TokenRing-Probleme

Hi,
wer kann mir bei einem TokenRing-Netzwerk weiterhelfen?

Es können sich manchmal immer nur eine bestimmte Anzahl User anmelden, danach geht nichts mehr.
Ich hab schon den Verteiler resettet, bringt nix. Außerdem resettet er sich manchmal von alleine. (???)
Wenn ich den aktiven Verteiler stromlos mache, können sich wieder User an anderen (passiven) Verteilern anmelden.
Es ist aber nur an einzelnen Tagen so, am nächsten Tag geht es meistens wieder.

Gruß
Heiko

Hallo Heiko,

Notiere Dir die Ausfallzeiten (Tageszeiten und Dauer) und prüfe ob ein Zyklus dahintersteckt (auch die betroffenen PCs dokumentieren).
Versuche Dokumentation zur Verkabelung aufzutreiben, falls nicht vorhanden, prüfe die Verkabelung auf maximale Längen von Verteiler zum PC.
Sind Kabel im Freien oder in Kanälen verlegt, wo sie dem Wetter (Hitze, Kälte) ausgesetzt sind.
Ich habe vor vielen Jahren bei einem namhaften bayerischen Automibilhersteller ein „Längen-Temperaturproblem“ behoben, das immer nur an warmen Tagen, gegen Mittag mit direkter Sonneneinstrahlung auftrat.

Gruß
Klaus

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Hi,

Es können sich manchmal immer nur eine bestimmte Anzahl User
anmelden, danach geht nichts mehr.

Beschreib mal genauer. Können sich immer nur zum Beispiel 15 User anmelden und dann ist Ende, oder sind es mal 10, mal 16,…?

Ich hab schon den Verteiler resettet, bringt nix. Außerdem
resettet er sich manchmal von alleine. (???)

Wäre ganz nützlich gewesen, wenn Du mal genauere Typangaben geliefert hättest. Mit „Verteiler“ meinst Du doch den RLV, oder?

Beschreib doch das Netz mal etwas näher.

Eins aber mal vorneweg: es gibt ein Treiberproblem bei den IBM Token-Ring Karten. Dies äussert sich darin, dass ein PC mit dem falschen Treiber verhindert, dass sich folgende PCs ins Netz einklinken. Leider kann man aber auch nicht sagen: der Treiber Version XYZ läuft. Vielmehr kann Treiber A auf Rechner B wunderbar laufen, auf Rechner C aber das Netz lahmlegen! Dazu kommt noch das Problem, diesen speziellen Rechner zu finden…

Gruß
Stefan

Es können sich manchmal immer nur eine bestimmte Anzahl User
anmelden, danach geht nichts mehr.

Beschreib mal genauer. Können sich immer nur zum Beispiel 15
User anmelden und dann ist Ende, oder sind es mal 10, mal
16,…?

Weiß ich nicht. Im Netz sind über 100 User, da weiß ich nicht wie viele da gleichzeitig drin sind. Aber es sind immer unterschiedlich viele, hab ich durch diverse Tests herausgefunden.
Außerdem ist es nur an vereinzelten Tagen (vielleicht alle 2 Monate einmal oder so). So auch wieder gestern. Heute hat sich noch niemand beschwert, dass er nicht ins Netz kommt :smile:

Ich hab schon den Verteiler resettet, bringt nix. Außerdem
resettet er sich manchmal von alleine. (???)

Wäre ganz nützlich gewesen, wenn Du mal genauere Typangaben
geliefert hättest. Mit „Verteiler“ meinst Du doch den RLV,
oder?

Ja einen RLV, was sonst? Mit dem einen aktiven haben wir aber schon immer Probleme, im Normalfall sind die aber behoben, wenn man ihn kurzzeitig stromlos macht. Aber eben nicht gestern.

Das mit den Treibern hab ich schon insoweit gemerkt, dass unter 2000/XP die älteren IBM-Karten nicht mehr laufen. Das Netz ist ja so wie es jetzt ist, schon einige Jahre, ab und zu kommt halt mal ein neuer Rechner hinzu, aber ansonsten hatte ich noch keine Treiberprobleme.

Kann es evtl. auch sein, dass das gesamte Netz ganz einfach nur überlastet ist?

