Tomaten selber ziehen

Hallo,
ich habe meine Tomaten (und auch Paprika) in kleine Schälchen mit Anzuchterde ausgesät.
Nun ca. 10 Tage alt.
Die Pflänzchen kommen auch schon. Aber: Sie „schießen“ hoch, d. h. sie haben einen total langen, SEHR dünnen Stil, so ca. 8-10 cm lang, und ganz oben 1-2 Blättchen. Sie wachsen immer in Richtung Fensterscheibe. Ich drehe sie jeden zweiten Tag entgegengesetzt.

Ich habe die mir hier gegebenen Tipps beachtet:
Die Aussaat steht in einem warmen (zugfreien) Zimmer, sie permanent ca. 22 Grad, sie werden regelmäßig (aber mäßig) gegossen.

Ist das SO o. k.? Ist das richtig, dass die ssoo einen langen Stil schon jetzt haben und oben zwei Blättchen.
Wenn die so weiterwachsen, gibt das einen Stil von ungeahnter Höhe aber spindeldünn und mit nichts dran.

WIE mache ich es richtig.

Ich würde ja so gerne eigenen Tomaten im Sommer ernten
können - lecker hhmm :wink:)
Bis jetzt habe ich die Pflanzen immer „fertig“ vorgezogen gekauft.

DANKE

Grüße
Marie

Hallo Marie!

Das klingt sehr nach Lichtmangel! Da wird es wahrscheinlich mit diesen Pflänzchen nichts werden, weil sie sicher umfallen.

Ich schildere Dir, wie ich es mache. Da kannst Du dann wahrscheinlich Deine(n) Fehler herauslesen.

Ich verwende Anzuchterde, die Töpfchen werden bis zum Aufgehen der Pflänzchen mit Plastikfolie abgedeckt und nur wenig gegossen (gerade so viel, dass die Erde nicht austrocknet). Sobald die Pflänchen auflaufen, kommt die Plastikfolie weg und eine Pflanzenleuchte kommt für einige Stunden zusätzlich zur Sonne von außen über die Pflanzen. Sobald das zweite Blattpaar da ist, wird pikiert (die Pflänzchen ganz vorsichtig herausgehoben und möglichst tief in eigene kleine Töpfchen gesetzt). Nach dem Einwurzeln und dem Wachsen des nächsten Blattpaares werden alle Pflänzchen in einen kühleren Raum (möglichst hell, möglichst mit Pflanzenleuchte) verfrachtet und erstmals gedüngt.

Auf diese Weise erhalte ich sehr kräftige Jungpflanzen, die ab spätestens Mitte April je nach Wetter unter tags im Garten sind und spätestens Mitte Mai ausgepflanzt werden.

Am besten wäre, wenn Du noch einmal von vorne beginnen würdest!

Viel Erfolg!

Waldi

Hallo,
danke für die Antwort

Das klingt sehr nach Lichtmangel!

Die Pflänzchen stehen DIREKT VOR einem größeren Fenster.

Da wird es wahrscheinlich

mit diesen Pflänzchen nichts werden, weil sie sicher umfallen.

Die Befürchtung habe ich leider auch. Aber die ja direkt vorm Fenster stehen - was kann ich ändern…

Ich verwende Anzuchterde, die Töpfchen werden bis zum Aufgehen
der Pflänzchen mit Plastikfolie abgedeckt

das habe ich nicht gemacht - wäre das sehr wichtig gewesen?

und nur wenig

gegossen (gerade so viel, dass die Erde nicht austrocknet).
Sobald die Pflänchen auflaufen, kommt die Plastikfolie weg und
eine Pflanzenleuchte kommt für einige Stunden zusätzlich zur
Sonne von außen über die Pflanzen.

