Tomaten richtig Pflegen

Hallo,

ich habe im Garten Tomatenpflanzen. Die auch schon recht stattlich groß sind und viele kleine grüne Tomaten haben, außerdem noch Unmengen von Blüten tragen.

Nun hatte ich die Tage einen Bericht irgendwo im TV gesehen wo ein Gewächshaus mit Tomaten gezeigt wurde. Da ist mir aufgefallen das die Tomaten im Gegensatz zu meinen nur wenige Blätter hatten und eine Schubkarre mit Tomaten Blättern am Rand stand. Meine Pflanzen haben sehr viele Blätter die meist die Tomaten richtig verdecken.

Ich frage mich nun ob ich es einfach so lasse oder ob es eventuell besser ist zumindest die Früchte frei zuschneiden? Haben die Blätter nicht im Freiland auch eine Schutzfunktion gegen Sonne und Regen? Die Pflanzen stehen bei mir an verschiedenen Stellen. Teilweise haben sie den ganzen Tag Sonne oder eben regen je nach Wetter und an anderer stelle bekommen sie nur Sonne und keinen Regen (höchstens mal so ein paar Spritzer bei starkem regen). Recht Windig ist es an allen Stellen, so das die Pflanzen auch schnell wieder abtrocknen wenn sie mal nass werden. Habe bisher auch noch keinen Unterschied zwischen denen die jedes Wetter richtig abbekommen und denen die Geschütz stehen festgestellt.

Also Blätter dran lassen wie sie wachsen oder ein wenig für Freiheit sorgen?

Hallo,

hier mal eine kleine Anleitung vom „Tomatenpapst in Österreich“

http://www.pic-upload.de/view-10480779/image001.jpg…

Liebe Grüße
lilli

Hallo,

danke für die Antwort. Aber einiger der Anweisungen klingen für mich doch sehr unlogisch.

Dort steht das man die Pflanzen nie Ausgeizen soll -sonnst ließt man überall genau das Gegenteil.

Mann soll außerdem die Pflanzen im Freiland nur beim Setzen gießen. Auf die Art währen meine teilweise schon längst Vertrocknet. Den laut Anweisung sollen die Tomaten ja auch einen Regenschutz bekommen -also kommt so auch kein normales bewässern zustande.

Außerdem ist dort meine Frage nicht beantwortet worden.

Aber trotzdem Danke

Hallo!

Ich entferne nur die Blätter, die Berührung mit der Erde haben, damit die Braunfäule vielleicht ein bisschen später zuschlägt. Oben soll man die Blätter nicht entfernen, vor allem nicht die, die oberhalb der Fruchansätze sind, denn die Früchte brauchen zum Reifen die Blätter zum Assimilieren. Es ist ein ausgesprochener Blödsinn, wenn Leute behaupten, dass Tomaten nur reif werden, wenn die Früchte das pralle Sonnenlicht haben.

Das mit dem Ausgeizen ist so eine Sache. Wenn man nicht ausgeizt, brechen die zusätzlichen Triebe mit den Früchten wegen des Gewichts leicht ab, außerdem sind die Pflanzen dann viel zu dicht, wodurch die Braunfäule wieder leichteres Spiel hat, weil die Blätter schwerer abtrocknen. Andererseits ist es wohl heute üblich, Tomaten zweitriebig zu ziehen, also einen zweiten Trieb stehen lassen und nicht ausgeizen. Da muss man sich dann halt etwas einfallen lassen wegen des Gewichts (zweiten Stab o.ä. und weiter auseinander pflanzen) Und die Cocktail- und Sherrytomaten soll man nur „formgebend“ ausgeizen.

Bei Glashaustomaten mag das alles ganz anders sein, aber ich habe eben nur mit Freilandtomaten Erfahrung.

Ganz sicher ist aber, dass eine Überdachung das Zuschlagen der Phytophtora (Braunfäule) hinauszögert. Außerdem soll man Tomaten nur von unten gießen und nicht überbrausen. Gar nicht zu gießen halte ich persönlich für Blödsinn, aber ich kenne einen älteren Hobbygärtner, der erst dann gießt, wenn die ersten Blätter sich einrollen oder schlapp zu hängen beginnen. Dieser Mann hat auch immer sehr gute Erträge, aber ich auch, obwohl ich täglich gieße mit Sickerschlauch.

Das Düngen darf man natürlich auch nicht vergessen! Und wenn in der Gegend die Braunfäule in den vergangenen Jahren immer gewütet hat, sollte man ab Anfang Juni die Pflanzen mit einem zugelassenen Mittel spritzen und die Spritzung nach Gebrauchsanweisung wiederholen.