Gruß
Heiko

PS: Wir wollen aber demnächst eh neu verkabeln auf Ethernet :wink:

Hi,
es steht kein Zyklus dahinter, es sind immer nur vereinzelte Tage. PCs sind immer unterschiedlich, meines Erachtens, die, die sich zuletzt anmelden wollten.
Kann es vielleicht sein, dass das Netz einfach nur überlastet ist? Kann aber eigentlich bei etwa 120 Usern net sein, oder?
Einige Kabel (LWL) sind schon in Kanälen unter dem Erdboden verlegt, aber das ist schon jahrelang so. Genauso wie die Kabellängen. Hat damals eine externe Firma für uns gemacht (War ich aber noch net hier beschäftigt).

Gruß
Heiko

Hi,

Weiß ich nicht. Im Netz sind über 100 User, da weiß ich nicht
wie viele da gleichzeitig drin sind. Aber es sind immer
unterschiedlich viele, hab ich durch diverse Tests
herausgefunden.

Also ohne zumindest mal ein rudimentäres Netzwerkmonitoring sollte man ein Netz dieser Größe eigentlich nicht betreiben. Wie willst Du denn auf Fehler reagieren, ohne eine Möglichkeit zur Analyse? Kannst Du wenigstens rausfinden, welchen Ring-Status das Netz hat, wenn es zu dem Fehler kommt?

Außerdem ist es nur an vereinzelten Tagen (vielleicht alle 2
Monate einmal oder so). So auch wieder gestern. Heute hat sich
noch niemand beschwert, dass er nicht ins Netz kommt :smile:

Klingt nach dem klassichen „Ring Insertion Failure Problem“. Such mal unter diesem Begriff im Usenet - Du wirst totgeschmissen mit Infos.

Kann es evtl. auch sein, dass das gesamte Netz ganz einfach
nur überlastet ist?

Token-Ring fällt im Gegensatz zu Ethernet grundsätzlich nicht wegen Überlast aus - das war ja grade der Vorteil dieser Topologie. Dein Problem hat andere Gründe. Abgesehen davon würde ich allerdings >100 Stationen auch in einem TR nicht unbedingt in einem einzigen Segment betreiben. Hängt allerdings von vielen Faktoren ab: Art der RLV’s, Art der Verkablung, Länge der Lobe’s, etc.

PS: Wir wollen aber demnächst eh neu verkabeln auf Ethernet
:wink:

Ach, Ihr habt auch noch die Typ1-Verkabelung zum Token-Ring? Autsch. Da tun sich noch ganz andere Fehlerquellen auf. Die alten „Boy-George-Stecker“ waren schon im Neuzustand unsicher.

Gruß
Stefan

Hi,

ja genau, Typ1-Verkabelung haben wir. *lol*
Also als RLVs haben wir mehrere IBM 8230 (?), die mit LWL verkabelt sind.
Was tun sich denn da z.B. noch für Fehlerquellen auf?

Monitoringtools haben wir nicht, sind aber schon seit paar Jahren (!) im Gespräch. Bin aber leider nicht der Bevollmächtigte :frowning:
Aber was solls …

Gruß
Heiko

Hi,

Was tun sich denn da z.B. noch für Fehlerquellen auf?

Die klobigen Stecker der Typ1-Verkabelung lösen sich nicht nur gerne durch die Hebelkraft des recht steifen, dicken Kabels, sondern sind auch im Normalzustand recht kontaktschwach. So manches Problem wurde schon gelöst, in dem man einfach mal alle Stecker gezogen und wieder neu eingesteckt hat.

Monitoringtools haben wir nicht, sind aber schon seit paar
Jahren (!) im Gespräch. Bin aber leider nicht der
Bevollmächtigte :frowning:

Dann einen schönen Gruß an den „Bevollmächtigten“: ihr müsst mit dem Problem leben. Ohne einen TR-Monitor oder zumindest einen Sniffer gibt es imho keine Möglichkeit, die Störquelle zu finden. Frag’ ihn, ob Du die Hotline im Problemfall auf sein persönliches Telefon umlegen kannst…

Und für das Geld, was Ihr jetzt für eine professionelle Analyse ausgeben müsstet, hättet Ihr schon die Hälfte vom Ethernet-Equipment…

Mal ernsthaft: Eine der schwierigsten Aufgaben eines EDV-Verantwortlichen ist es, Diagnose- und Überwachungswerkzeuge zu bekommen. „Es läuft doch!“ „Damit verdient man kein Geld!“ und ähnliches muss man sich dann anhören.
Man muss die Verantwortlichen schriftlich(!) über den Nutzen - aber vor allem über die Risiken bei Nichtanschaffung - informieren und auf Entscheidung bestehen. Dafür gibt es ja die Funktion „Entscheidungsvorbereiter“.