Ah - eine Pflanzenleuchte habe ich nicht… leider…

Sobald das zweite Blattpaar

da ist, wird pikiert (die Pflänzchen ganz vorsichtig
herausgehoben und möglichst tief in eigene kleine Töpfchen
gesetzt). Nach dem Einwurzeln und dem Wachsen des nächsten
Blattpaares werden alle Pflänzchen in einen kühleren Raum
(möglichst hell, möglichst mit Pflanzenleuchte) verfrachtet
und erstmals gedüngt.

Auf diese Weise erhalte ich sehr kräftige Jungpflanzen, die ab
spätestens Mitte April je nach Wetter unter tags im Garten
sind und spätestens Mitte Mai ausgepflanzt werden.

Am besten wäre, wenn Du noch einmal von vorne beginnen
würdest!

Ach nee aber auch… so ein Mist mit meinen Pflänzchen, ich hatte extra teuren, guten Samen gekauft und jetzt DAS…

Voriges Jahr hatte ich es auch versucht - auch ohne Ergebnis.

Das mit der Pflanzenlampe muss ich mir mal überlegen.

Viel Erfolg!

Danke kann ich sehr gut gebrauchen.

Vielen Dank für die tolle Antwort.

Grüße
Marie

Licht hinterm Fenster
Hi!

Die Pflänzchen stehen DIREKT VOR einem größeren Fenster.

Hab die Zahlen nicht parat, aber du würdest Dich wundern, wie wenig Licht da ankommt… Zum einen bleibt was im Glas hängen (da gibt es Unterschiede und z.B. für Gewächshäuser extra durchlässiges Glas) und dann fehlt ja das Umgebungslicht und das von oben.

Meine Lösung: Die Pflanzen tagsüber raus, evtl. in einem Minigewächshaus. Oder wirklich in eine spezielle Lampe investieren, wobei ich glaube, dann könnte man auch die Pflänzchen bald kaufen…

das habe ich nicht gemacht - wäre das sehr wichtig gewesen?

Anzuchterde? Also meine wachsen in einem Kompost-Sand-Gemisch…
Die Folie dient zur Aufrechterhaltung einer höheren Luftfeuchte und staut die Wärme (beim Keimen u.U. wichtig).

Am besten wäre, wenn Du noch einmal von vorne beginnen
würdest!

Das denke ich auch, war eh ein bißchen früh, vielleicht, je nach Region. Die Pflanzen dann viel ins Freie stellen.

Ach nee aber auch… so ein Mist mit meinen Pflänzchen, ich
hatte extra teuren, guten Samen gekauft und jetzt DAS…

Hm, naja, Du muss sie ja nicht wegschmeißen: Viel rausstellen tagsüber und sehn, was passiert.

Versuch macht kluch!

Grüße
kernig
*hat gestern Spinat und Radieschen ins Folienhaus gesäht, mal sehn, ob das wird*

Hallo,

abgesehen von den wichtigen Details beim Anziehen junger Pflanzen, wie Du sie schon bekommen hast - jede Art von „Geilwuchs“ - so nennt man dieses Wachstum Deiner Tomatenpflänzchen - geht letztlich auf ein „zu gut, zu viel“ zurück - außer was das Licht angeht. Davon zu wenig kann auch Geilwuchs bewirken (ist bei Dir nicht der Fall, las ich).

Zu warm, zu viele Nährstoffe, zu geschützt. Es ist wie mit den Kindern, Verwöhnung ist nicht immer gesund und man darf den Zeitpunkt nicht verpassen, wo der gesunde Streß der Natur notwendig wird zur Stabilisierung, zum richtigen Wachstum. Wind, Sonne, Wechsel von Kühle und Wärme. Deine Pflänzchen waren „zu verwöhnt“.

S.I.

