Töpfchen - ab wann?

Hallo Eltern,

eine Bekannte teilte mir freudestrahlend mit, dass sie ihren neuneinhalb Monaten alten Sohn neuerdings jeden Abend aufs Töpfchen setzt und er auch letztens zum ersten Mal Pipi reingemacht hätte.

Ich muss sagen, ich finde das viel zu früh.
Sollte das Kind sich nicht zumindest einigermaßen verständlich machen können, dass es jetzt mal pullern muss? Kann so ein kleines Baby überhaupt schon seine Blase kontrollieren?

Was haltet ihr davon?

Was für Argumente gibt es dafür und dagegen, ein Kind so früh aufs Töpfchen zu setzen?

Gespannt auf Eure Meinungen wartend,

Suse

Hallo

eine Bekannte teilte mir freudestrahlend mit, dass sie ihren neuneinhalb Monaten alten Sohn neuerdings jeden Abend aufs Töpfchen setzt und er auch letztens zum ersten Mal Pipi reingemacht hätte.

Wenn sie das andauernd macht, wird er auch irgendwann mal zufällig dabei müssen.

Ich denke, laufen sollte das Kind schon können, was hat es denn sonst für einen Wert? Und natürlich die Blase kontrollieren können, was ja normalerweise erst frühestens mit 2, 3 Jahren der Fall ist.

Vielleicht sollte man die Bekannte und ihren Sohn sehr häufig loben, damit sie es nicht so nötig hat, bei solchen Sachen Ehrzgeiz zu entwickeln.

Viele Grüße

Hi suse,

inzwischen ist es üblich, das kinder erst recht spät stubenrein werden.

ich selbst war es bereits mit 1.5 jahren. ich wuchs die erste zeit bei meiner sehr altertümlich lebenden oma auf, die auch nicht ewig windeln auf dem holzherd auskochen wollte (und ich fand die unbequemen stoffwindeln wohl auch nicht so toll)

eine freundin von mir hat zwei buben und einen ehemann, der hausmann ist. dieser stammt aus dem hintersten winkel sibiriens, die buben waren ebenfalls mit knapp über über einem jahr weitgehend trocken.

was ich damit sagen will: die bequemlichkeit (das tragen und das wechseln) von pampers führten dazu, das eltern und kinder immer später das töpfchengehen trainieren. in anderen zeiten oder anderen kulturen wurde und wird das anders gehandhabt.

ob ein 9 monatiges kind das schon kann, weiss ich nicht, aber mit einem jahr wird es bei einer reihe von kindern ganz sicher möglich.

auch kleinkinder liegen nicht gern in der sch… und können ihre funktionen durchaus kontrollieren. die modernen windeln, die das gefühl von trockenheit vermitteln, regen das kind nicht so sehr zum selber lernen an.
allerdings: lieber drei jahre pampers wechseln als ein jahr stoffwindeln waschen…

wenn es für das kind nicht in stress ausartet, soll das doch jede familie handhaben, wie sie möchte.

viele grüsse, sama

Hallo,

Sollte das Kind sich nicht zumindest einigermaßen verständlich
machen können, dass es jetzt mal pullern muss? Kann so ein
kleines Baby überhaupt schon seine Blase kontrollieren?

Normalerweise nicht. die Kontrolle über Blase/Darm kommt durchschnittlich etwa zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr.

Was für Argumente gibt es dafür und dagegen, ein Kind so früh
aufs Töpfchen zu setzen?

Dagegen wäre, dass es zu dem frühen Zeitpunkt eben keine „willentliche“ Aktion des Kindes gibt, sondern eher eine Dressur der Eltern, die z.B. den richtigen Zeitpunkt in etwa abschätzen können (z.B. ein bestimmter Zeitpunkt nach dem Essen/Trinken)

Dafür: Kind gewöhnt sich an das Töpfchen und entwickelt so ein Ritual, das beim Trockenwerden hilfreich sein kann.
Eltern brauchen weniger Windeln, wenn sie es häufiger schaffen, den idealen Zeitpunkt zu erwischen, wo das Kind „erfolgreich ist“.

