Was verstehst Du nicht? Den 5-Finger-Rabatt? Soll nur heißen, daß er’s mitgehen läßt, denke ich. Ein bißchen Phantasie, Tessa!
Gruß, Kubi
Was verstehst Du nicht? Den 5-Finger-Rabatt? Soll nur heißen, daß er’s mitgehen läßt, denke ich. Ein bißchen Phantasie, Tessa!
Gruß, Kubi
Hallo Adriane,
Hier stellt sich die Frage, welchen Sinn wir dem mosaischen
Gesetz unterstellen. Handelt es sich um praktische
Handlungsanweisungen für den Alltag? wenn ja, warum
praktizieren wir sie nicht mehr? Mir scheint es vielmehr so zu
sein, dass durch das Gesetz, das ganz objektiv kein Mensch
jemals wirklich treu befolgen kann - und sei er noch so fromm
-, zum Ausruck kommt, dass Menschen sich nie das Heil
verdienen können, sondern auf die gnädige Zuwendung Gottes
angewiesen sind.
Hier stimme ich dir zu. Das mosaische Gesetz wurde mit dem Tode Jesu aufgehoben. Als Christen sind wir nicht mehr verpflichtet es einzuhalten. Für unvollkommene Menschen war dieses Gesetz auch nicht vollkommen einzuhalten. Die Juden wurden duch die ständigen Opfer daran erinnert.
Dennoch ist eine Kenntnis des mosaischen Gesetz für uns nützlich, weil es göttliche Grundsätze deutlich macht. Z.B. die Frage, ob Inzest für einen Christen vereinbar ist, das NT sagt nichts darüber.
Ich sehe einen großen Unterschied zwischen Freiheitsentzug, um
einem Unwesen ein Ende zu bereiten, und der Entscheidung über
wertes und unwertes Leben, die uns nun ganz einfach nicht
zusteht. Hier ist im Übrigen der oft übersehene Baum des
Lebens (nicht von Gut und Böse!) einzordnen (vgl. Gen 3,22).
Gott ist der Herr des Lebens und nicht der Mensch.
Auch hier stimme ich dir zu. Ich persönlich werde niemals die Todesstrafe unterstützen oder selber ausführen. Aber es geht hier um eine andere Frage:
Ist es einem staatlichen Rechtssystem gemäß der Bibel erlaubt die Todesstrafe anzuwenden (Römer 13:1-4)?
Die meisten Menschen in Europa lehnen die Todesstrafe ab. Die Grundlage dabei ist nicht das Evangelium sondern die Menschenrechte. Die folgenden Dogmen bilden dabei die Grundlage:
1.) Die Würde des Menschen ist unantastbar.
2.) Das Leben und die Gesundheit eines Menschen dürfen nicht beeinträchtigt werden.
Deshalb gibt es in unserem Rechtssystem keine Strafen, die sich offensichtlich gegen die Menschenrechte richten (Pranger, Todesstrafe, Verstümmelung). Und die Bevölkerung in unserem Land (zumindest der gebildete Teil) hat diese Werte verinnerlicht.
Man kann diese Werte aus der goldenen Regel Jesu ableiten (Matthäus 7:12). Wenn man diese Regel anwendet, so müßte man auch andere Strafformen (Freiheitsentzug, Materielle Strafen) verwerfen.
Wenn man zynischerweise die goldene Regel überdehnt, könnte man sagen, dass Mörder mit der Todesstrafe einverstanden sind, weil sie sie selber anwenden.
Alles in allem bin ich schockiert darüber, dass die
Todesstrafe als Institution (!) von einigen
Diskussionsteilnehmern offenbar toleriert und in keinem
Widerspruch zur Botschaft des Evangeliums gesehen wird. Dies
ist mir völlig unbegreiflich. Die Ermordung eines anderen
Menschen erscheint offenbar in einigen Fällen geradezu als ein
göttlicher Auftrag und eine heilige Pflicht.
