alls gute
sorgloseSusi

Moin Kleine!

Für mich hört sich das auch nach den ganz normalen Trauerphasen an. Guck Dir mal diese Seite an. Vielleicht hilft sie Dir ein bisschen weiter.
http://www.lebensgedanken.de/trauerphasen_und_trauer…

Die Trauerphasen sind gut beschrieben und es gibt konkrete Hilfen.
Such Dir jemandem, dem Du vertraust und mit dem Du reden kannst.

Ich wünsche Dir, dass es Dir jeden Tag ein kleines bisschen besser geht!
Herzliche Grüße Stefanie

Hai, Kleine,

ich denke, alles schnurrt da zusammen:

ich möchte meine
mutter nicht damit belasten, schliesslich war es IHRE mutter
und sie leidet schon selbst genug unter der situation. ich

Ja - es war IHRE Mutter - und DEINE Oma…
…und Du belastest Deine Mutter nicht mit Deiner Trauer. Du musst nicht „für andere stark sein“, es ist einfach nicht nötig. Such ruhig Trost bei Deiner Mutter, es ist tröstlich, gemeinsam zu weinen und über die Ungerechtigkeit der Welt zu klagen - tröstlicher, als es alleine zu tun.

Gruß und 'ne virtuelle Umarmung
Sibylle

Such Dir jemandem, dem Du vertraust und mit dem Du reden
kannst.

naja das hab ich ja au getan, ich hab in den ersten 2 wochen oft darüber gesprochen mit meinem besten freund und meiner besten freundin, auch in der familie haben wir oft drüber geredet. aber im moment sprechen wir beinahe nicht mehr drüber…auch stehen und hängen fotos von ihr in usere wohnung und in der meines grossvaters, am liebsten würd ich sie umdrehen damit ich sie nicht immer anschauen muss, aber ich glaube den anderen familiemitgliedern hilft es über ihre trauer hinweg…es ist nicht so, dass ich immer daran denke, ich schaffs ziemlich gut mich abzulenken, aber wenn ich mal ne ruhige minute hab fang ich sofort wieder an zu grübeln…
auf jednefall vielen dank für den link=)!

Hallo kleine, danke an Cart uns Susi für die Erklärung…

Der Verlust eines bedeutsamen Menschen stellt für fast jeden normalen Mensch ein traumatisches Erlebnis dar. Aus der Erfahrung der Generationen (vor uns) hat sich eine Trauerphase von 6 Monaten - 1 Jahr gut bewährt. Diese Zeitspanne braucht unser Geist, um den Verlust - auf seine individuelle Weise - zu verarbeiten.

Nach dieser Phase ist es möglich, den Verlust oder den Todesfall zu den Erinnerungen zu übertragen.

Jetzt ist es normal, dass Du Deine Trauer auslebst. Eventuell können Dir diese kleinen Übungen helfen, deine Trauer auszuleben:

  • Schreibe für Dich auf (oder Zeichne), wofür deine Großmutter für Dich gestanden ist?

  • Schreibe eine Liste von guten Eigenschaften Deiner Großmutter. Welche dieser Eigenschaften hat sie auf Deine Mutter übergeben (bzw. ihr gelehrt)? Welche hast Du dann von Deiner Mutter übernommen? Welche davon hat Dich Deine Großmutter direkt gelehrt?

  • Mach dir ein Symbol (in deinem Zimmer/Wohnung) für deine Großmutter (Kann ein Bild oder etwas ganz anderes sein). Nimm dieses Symbol als Bezugspunkt für deine Trauer. Nimm es als Zeichen, dass Du sie nicht vergisst und an sie denkst.

  • Wenn Dir das liegt, führe ein Gespräch mit Ihr. Sage ihr (oder dem Symbol dass für sie steht) noch alles, was Du ihr sagen wolltest, aber wozu Du vielleicht nicht mehr dazu gekommen bist.

Ich hoffe, das bringt Dich weiter.

lg
-schoenf

Hallo!!

Erstmal tut es mir leid dass deine Oma gestorben ist…

niemand wird sie je ersetzen können…und sie wird aber auch nie in vergessenheit geraten weil sie durch die menschen die sie lieben weiterlebt…

Ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen…

meine kleine nichte ist heuer im april im alter von 1 jahr und 3 monaten gestorben…sie war schwer krank und ist vor unseren augen verhungert…es war ein monate langer leidenskampf der fast unerträglich war …für alle familienmitglieder…

es war und ist eine sehr schlimme zeit für mich…man versucht die starke zu spielen und die anderen aufzubauen (besonders meine schwester) dabei kann man menschen in dieser situation gar nicht wirklich aufbauen …das wichtigste ist die gefühle zu verstehen …miteinander zu weinen… du brauchst nicht stark für andere oder für dich zu sein… es ist eine schwere zeit für euch und die reaktionen sind normal…da darf man heulen schreien lachen sich selbstbemitleiden…sauer auf andere sein…-man darf alles…weil man trauert…und das ist eine ausnahmesituation…

ich denke es ist wichtig das man die trauer herauslässt… ich habe eine zeitlang nicht mehr trauern können…und wie hat sich das geäussert?? ich war total angespannt …habe oft total stark gezittert…hatte arges herzklopfen und war total leicht erregbar…

mein körper hatte glaub ich so viel arbeit damit meine gefühle zu unterdrücken dass der ganze druck in einer anderen (körperlichen) form herausgekommen ist…
es ist besser wenn du gleich ein anderes ventil benutzt…zbs tränen…

jetzt hast du einen ganzen see voll tränen in dir… aber jedesmal wenn du weinst wird der see kleiner…irgendwann wird dann nur noch eine kleine pfütze übrigbleiben… die denke ich-bleibt immer …aber du wirst lernen damit umzugehen…

du wirst ganz bestimmt einen weg finden wie du damit umgehst …jeder geht anders damit um…
vielleicht kannst du in alten fotoalben herumkramen und schöne bilder von ihr raussuchen? die kopierst du…dann kaufst du einen wunderschönen fotoalbum und machst einen album mit lauter bilder von deiner oma…den kannst du dann immer hernehmen wenn es dir schlecht geht…oder auch gut geht…oder wenn du das gefühl hast das es dir zuviel wird und du jetzt deine ganze trauer und verzweiflung rauslassen musst (hab ich zbs gemacht…bin heute schon eine halbe stunde vor dem album gesessen hab geweint und die welt nicht mehr verstanden) aber dann wenn die tränen trocknen dann bist du wieder ein paar milliliter von deinem tränensee los…und es geht wieder alles ein bischen leichter…

vergiss nicht dass du für niemanden die starke spielen musst…auch nicht für deine mutter! du leidest …und du hast ein recht dazu…keiner mehr oder weniger…nur jeder anders…sei jetzt selbst mal dein bester freund und hab verständnis für dich…

ich weiss nicht ob ich dir jetzt ein bischen helfen konnte…
und denk drann dass dir niemand deine oma je wirklich wegnehmen kann…denn sie wohnt bei dir im herzen…sie schaut vom himmel runter und passt auf dich auf…jetzt hast du einen schutzengel mehr…und bist nie wirklich alleine…

ich wünsch dir alles liebe!!

olga