ich wollte mal fragen, wie man mit Kindern, die Mutter oder Vater verloren haben, am Besten umgeht. Spricht man sie auf den Verlust an, oder schweigt man dieses Thema lieber tot?
Welche Vorstellung haben Kinder eigentlich von dem Tod und wie geht man allgemein mit Kindern und diesem Thema um?
Gruß
Stefan
Ich würde ganz normal mit dem Kind umgehen, so wie sonst auch. Wenn es weinen sollte oder sich total zurückzieht ist ein Gespräch angebracht. In den Arm nehmen und ausheulen lassen wirkt oft Wunder ( die Mutter von einem Mädchen aus meinem Tanzkurs ist vor ein paar Wochen gestorben ).
Durch den Tod von Angehörigen verliert ein Kind wichtigen Halt und die Normalität geht flöten. Wenn du nicht viel mit dem Kind zu tun hast, dann würde ich versuchen, die Normalität aufrecht zu erhalten. Je nach Alter des Kindes kannst du ihm anbieten jederzeit für ein Gespräch da zu sein.
Mehr würde ich persönlich nicht tun. Dinge, die über dies hinaus gehen sollten von der Familie geregelt werden. Schon gar nicht dem Kind ein Gespräch über dieses Thema aufzwängen. Wenn es von alleine anfängt ist gut, wenn nicht, dann ist es auch ok.
Mein Papa ist gestorben, als ich 6 war und ich fand es am schlimmsten, wenn irgendwelche Leute auf mich zukamen und mit mir reden wollten oder gesagt haben, wie schlimm sie das doch alles mit meinem Papa finden. Es kam mir einfach lächerlich vor. Schau mal, Du merkst ja selbst, dass es schlimm ist und dass Du traurig bist, da müssen die Leute ja nicht noch fragen, ob Du arg traurig bist.
Ansonsten fand ich es gut, wenn „normale“ Leute (also, die die nichtso viel mir zu tun haben) mit mir wie immer umgingen.
Wie stellt man sich den Tod vor. Also, ich weíß nicht mehr genau, wie ich mir das so vorgestellt hab. Ich hab mich halt immer gefragt, wie das im „Himmel“ so ist. Ob der Papa ein Engel ist, ob er Flügel hat, ob er die Mama und mich vermisst, ob er ein Telefon hat, ob man Briefe schicken kann, ob er uns sehen kann, ob er in einem Haus auf einer Wolke wohnt, ob er Weihnachten, Geburtstag usw. feiert und wie er frühstückt oder zu Abend isst. Ob es ein Krankenhaus im „Himmel“ - oder da wo er jetzt ist, gibt und noch viele viele weitere Fragen.
Ich hab bis heute noch keine Antwort auf die ganzen Fragen bekommen.
Was ich immer ziemlich schlimm fand, war dass ich wütend auf ihn war, weil er uns alleine gelassen hat und ich war zugleich wütend auf mich, weil ich auf meinen Papa wütend war.
Er hatte einen Autounfall und als ich ihn dann in der Pathologie noch einmal sah, hatte er einen totalen Melonenkopf und das Bild hab ich irgendwie bis heute noch nicht so ganz vergessen.
Na ja, falls Du noch fragen hast, kannst mir auch gerne mal ne Mail schreiben.
Welche Vorstellung haben Kinder eigentlich von dem Tod und wie
geht man allgemein mit Kindern und diesem Thema um?
Meine Meinung nach, es kommt entscheidend sehr darauf an, welches Alter das Kind hat.
Mein Sohn, mit 3 hat diese Erfahrung gemacht und er konnte sich darunter nichts vorstellen, ausser daß er ihn nie mehr sieht. Und das nur sehr schwammig.
Ich denke, wir werden mehr darüber sagen können (ich zumindest), wenn du uns diese Frage beantowrtest.
Hi Fee!
Sehr, sehr schönen Artikel und dazu sehr passend.
Dafür vielen herzlichen dank und ein Sternchen von mir!
Liebe Grüße aus Nürnberg im hohen fränkischen Norden! ;o))
Helena
als Außenstehender sollte man sich da raushalten, ausgenommen sind da pädagogisch geschultes Personal, sofern diese um Mithilfe gebeten wurden.