Hi, auch wen die Pflänzchen direkt vor einem Fenster stehen ist das um diese Jahreszeit viel zu wenig, die Tage sind außerdem auch noch zu kurz.
Das so viele Tomatenjungpflanzen aus NL kommen lieget mitunter daran, dass in NL der Strom viel günstiger sein soll als bei uns.
Selbst wenn manche Gärtnerein auch bei uns Jungpflanzen selber ziehen, dann stehen die in einem Glashaus
mit Licht von Oben und Rundherum zusätzlich wird das Tageslicht mit Pflanzlampen ergänzt.
Ohne zusätzliches Licht ist es bei uns einfach nicht möglich im März kräftige Pflanzen zu ziehen.
Ich gebe Ihnen 12 Stunden Licht, und 12 Stunden Schlaf, das brauchen Die.
Nur zum Keimen bekommen die von mir warme Füsse ( 28 Grad ) verordnet später werden die relativ kühl ( max 20Grad ) gestellt.
OL

Hallo,
danke für die Antwort.

Zu warm, zu viele Nährstoffe, zu geschützt. Es ist wie mit den
Kindern, Verwöhnung ist nicht immer gesund und man darf den
Zeitpunkt nicht verpassen, wo der gesunde Streß der Natur
notwendig wird zur Stabilisierung, zum richtigen Wachstum.
Wind, Sonne, Wechsel von Kühle und Wärme. Deine Pflänzchen
waren „zu verwöhnt“.

Wie Du schon sagst - es ist wie mit Kindern :wink:)

Also soll ich jetzt mal die Heizung abstellen oder niedriger stellen und das Gießen vorerst „einstellen“, bis alles total und kurz vor Trocken ist?

DANKE

Grüße
Marie

Hallo,
danke für die Antwort.

Hi, auch wen die Pflänzchen direkt vor einem Fenster stehen
ist das um diese Jahreszeit viel zu wenig, die Tage sind
außerdem auch noch zu kurz.

Ja - das ist wohl wahr.

Selbst wenn manche Gärtnerein auch bei uns Jungpflanzen selber
ziehen, dann stehen die in einem Glashaus
mit Licht von Oben und Rundherum zusätzlich wird das
Tageslicht mit Pflanzlampen ergänzt.

O. k. also eine Pflanzlampe wollte ich jetzt nicht unbedingt noch kaufen…

Ohne zusätzliches Licht ist es bei uns einfach nicht möglich
im März kräftige Pflanzen zu ziehen.
Ich gebe Ihnen 12 Stunden Licht, und 12 Stunden Schlaf, das
brauchen Die.

Schade für meine Pflänzchen, dass Sie ohne dieses alles wohl nicht „groß“ werden…

Nur zum Keimen bekommen die von mir warme Füsse ( 28 Grad )
verordnet später werden die relativ kühl ( max 20Grad )
gestellt.

Ah - mir wurde gesagt, dass die Wärme unbedingt mögen, je wärmer desto besser…

DANKE

Grüße
Marie

Hallo,
danke für die Antwort.

Hab die Zahlen nicht parat, aber du würdest Dich wundern, wie
wenig Licht da ankommt… Zum einen bleibt was im Glas hängen
(da gibt es Unterschiede und z.B. für Gewächshäuser extra
durchlässiges Glas) und dann fehlt ja das Umgebungslicht und
das von oben.

Ja - das stimmt - also wird es nichts werden mit den schönen Pflänzchen.

Meine Lösung: Die Pflanzen tagsüber raus, evtl. in einem
Minigewächshaus.

DAS könnte ich ja machen - wäre eine Lösung, hoffe, dass es jetzt noch klappt - obwohl die schon so „groß“ sind.

Oder wirklich in eine spezielle Lampe

investieren, wobei ich glaube, dann könnte man auch die
Pflänzchen bald kaufen…

Genau SO denke ich mir das auch.
Aber ich werde den Tipp mit „nach draußen stellen tagsüber“ versuchen.:

Das denke ich auch, war eh ein bißchen früh, vielleicht, je
nach Region. Die Pflanzen dann viel ins Freie stellen.

Hm, naja, Du muss sie ja nicht wegschmeißen: Viel rausstellen
tagsüber und sehn, was passiert.

