es ist zwar noch ein wenig Zeit, aber wen krabbelt es noch nicht in den Fingern???
Ich habe ein großes Gewächshaus, in dem im Sommer überwiegend Tomaten und Paprika wachsen, keine Gurken mehr (vertragen sich nicht mit Tomaten, stimmt nach meiner Erfahrung wirklich!).
Jedes zweite Jahr wird die Hälfte des Bodens gegen Kompost ausgetauscht, außerdem dünge ich im Sommer meist einmalig mit einen Langzeitdünger.
Nun kennen sicher viele mein Problem: Auch wenn ich widerstandsfähige Sorten pflanze kommt es jedes Jahr früher oder später zu Grauschimmel. Das ist natürlich ärgerlich und vielleicht hat der eine oder andere einen Rat dagegen.
Ich lüfte täglich ausgiebig, öffne die Fenster im Sommer morgens gegen 6 und schließe sie abends gegen 22 Uhr. Gegossen wird aus der Regentonne, also vorgewärmt und nur an die Wurzeln (dazu grabe ich gleich zu Beginn große Flaschen ohne Boden mit ein und lege den Schlauch in diese), die Tomaten werden beim Gießen nicht nass. Außerdem entferne ich die unteren, bodennahen Blätter.
Trotzdem werden irgendwann die ersten Stellen braun und wenn es einmal losgegangen ist, ist es kaum aufzuhalten.
Was kann ich noch dagegen tun? Ich habe neulich mal gelesen, man sollte Tomaten erst gießen, wenn sie aus Wassermangel die Blätter hängen lassen, aber das ist ja wohl Blödsinn, oder?
Hallo Uta.
Leider ist das ein typisches „Gewächshaus-Problem“.
Ich vermute auch eher, daß es sich dabei weniger um Grauschimmel als um Braunfäule handelt. Da sind Tomaten leider sehr anfällig für.
Das Hauptproblem ist die Luftfeuchte. In einem Gewächshaus verdunstet rund um die Uhr das Wasser aus dem Boden. Da du das Häuschen in der Nacht zu machst, kann sich an den Wänden und auf dem Laub Kondenswasser bilden. Das passiert meist im nochnichteinmal sichtbarem Bereich. Trotzdem reicht diese Menge aus, um einen idealen Untergrund für die Pilzsporen darzustellen.
Darum sind Tomaten in einem offenen Haus besser aufgehoben, das an mindestens einer Seite permanent geöffnet ist und nur gegen Regen schützt. Wenn es nochmal Frost geben sollte kann man den Rest auch noch zu machen. Tomaten können zwar in Etappen gegossen werden, doch ist eine regelmässige Bodenfeuchte besser. Wenn schon Früchte an der Pflanze sind ist die Gefahr des Platzens der Früchte sehr groß, wenn erst gegossen wird, wenn die Pflanze das Laub hängen lässt.
Wenn du deinen Tomaten was Gutes tun willst, dann nimm nicht einen normalen Volldünger sondern einen speziellen Tomatendünger, da Tomaten sehr viel Eisen brauchen.
Viel Spaß und guten Appetit wünscht
Anja.
noch ein paar einigermaßen fäuletolerante Tomaten:
alle, die der Wildform nahe stehen, besonders die kleine gelbe Cerise (für Gewächshaus bedingt geeignet, weil sie mehrtriebig gezogen und nicht ausgegeizt wird - gibt majestätische Büsche). Die häufigere Yellow Pearshaped sieht zwar auch robust aus, ists aber nicht.
De Berao
Große Paprikaförmige - eine Landsorte vom Balkan, Fleischtomate mit großen und bleichen Früchten, wird ziemlich hoch (fast 2m, wenns drauf ankommt)
einzelne Stämme von San Marzano (das angebotene Saatgut ist nicht einheitlich)
Kopulieren auf Wildtomaten-Unterlagen stärkt die Toleranz angeblich auch, kann ich aber erst im August bestätigen oder auch nicht - vorerst bin ich froh, dass die Sämlinge den Eingriff anscheinend alle überstanden haben.