Beste Grüße

Waldi

Servus,

den Früchten ist es völlig egal, wo sie hängen. Die Sonne wirkt nicht auf die Oberfläche der Früchte, sondern auf die Oberfläche der Blätter, und dort findet die Assimilation statt, von der die Tomaten reif werden.

Daher ist es nützlich, der Pflanze möglichst viel Blattoberfläche zu lassen, weil sie damit arbeitet: Die Blätter sind sozusagen ihre Photovoltaik-Elemente.

Nun ist es aber so, dass die Zuchtformen von Tomaten bei der in Haus- und Kleingärten üblichen Überversorgung mit Stickstoff und Wasser dazu neigen, Triebe auszubilden, die der Pflanze keine wesentliche zusätzliche Assimilationsfläche bringen, aber trotzdem wachsen: Der Aufwand für diese Geiltriebe ist höher als der Ertrag von ihnen. Man erkennt sie daran, dass sie hell, fleischig, wenig behaart schnell in die Höhe schießen, kaum Blüten ausbilden und an der Oberfläche weich (und damit anfällig für Phytophtora infestans) bleiben. Es ist jedenfalls nützlich, diese auszugeizen.

In Siena ist das anders, aber in normalen deutschen Klimaten ist eine Tomatenpflanze (falls es sich nicht um eine kleinfrüchtige Sorte handelt, die der Wildform nahe steht) mit mehr als drei bis vier (je nach Gegend) Haupttrieben überfordert: Sonne und Wärme fehlen. Auch hier ist jetzt grade, um diese Zeit, Ausgeizen nützlich.

In einem gut gediehenen Tomatenbestand trocknen die Blätter der unteren etwa dreißig Zentimeter der Pflanze nicht bloß nach Regen, sondern auch nach Taufall nur sehr langsam ab. Das feuchtwarme Kleinklima in diesem Bereich ist ideal für Phytophtora infestans: Man sieht den wachsenden Pilzrasen nur mit dem Mikroskop - wenn die ersten mit bloßem Auge sichtbaren Symptome auftreten, ist es schon viel zu spät, dagegen anzugehen.

Wenn man nicht systemische (ergo völlig harmlose) Mittel wie Kupferoktanoat und Netzschwefel anwenden will, muss man die ganze Oberfläche der Pflanze tropfnass spritzen. Auch hier ist es nützlich, wenn die Pflanze nicht dicht zugewachsen ist, sondern wenn sie für den Sprühnebel gut zugänglich ist und schnell abtrocknet.

Kurzer Sinn der langen Rede: Es ist nicht verkehrt, ein wenig mit den Möglichkeiten von Ausgeizen und Entfernen der unteren Blätter zu spielen. Im dritten Jahr wirst Du das „Gefühl“ dafür haben, das natürlich kein Gefühl ist, sondern bloß die Erfahrung damit, in welchem Umfang bei Deinen Sorten und an Deinem Standort Ausgeizen sinnvoll ist.

Alle kleinfrüchtigen Sorten lässt man wachsen, wie sie wachsen, zumal viele davon die Blütenstände ein bissel anders ansetzen als die großfrüchtigen Kulturformen, so dass man mit dem Ausgeizen auch den Ertrag abzwickt.

Auch die blattarmen, hoch wachsenden Sorten (Rumänische Fleischtomaten, „Große Paprikaförmige“, auch De Berao) brauchen kaum ausgegeizt zu werden, weil sie eh luftig wachsen. Bei denen gehts eher darum, dass sie nicht zu viele Leittriebe machen.

Echte San Marzano (selten geworden) wächst sehr dicht und buschig - wenn man die einfach so machen lässt, fault sie weg, bevor die erste Tomate auch nur rosarot ist.

Fazit: Probiers aus.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Hi, Moppelhoppelchen,

es ist wie immer im Leben, der Eine macht die Erfahrungen und der Andere halt andere Erfahrungen.

Tatsache ist wohl, daß man natürlich genügend Blattmasse haben muß zur guten Versorgung der Pflanze/Früchte. Aber andererseits, darf die Tomate nicht ungezügelt wuchern, wegen der Verpilzungsgefahr.
Und klar, muß man eine Toamte wässern, nach Bedarf, wie ander Pflanzen auch.