Versuch macht kluch!

*hat gestern Spinat und Radieschen ins Folienhaus gesäht, mal
sehn, ob das wird*

Hat mein Opa auch immer gemacht und hatte wunderschöne Radieschen, wenn die sonst noch niemand hatte so früh…

DANKE

Grüße
Marie

Hallo,
Es gibt doch relativ preisgünstige Pflanzenlichtlampen.
du wirst doch sicher irgendeine Schreibtischlampe haben die du für ein paar Wochen entbehren kannst.
Es gibt dann auch noch preisgünstig diese Höhenverstellbaren die man an den Tisch klemmen kann.
dazu brauchst du dann nur noch eine Energiesparlampe mit Pflanzlichtspektrum, das sind diese die so grauslich Purpur-violett leuchten, die gibts in jedem Baumarkt.
So eine schraubst du einfach in die Schreibtischlampe
Diese kosten in etwa soviel wie 5-6 gekaufte Pflänzchen, funktioniert aber bei dem Kurzzeitbetrieb von ein paar Wochen sicher Jahrelang.

OL

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Hallo,
nochmals vielen Dank für die Antwort.

Es gibt doch relativ preisgünstige Pflanzenlichtlampen.
du wirst doch sicher irgendeine Schreibtischlampe haben die du
für ein paar Wochen entbehren kannst.
Es gibt dann auch noch preisgünstig diese Höhenverstellbaren
die man an den Tisch klemmen kann.

O.k. das habe ich nicht gewußt, dachte man muss da immer so eine „fertige“ Pflanzenlichtlampe kaufen…

dazu brauchst du dann nur noch eine Energiesparlampe mit
Pflanzlichtspektrum, das sind diese die so grauslich
Purpur-violett leuchten, die gibts in jedem Baumarkt.
So eine schraubst du einfach in die Schreibtischlampe
Diese kosten in etwa soviel wie 5-6 gekaufte Pflänzchen,
funktioniert aber bei dem Kurzzeitbetrieb von ein paar Wochen
sicher Jahrelang.

WOW - vielen Dank für den Tipp.

DANKE

Grüße
Marie

Hallo Marie,

auf dieser seite ist dein problem sehr gut beschrieben und auch die gründe.

http://www.tomaten.de/tomatenanbau/tomaten-saeen.html

LG Oscara

Hallo:

es ist wie bei den Kindern, alles in Maßen und rechtzeitig raus!

Und Du solltest einen kühlen Kopf und warme Füße behalten und nicht die ganze Wohnung abkühlen lassen!:smile:

S.I.

Hallo,
danke Dir sehr und dafür ein Sternchen…

Grüße
Marie

Servus,

nicht bloß die dort genannten Aussaattermine sind verkehrt, sondern es gibt da noch eine ganze Reihe von Angaben und Ratschlägen, die zumindest unglücklich, wenn nicht verkehrt sind.

Beispiel: Wer Kultursubstrat ohne Aufmischen pur verwendet und es durch tägliches Besprühen ständig oberflächlich feucht und in der Substanz eher trocken hält, setzt seine Sämlinge Pilzinfektionen aller Art aus.

Es ist richtig, dass es noch nicht zu spät für die Voranzucht von Tomaten auf der Fensterbank ist. Es ist aber falsch, dass eine Voranzucht ab der ersten Märzwoche am Fenster nicht möglich wäre.

Die angegebene Mindestgröße für Anzuchttöpfe nach dem Pikieren von 8 cm Durchmesser ist bei Anzucht am Fenster viel zu groß - so viele Fensterbänke mit Südexposition hat kein Mensch, dass man mit so riesigen Töpfen etwas Ordentliches auf die Reihe kriegte.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Hallo,
lieben Dank für die tollen Erklärung, die Du -wie ich weiß- aus eigener Erfahrung als kompetenter Gärtner schilderst.

DANKE

Grüße
Marie