Beatrix

Hallo!
Also entgegen anders lautenden Meinungen können Kleinkinder (medizinisch betrachtet) ab ca 15 Monaten die entsprechenden Schließmuskel kontrollieren. Einige sind früher dran, andere später (wie das mit allem eben so ist).

Mein Sohn ist seit er knapp 3 ist trocken. Wir haben es vorher probiert mit Töpfchenaufsatz etc, aber er hat Mord und Totschlag gebrüllt und bestand auf seine Pampi. Irgendwann war der Bann gebrochen und er fand´s okay auf der Toilette.

Ich kenne auch Mütter, die es sehr früh probiert haben mit dem Trockenwerden (ihrer Kinder, lach) und andere (so wie ich) nehmen es aus reiner Bequemlichkeit nicht so eng.

Schaden tut wahrscheinlich weder die eine noch die andere Einstellung.

Gruß, finnie

(deren 3. Sohn jetzt 15 Monate alt ist und noch nie auf dem Klo gesessen hat…)

Sama
Hallo Sama,

ich wollte nur Partei für die Soffwindeln ergreifen :smile:
Wir selber wickeln seit sieben Monaten damit und das geht echt super. Zu Anfang hatte ich auch ein wenig Bedenken, wegen der ganzen Babysch…aber du legst ja so ein Fließ ein und das fängt die festen Bestandteile auf. Das kann dann im Klo entsorgt werden. Und die Windel einfach in die Maschine, Hände waschen fertig. Und der Kleine merkt wenn er in die Windel gemacht hat. Deshalb hab ich Hoffnung auf ein baldiges trocken werden. Klar gehen Wegwerfwindeln einfacher, aber soooo schlecht sind Soffwindeln auch nicht :smile:
Vor allem billiger, umweltfreundlicher und das Kind wird breit gewickelt was für die Hüfte gut ist.

Gruß

Hi,

Kinder lernen spielerisch und vor allem durch abgucken und man sollte Sie hier auch nicht bremsen (es sei denn es wäre gefährlich). Persönlich halte ich aber nichts von einem Töpfchen zum Einen ist es auch nicht gerade das Angenehmste und zum Anderen hast du irgendwann die Umgewöhnung auf ein normales WC. Warum also diesen Umweg gehen und nicht gleich auf die richtige Toilette?

Viele Grüße
MeToo

Zu früh einsetzende Sauberkeitserziehung - Druck
Hallo,

9 Monate jeden Abend Töpfchen
Ich muss sagen, ich finde das viel zu früh.

Meinungen gewünscht.
Ja, gern.

Es ist viel zu früh.

  • das Kind sollte aufrecht sitzen und seine Körperspannung einige Minuten auf dem Töpfchen halten können.
  • das Kind sollte „biologisch“, von der körperlichen Entwicklung her in der Lage sein, seinen Stuhldrang zu spüren ( den Harndrang spürt es erst später).
    Dies ist aufgrund von Reifeprozessen im Körper erst zwischen dem 1 und 2ten Lebensjahr der Fall.

Was haltet ihr davon?

Nichts.
es baut sich eine Erwartungshaltung seitens der Mutter/ Erwachsenen auf, dem das Kind schlichtweg nicht gerecht werden kann.
Es staut sich Frust an.
Das Kind versagt…
Es entsteht Druck.

Folge dieses Druckes, so positiv er auch verpackt sein mag:
Angst vor der Toilette,
Verlust der Leichtigkeit, natürlichen Vorgängen eine spielerische Bedeutung zu geben…
Unangenehme Gefühle beim *Aa und Pipi machen*…
Vermeidungsverhalten

Viele Kinder haben dann später, noch im Schulalter, Probleme, ihre Blase zu kontrollieren, das Gehirn blockiert - „ich will das nicht“ - hinauszögern…
Es geht daneben - es folgt Ärger…

Das muss kein Kind haben.
Und das wollen ja auch Eltern nicht für ihr Kind.

_"- Es entwickelt sich zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr das Gefühl für Harndrang.
Hierfür muss die Verschaltung im Nervensystem soweit ausgereift sein, dass ein Kind die Körpersignale einer stark gefüllten Blase wahrnehmen kann. Dieser Entwicklungsschritt ist ausschlaggebend, denn er ist die wichtigste Voraussetzung, um überhaupt etwas über den Vorgang im Körper nach außen melden und darauf reagieren zu können.

