Todesursache

Erst einmal einen schönen guten Morgen euch bei wer-weiss-was!

Leider weiss ich nicht so genau ob ich hier mit meiner Frage richtig bin, ich bitte um rücksicht wenn nicht.

Letztes Wochenende ist leider meine Schwiegermutter gestorben.
Als eine Pflegerin am Samstag um ca. 11.30 Uhr in ihrer Wohnung kam, lag sie tot in der Küche.
Da sie noch nicht in ihrem Bett war, gehen wir davon aus, das es schon am Freitag abend (Nachts) passiert sein muß. Sie war mit ihren 74 Jahren auch schon sehr gebrechlich, und stark Medikamentenabhängig. (Rizinussöl, und alle möglichen Abführmittel, Maloxan, Magnesium, sowie Schlaftabletten…)

Der Arzt der um ca. 13.00 Uhr den Totenschein ausgestellt hat (ein Notarzt) hat weder einen genauen Tag, noch die Todesursache festgestellt.

Meine Fragen jetzt:

Muß der Arzt nicht wenigstens einen möglichen Grund feststellen?
Was wird als Todestag gesagt, denn wir glauben das es wohl um ca. 2.00 Uhr in der Nacht passiert ist. (Sie ist immer so spät ins Bett gegangen)
Was ist mit der Leichenstarre, wann setzt die überhaupt ein, und für wie lange? Kann mann daran nicht vielleicht schon was feststellen?
Wie gefährlich ist dieses Ryzynussöl in Starken Mengen? (Zum Schluss bestimmt 20 Esslöffel pro Tag)
Wenn es ein Herzanfall war, liegt man dann verkrampft auf den Boden? (So lag sie da)

Und was mich jetzt auch noch sehr interressiert, was ist eigentlich eine Leichenstarre, und wie kommt soetwas zustande?

Sascha

Hallo Sascha,

zunächst einmal herzliches Beileid.

Leider weiss ich nicht so genau ob ich hier mit meiner Frage
richtig bin, ich bitte um rücksicht wenn nicht.

Ich denke schon, daß du im großen und ganzen hier richtig bist.

Der Arzt der um ca. 13.00 Uhr den Totenschein ausgestellt hat
(ein Notarzt) hat weder einen genauen Tag, noch die
Todesursache festgestellt.
Meine Fragen jetzt:
Muß der Arzt nicht wenigstens einen möglichen Grund
feststellen?

Wenn es ein Notarzt war, so hat er dieses aus gutem Grunde nicht
getan. Es ist sehr schwierig hierüber eine Aussage zu treffen,
wenn man den Patienten und vor allem seine Vorgeschichte nicht
kennt. Ansprechpartner hierfür sollte i.d.R. der Hausarzt sein,
der den Patienten vor seinem Tod längere Zeit betreut hat.
Ohne eine genaue Untersuchung ist es auch riskant den
Todeszeitpunkt exakt zu bestimmen.
Aussagen aus Krimis, wo ein Arzt (der als Pathologe dieses gar
weitaus besser beurteilen kann) bei einem Toten als
Zeitpunkt „gestern abend gegen 22:30 Uhr“ angibt sind IMO
unseriös. Da spielen einige Faktoren wie z.B. Wärme in der
Wohnung eine Rolle.

Was wird als Todestag gesagt, denn wir glauben das es wohl um
ca. 2.00 Uhr in der Nacht passiert ist. (Sie ist immer so spät
ins Bett gegangen)

Das späte zu Bett gehen ist natürlich ein wichtiger Aspekt
dabei. Aber letztlich muss sie ja nicht kurz vor dem ins Bett
gehen verstorben sein.

Was ist mit der Leichenstarre, wann setzt die überhaupt ein,
und für wie lange? Kann mann daran nicht vielleicht schon was
feststellen?

Sie ist natürlich neben den sog. Totenflecken und evtl.
Leichenfäulnis ein sehr wichtiger Anhaltspunkt.
Sie fängt in der 1. h (spätestens 3. h) nach Todeseintritt am
Kiefer an und breitet sich über den Körper abwärts aus. Das
Maximum der Totenstarre ist nach 6-12 h erreicht, sie löst sich
vom 3. Tage an.

Wie gefährlich ist dieses Ryzynussöl in Starken Mengen? (Zum
Schluss bestimmt 20 Esslöffel pro Tag)

Bin ich momentan leider überfragt…
20 Eßlöffel hört sich aber nicht eben gesund an.

Wenn es ein Herzanfall war, liegt man dann verkrampft auf den
Boden? (So lag sie da)

Wenn dieser mit starken Schmerzen verbunden ist: gut möglich.

MfG, Claus

Hallo Sascha,

im wesentlichen schließe ich mich meinem Vorredner an. Aus meiner Zeit als Bestatterin weiß ich, daß der Notarzt in solchen Fällen in der Tat den Totenschein nicht vollständig ausfüllen kann. Hier bei uns in HH wird so etwas dann zur „Polizeisache“, was bedeutet, daß die verstorbene Person zunächst in die Gerichtsmedizin gebracht wird. Dort wird aber keinesfalls immer eine Obduktion vorgenommen, sondern sehr oft auch nach „Aktenlage“ entschieden. Es sei denn, die Polizei hat Grund zur Annahme, daß beim Hergang des Todes nicht alles mit „rechten“ Dingen zugegangen ist.

Im allgemeinen steht dann in solchen Fällen auf der Sterbeurkunde (amtliches Dokument im Gegensatz zum medizinischen Dokument, dem Totenschein) unter Todeszeitpunkt: zwischen Freitag, XX.XX.01, 14.25 Uhr (Zeitpunkt wo sie das letzte Mal jemand gesehen hat, z.B. die Pflegerin) und Sonntag, XX.XX.01, 16.50 Uhr (Zeitpunkt wo sie gefunden wurde).

Die verkrampfte Haltung ist in solchen Fällen nichts ungewöhnliches.

Ich hoffe, Du hast jetzt etwas mehr Klarheit.

Liebe Grüße

Angelika

Und was mich jetzt auch noch sehr interressiert, was ist
eigentlich eine Leichenstarre, und wie kommt soetwas zustande?

Sascha

Kurzinfo:
Bei der Totenstarre handelt es sich um ein Starrwerden der Muskeln aufgrund einer Anhäufung von Säuren.Durch den Stillstand des Stoffwechsels werden die Muskeln nicht mehr mit ATP (Energie)versorgt und Säuren entstehen/´werden nicht mehr abtransportiert…sie fängt, wie schon gesagt, am Kopf an und steigt dann im Körper weiter runter, löst sich dann 1-6 Tagen wieder.