Rehuhu,
Wie Du weiter unten sagst, ist eine
Einkerkerung (besonders wenn sie ohne
Aussicht auf eine spätere Freilassung )
unter Umständen die „härtere Strafe“. Ich
stelle mich jetzt mal auf den Standpunkt,
daß auch hierbei „ein Leben zerstört
wird“ (und dabei muß man nicht einmal an
die konkreten, oft nur noch als Folter zu
beschreibenden Haftbedingungen in vielen
Knästen denken).
hmmmm… ist auch wahr, aber dann kannst Du keine Strafen mehr verhängen, da jede Strafe den Bestraften verletzt/negativ beeinträchtigt.
Für mich ist die Todesstrafe schon aus
dem Grund indiskutabel, da man meiner
Meinung nach Niemanden dafür verurteilen
kann, was man selber tut. Wie soll ich
also einen Mörder zum Tode verurteilen,
wenn ich selbst „morde“…
Halte ich für ein sehr schwaches
Argument. Dann darf man auch keine Leute
in den Knast schicken, die wegen
Menschenraubs, Freiheitsberaubung oder
Geiselnahme verurteilt werden.
Ok, Punkt für Dich.
- Lebenslängliche Haft heißt im Knast
sterben (eines natürlichen Todes): höhere
Abschreckung, (vermutlich sogar höhere
als die Todestrafe, da das langes leiden
bedeutet, der Tod ist kurz und schnell
und wer weiß was danach kommt), und keine
Möglichkeit der Wiederholungstat
Genau deswegen halte ich es für ziemlich
zynisch, die Tötung als inakzeptabel, das
lebenslange Quälen eines Menschen aber
für ganz okay zu befinden.
Naja aber irgendwie muss man die Leute doch bestrafen es sei denn (siehe unten). Und da finde ich es besser die leute Leben zu lassen als sie umzubringen…
Bei
Kapitalverbrechen sofort Lebenslang
wegsperren. Und Lebenslang heisst bis ans
Ende des Lebens. Keine Bewährung, o.ä.
Warum eigentlich? Sollten wir nicht ganz
allgemein fragen, was Strafe bezwecken
soll? Wenn man Strafe als eine Art
Erziehungsmittel sieht, das aus einem
„unerzogenen“ Täter ein „wohlerzogenes“
Mitglied der Gesellschaft machen soll,
dann ist weder „Todesstrafe“ noch
„Lebenslänglich“ eine Strafe - eine
„Besserung“ des Täters wird hier nicht
angestrebt.
Richtig, deshalb hatte ich auch gesagt, dass Leute die ihre 1. Chance verhaun, nicht bestraft werden sollten, sondern Hilfsangebote bekommen sollten um sich zu „bessern“.
Wenn man die Erziehung (oder sagen wir
vielleicht besser „die Sozialisation“)
eines Menschen als einen lebenslangen
Prozeß auffaßt, dann besteht das Problem
bei einem Täter darin, daß er in dem
Sinne „falsch erzogen“ wurde, daß für ihn
bestimmte Regeln und Gesetze nicht in
ausreichendem Maße
verhaltenskontrollierend sind. Was der
Täter benötigt, ist also eine Art
„Nachschulung“ - warum sollte ich ihn
überhaupt bestrafen, wenn ich ihn auch
auf andere Weise zu einem
gesetzeskonformen Handeln anleiten kann?
Also sollte man jede Form von Bestrafung abschaffen, und jeden, der „Straffällig“ wird „umerziehen“ ? Und wenn er dann Rückfällig wird, und wieder, und wieder, dann tanzt er Dir entweder für immer auf der Nase rum, oder Du musst ihn doch bestrafen. Und dann kommst Du wieder in Erklärungs-/Rechtfertigungsnot. Also kommt man wohl (so wie die Menschen heute sind) um Bestrafung nicht umhin. Und da bin ich der Meinung, das diese (sobald die 1. Chance versaut ist, bzw. der Täter gefährlich ist - siehe meine Ausführungen im 1. Posting) so hart wie möglich ausfallen sollte, um abzuschrecken und den Täter lebenslang davon abhalten wieder jemandem Schaden zuzufügen.
Mir wäre eine Gesellschaft in der niemand gegen die Gesetze verstößt auch lieber, aber so eine Gesellschaft ist wohl mit uns (Menschen) nicht möglich.
Näher an diesen Idealzustand sollten wir allerdings kommen, und das z.B. in dem wir dafür sorgen, dass es möglichst wenige Fehlleitungen gibt. Also an konkreten Beispielen:
- keine kaputten Famileinverhältnisse
- keine materielle Not
- negative Einflüsse auf Kinder vermeiden
- usw.
Ist dieses erst erreicht, dann sind für mich auch keine Bedenken mehr da, diejenigen, die trotz idealer Bedingungen anderen Menschen Schaden zufügen lebenslang wegzusperren.
Gruß
Arne