Zu früh einsetzende Sauberkeitserziehung - Druck
Hallo,
9 Monate jeden Abend Töpfchen
Ich muss sagen, ich finde das viel zu früh.
Meinungen gewünscht.
Ja, gern.
Es ist viel zu früh.
- das Kind sollte aufrecht sitzen und seine Körperspannung einige Minuten auf dem Töpfchen halten können.
- das Kind sollte „biologisch“, von der körperlichen Entwicklung her in der Lage sein, seinen Stuhldrang zu spüren ( den Harndrang spürt es erst später).
Dies ist aufgrund von Reifeprozessen im Körper erst zwischen dem 1 und 2ten Lebensjahr der Fall.
Was haltet ihr davon?
Nichts.
es baut sich eine Erwartungshaltung seitens der Mutter/ Erwachsenen auf, dem das Kind schlichtweg nicht gerecht werden kann.
Es staut sich Frust an.
Das Kind versagt…
Es entsteht Druck.
Folge dieses Druckes, so positiv er auch verpackt sein mag:
Angst vor der Toilette,
Verlust der Leichtigkeit, natürlichen Vorgängen eine spielerische Bedeutung zu geben…
Unangenehme Gefühle beim *Aa und Pipi machen*…
Vermeidungsverhalten
Viele Kinder haben dann später, noch im Schulalter, Probleme, ihre Blase zu kontrollieren, das Gehirn blockiert - „ich will das nicht“ - hinauszögern…
Es geht daneben - es folgt Ärger…
Das muss kein Kind haben.
Und das wollen ja auch Eltern nicht für ihr Kind.
_"- Es entwickelt sich zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr das Gefühl für Harndrang.
Hierfür muss die Verschaltung im Nervensystem soweit ausgereift sein, dass ein Kind die Körpersignale einer stark gefüllten Blase wahrnehmen kann. Dieser Entwicklungsschritt ist ausschlaggebend, denn er ist die wichtigste Voraussetzung, um überhaupt etwas über den Vorgang im Körper nach außen melden und darauf reagieren zu können.
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Die Nervenbahnen haben sich frühestens Ende des 2. Lebensjahres, häufig jedoch erst im Laufe des 3., so differenziert entwickelt, dass ein Kind zur perfekten Kontrolle seiner Blasenschließmuskeln fähig ist. Jetzt wird bereits eine zunehmende Blasenfüllung gespürt.
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Nach dem 4. Lebensjahr können fast alle Kinder trotz Harndrang die Harnabgabe noch einige Zeit hinauszögern und sogar bei geringer Blasenfüllung eine Harnabgabe willentlich einleiten.
Prophylaktische Toilettengänge werden möglich.
Schläft ein Kind dann noch normalerweise ohne einen Toilettengang nachts durch und erwacht, wenn es viel getrunken hat, am Harndrang und geht zu Topf oder Toilette, dann ist es trocken geworden.(…)"_
Dies stammt aus dem guten, allgemein verständlichen Artikel:
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_E…
Überhaupt ein empfehlenswerter Link für Eltern und Menschen, die beruflich mit Kindern zu tun haben oder sich einfach für Kindesentwicklung interessieren:
http://www.familienhandbuch.de/
Ein spielerischer Umgang mit dem Töpfchen,
Teddy drauf setzen,
der Topf ist nichts Besonderes, steht immer im Lebensbereich des Kindes, so dass es irgendwann beginnt, Neugier fürs Pöttchen zu entwickeln…
Einbau in Rollenspiele,
das Kind im Sommer ohne Windel laufen lassen, damit es sich spürt und sieht, was passiert,
eigener natürlicher Umgang mit dem Toilettengang, nicht selber auch hinauszögern, sondern benennen, „Ich geh mal eben zur Toilette, wir spielen danach sofort weiter, ich merke, ich muss mal Pipi“…
hilft alles mehr, als zu frühes auf den Topf setzen.
Das setzt nur unnötig unter Druck, kann also Versagen bedeuten.
Wer will das schon?
Und die Mama hat ohne das Töpfchentheater auch viel weniger Stress.
Grüße,
Finjen