Todesfall durch Nussallergie

Hallo,

noch so eine rein theoretische Anfrage:
Wenn jemand gegen Nüsse extrem allergisch reagiert und doch eine schluckt - wie lange dauert es, bis er
a) was merkt (Schluckbeschwerden, Atembeschwerden)
und
b) bis er ohnmächtig ist
und
c) ganz tot ist?

Anlass der Frage: In einem Buch gelesen (ein Bestseller, vielleicht erinnern sich einige): Jemand wird durch Beigabe von kleinen Nussteilchen in ein Getränk „vergiftet“. Während die Nüsse bereits im Opfer sind, bleibt der Täter seelenruhig daneben sitzen, nach kürzester Zeit bekommt das Opfer Atembeschwerden und verstirbt, ohne nochmal wenigstens versucht zu haben, dem Täter an den Kragen zu wollen.

Gruß
eklastic

Hallo,

das kann bei einer schweren Allergie schon recht schnell gehen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Anaphylaktischer_Schock…

Gruß,

Myriam

Hallo,

das kann bei einer schweren Allergie schon recht schnell
gehen::
http://de.wikipedia.org/wiki/Anaphylaktischer_Schock…

Mhm … da ist aber von Injektion die Rede. Und schnell ja - aber, um bei dieser blödsinnigen Romansituation zu bleiben - wenn ich jemandem die tödliche Dosis Nüsse verabreicht hätte, würde ich doch nicht neben ihm sitzenbleiben, während er merkt, was läuft. Ein Griff zur Pistole (die er trägt) wäre doch immerhin denkbar.

Gruß
eklastic

Mhm … da ist aber von Injektion die Rede. Und schnell ja -

Na es kommt eben auf die individuelle Empfindlichkeit drauf an, ich krieg Schluckbeschwerden bei Nüssen und große Reden Schwingen ist auch nicht mehr, aber ich fall nicht gleich tot um, wie dagegen manch anderer. Gerade bei Erdnussallergien gibt es durchaus Leute, die kriegen ähnliche Probleme, wie ich sie beim Essen hab, bereits wenn nur neben ihnen einer Nussspuren an den Fingern hat und damit evtl die Gabel angefasst hat. Wenn die dann eine Erdnuss kleingebröselt im Essen haben, fallen kann so ein Schock ähnlich wie bei Injektionen von Arzneien oder anderen Allergien ablaufen, also recht schnell gehen.

aber, um bei dieser blödsinnigen Romansituation zu bleiben -

Sorry den Roman kenn ich nicht, ich hab da von einer TV-Serien einen Fall im Kopf, wo Geschworene in einem Raum festsitzen und einer verdächtigt wird einen „Kollegen“ mit Erdnusscreme vergiftet zu haben, dabei wars eigentlich ein Bienenstich (die piksige Version nicht die süsse), wegen dem der Tote gar nicht mehr dazu kam, die „versehentlich“ bestellte Satésauce zu essen.

wenn ich jemandem die tödliche Dosis Nüsse verabreicht hätte,
würde ich doch nicht neben ihm sitzenbleiben, während er
merkt, was läuft.

Wieso nicht, sonst machst du dich doch verdächtig. Du solltest nur entsprechend reagieren, wie man eben reagiert, wenn neben einem jemand am ersticken ist („Na, verschluckt? Ist dir nicht gut, och das tut mir aber leid, brauchst du einen Arzt???“).
Was derjenige merkt, ist allenfalls dass er grad ein tierisches Problem mit dem Luftholen bekommt, dh. aber nicht dass er weiss, dass du dahintersteckst.

Ein Griff zur Pistole (die er trägt) wäre
doch immerhin denkbar.

Wer wirklich so extrem allergisch ist, hat in dem Moment anderes zu tun, an den Hals fassen, um Hilfe wedeln, röcheln und keuchen etc.

Gruß Susanne

Hallo Susanne,

es handelt sich um „Sakrileg“ von Dan Brown.

Was derjenige merkt, ist allenfalls dass er grad ein
tierisches Problem mit dem Luftholen bekommt, dh. aber nicht
dass er weiss, dass du dahintersteckst.

Das ist eben anders geschildert. Das Opfer realisiert am Ende schon, was los ist. Und da der Täter ja nicht 100%ig wissen kann, wie extrem der andere reagieren wird, würde ich mich nicht im Auto neben das Opfer setzen.

Wer wirklich so extrem allergisch ist, hat in dem Moment
anderes zu tun, an den Hals fassen, um Hilfe wedeln, röcheln
und keuchen etc.

Deshalb fragte ich ja. Dennoch würde ich mich bei einem bewaffneten Berufsverbrecher nicht darauf verlassen. Ist halt nur eines von vielen Details in besagtem Roman, die ich einfach nicht für sehr überzeugend halte.

Gruß
eklastic

Mhm … da ist aber von Injektion die Rede.

