Todesstrafe und Kohlenmonoxid

Hallo alle miteinander,

mal eine Frage an die Chemiker hier:
In den USA gibt es ja eine laufende Diskussion um die „Humane“ Tötung eines Menschen. Für mich ist das ein Widerspruch in sich, aber das nur am Rande.

Durch mein Hobby Feuerwehr müsste ich mich jetzt schon öfters mit dem Thema „Selbstmord / Unfalltod durch Kohlenmonoxid“ beschäftigen. Bis jetzt gottlob nur theoretisch. Hierbei wurde öfters erzählt, dass dieser Tod eigentlich sehr angenehm wäre, weil man bei ausreichender Konzentration einfach einschlafen und nicht mehr aufwachen würde.

Da dieses Gas zudem einfach hergestellt werden kann und bei ausreichend Sauerstoff in der Luft ungefährlich ist, stellt sich mir die Frage, warum dieses Gas nicht auch bei der Vollziehung der Todesstrafe eingesetzt wird? Was spricht dagegen?

Danke für Eure Antworten.

Euer
Ebenezer

Dazu meinte Britney Spears in ihrer Jugend:
„Die Todesstrafe ist wichtig, damit die Verbrecher etwas aus ihren Verbrechen lernen können.“

MfG Peter(TOO)

Hallo Peter,

Bekanntlich hat Frau Spears ihren Kopf ja auch nur zum Haare schneiden.

Und das die Todesstrafe keine abschreckene Wirkung auf potentielle Täter hat, ist ja hinlänglich bewiesen.

Dein
Ebenezer

Hallo,

wenn Du sterben willst(!) ist wohl Kohlenmonoxid nicht die schlechteste Art.

Aber als Mordwerkzeug:

Gaskammer: Funktioniert recht simpel. Der Verurteilte sitzt in einer Kammer und es wird Kohlenstoffmonoxid hinein geleitet, was die Bindung des Sauerstoffs im Blut verhindert und dadurch zu Hypoxie führt. Dabei kriegt er die Anweisung ruhig und tief zu Atmen, damit das Gas schnell ins Blut transportiert wird und so keine Schmerzen auftreten. Es klingt aber irgendwie paradox den zum Sterben Verurteilten aufzufordern sich aktiv an seiner eigenen Hinrichtung zu beteiligen. In der Dokumentation wurde auch anschaulich gezeigt, dass es in so einer (ähnlichen) Situation allen Intentionen zum Trotz kaum möglich ist, ruhig zu atmen. Wenn man sich nicht an die Anweisungen hält wird es auf jeden Fall sehr schmerzvoll, man fängt an aus allen Körperöffnungen zu bluten und allgemein wird’s sehr unschön.

Freundlich entnommen dieser Seite: http://neuraloscillation.blogspot.de/2013/01/die-vollstreckung-der-todesstrafe.html

Ich kann mich dunkel erinnern, dass das auch in dem Buch "Der Tot war mein Beruf " von Robert Merle thematisiert wurde. Darin geht es um die Todesmaschinerie in Auschwitz, die zuerst mit Kohlenmonoxid aus LKW arbeitete. Die Sauerei, die dabei entstand und viel Zeit beim Säubern machte, ließ den Protagonisten nach anderen Wegen der Tötung suchen.

In den USA überlegt man momentan, mit Stickstoff zu töten. Es gibt in den USA selbst wohl keine Lieferanten mehr für das Gift der Spritze und europäische Anbieter weigern sich zu liefern. Zudem ist die Methode der Spritzen wohl auch nicht perfekt.

Grüße

Nur ein bisschen ot, dieses Buch ist beängstigend und gehört m.E. zur Pflichtliteratur.

Data

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Da kann ich Dir nur zustimmen. Dieses Buch bewegt mich seit 30 Jahren.

Hallo!

Damit Mitlesende und seltsamerweise immer noch anzutreffende Befürworter der Todesstrafe das Buch finden: „Der Tod ist mein Beruf“ von Robert Merle, ISBN-10: 3885920360
gelegentlich sollte man auch Sachen zur Kenntnis nehmen, die nix mit den neuesten Sportschuhen, nix mit Pokemon und nix mit Handy zu tun haben … ja, gibt es wirklich… .

