Tod eines geliebten Tieres

Hallo,

als ich 13 war habe ich einen kleinen Welpen bekommen.
Er war 8 Wochen alt.
Ich war schon immer sehr ruhig und hatte wenig Freunde, dieser Hund war mein ein und alles.
Er war mein bester Freund.
Kurz vor seinem 16. Geburtstag ist er gestorben.

Es ist jetzt schon 1,5 Jahre her seit dem ich ihn einschläfern lassen habe, aber ich habe die Bilder im Kopf, als ob es gestern gewesen wäre, als der Tierarzt mit seiner Spritze kam, als ich seinen letzten Herzschlag gefühlt habe, als ich ihn beerdigt habe und auch die Wochen davor, als es ihm schlecht ging und ich ihm nicht helfen konnte.
Er war wie ein Kind für mich. Ich habe ihn 16 Jahre versorgt wie ein Kleinkind.
Es wird einfach nicht besser, ich muß jeden Tag an ihn denken, ich gehe jeden Tag zu seinem Grab, mir kommen jetzt noch ständig die Tränen als ob es alles noch ganz frisch wäre.

Aber vielleicht ergeht das ja jedem so, der ein Tier verloren hat?
Ist sowas normal?
Oder nicht?
Soll ich vielleicht alles wegräumen, was mich an ihn errinnert?
Oder wie bekommt man das hin, daß man an seinen Hund zurückdenken kann und sich einfach über die Zeit freuen kann, die man mit ihm erlebt hat?

Hallo Maike,

Ist sowas normal?
Oder nicht?

was du jetzt durchmachst kennt wohl jeder engagierte Haustierbesitzer, zumindest nach meinem Empfinden steht dieser Schmerz in keiner Weise dem nach der durch den Verlust eines geliebten Menschen entsteht.

Die Heftigkeit deiner Trauer erscheint mir völlig normal !
Nur die Dauer von 1,5 Jahren ist vielleicht etwas über das übliche Maß hinaus, aber jeder Mensch verarbeitet Trauer eben anders .

Soll ich vielleicht alles wegräumen, was mich an ihn
errinnert?
Oder wie bekommt man das hin, daß man an seinen Hund
zurückdenken kann und sich einfach über die Zeit freuen kann,
die man mit ihm erlebt hat?

Nach dem Verlust von zwei Hunden, die ich jeweils zwölf Jahre genau wie du „wie ein Kind“ hielt, habe ich die besten Erfahrungen damit gemacht, nach der schlimmsten Trauerphase (6 resp. 8 Monate) einen neuen Hund zu nehmen.
Allerdings hat der neue Hund auch ein neues Halsband, neue Leine und neues Körbchen bekommen.
Erstens ist das Leben ohne Hund nicht wirklich lebenswert, zudem hast du wieder ein Geschöpf um dich das deine ganze Liebe und
Aufmerksamkeit für sich fordert.

Du tust damit deinem gestorbenen Hund kein Unrecht, niemand kann ihn von seinem Platz in deinem Herzen verdrängen.
Die Zeit mit ihm habst du gehabt, niemand nimmt dir diese Jahre mehr weg. Aber nun biete einem anderen Hund ein liebevolles Heim, in dem er ein schönes Leben führen darf.

Wenn du noch nicht „reif“ bist für einen neuen Hund, magst du vielleicht am Wochenende ins Tierheim gehen und mit den Hunden dort spazieren gehen, ihnen Liebe geben oder einfach nur ein paar Streicheleinheiten und einen freundlichen Blick ? Sie freuen sich über jede noch so kleine Geste der Zuneigung …

Ich wünsche dir, dass du bald deine Trauer bewältigst und offen wirst für einen neuen Hund.

Gruß,
SomeOne

Hallo Maike,

Es kann sein, dass Dir einige der Übungen, die ich in folgendem Artikel beschrieben habe (dort geht es allerdings um einen Menschen) helfen, Deine Trauer zu bearbeiten.