Wikipedia halt, komisch formuliert, weil es kurz vorher um Medikamentenallergie geht. Mir ging es um den Begriff des anaphylaktischen Schocks.

Und schnell ja -

Bei einer schweren Nahrungsmittelallergie schwillt Dir in Windeseile die Kehle zu, das dauert wirklich nur Sekunden. Der Tod dauert u.U. etwas länger, wenn man erstickt und nicht am Schock selbst stirbt.

aber, um bei dieser blödsinnigen Romansituation zu bleiben -
wenn ich jemandem die tödliche Dosis Nüsse verabreicht hätte,
würde ich doch nicht neben ihm sitzenbleiben, während er
merkt, was läuft. Ein Griff zur Pistole (die er trägt) wäre
doch immerhin denkbar.

Das die Story hanebüchen ist, bezweifle ich nicht. Unterschätze aber nicht die sofort auftretende Panik bei Luftnot. Da ist kein Denken mehr an Rache … wenn man Glück hat, schafft man es noch, den Injektor mit dem Antihistamin/Adrenalin zu benutzen, den man als Allergiker immer dabeihaben sollte.

Gruß,

Myriam

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Frage

den Injektor mit dem
Antihistamin/Adrenalin zu benutzen, den man als Allergiker
immer dabeihaben sollte.

Gruß,

Myriam

… sollte man? Ich bin da jetzt mal ganz ahnungslos… habe nämlich ebenfalls eine schwere Nussallergie (Nussschock scheint in Krimis ne beliebte Tötungsmethode zu sein …) aber von einem Injektor keine Ahnung. Wo kann ich mich da informieren?

lg
Kate

Hallo Kate,

… sollte man?

Wir Allergiker? Auf jeden Fall. Gut, vielleicht nicht gerade bei Pollenallergie, aber bei Allergien gegen Insektengifte, Medikamente und die üblichen Verdächtigen im Lebensmittelbereich (Nüsse, Krustentiere, Erdbeeren, Natriumglutamat & Co.). Das Tückische an den letztgenannten ist, daß sie sich bisweilen dort verstecken, wo man sie gar nicht vermutet. Ich bin letztens nur mit einem gepflegten Asthmaanfall davon gekommen, weil so’n blöder italienischer Koch zu dämlich oder zu faul war, Sauce aus selbstgemachter Brühe zu machen und sich eines Brühendrecks aus der Packung (richtig! inclusive Natriumglutamat) bedient hat. *igitt*

In Extremfällen kommt es gar nicht erst zu einem anaphylaktischen Schock sondern zum praktisch sofortigen Tod durch Atemlähmung.

von einem Injektor keine Ahnung.

Vielleicht sagt Dir eher die Bezeichnung Notfallset für Allergiker etwas. Ich würde es mir an Deiner Stelle von Deinem Doc verschreiben lassen.

Grüße
Renee

Hallo Susanne,

Na es kommt eben auf die individuelle Empfindlichkeit drauf
an

Du sagst es. Eine Bekannte von mir braucht nur wenige Sekunden nach dem Genuss(?) von Haselnüssen, bis sie anfängt nach Luft zu schnappen.

Ralph

Hi Ralph,

Eine Bekannte von mir braucht nur wenige Sekunden
nach dem Genuss(?) von Haselnüssen, bis sie anfängt nach Luft
zu schnappen.

Was angesichts der Tatsache, daß eine Substanz bei Aufnahme durch die Schleimhäute (flach liegende Kapillargefäße!) sehr schnell in den Kreislauf gelangt, nicht weiter verwunderlich ist.

Grüße
Renee

PS. Nein, Nüsse sind für uns kein Genuss. :wink:

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Ist halt
nur eines von vielen Details in besagtem Roman, die ich
einfach nicht für sehr überzeugend halte.

Ach, ich dachte, es sei ein Tatsachenroman!

Gruß
Peter

hallo elke,

nö, das kann niemals nich sein, nüsse gehören zur „gesunden ernährung“, also bilden sich allergiker ihren tod nur ein!
nein im ernst: bei einer hochzeitsfeier im bekanntenkreis gabs wohl brötchen mit nicht deklarierten walnüssen zu essen, was dazu führte, daß meine nichte plötzlich zur schnappatmung überging, der RTW kommen musste und sie die leipziger rettungsstellenromantik erleben durfte. es wurde zwar alles gut, aber für eine medizinstudentin und allergikern etwas peinlich, ihr notfallset nicht dabei gehabt zu haben.
ein notarzt bestätigte mir noch, daß solch schock überhaupt nicht leicht notärztlich zu handhaben sei.

strubbel
4:open_mouth:)

Hallo Strubbel,

ich habe nicht die Nussallergie in Frage gestellt. Auch nicht die möglichen Todesfolgen derselben. Mir ging es um Zeit und Bewegungsunfähigkeit, rein vom kriminalistischen Standpunkt her.

Gruß
eklastic