  • Die Nervenbahnen haben sich frühestens Ende des 2. Lebensjahres, häufig jedoch erst im Laufe des 3., so differenziert entwickelt, dass ein Kind zur perfekten Kontrolle seiner Blasenschließmuskeln fähig ist. Jetzt wird bereits eine zunehmende Blasenfüllung gespürt.

  • Nach dem 4. Lebensjahr können fast alle Kinder trotz Harndrang die Harnabgabe noch einige Zeit hinauszögern und sogar bei geringer Blasenfüllung eine Harnabgabe willentlich einleiten.
    Prophylaktische Toilettengänge werden möglich.
    Schläft ein Kind dann noch normalerweise ohne einen Toilettengang nachts durch und erwacht, wenn es viel getrunken hat, am Harndrang und geht zu Topf oder Toilette, dann ist es trocken geworden.(…)"_
    Dies stammt aus dem guten, allgemein verständlichen Artikel:
    http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_E…
    Überhaupt ein empfehlenswerter Link für Eltern und Menschen, die beruflich mit Kindern zu tun haben oder sich einfach für Kindesentwicklung interessieren:
    http://www.familienhandbuch.de/

Ein spielerischer Umgang mit dem Töpfchen,
Teddy drauf setzen,
der Topf ist nichts Besonderes, steht immer im Lebensbereich des Kindes, so dass es irgendwann beginnt, Neugier fürs Pöttchen zu entwickeln…
Einbau in Rollenspiele,
das Kind im Sommer ohne Windel laufen lassen, damit es sich spürt und sieht, was passiert,
eigener natürlicher Umgang mit dem Toilettengang, nicht selber auch hinauszögern, sondern benennen, „Ich geh mal eben zur Toilette, wir spielen danach sofort weiter, ich merke, ich muss mal Pipi“…
hilft alles mehr, als zu frühes auf den Topf setzen.

Das setzt nur unnötig unter Druck, kann also Versagen bedeuten.
Wer will das schon?

Und die Mama hat ohne das Töpfchentheater auch viel weniger Stress.
Grüße,
Finjen

Umweltfreundlichkeit Stoffwindel vs. Wegwerfwindel
Hallo Annna,

die erstaunlichsten Dinge sind schon wissenschaftlich untersucht worden, darunter auch die Umweltverträglichkeit der verschiedenen Windelarten - und siehe da, in der Gesamtbilanz sind Stoffwindeln nicht besser als Wegwerfwindeln: http://www.pg.com/de_DE/dialog/hygieneprodukte/Winde…

Beste Grüße

=^…^=

Na da habe ich Glück,
die Windeln wurden gebraucht gekauft, werden Zuhause gewaschen, selbstverstädnlich mit Waschnüssen und ich hebe sie fürs nächste Kind auf. Selbstverständlich benutze ich auch keinen Trockner. Somit schone ich deutlich die Umwelt. :smile:

Hallo Annna,

Du scheinst ein grundsätzliches Problem mit dem Leseverständnis zu haben.

Ich zitiere: „Ist es umweltfreundlicher die Stoffwindeln zu Hause zu waschen oder einen kommerziellen Windeldienst damit zu beauftragen“, – auch auf diese Frage wurde in den Untersuchungen eingegangen.

Aber jede Mutter braucht natürlich etwas, mit dem sie sich anderen Müttern überlegen fühlen kann… ;o)

Grüße

=^…^=

1 „Gefällt mir“

Hallo Suse,

wir haben es bei unseren Töchtern folgendermaßen gehandhabt und ich werde das auch bei meinem Sohn wieder anstreben, wenn er so weit ist:

Sobald wir merkten, dass das Kind bewusst mitbekommt, dass es in die Windel macht, haben wir das auch kindgerecht zum Thema gemacht. Das war bei den beiden großen Töchtern in recht unterschiedlichem Alter, die eine war knapp 1,5 Jahre alt, die andere fast drei.
Wir haben dann angeboten, dass sie wie die großen Kinder auf Windeln verzichten und nur einen Schlüpfer anziehen können. Klar, wollten sie. Dieser Schlüpfer war eine Stoffhöschenwindel. Es wurde zwar nass und kalt, wenn was passierte, aber nicht dreckig. Das hat bei beiden Töchtern dann sehr schnell dazu geführt, dass sie aufs Töpfchen wollten. Die eine hat sich ein paar Wochen noch eine Einwegwindel umbinden lassen, wenn sie richtig drücken wollte. Das war wohl ein ganz angenehmes Gefühl mit der warmen Masse in der Windel. :smile:

Die Sauberkeits"erziehung" ging so bei beiden ganz schnell und stressfrei, ich hoffe, das wird bei meinem Sohn auch so.

