Hallo!
Meine Schwiegermutter ist gestern gestorben und meiner Meinung nach ist die Todesursache nicht ganz klar.
Sie lebte auf Sizilien, wo man anscheinend medizinisch noch nicht ganz so weit ist, mal von den Zuständen in den Krankenhäusern ganz zu schweigen…
Sie litt an Diabetes und war starke Raucherin. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich in den letzten 7 Monaten rapide. Vor drei Wochen konnte sie weder laufen, noch alleine sitzen, weil sie immer wieder einschlief und stürzte und sich dabei noch andere Verletzungen zuzog.
Gestern ging es ihr plötzlich immer schlechter, während meine Schwägerin da war und diese verständigte dann einen Arzt.
Kurz darauf ist sie gestorben. Der Arzt sagte, sie hätte einen Herzinfarkt gehabt.
Meine Frage ist nun, ob es nicht auch eine Lungenembolie oder ähnliches gewesen sien konnte, denn sie war übergewichtig und schon seit Wochen bettlägerig, bzw. hat ständig (Tag und Nacht!) im Rollstuhl gesessen.
Sie bekam Im KH weder Anti-Thrombose-Strümpfe, noch Heparin-Spritzen.
Liegt meine Vermutung da nicht nahe? Sollte man sich einfach mit der Diagnose des Arztes abfinden?
Ich danke Euch im Voraus für Eure Hilfe.
MFG Daniela
Hallo Daniela
Sie litt an Diabetes und war starke Raucherin. Ihr
Gesundheitszustand verschlechterte sich in den letzten 7
Monaten rapide.
Sollte man sich einfach
mit der Diagnose des Arztes abfinden?
Ich habe die drei wesentlichen Sätze deines Textes nochmal hintere8nander gestellt. Eigentlich sagen sie genug, denke ich.
Wenn deine Schwiegermutter aus heiterem Himmel, blühender Jugend und bester Gesundheit plötzlich tot umgefallen wäre, würde ich vielleicht auch Überlegungen in punkto Diagnose usw. anstellen, aber so?
Gruß,
Branden
Hallo Daniella,
Als erstes mein Beileid! :o(((
Sie lebte auf Sizilien, wo man anscheinend medizinisch noch
nicht ganz so weit ist,
Ich glaube so was kann man heutzutage nicht mehr so sagen bzw. stehen lassen: Im Zeitalter des Internets gibt es so was wie „medizinisch noch nicht so weit sein“ wohl kaum…
mal von den Zuständen in den Krankenhäusern ganz zu schweigen…
Ich war noch nie in einem italienischen Krankenhaus, aber an diesen Zuständen wird sie wohl nicht daran gestorben sein…
Meine Frage ist nun, ob es nicht auch eine Lungenembolie oder
ähnliches gewesen sien konnte,
Durchaus möglich, daß sie an eine Lungenemboie gestorben ist, aber sicher ist es nicht. Todesursachen gibt es tausende. Davon könnten bei Deiner Schwiegermama viele zutreffend sein.
Sie bekam Im KH weder Anti-Thrombose-Strümpfe, noch
Heparin-Spritzen.
Beide Sachen sind Hilfestellungen. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn sie Diabetikerin, Raucherin war und sich kaum bewegte, ist ein Herzinfarkt durchaus realistisch.
Liegt meine Vermutung da nicht nahe?
Jein! mMn. aber genauso nahe wie die des Arztes.
Sollte man sich einfach
mit der Diagnose des Arztes abfinden?
Ja, wie ich finde. Warum zweifelst du daran? Und alles nachzuprüfen wäre sehr, sehr mühsam, teuer und zeitaufwändig.
Ich danke Euch im Voraus für Eure Hilfe.
Nur meine Meinung…
Schöne Grüße,
Helena
Hallo,
so schwer es ist, den Tod eines Angehörigen zu akzeptieren, und so verständlich der Ansatz ist, Gewissheit erhalten zu wollen, und ggf. Verangtwortliche zu identifizieren, und dann auch verantwortlich zu machen, um so sehr muss man sich fragen, was man damit in so einem Fall erreichen kann?
