Todesursache nach 48 Jahren feststellen?

Hallo,
ich weiß nicht genau, ob das hier das richtige Brett ist.

Ich lese gerade einen Roman („Tildas Geheimnis“ von Judith Lennox), wo ein Skelett eines vor 48 Jahren verschwundenen Mannes gefunden wird. Es war am Fuße eines Deichs vergraben. Es wird zunächst gesagt, es sei möglich, dass der Mann lebendig begraben wurde. Später wird es dann schon als gegeben angenommen.
Meine Frage: kann man tatsächlich anhand eines Skeletts (mehr wird ja wohl nach 48 Jahren nicht übrig sein) feststellen, ob derjenige lebendig begraben wurde? Wenn ja, woran kann man das feststellen?

LG Anna

Hallo Anna,

die in bestimmter Weise veränderte Lage des Skeletts, Biß- oder Kratzspuren am Sargdeckel innen oder an Überresten anderer Behältnisse und Umhüllungen (bei Anne Rice war mal bei einem ähnlich gelagertem Fall die Teppichrolle von innern an der Kopfseite halb durchgebissen) und generell das Vorhandensein der Reste von Fesseln oder Knebeln könnten ein Indiz sein.

Anhand des bloßen Skelettes oder einzelner herumliegender Knochen allein läßt es sich natürlich nicht feststellen. Bei noch nicht abgeschlossener Verwesung (aber das war ja nicht deine Frage) finden sich in der noch vorhandenen Lunge, in der Luftröhre sowie im Magen und in der Speiseröhre oft Sand und Erde.

Es gibt übrigens auch gar nicht mal so seltene Fälle, in denen der Verwesungsprozess durch mannigfaltigste äußere Umstände sehr lange aufgehalten wurde, wenn nämlich aus klimatischen Gründen und/oder aufgrund der besonderen Umgebungs- speziell Bodenbeschaffenheit die Mumufizierung des Leichnams vor der vollständigen Zersetzung einsetzte.

Gruß

Annie

Hallo,

ein Sarg o.ä. wird hier nicht erwähnt, allerdings die Reste von Fesseln an Händen und Füßen.
Das mit der Erde im Mund usw. hatte ich mir schon gedacht, aber hier wird nur von einem Skelett gesprochen.
Naja, ich hab das Buch noch nicht ganz durch, vielleicht kommt ja noch eine Erklärung.

Danke!

LG Anna

Hallo Annie,

und generell das
Vorhandensein der Reste von Fesseln oder Knebeln könnten ein
Indiz sein.

Fessel und Knebel halte ich für kein gutes Indiz.
Die sind eher ein Indiz dafür, dass die Person festgehalten wurde und ggf. eines nicht eines natürlichen Todes gestorben ist.
Denn: Wer (egal ob Krimiautor oder echter Täter) würde das Entfernen von Fesseln und Knebel vor dem Begraben/Verstecken einer Leiche in Erwägung ziehen?

Bei den anderen von dir genannten Dingen stimme ich dir voll und ganz zu :smile:

Viele Grüße,
Nina

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Hei Nina,

Fessel und Knebel halte ich für kein gutes Indiz.

na, kein sehr aussagekräftiges für sich alleine, soweit hast du schon recht :wink:

Wer (egal ob Krimiautor oder echter Täter) würde das
Entfernen von Fesseln und Knebel vor dem Begraben/Verstecken
einer Leiche in Erwägung ziehen?

Ha. Na wenn das gewaltsame Ableben der Leiche weitestgehend verschleiert werden muss natürlich. Zum Beispiel aber auch zur Spurenverwischung. Heutzutage kriegen die ohne weiteres raus, bei welchem Supermarkt das Gaffatape und die Nylonseile gekauft wurden, ja sogar die Marge des Fabrikats und somit das Zeitfenster des Erwerbs.

Aber im vorliegenden Fall hast du natürlich recht, nach 48 Jahren wirds schon was kompliziert.

Es sei denn, der Autor wartet mit einer irgendeiner unerwarteten Volte auf. Vielleicht ist Anna ja so freundlich und beläßt uns nach Lektüre hierüber nicht gänzlich im Dunkeln :smile:)

Beste Grüße

Annie

Hallo Annie,

Ha. Na wenn das gewaltsame Ableben der Leiche weitestgehend
verschleiert werden muss natürlich. Zum Beispiel aber auch zur
Spurenverwischung. Heutzutage kriegen die ohne weiteres raus,
bei welchem Supermarkt das Gaffatape und die Nylonseile
gekauft wurden, ja sogar die Marge des Fabrikats und somit das
Zeitfenster des Erwerbs.

klar geht das - nur:
So weit wird oft nicht gedacht (sonst gäb’s ja nicht die Fälle, in denen man den Täter über die Tatwerkzeuge ausfindig machen kann), bzw. der Krimi-Autor lässt den Täter nicht so weit denken, damit anhand dessen über zig Umwege (ich denke da nur an „CSI Las Vegas“ :wink: ) der Täter ermittelt werden kann.

Viele Grüße,
Nina