Tomaten

Liebe/-r Experte/-in, im Frühjahr habe ich, unter anderem, 4 Tomatenpflanzen „Mühls Mini“ (Cocktailtomaten)angepflanzt, die ich auch aus dem Samenkorn gezogen hatte. Damit ich beim Hacken im Beet nicht immer Angst haben muss, den Pflanzenballen auszureißen, habe ich sie ganz bewusst recht tief gepflanzt, will sagen, der Ballen war einige cm in der Erde. Zu meiner Verwunderung bildeten sich offenbar neue Triebe wodurch ich nicht den üblichen einen Haupt-Trieb hatte, sondern regelrechte Tomaten-Büsche wuchsen. Von erfahreneren Hobbygärtnern erfuhr ich, mit bedauerndem Kopfschütteln, dass man Tomaten niemals so tief pflanzen dürfe, da sie sonst eben diese vielen Triebe bildeten.

Das mag ja nun alles richtig sein - aber ich ernte von diesen 4 „Tomatenbüschen“ mehr, als ich beim besten Willen mit meiner Familie essen kann. Schon seit Wochen und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Sich nicht an die Regeln halten heißt ja nicht immer auch, etwas falsch zu machen.

Hat von den Tomaten Experten bei wer-weiss-was jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder hatte ich vielleicht nur Glück?

Über Zuschriften zu diesem Thema freue und bedanke ich mich jetzt schon.

Gruß

Walter Nemitz

Lieber Walter Nemitz, das haben Sie absolut richtig
gemacht und der Erfolg bestätigt dies ja. Ich säe seit
Jahren Tomaten aller Art und mach es genau wie Sie. Den
Ballen richtig tief pflanzen, sodass die STaude recht
viel Wasser aufsaugen kann. Bei den grossen Sorten
(Babuschka, Berner Rose usw.) knipse ich die
Seitentriebe immer raus, bei den Cherrytomaten alle
Triebe bis ca 30 cm. über der Erde, also diejenigen,
die aus dem Wurzelballen kommen. Sonst lass ich es
wuchern und habe reiche Ernte. Ist doch schön, gell.
Wenn ich zuviele dieser roten Liebesäpfel habe, mache
ich Sugo für den Winter. Falls Sie Interesse haben,
können sie das Rezept haben; es gibt einfach keinen
schöneren Duft wenn es eisige Winde ums Haut weht als
der von Tomaten, Basilikum usw. Viel Spass weiterhin,
Annelise Räss ([email protected])

Hallo Herr Nemitz,

ich pflanze meine Tomaten BEWUSST etwas tiefer. Ich war mal auf einer Messe, da hat ein Verkäufer ein System entwickelt, das sehr interessant ist: Er verkauft Kunststoffregenrinnen, in denen jeweils vom Pflanzabstand der Tomaten ein Loch mit einem Schmutzsieb angebracht ist. Das wird bündig mit dem Boden in die Erde eingegraben. Er pflanzt direkt unter jedes Loch der Rinne die Tomaten, so dass die Wurzel direkt unter dem Loch sind. Weil die Tomate dadurch automatisch etwas länger sein muss, sie muss ja einen Bogen um die Rinne machen, damit sie oben wieder rausschaut, ist sie auch tiefer in der Erde. Der Vorteil ist: Sie gießen die Rinne voll Wasser, das Wasser kommt mit sehr wenig Verlust direkt an die Wurzeln und, jetzt kommts zur Frage: Überall wo die Tomate in der Erde steckt bilden sich neue Wurzeln, sie kann dadurch viel mehr Wasser aufnehmen. Der Boden an der Oberfläche ist sowieso oftmals trocken, das stört die Tomate aber in dem Fall nicht, da sie ja tiefer in der Erde Wurzeln gebildet hat und dadurch länger mit Wasser versorgt ist.Und wenn Sie die Seitentriebe, die dadurch entstehen nicht wünschen, knipsen Sie diese doch einfach im Anfangsstadium ab, dann wächst der Strach eintriebig.
Ich persönlich nehme die Rinne nicht, aber ich pflanze die Tomaten aus dem praktischen Grund tiefer, dass man nicht so oft gießen muss, und die Tomate mehr Nährstoffe aufnehmen kann.
Viele Grüße
Marco

Hallo,

ich bedanke mich herzlich für die nette Beantwortung meiner wer-weiss-was Anfrage.

Freundlicher Gruß aus dem Rheinland

Walter Nemitz

Hallo,

ich bedanke mich herzlich für die nette Beantwortung meiner wer-weiss-was Anfrage.

Freundlicher Gruß aus dem Rheinland

Walter Nemitz.

Hallo Walter,

doch, meines Wissens ist das bei Tomaten immer so. Ich habe gelesen, dass wenn man Blätter einer Tomatenpflanze mit eingräbt, diese sich in eine Art Wurzeln verwandeln. Das wurde aber eher positiv gesehen, weil die Pflanze dann mehr Versorgungswege hat.
Wenn ich die vorgezogenen Tomatenpflanzen auspflanze, grabe ich sie daher immer so tief ein. Falls Triebe über die Oberfläche kamen, habe ich die allerdings abgezwickt.

Gruß Karen

Hallo!
Interessant, dass Du erzählst, dass man Tomaten nicht so tief einpflanzen darf. Ich mache das IMMER. Ich setze sie immer einwenig tiefer. Die „Seitenastbildung“ hat man doch immer. Sie sollten entfernt werden, damit man wenige aber dafür sehr gute Tomaten bekommt. In unserer Region heißt das „ausgeizen“.
Gruß
Tanja

Über Zuschriften zu diesem Thema freue und bedanke ich mich
jetzt schon.

Gruß

Walter Nemitz

Ich habe einen längeren Artikel als Word-Datei schon einmal für jemanden geschrieben. Im Augenblick habe ich wenig Zeit, aber meinen Artikel, der auch Deine Frage berührt will ich dir gerne schicken. Must mir halt eine E-Mail Adresse mitteilen.
mfg
HK