Gruß
Stefan

hallo heiko,

ich habe da mal einen ganz anderen ansatz, klingt möglicherweise komisch, möglicherweise könnte er dir aber helfen :
bei einem unserer kunden kam es im token-ring-netzwerk zu ähnlichen problemen.
verursacht wurden diese dadurch, dass bei den endgeräten (pcs) im bios die stromspar-funktion aktiviert war (frag mich nicht, wie man auf die lösung des fehlers gekommen ist). manchmal kam es eben dazu, dass, wenn ein pc längere zeit am netz war, ohne dass mit ihm „aktiv“ im netz gearbeitet wurde (z.b. mittagspause oder wochenende) und die stromspar-funktion zuschlug, die tokenring-karte dieses pcs in einen „undefinierten zustand“ schaltete…
das führte dazu, dass ähnliche fehler auftraten, wie bei euch.
nachdem die stromspar-funktion an allen pcs im bios ausgeschaltet wurde, traten die fehler nicht mehr auf.

ich weiss zwar nicht, ob es bei deinem tr-netz hilft, aber ich würde es einfach mal versuchen.

grüsse vom caddle

Hi,

Entscheidungsvorbereiter ist ja schön und gut, aber wenn dann trotzdem genau das Gegenteil von dem gemacht wird, was man vorschlägt, kann ich auch nichts dran ändern. Ist halt in unserer Firma so :frowning:
(Entscheidungsträger ist bei uns der Geschäftsführer, der das macht, was er will, obwohl er überhaupt keine Ahnung von EDV hat, aber so ist das Leben.)

Gruß
Heiko

Hi,

danke für den Tip, aber ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen bei der Masse an PCs (ca. 120), dass es da nur einmal alle paar Monate vorkommen soll.
Außerdem wäre es für mich auch ein wenig zu viel Arbeit, vor allem, wenn es höchstwahrscheinlich eh nichts bringt.

Gruß
Heiko

off topic
Moin.

Entscheidungsvorbereiter ist ja schön und gut, aber wenn dann
trotzdem genau das Gegenteil von dem gemacht wird, was man
vorschlägt, kann ich auch nichts dran ändern. Ist halt in
unserer Firma so :frowning:

So was gibt es natürlich - besonders in sehr kleinen Firmen, in denen es den großen Zampano gibt, der niemandem mehr verantwortlich ist und nach Gutsherrenart regiert.

Der übliche Ablauf ist:

  1. „Chef, wir hätten gerne XYZ“
  2. „Wieso?“
  3. „Weil wir damit Fehler finden können und…“
  4. „Das habt ihr auch so zu schaffen! Abgelehnt!“

Ich wage allerdings die Behauptung, dass es in den allermeisten Fällen einfach an mangelhafter Entscheidungvorbereitung liegt. EDV-Abteilung haben traditionell enorme Probleme im Bereich Selbstdarstellung (Was leisten wir? Wie leisten wir im Vergleich zu anderen? Was würde diese Leistung fremdeingekauft kosten?).

Grund: da sitzen meist Freaks und keine BWL’er.

Oft kann man der GL den Sinn einer Maßnahme nicht klarmachen, weil einfach keine Zahlen vorhanden sind. Was kostet denn z.B. die Downtime des Netzwerkes pro Minute? Meist kommt ein Achselzucken. Wie soll eine Entscheidung getroffen werden, wenn noch nicht mal eine ROI-Betrachtung gemacht werden kann?

(Entscheidungsträger ist bei uns der Geschäftsführer, der das
macht, was er will, obwohl er überhaupt keine Ahnung von EDV
hat, aber so ist das Leben.)