Ich habe gerade eben vor einigen Minuten einen Artikel für unsere Tageszeitung für das nächste Wochenende geschrieben, wo ich mal wieder gegen Diagnostik bis zum bitteren Ende gewettert habe, die leider immer noch hin und wieder stattfindet. Menschen mit komplexem Krankheitsbild und eindeutig finaler Diagnose werden am Ende Ihres Lebens ohne Aussicht auf Besserung ihres Zustandes oder den Erfolg wenigstens einer Leidenslinderung mit diagnostischen Maßnahmen belastet, nur um dann zu wissen, ob es eher die Leber oder eher das Herz sein wird, oder vielleicht doch die Lunge, oder die Niere, die dann zuerst ausfallen wird, und für den Tod verantwortlich sein wird. Natürlich, dass ist wissenschaftlich und gibt genau die Gewissheiten, die Du jetzt auch gerne hättest. Aber um welchen Preis? Statt einen Menschen in dieser Lebensphase einfach in Ruhe zu lassen, ihm die nötigen palliativen Maßnahmen zukommen zu lassen, wird aufgeschnitten, werden Sonden in den Körper gestochen, … ohne hierdurch an der grundsätzlich feststehenden Tatsachen, dass dieser Mensch in absehbarer Zeit sterben wird, das Geringste ändern zu können.
Vielleicht war der Wegfall solch weiterer Diagnostik für deine Schwiegermutter das beste was Ihr in dieser Situation passieren konnte. So wie Du den Fall geschildert hast, sieht es nicht danach aus, dass hier medizinisch noch viel erreichbar gewesen wäre/hier Dinge von Ärzten versäumt worden sind. Dann ist der Wert eines friedvollen Todes ohne unnötige Belastungen gar nicht hoch genug einzuschätzen. Ich denke, dass diese Gewissheit auch für Angehörige viel wertvoller sein kann, als die Gewissheit, dass es jetzt schlussendlich ein Herzinfarkt oder … gewesen ist, was dann konkret zum Tode geführt hat.
Gruß vom Wiz
Hallo,
Meine Schwiegermutter ist gestern gestorben
Mein Beileid!
und meiner Meinung
nach ist die Todesursache nicht ganz klar.
Was läßt dich denn dieses denken?
Sie lebte auf Sizilien, wo man anscheinend medizinisch noch
nicht ganz so weit ist, mal von den Zuständen in den
Krankenhäusern ganz zu schweigen…
Hätte es in ihrem Fall etwas geändert wenn sie in Deutschland - oder was auch immer du als medizinisch optimales Land definieren möchtest - gewesen wäre? Definitiv nicht. Mal abgesehen davon dass Italien nicht in der 3. Welt liegt…
Sie litt an Diabetes und war starke Raucherin. Ihr
Gesundheitszustand verschlechterte sich in den letzten 7
Monaten rapide. Vor drei Wochen konnte sie weder laufen, noch
alleine sitzen, weil sie immer wieder einschlief und stürzte
und sich dabei noch andere Verletzungen zuzog.
Also ein sogenanntes internistisches Polytrauma, in Fachkreisen der Oberbegriff für „hat so ziemlich alle möglichen Erkrankungen“.
Wahrscheinlich hatte sie auch Bluthochdruck, Wasser in den Beinen, Herzrhythmusstörungen etc. etc. etc.
Gestern ging es ihr plötzlich immer schlechter, während meine
Schwägerin da war und diese verständigte dann einen Arzt.
Kurz darauf ist sie gestorben. Der Arzt sagte, sie hätte einen
Herzinfarkt gehabt.
Kann gut sein.
Meine Frage ist nun, ob es nicht auch eine Lungenembolie oder
ähnliches gewesen sien konnte, denn sie war übergewichtig und
schon seit Wochen bettlägerig, bzw. hat ständig (Tag und
Nacht!) im Rollstuhl gesessen.
