Hallo,
Ich möchte wissen, ob man nach Tomaten im Garten, das Jahr danach Katoffeln an den selben Platz pflanzen kann und umgekehrt?
Hoffentlich ist meine Frage richtig ausgedrückt, Deutsch ist eine Fremdsprache, die ich sehr mag aber nicht immer gut zum Ausdruck bringen kann.
Danke für Eure Hilfe
Gruss aus Frankreich
Ingrid
Salut Ingrid,
ja, das funktioniert. Kartoffeln und Tomaten sind zwar sehr nah miteinander verwandt, aber bei Tomaten ist nicht der Boden die problematische Infektionsquelle (für Phytophtora), sondern die Luft, und die kommt überall hin. Die Virosen, die alle Kartoffeln irgendwann kriegen, machen den Tomaten nichts aus.
Obwohl Kartoffeln und Tomaten beide als „Starkzehrer“ gelten, ist der Stickstoffbedarf von Tomaten nicht so sehr groß, wenn man gute Früchte haben will. Hoher Ertrag ist da leicht mit faden Früchten verbunden, je nach Klima und Sorte. Sonst nehmen sie auch eine Mineraldüngung im Frühjahr nicht übel, wenn nicht zu viel Stickstoff in Relation zu Phosphor-Kalium im Spiel ist.
Wenn Du einen kalkarmen Boden hast (grès, argiles acides …), ist für Tomaten eine leichte Kalkgabe im Herbst vorher oder im Frühjahr wichtig, die Früchte reifen bei Kalkmangel nicht richtig aus, sondern faulen von der Spitze her, noch bevor die Pflanze von Phytophtora befallen ist.
Schöne Grüße
MM
Kartoffeln und Tomaten sind sogenante kreutzblütler also artverwante somit nimertoden geferdet PILZ KRANKHEIT
Hallo Hotte,
weder Kartoffeln und Tomaten sind Kreuzblütler. Es handelt sich um Nachtschattengewächse. Daß sie nah verwandt sind, habe ich übrigens schon geschrieben, falls das Deiner geschätzten Aufmerksamkeit entgangen sein sollte. Daß das in diesem Fall nichts ausmacht, auch.
Das Risiko bei einer zu engen Fruchtfolge mit Kreuzblütlern sind nicht Nematoden, sondern Kohlhernie.
Kohlhernie ist keine Pilzkrankheit. Nematoden sind ebenfalls keine Pilzkrankheit. Die wichtigste Pilzerkrankung sowohl bei Kartoffeln als auch bei Tomaten ist Phytophtora Infestans. Die ist aber nicht bodenbürtig, hat also mit der Fruchtfolge nichts zu tun.
Und jetzt erzählst Du mir bitte nochmal langsam, verständlich und begründet, was das Problem an der Fruchtfolge Kartoffel - Tomate sein sollte.
Schöne Grüße
MM
Bonsoir Martin,
Danke für diese Erklärung. Ich dachte, es wäre ein Problem für Kartoffeln an Platz von Tomaten und umgekehrt in meinem Garten eben, weil beide zur ungefähr gleichen „Familie“ gehören und sich vielleicht dadurch infizieren könnten. Nun ist mir klar, ich kann es wagen nächsten Frühling meinen Gartenplan zu ändern. Ja, Kalkmangel und unregelmässiges Giessen führt zu „nécrose apicale“ auch „cul noir“ genannt in meinem französischen Gartenhandbuch.
Gruss aus der Touraine,
Ingrid
Servus,
ergänzend noch dazu:
Tomaten gelten als selbstverträglich (vgl. den Anbau unter Glas), aber zu viele Jahre am gleichen Ort würde ich sie trotzdem nicht setzen: Irgendwann passt dann die Zusammensetzung der Bodenlösung nicht mehr.
Kartoffeln nach Kartoffeln ist weniger schön, wegen der Virosen und wegen Knollennassfäule und Schwarzbeinigkeit: Die Erreger sind überall im Boden, aber gut gefüttert gedeihen sie eben schon besser.
Nun ist aber Boden nach Kartoffeln wegen des Hackens und Häufelns so hübsch für alles mögliche geeignet, daß Kartoffeln nach Kartoffeln sowieso kaum in Frage kommen - vor allem in Gemüsegärten, die zwiebel- und kohllastig sind, und wo man eh immer eine Ecke finden muss, auf der eine Weile keine Zwiebeln, Porree, Knoblauch bzw. Kohl, Rettich, Rucola etc. gestanden haben.
Ach ja - weil es in großen Teilen der Touraine schon genügt, mit dem Fuß aufzustampfen, damit ein Kürbis dasteht: Auch die „exotischen“ Verwandten passen in der Fruchtfolge zu Kartoffeln, z.B. Auberginen und Physalis.
Schöne Grüße
MM
Guten Tag,
Tomaten mögen immer am selben Platz stehen. Bei mir im Garten haben sie einen Stammplatz mit voller Sonne ab Mai.
Da beide Nachtschattengewächse sind, empfehle ich keine Fruchtfolge.
-j-
Servus,
Barum?
MM
Bonsoir Martin,
Tomaten gelten als selbstverträglich (vgl. den Anbau unter
Glas), aber zu viele Jahre am gleichen Ort würde ich sie
trotzdem nicht setzen: Irgendwann passt dann die
Zusammensetzung der Bodenlösung nicht mehr.
Stimmt, deswegen wechsel’ich jedes Jahr den Platz des Anbaus im Garten.
Ach ja - weil es in großen Teilen der Touraine schon genügt,
mit dem Fuß aufzustampfen, damit ein Kürbis dasteht:
Mag sein, aber südwestlich von Tours ist es nicht ganz so einfach. Da gehört schon etwas „huile de coude“ dazu. Früher war mein „jardin amateur“ ein „vignoble“. Deswegen muss ich etwas Sand aus der Loire und Biodünger untermischen.
Auch die „exotischen“ Verwandten passen in der Fruchtfolge zu
Kartoffeln, z.B. Auberginen und Physalis.
Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen.
Gruss aus der Touraine
Ingrid