Hallo
Ich suche eine Internetseite auf der die Top 10 der Bücher nach Kategorien aufgelistet sind.
Kennt jemand von euch so eine Seite?
Schonmal jetzt vielen Dank an alle die darüber nachdenken
Gruß Ingo
Hallo
Ich suche eine Internetseite auf der die Top 10 der Bücher nach Kategorien aufgelistet sind.
Kennt jemand von euch so eine Seite?
Schonmal jetzt vielen Dank an alle die darüber nachdenken
Gruß Ingo
hallo ingo,
sowas nennt sich bestsellerliste, geht meist bis 25 (aber man kann ja die letzten 15 einfach ignorieren) und ist z.b. dort zu finden: http://www.spiegel.de/kultur/charts/0,1518,458623,00…
schöne grüße
ann
Hallo Blue,
Schau mal hier http://www.focus.de/D/DF/DFX/DFX04/dfx04.htm
da du die Liste, nachdem du sie im Brett »Empfehlenswerte Seiten« vorgestellt hast, hier noch einmal anbietest, möchte ich doch ein paar Sätze dazu verlieren. Meines Erachtens ist diese Liste lieblos und schlecht zusammengestellt – passend zu der Qualität des Heftes, auf dessen Website sie erscheint. Ich will gerne sagen, warum ich das so sehe.
Akzeptieren wir meinetwegen, dass man sich auf 100 Bücher beschränken wollte. Das ist zwar wenig und erhöht daher den Schwierigkeitsgrad, aber gegen das Annehmen von Herausforderungen spricht nichts. Nur wie diese Texte ausgewählt wurden, erfahren wir leider nicht: Dass es keiner Diskussion über »Effi Briest« und »Jane Eyre« bedürfe, darf man lediglich wissen. Soso. Ich nehme an, dass hier die Bücher zusammengestellt werden sollten, die große Wirkung im westlichen Kulturkreis – wie man das so schön nennt – entfaltet haben.
Mit Ovids »Verwandlungen« geht es ja relativ gut los. Aber: Hat niemand an Homer gedacht? Ob man sich für die »Ilias« – das älteste erhaltene Werk der abendländischen Literatur – oder die »Odyssee« entscheiden sollte, sei dahingestellt, aber ganz fehlen darf der Grieche nicht in einer solchen Liste. Jeder gebildete Mitteleuropäer dürfte grob wissen, worum es geht, und jeweils einige Bearbeitungen kennen, weil der Stoff bis in jüngste Vergangenheit hundertfach aufgegriffen wurde.
Unser deutsches Nationalepos, das »Nibelungenlied«, aufzunehmen, wäre kein Fehler gewesen. Immerhin haben die Listenschreiber Goethe nicht vergessen. »Wilhelm Meisters Lehrjahre« ist als prägendes Buch einer ganzen Gattung, des Bildungsromans, sicher wichtig. Trotzdem finde ich es zweifelhaft, wenn man schon je Autor nur ein Werk wählt, sich gegen Johnnys bekannteste, wohl meistzitierte und weder stilistisch noch thematisch zu unterschätzende Tragödie »Faust« zu entscheiden. Wenn man schon einen Bildungsroman will, warum nicht die parodistischen »Lebens-Ansichten des Katers Murr« von E. T. A. Hoffmann anstelle des »Sandmanns«? Gerade für heutige Leser sicher ergiebiger als Wilhelm Meister.
Dass mehrfach Lewis Carroll (zwei r, zwei l) falsch geschrieben wurde, erhöht die Seriosität der Liste nicht.
Erst Mitte des 19. Jahrhunderts übrigens taucht der erste Franzose auf: Honoré de Balzac (ob man mit der Trilogie »Illusions perdues« nicht eine bessere Wahl getroffen hätte, will ich gar nicht ausführen). Das ist reichlich spät. Sogar in einer deutschen Liste könnten ohne weiteres Villon (satirische Dichtung), de La Rochefoucauld (Aphorismen), Molière (Dramen) oder de La Fontaine (Fabeln) auftauchen.
Warum laut FOCUS Online Chandlers Krimi »Farewell, My Lovely« (dt. »Lebwohl, mein Liebling«) eines der wichtigsten Bücher der Literaturgeschichte sein soll, erschließt sich mir nicht, selbst wenn Marlowe der Detektiv schlechthin ist. Das Gleiche gilt für Ken Follett und Frederick Forsyth – den genannten Roman des Letzteren habe ich nicht gelesen, schließe aber aus dem, was ich von ihm kenne, dass es sich um einen guten und spannenden Thriller handelt, und nicht um die Crème de la Crème der Weltliteratur.
Zudem kritisieren kann man gewiss, dass bei kaum einem Buch die Jahreszahl der Entstehung oder wenigstens der Erstveröffentlichung genannt ist. Da ich davon ausgehe, dass die Sortierung chronologisch sein soll, ist sie mitunter falsch: Oscar Wildes »Bildnis des Dorian Gray« von 1890/1891 steht vor Mark Twains »Tom Sawyers Abenteuer« von 1874. Kafkas »Process« (1925) steht nach George Orwells »Farm der Tiere« (1945). Überdies darf man von einer solchen Liste erwarten, dass sie solide und preiswerte Leseausgaben empfiehlt. Warum also ist hier die 50 € teure Rowohlt-Ausgabe von Musils »Der Mann ohne Eigenschaften« statt einer Taschenbuchversion für 14,90 € genannt?
Und abschließend: Was ist mit Virginia Woolf, mit Marcel Proust, mit Edgar Allan Poe, mit Jorge Luis Borges, wo sind die Skandinavier (Andersen, Ibsen, Hamsun)? Wenn man sich schon aufschwingt, die 100 besten Bücher zu benennen, und dabei auch vor eher Sperrigem nicht grundsätzlich zurückschreckt, dürfen die und einige andere eigentlich nicht fehlen. Aber was wundere ich mich? FOCUS eben …
Gruß
Christopher
… ja, das musste (leider wieder einmal) mal getippt werden, und ich stimme dem vollumfänglich zu.
„Die“ Top-Ten-Liste für Bücher gibt es nicht und kann es nicht geben.
So etwas funktioniert noch nicht einmal für Bestseller (also Listen, bei denen zumindest das Bewertungskriterium = Verkaufszahl eigentlich eindeutig definiert ist), aufgrund der Schwierigkeiten der zuverlässigen Datenerhebung. Die Spiegel-Bestsellerliste hat nicht gerade viel mit der Realität zu tun.
Noch weniger kann es für Listen nach qualitativen Kriterien gelten, die naturgemäß immer subjektiv sein müssen. Die von Christopher kommentierte Liste ist nur ein Beispiel dafür. Wenn eine solche Liste allgemeine Gültigkeit zu haben behauptet, ist das pure Ignoranz und/oder Marktschreierei - und da schließe ich literaturwissenschaftliche Pflichtlisten explizit mit ein.
Beste Grüße,
Pengoblin
Moin,
die aktuellen oder „all time“ Top 10 ?
Thomas
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