Hier der Link zum Artikel: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

lg
-schoenf

Hallo!
Ich kann dir zwar nicht weiterhelfen, aber ich kann dir sagen, dass du damit nicht allein bist. Ich weiß genau wie es dir geht. Mein Hund ist vor 2 1/2 Jahren gestorben und mir gehts immer noch so wie es dir geht. Wir haben nach ein paar Wochen einen neuen Hund zu uns genommen, das hat zwar geholfen, aber traurig bin ich immer noch. Ich komm einfach nicht drüber weg, weil ich nicht weiß, was mit ihm passiert ist, als er gestorben ist. Er ist plötzlich an einem morgen nicht mehr da gewesen und wurde einen Tag später 40km entfernt von uns daheim von einem Zug überfahren. Dazu kommen noch ein paar Sprüche von einem Jungen aus der Nachbarschaft (mit dieser Familie sind wir verstritten), die das alles noch „unlogischer“ machen und verschiedene Tatsachen, dass da was nicht stimmt.
Vielleicht finde ich das alles irgendwann mal raus und dann ist es bestimmt einfacher für mich, mit seinem Tod klar zukommen.
Liebe Grüße, Anna

Hallo Maike,

die Tiefe deiner Trauer und der Umfang den diese „tätige“ Trauer in deinem Leben einnimmt, scheint mir doch sehr ungewöhnlich. Evtl. liegt das eben daran, dass du nicht so viele Ablenkungen hast (Freunde, Aktivitäten).

Die Trauer an sich und das sie weiterhin besteht dagegen finde ich eher normal. Mein Hund wurde vor zehn Jahren eingeschläfert und selbst heute noch gibt es häufig Momente in denen ich sehr intensiv an ihn denke und ihn vermisse.

Was mir selbst geholfen hat ist die Tatsache das ich absolut sicher bin, dass ich alles aber auch wirklich alles getan habe, um ihm einen hundgerechten schönen Lebensabend zu verschaffen.

Die Sache an sich (das Einschläfern) hat mir eher den Trost gegeben, das der Hund auch hier gut betreut wurde und sehr sanft in den Tod geleitet wurde. Da war nichts Erschreckendes, Schlimmes dabei.

Evtl. würde es dir doch helfen, bestimmte Abschiedsrituale durchzuführen und dich von einigen oder allen Sachen zu trennen, die dich an deinen Hund erinnern. Ich selbst empfand es als wohltuend seine Sachen (Körbchen, Leine, Transportkiste etc.) an das örtliche Tierheimpersonal abzugeben, das a) sich sehr gefreut hat und wo die Dinge b) anderen Tieren, denen es nicht so gut geht, gute Dienste leisten können.

M.E. hast du noch keinen Schlussstrich unter die ganze Sache gezogen und daher kannst du nichts anderes als „frisch“ trauern. Wenn du alles getan hast, alles erledigt ist was mit dem Hund zu tun hat gelingt es dir vielleicht nicht nur Traurigkeit zu spüren sondern dich auch daran zu erinnern, wie gut du es mit ihm und er mit dir gehabt hat.

Der Rat dir einen neuen Hund zu holen, ist natürlich gut. Allerdings muss dir ganz klar sein, dass dieser ganz anders ist. Wahrscheinlich sagt da jeder: Na, dass ist doch klar! Ich selbst habe aber erlebt, dass ich richtig zickig auf einen neuen Hund reagiert habe nur weil er eben nicht der Alte war! Da habe ich wirklich einige Zeit gebraucht bis ich den „Neuen“ so annehmen konnte, wie er es verdient hat.

Evtl. wäre es für dich etwas zunächst mit Tierheimhunden spazieren zu gehen, um dich langsam wieder an andere Hunde zu gewöhnen.

Jedenfalls wünsche ich dir viel Glück und das du es schaffst, loszulassen!

Gruß
Nita

Ich denke, es liegt einfach daran, dass DU ihn einschläfern hast lassen. Es wäre sicher weniger problematisch gewesen, wenn er auf normale Art und Weise verstorben wäre. Möglicherweise hast du Gewissensbisse.

Ich denke, es liegt einfach daran, dass DU ihn einschläfern
hast lassen. Es wäre sicher weniger problematisch gewesen,
wenn er auf normale Art und Weise verstorben wäre.
Möglicherweise hast du Gewissensbisse.

Nein, das auf keinen Fall, ich mache mir eher Vorwürfe, daß ich es nicht 2 Wochen früher getan habe.