Ich persönlich mache es so: die Kleinfrüchtigen lasse ich eher so wachsen, wie sie wollen; wenn sie zu dicht an andere heranwachsen, dann kappe ich auch mal die Triebe.
Die normal und - größerfrüchtigen Tomaten geize ich aus und wenn sie mal einen Geiztrieb gebildet haben, denn ich übersehen habe, dann breche ich die Spitze des Nebentriebes ab und lasse nur die schon wachsenden Früchten dran.

Vielleicht hilft dir das ein wenig?

Aaah, deine Frage ist schon von den anderen Usern auch irgendwie beantwortet worden, denn du sprichst zwar von Blättern, die du wegschneiden sollst/möchtest, und die User vom Ausgeizen der Tomaten. Aber man könnte fast sagen, daß es auf das Gleiche rauskommt. Zumindest, wenn man das Ergebnis anschaut *lach*.

Liebe Grüße
Inge (setzt mal voraus, daß du weißt, was mit ‚Ausgeizen‘ gemeint ist)

Hallo Moppelhoppel,

Dort steht das man die Pflanzen nie Ausgeizen soll -sonnst
ließt man überall genau das Gegenteil.

Stimmt – auch mich hat diese Anleitung anfangs sehr befremdet, aber als ich mir dann mehr Gedanken dazu machte, nämlich, ob denn bei den riesigen Tomatenplantagen die Pflanzen etwa auch ausgegeizt werden, stellte sich mir doch die Frage, ob der Stekovic nicht vllt. doch Recht hat.
Beim Stekowic bleiben Tomaten im Freiland am Boden einfach auf Stroh liegen. Das Stroh hält die Feuchtigkeit im Boden und schützt die Pflanze vor Pilzbefall.

Nun da ich aber nicht so einen „Kramuri“ in meinem Garten haben möchte, geize ich meine Tommies zwar immer noch aus, allerdings viel weniger als früher.
Dabei zwicke ich auch nur Seitentriebe weg, die noch sehr klein sind, damit die Bruchfläche so gering wie möglich gehalten wird. Auch die Blätter bleiben dran.
Somit kann meiner Logik nach weniger Pilz – und Virenbefall entstehen.

Mann soll außerdem die Pflanzen im Freiland nur beim Setzen
gießen. Auf die Art währen meine teilweise schon längst
Vertrocknet. Den laut Anweisung sollen die Tomaten ja auch
einen Regenschutz bekommen -also kommt so auch kein normales
bewässern zustande.

Hmm – die Tomate soll ja ein Tiefwurzler sein, wobei sich aber die meisten Wurzeln im oberen Bereich befinden. Angeblich können es aber die Wurzeln als solche auf stattliche 80 - 150 cm Wurzeltiefe schaffen.

Ich kann dazu nur sagen, dass ich seit der Info vom Stekovic meine Tommies viel weniger gieße, als in den Jahren zuvor und bis jetzt gedeihen meine (Stekovic)Pflanzen trotzdem prächtig. (kein Regenschutz vorhanden)

Wohlgemerkt, das sind nur meine Überlegungen und ich bin kein Tomatenpapst! :wink:

Viel Freude mit deinen Tommies und probieren geht über studieren!
lilli

Tomaten ausgeizen
Servus,

Aber man könnte fast sagen, daß es auf das Gleiche rauskommt.

schönen Dank für den Hinweis - das „Schneiden“ hatte ich im UP überlesen. Es kommt nicht aufs Gleiche heraus, weil Schneiden ein ziemlich verlässlicher Weg ist, Pilzinfektionen von einer Pflanze auf den gesamten Bestand zu übertragen. Zum Entfernen der Geiztriebe in den Blattachseln braucht man keine Schere und sollte auch keine verwenden.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Hi Blumepeder,

natürlich gebe ich dir recht, was das verbreiten der Pilzinfektionen betrifft. Je kleiner die Geiztriebe sind, die man AUSBRICHT, desto besser, weil die Wundstelle dann auch kleiner ist.

Was ich meinte mit : kommt in etwa auf das Gleiche raus, war, daß man der Tomate insgesamt nicht so viel Wildwuchs, oder nenne es ungezügelte Wuchskraft zubilligt. Dabei habe ich nicht angemerkt, daß 'Schneiden’eben nicht gerade förderlich ist, aus dem von dir genannten Grund.
Aber aus dem Grund habe ich ja auch geschrieben, daß ich mal davon ausgehe, daß der Fragesteller weiß, was Ausgeizen überhaupt ist, wenn er ‚Blätter wegschneiden‘ möchte *lach*

Also nichts für ungut Peder, hmm?

Liebe Grüße
Inge