Toleranzrechnung

Ich habe eine sehr grundlegende Frage zur Berechnung radialer Toleranzketten (als einfaches Beipiel kann man eine Welle nehmen, die in einem Gehäuse gleitgelagert ist).
Grundsätzlich gibt es dabei ja zwei unterschiedliche Arten von Toleranzen:

a) eine Fehlpositionierung: Darunter würde ich z.B. eine Positionstoleranz der Bohrung im Gehäuse verstehen.

b) ein Spiel: Das Spiel kann z.B. dadurch entstehen, dass die Bohrung (unter Berücksichtigung der Durchmessertoleranz) größer als die Welle (unter Berücksichtigung der Durchmessertoleranz) ist.

Meine Frage ist nun, ob ich bei der Toleranzrechnung beide Arten (a und b) einfach aufaddieren soll, oder ob ich nur a-Toleranzen verwenden soll und das Spiel komplett ignorieren, oder ob ich das Spiel in irgendeiner Form getrennt berücksichtigen muss.
Vielen Dank schonmal für die Hilfe!

Gruß,
Martin

Hallo Martin,

a) eine Fehlpositionierung: Darunter würde ich z.B. eine
Positionstoleranz der Bohrung im Gehäuse verstehen.

b) ein Spiel: Das Spiel kann z.B. dadurch entstehen, dass die
Bohrung (unter Berücksichtigung der Durchmessertoleranz)
größer als die Welle (unter Berücksichtigung der
Durchmessertoleranz) ist.

Meine Frage ist nun, ob ich bei der Toleranzrechnung beide
Arten (a und b) einfach aufaddieren soll, oder ob ich nur
a-Toleranzen verwenden soll und das Spiel komplett ignorieren,
oder ob ich das Spiel in irgendeiner Form getrennt
berücksichtigen muss.

Das kommt in diesem Fall ganz auf das Problem an z.B.:

  1. Wenn du wissen willst wo sich das Ende der Achse befinden kann, musst du a+b rechnen. Wobei sich aus b auch ein Winkel ergibt.

  2. Hast du am Ende der Achse ein zweites Lager wird es komplizierter.
    Durch a sind die Lager nicht in der Flucht.
    Durch b kann aber das Verkanten des Lagers aufgefangen werden.

Wie überall in der Konstruktion, gibt es nicht nur eine richtige Antwort.

MfG Peter(TOO)

Hallo

Da gibt es eine einfache Regel.
Durchmessertoleranz = Positionstoleranz.

Müssen am Stück verbunden zwei Passungen passen, dann ist nur noch die Genauigkeit der Bearbeitungsmaschine erreichbar.
Position +/- 0,005 mm.
Findet man keine konstruktive Einstellbarkeit, dann wird es sehr teuer, weil die Ausschusswahrscheinlichkeit steigt.
Beispiel: Stanzwerkzeugführungen (Steinel Normalien)

Komplizierter wird es, wenn das Mass aus einer ganzen Reihe von Toleranzen besteht.

Beispiel: Ich baue einen Turm aus 20 Klötzen, und jeder Klotz hat eine Höhe von +/- 0,1mm. Welche Gesamttoleranz ist erreichbar?
Hier wird das Prinzip der Wahrscheinlichkeitstoleranz verwendet (heisst glaube anders aber fällt mir nicht mehr ein) in dem man annimmt, dass nicht alle Summentoleranzen die extremen sind.

Es wäre unmöglich, dass alle Klötze an der Obergrenze sind.
Gesamttoleranz ist dann zufällig 0,5 bis 0,8 mm oder so.

Aber auch +/- 0,00 kann erreicht werden, wenn man 200 dieser Klötze zur Ferfügung hat und ausprobieren kann. Oder die klötze genau ausmessen und sortieren.

Das wird bei Kegelrollenlagern so gemacht.

Gruss
Beat