Und der ist niemandem mehr verantwortlich? Sooo klein ist Piasten doch garnicht. *wunder*

Oft geht das Szenario von oben nämlich so weiter:
5. GAU tritt ein
6. „Herr Tasche, wie konnte das passieren?“
7. „Chef, Sie haben doch damals die Beschaffung von XYZ abgelehnt…“
8. „Das haben Sie aber SO nicht klargemacht, dass das passieren könnte“

Wichtig ist, Cheffe schon bei Punkt 3 klarzumachen, was alles passieren könnte und das die Verantwortung bei ihm liegt, wenn er ablehnt. Und das Ganze SCHRIFTLICH! Es gibt Methoden, Entscheidungen zu erzwingen - positiv oder negativ. Zur Not mit Memoranden bzw. Protokollen. Dann geht es nämlich so weiter:

  1. „Doch Chef, siehe das Protokoll vom 26.6.2003. Da steht es drin. Das haben Sie anerkannt.“

Wenn dann allerdings das Totschlagargument kommt „Ja meinen Sie, ich würde alles lesen, was Sie mir schicken…?“, dann gilt wieder die Bemerkung über die Gutsherrenart. Zumindest kann einem aber keiner mehr am Zeug flicken… :-/

Lass Dich nicht unterkriegen und plane beim Umstieg auf Ethernet gleich entsprechende Diagnosetools ein. Kann man prima in den Umstellungsinvestitionen verstecken. :wink:

Gruß
Stefan

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Hallo…

(Entscheidungsträger ist bei uns der Geschäftsführer, der das
macht, was er will, obwohl er überhaupt keine Ahnung von EDV
hat, aber so ist das Leben.)

Und der ist niemandem mehr verantwortlich? Sooo klein ist
Piasten doch garnicht. *wunder*

Piasten gehört afaik zur Cadbury’s Firmengruppe…

Allerdings weiß ich nicht wie weit die Freiheiten des Geschäftsführers
gehen…

Servutz
Stephan

hallo heiko,

wenn ihr sowieso demnächst auf ethernet umbaut und der fehler nur alle paar monate auftritt, wird sich der aufwand sicher nicht lohnen, ob es was nutzten würde, lasse ich mal aussen vor, obwohl ich davon überzeugt bin :smile:.
der umbau auf ethernet (ich denke mal, geswitchte umgebung :smile:) wird sicher auch noch spassig, ich denke da an den tausch der verkabelung, inbetriebnahme und test der neuen netzhardware und umrüsten der pcs.
wenn du die möglichkeit hast, solltest du die neuen netzwerkkomponenten auf herz und nieren testen (ausfallsicherheit und redundanzkonzepte; management-tools etc…). ist sicher ne reizvolle aufgabe, nen firmen-netz KOMPLETT umzustricken.

stefan hat ja schon gut genug erklärt, dass sich ohne management/überwachung ein netzwerk nicht (zufriedenstellend)betreiben lässt.
als beispiel nenne ich gerne die grossen summen, die eine stadt oder gemeinde für eine feuerwehr ausgibt, obwohl es nicht jeden tag brennt.
ich denke, es liegt wohl daran, dass es besser ist, einen kleinen brand gezielt zu löschen, bevor die ganze gemeinde abfackelt.
ich glaube, das ganze lässt sich ganz gut auf ein netzwerk übertragen.

viel spass beim umbau und grüsse vom caddle

Hi,
bin selbst Admin eines riesiegen TR-Netzes (über 30.000 Clients!).
Sieht tatsächlich nach der ominösen Stromsparfunktion aus. Um genauer zu sein: Versuche mal, im Bios die Funktion „Wake On LAN“ zu deaktivieren. Dann sollte es wieder funktionieren. So war es zumindest bei vielen Olicom TR-Karten …
Gruß
Michael

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Hi,
Sieht tatsächlich nach der ominösen Stromsparfunktion aus. Um
genauer zu sein: Versuche mal, im Bios die Funktion „Wake On
LAN“ zu deaktivieren. Dann sollte es wieder funktionieren. So
war es zumindest bei vielen Olicom TR-Karten …
Gruß
Michael

mein reden, danke !

hi michael,

wenn du bei den 30000 usern diesen akt durchmachen müsstest, tätest du mir leid, wenn ich mich richtig erinner, waren es beim ur-poster nur um die 120-150…
aber, versuch mal, nur einen l-admin von dieser aktion zu überzeugen(bei 30000 endgeräten), und es kommen immer neue :smile:

grüsse vom caddle