Vielleicht war’s auch ein Hirninfarkt, ein Lungenödem, eine hypertensive Krise, ein kardiogener Schock oder ein Multiorganversagen.
Spielt es eine Rolle?
Sag’ jetzt nicht dass ich als anonymer Surfer leicht reden kann, dass es für mich im Gegensatz zu dir unwichtig wäre. Ich verstehe dass du gerne Klarheit hättest, aber andererseits ändert es nichts - und vor allem leiden Menschen wie deine Schwiegermutter an diversen Erkrankungen, du hast ja Vieles selber schon aufgezählt. Ob dann der Bluthochdruck zum Infarkt führte oder ein Thrombus zur Embolie und dann der Herzinfarkt kam oder nachfolgend das Lungenödem und dann zum Herzversagen… das kann man nicht wissen und das kann man oft auch nicht so statisch trennen. Der Mensch, der Körper, ist ein komplexes Gebilde, was zusammen spielt, wo man nicht wie in einer Maschine alle Funktionsbereiche voneinander trennen kann.
Der Arzt hat es Herzinfarkt genannt um euch einen Begriff zu geben, damit ihr etwas Greifbares, Benennbares, habt. Er hätte auch sagen können „Herzschwäche“, aber dann wiederum hättest du ihm vielleicht vorgeworfen dass das zu diffus und keine wirklich greifbare Sache sei.
Ich denke am Ende war es ein Zusammenspiel diverser Faktoren, von denen man nicht eine isolieren kann als gäbe es keine anderen. Aber der Arzt wollte es halt irgendwie nennen.
Sie bekam Im KH weder Anti-Thrombose-Strümpfe, noch
Heparin-Spritzen.
Kennst du die Nebenwirkungen und Kontraindikationen von Heparin und allen anderen Medikamenten, die man deiner Schwiegermutter hätte geben müssen? Bei Schwerkranken schliessen sich oft widersprechende Dinge aus, und egal was man tut oder läßt, es gibt immer Gründe dafür und dagegen. Man kann es nur falsch machen. Wenn es in diesem Fall keine Thrombose-Prophylaxe gab kann es dafür sehr naheliegende Gründe gegeben haben. Von hier aus nicht zu beurteilen, aber leicht vorstellbar.
Liegt meine Vermutung da nicht nahe? Sollte man sich einfach
mit der Diagnose des Arztes abfinden?
Definitiv ja! Oder du läßt es und beißt dich nicht am Begriff „Herzinfarkt“ fest, sondern siehst es als Zusammenspiel zahlreicher Faktoren - so wird es am Ende gewesen sein.
Das ist so als würdest du bei einer Erkältung definieren wollen ob es jemandem schlecht geht weil das Fieber 38,72222222°C oder 38,789765°C ist. Letztlich tut es aber nichts zur Sache, denn maßgeblich ist die Erkältung insgesamt, mit Kopf- und Gliederschmerzen, triefender Nase, roten Augen, Halsschmerzen, Husten, verstopften Nebenhöhlen, also das Gesamtereignis.
Lass’ es so stehen wie es ist. Wahrscheinlich war es gut für die Schwiegermutter dass man sie in Ruhe gelassen hat und den unvermeidlichen Tod nicht mit qualvollen Mätzchen, die letztlich aber doch nichts verändern konnten, herausgezögert hat.
Schöne Grüße,
MecFleih
Hallo,
wenn es dir wirklich wichtig ist die Todesursache feststellen zu lassen, kommst du nicht über eine Sektion hinaus.
Wenn ich aber deinen Ausführungen folge, gehe ich davon aus dass sie an durch „natürlichen“ Ursachen verstorben ist.
Es ist nicht ungewöhnlich dass die Todesursache Herzinfarkt lautet, denn bei der äußeren Leichenschau hat der Arzt sehr wenig Möglichkeiten die ablaufenden Faktoren festzustellen.
Ich hoffe dass du meinen Artikel nicht zu brachial findest.
Gruß Hubert