Anders als die anderen hier, würde ich das Thema schon aufgreifen, wenn ich merke, dass sich das Kind Gedanken macht. Viele Kinder trauen sich einfach nicht zu fragen, weil alle Erwachsenen viel zu traurig sind.
Es gibt zahlreiche (gute und weniger gute) Bilderbücher und Sachbücher zu diesem Thema.
Ich habe im Kindergarten Zwillige betreut, deren Mutter pötzlich verstorben ist. Die Mädchen waren völlig durch den Wind, haben entsprechende Bilder gemalt, aber nicht darüber geredet. Es muss auch nicht immer geredet werden, denn vieles kann auch „plattgeredet“ werden.
Ich denke, gemeinsame Rituale und ein kindgerechter Umgang mit dem Thema ist der bessere Weg. Vom Schweigen halte ich wenig.
Die beiden Mädchen haben eine (kindliche) Vorstellung davon, wo sich die Mama jetzt befindet, sie nehmen auf ihre Weise Kontakt zu ihrer Mutter auf, sie gehen mit Papa in die Kirche, malen Bilder, die gewürdigt werden…
Diese Tipps bezogen sich jetzt aber nur auf den verbleibenden Elternteil.
Was Kinder verstehen hängt - wie die anderen schon geschrieben haben - vom Alter und von vielen anderen Faktoren ab.
also ich glaube auch das man eine pauschale Antwort geben kann, es kommt halt darauf an wie alt das Kind ist, wie lange dieses traurige Ereignis her ist und vor allem in welcher Beziehung man zu dem Kind steht. Ich für mein Teil würde immer dazu neigen mich „lediglich“ als Gesprächspartner anzubieten und zu warten bis das Kind auf mich zukommt.
Meine Oma ist Anfang diesen Jahres im Krankenhaus gestorben und unsere beiden Kindern waren im Warteraum zusammen mit dem Rest unserer Familie während ich und meine Frau abschied genommen haben. Unser Grosser (4 Jahre) hat natürlich mitbekommen was passiert ist und das alle sehr traurig sind. Wir haben bewusst unsere Kinder nicht außen vorgelassen und es in kauf genommen, dass die darauf folgenden Wochen einige knifflige Fragen mit sich bringen werden.
Meine Frau und ich haben uns „ein wenig“ abgestimmt wie wir auf die Fragen antworten und hatten z.B. bewusst entschieden nicht von „einschlafen“ in diesem Zusammenhang zu sprechen um bei unserem Kind keine Angst vorm schlafen gehen zu wecken. Ebenso hatten wir entschieden auch von Gott und dem Himmel zu sprechen auch wenn wir beide nicht tiefgläubig sind. Es kamen dann Fragen wie „wie ist Oma in den Himmel gekommen“ oder „wann kommt sie wieder runter“ „kann sie uns sehen, auch wenn der Himmel bewölkt ist“ usw usw. Diese Fragen haben wir nach und nach versucht zu beantworten, aber immer dann wann unser Sohn es wollte.
Was Tod bedeutet weiß er nicht ganz aber wenn er selbst schon mal ein Fliege an der Scheibe zerdrückt hat und wir ihm sagen das sie tot ist, sieht er es auf seine Art. So zum Beispiel auch als wir dieser Tage im Wald eine tote Maus gefunden hatten. Er fragte ob sie schläft oder tot ist und als wir ihm sagten sie wäre tot und er sollte sie besser nicht anfassen meinte er „nein die schläft nur, sonst wäre sie ja jetzt im Himmel bei Oma“. OK, 1:0 für ihn aber mit solchen Statements muss man dann irgendwie klarkommen.
Was ich versuche zu sagen ist, es kommt wirklich auf die jeweiligen Umstände und Situationen an, man sollte sich nicht scheuen diese Gespräche zu führen nur sollten sie Kindgerecht sein und eher auf die Bedürfnisse der Kleinen abgestimmt sein. Sich diesem Thema gänzlich zu verschließen und den Gesprächen aus dem Weg zu gehen halte ich für falsch und weltfremd.
danke für den Stern.
Antworte eh noch gleich auf deine Frage bezüglich der zweisprachigen Erziehung.
Bigl
Fee
Hi Fee!
Sehr, sehr schönen Artikel und dazu sehr passend.
Dafür vielen herzlichen dank und ein Sternchen von mir!
Liebe Grüße aus Nürnberg im hohen fränkischen Norden! ;o))
Helena