Gruß
Burkh

genau ich bin die Übermutter…

Hallo,

sind Stoffwindeln nicht besser als Wegwerfwindeln:
http://www.pg.com/de_DE/dialog/hygieneprodukte/Winde…

Was anderes hätte ich auf der Homepage von Procter & Gamble auch nicht erwartet. Leider ist die dort zitierte Studie des UK Umweltamts nicht mehr auffindbar.

Grüße
Rainer

1 „Gefällt mir“

Hallo Rainer,

Was anderes hätte ich auf der Homepage von Procter & Gamble auch nicht erwartet.

und was meinst Du, wie rufschädigend es wäre, wenn man ihnen nachweisen könnte, etwas Erfundenes und Erlogenes zu behaupten?

Leider ist die dort zitierte Studie des UK Umweltamts nicht mehr auffindbar.

Tja, das kann schon einmal vorkommen, wenn der Link schon etwas älter ist - oder die Studie wiederholt wurde: http://publications.environment-agency.gov.uk/pdf/SC…

Ich zitiere: _ The average 2006 disposable nappy results in a global warming impact of 550kg of carbon dioxide equivalents if used over the two and half years a child typically wears nappies. This figure is 12 per cent less than 2002/03, as manufacturers have reduced the weight of disposable nappies by 13.5 per cent.
(…)
Reusable nappies were found to have a global warming impact of 570kg carbon dioxide equivalent over the two and a half period , based on average washer and drier use._

Danach stehen Wegwerfwindeln in der Ökobilanz sogar besser da als Stoffwindeln…

Und hier in Gänze: http://randd.defra.gov.uk/Document.aspx?Document=WR0…

Gruß

=^…^=

Kann so ein
kleines Baby überhaupt schon seine Blase kontrollieren?

Nein, kann es nicht. Das können die meisten Kinder erst um den 3. Geburtstag rum (plus/minus), vorher gibt es im Gehirn die entsprechende Verschaltung nicht. Ich halte das Vorgehen für albern bis gefährlich - man sollte Kindern ihre Entwicklung nicht vorwegnehmen sondern ihnen zugestehen, ihre Erfahrungen selber zu machen. Nur so können sie anständig lernen und sich gesund entwickeln. Genauso beknackt ist es, Kinder zwanghaft hinzusetzen und zu behaupten, sie könnten schon sitzen, wenn sie nur mal schräg in den Kissen hängen …

Gruß
Cess

Hallo,

Danke für die Links. Mich hatte nur der ursprüngliche Link auf die P&G-Seite misstrauisch gemacht, denn allzu oft habe ich erlebt, wie eine Studie auf die Erwartungshaltung des Auftraggebers hingetrimmt wurde.

Grüße
Rainer

Hallo,

ich kann nur meine eigenen Erfahrungen wiedergeben.

Meine Tochter war mit knapp einem Jahr sauber, konnte mit 10 1/2 Monaten laufen.

Mein Sohn war mit etwa 3 Jahren sauber, konnte mit 14 Monaten laufen.

Sicher sollte man die Kids animieren aufs Töpfchen zu gehen, aber Druck bringt nix.

Davon abgesehen hab ich es oft erlebt, als meine Kids noch klein waren, dass Mütter auf dem Spielplatz angeben was denn Sohn oder Tochter schon alles kann. Schalte in dem Fall deine Ohren auf Durchzug.

Gruß

Kati

Soviel ich weis ist es einem Kind erst ab 18 Monaten möglich seine Ausscheidungen wahrzunehmen b.z.w zu kontrollieren.
Dies hat mit einer Drüse die dies Steuert