Gruß
Wolfgang

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Die Antwort auf Deine Frage hast Du ja schon bekommen.

Will nur darauf hinweisen das dies:

falsch ist.
Egal, wieviel Sauerstoff da grad in der Luft rumschwirrt, CO ist immer giftig, denn es bindet deutlich besser an das Blut als der Sauerstoff, d.h. ein Gemisch aus z.B. 99 % Sauerstoff und 1 % CO sind binnen kurzer Zeit tödlich…

Grüße,
Grünblatt

Hallo Pierre,

Nö, habe ich nicht vor. Wenn ich das wollte, würde ich mich nicht auf WWW informieren. Ich frage aus reiner Interesse am Thema.

Ja, das ist richtig.
Das „Problem“, aus technischer Sicht, war, dass das Bedienungspersonal bei der Vergasung mit LKW-Abgasen die Motoren unter Vollgas liefen ließen, Hierdurch sollten die Todesschreie der Opfer zu übertönt, bzw. möglichst viele Abgase erzeugt und so die Ermordung zu beschleunigt werden. Hierdurch wurde aber das tödliche Kohlenmonoxid in den Abgasen verbrannt, so dass die Vergasung sehr lange gedauert hat und das Gasgemisch z.T. nicht tödlich war.

Möglich aber das Kohlenmonoxid heute nicht mehr verwendet wird, weil die Nazis es genutzt haben und man sich nicht in die unsehlige Ahnenreihe stellen lassen möchte.

Dein
Ebenezer

Hallo Gruenblatt,

Richtig.
Ich meinte auch ungiftig im Vergleich zu den Folgen des derzeit verwendeten Gasgemisch:

Wikipedia, Gaskammer (Todesstrafe):
Nach der Vollstreckung bleibt der Hingerichtete noch etwa eine halbe Stunde in der Gaskammer, bevor das Gas abgesaugt und frische Luft in den Raum hineingelassen wird. Die restlichen Chemikalien werden mit Wasser verdünnt und in die Kanalisation gepumpt. Daraufhin wird die Kammer geöffnet. Der Raum und der Körper müssen mit Ammoniak besprüht werden. Denn auch jetzt ist das Berühren des Giftes, das sich in der Kleidung sowie auf der Haut des Verurteilten adsorbiert hat, lebensgefährlich. Danach stellt ein Arzt amtlich den Tod fest. Der Tote wird in einem speziellen Plastiksack dem Bestatter übergeben. Dieser Plastiksack darf nicht mehr geöffnet werden, da der Bestatter sich sonst einer potentiell tödlichen Vergiftung (aufgrund Desorption) aussetzen würde.

Dein
Ebenezer

Naja, der Text enthält auch einen Fehler.
In Gaskammern ala USA wird Blausäure eingesetzt. Die ist nicht nur extrem tödlich, sondern auch noch sehr stark reizend. Das ist etwa so, als wenn man jemandem sagt, er solle das Tränengas, das man ihm jetzt gleich ins Gesicht sprüht, ruhig und tief einatmen. Selbst, wenn er wollte, wird sich der Körper dagegen wehren.
Und wenn das Zeug einmal im Körper ist, müssen die Auswirkungen auch alles andere als angenehm sein. Ich weiß nicht, ob das mit dem Bluten stimmt, aber es ist wohl sehr schmerzhaft.

Kohlenmonoxid ist geruchs- und geschmackslos, das Problem mit dem Einatmen ergibt sich da nicht.
Allerdings schreibt Wiki auch da von Schwindel und starken Kopfschmerzen, so ganz schmerzlos scheint es nicht zu sein. Wenn, dann wohl nur bei niedrigeren Konzentrationen, aber dann käme das Personal nicht mehr rechtzeitig zum Mittagessen…

Nein, streich dieses „ungiftig“ - auch im Vergleich zu HCN - einfach aus dem Kopf. Das ist eine grundfalsche und gefährliche Assoziation.
Gerade als Feuerwehrmann.
Bei CO ist nebenbei sicher auch ein gewisser Aufwand zu treiben.

Schönen zweiten Advent mit wenig Bränden,
Grünblatt