Stop, du mißverstehst hier etwas. Es geht nicht darum, daß wir die Todesstrafe einführen wollen (wirklich nicht). Es geht darum, dass in der Bibel die Todestrafe als Strafform akzeptiert wird, auch wenn dies dem eigenen ethischen Maßstab widerspricht.
Wenn in unserem Land keine Todesstrafe mehr existiert, kann man darüber froh sein. Aber man nicht hingehen und sagen, daß die Todesstrafe unbiblisch ist, weil dies einfach nicht stimmt.
Hat man hier über
allem Eifer vielleicht das Kreuz Jesu Christi vergessen? Ist
nicht sein Tod das unbedingte Ja zum Menschen, das uns annimmt
trotz unserer Sündhaftigkeit? Hat Gott etwa seinen Sohn
gerächt und alle Verantwortlichen hingerichtet? Reagiert er
auf unsere Ablehnung mit Gewalt und Zwang oder mit sich noch
je weiter öffnender Hingabe?
Dennoch wirst gilt immer noch auch für dich die Todesstrafe, die Gott über den Menschen ausgesprochen hat aufgrund ihrer Sündhaftigkeit. Ansonsten würdest du ewig leben (1.Mose 3:22, Römer 6:23)
Man mag die Todesstrafe auf vielfältige Weise zu rechtfertigen
versuchen. Sie bleibt gegen die Gottes- und Nächstenliebe
gerichtet, gegen Gottes uns annehmendes JA. Daran ändert auch
alles Schönreden nichts.
Was sagt die Bibel gemäß deiner Meinung über legitime staatlich Strafformen? Das AT ist ja deiner Meinung nach nicht verwendbar.
Gruß
Carlos
Hallo Carlos,
Was sagt die Bibel gemäß deiner Meinung über legitime
staatlich Strafformen? Das AT ist ja deiner Meinung nach nicht
verwendbar.
Ich widerspreche vehement deiner Unterstellung (mir gegenüber), das AT sei in dieser Fragestellung nicht relevant. Gerade in der Geschichte Gottes mit den Menschen, in seiner Anrede an uns durch den Mund der Propheten offenbart Gott, dass er nur das Heil der Menschen im Sinn hat. Dieses endgültige Heil steht aber noch aus, und wir können es von uns aus nicht aufrichten. Es gibt auch nicht den perfekten Staat, sämtliche Staatsformen haben sich schon in der Geschichte Israels als unzulänglich erwiesen. Aber wir können unser Zusammenleben an dem ausrichten, was Gott uns anbietet und schenken will - was sollen wir sonst tun? Er bietet uns das Leben, und von daher steht es uns nicht zu, über das zu verfügen, was nicht unser ist.
Strafen muss es geben, weil Menschen als Menschen schwach sein können. Im schlimmsten Fall müssen andere Meschen vor Verbrechern beschützt werden, da sonst deren Leben gefährdet wäre, über das doch nur Gott letztlich verfügen kann. In diesem Fall kommt nur der Freiheitsentzug in Betracht, der im Zweifelsfall lebenslang aufrecht erhalten werden muss. Die Todesstrafe erhebt aber Menschen zum Richter über Tod und Leben, mit ihr nehmen Meschen anderen - aus welchen Gründen auch immer -, was ihnen selbst nicht gehört. Diese Auffassung lässt sich auch am AT ablesen und vor ihr als Hintergrund müssen heute auch die zeitgeschichtlich bedingten Zeugnisse über Todesstrafen in den damaligen Gesellschaften gesehen werden. Auch der jüdische Glauben hat eine Geschichte, Konsequenzen des grundlegenden Glaubens an Jahwe als Gott des Lebens werden u.U. erst mit der Zeit deutlicher, aber geht es uns anders?
Gruß Adriane
Danke für deine Antwort Adriane.
Einen lieben Gruß
Carlos