Vom Headhunter a Tipp an Jobsuchende z Nachdenken
Hallo, kurz mal aus der Sicht eines headhunters (alter Hase im Markt) zum Überlegen:
Wo schaltet wer Anzeigen bzw. stellt seine Jobs online?
Die Großen der Branche, die reichlich Budget haben, gehen zu monster, stepstone, stellenanzeigen.de. usw. Diese Börsen sind recht teuer (eine Anzeige zw. 300 - 600 Euro/4 Wochen), also können oder wollen sich die kleineren oder mittleren Headhunter (die teilweise sehr spezialisiert und damit auch in der Wirtschaft gefragt sind) dies nicht leisten. Also sind die wirklich interessanten Nischenjobs dort eher selten zu finden.
Wer liest und sortiert die Massen der Bewerbungen, die dann da eingehen ?
Meist Recruter, die sich strikt an ein Vorgabeschema eines Anforderungsprofiles halten und oft sogar Studenten sind. Dass vielleicht eine Bewrbung aber nicht auf job A passt, aber sehr gut zu Job B, kommt dort kaum zum tragen. Man kennt sich bei den Großen eher über die Datenbank.
Übrigens: Der Durchschnitt an Zeit, den Recruter / headhunter zur ersten Durchsicht einer kompleten Bewerbung nehmen liegt bei 20 - 40 Sekunden. Danach ist auch schon die erste Entscheidung ja/ nein gefallen. Geht auch gar nicht anders in Zeiten, wo vorgefertigte CV’s und Bewerbungen elektronisch in Massen versandt werden, ohne genau vorher die Anforderungen der Anzeige durch zu lesen.
Also wo sind die Masse der vielschichtigen jobs? Auf mittleren Stellenbörsen, die teilweise preiswerter oder gar kostenlos für Inserierende sind, wie z.B. stellenmarkt.de, rekruter.de, vor allem jobmonitor.com und evtl. jobscout 24.
Headhunter sind sehr oft hoch spezialisert auf Branchen oder bestimmte Profile. Hier braucht man eher nicht selbst aktiv zu werden. Das sind Profis, die kommen schon auf den Jobsuchenden zu.
Deshalb heißen sie ja auch headhunter…
Was aber immer wieder vegessen wird und auch hier im thread klar anklingt: Für jeden jobsuchenden ist dieser Service i.d.R. kostenlos also eine Dienstleistungs umsonst. Warum sind dann so viele so überheblich, arrogant und genervt von der Tätigkeit von headhuntern?
Die machen ihren job in gleicher Weise, wie der Jobsuchende oder auch so Angesprochene. Warum wird wie auch hier von zumüllen gespochen?? In dem Moment, wo der, der eine solche Einstellung zu diesen Dienstleistern hat, selbst abeitslos wird, dann ändert sch die Meinung auf einmal um 180°.
Wir bekommen pro Woche um die 200 Bewerbungen, davon sind 98% Müll, da die Voraussetzungen für einen Job einfach nicht richtig gelesen werden oder aber man kanns ja einfach mal versuchen, sind ja nur ein paar Tasten. Für den headhunter ist das viel Zeit, die verloren geht. Eingangsbestätigung… Durchsicht, intern abklären, absagen od. weiter bearbeiten…
Pro Bewerbung mind. 5 Minuten, das sind in der Woche fast zwei Mann-Tage. Dies müssn bezahlt ode verdient werden.
Man sollte bei solchen Themen wie Jobbörsen und headhuntern sich auch immer in die Position der anderen Seite versetzen, um möglichst gute Ergebnisse zu erhalten.
Übrigens. Profile die Stellensuchende bei den großen Jobbörsen einstellen, werden von diesen sehr teuer vermarktet. Mind. 1000 Euro / Monat, damit man diese sehen kann. Meist noch deutlich teurer. Da die Großen wie stepstone und monster aber die „Leichen“ nicht auspflegen - man will ja mit zig-tausenden von angeblichen Profilen Kunden locken - die dies dann buchen sollen, werden solche Teile der Jobbörsen bei den Entscheidungsträgern der Jobvergebenden wenig genutzt. Insofern ist das Einstellen von dem eigenen Profil oft vergebene Liebesmüh.
Grüsse Henry
PS: Übrigens. Die ganze Branche sucht zur Zeit ca. zu 95% (wirklich gute) Kandidaten und die sind trotz der ca. (in Wirklichkeit mehr als 5 Mill Arbeitslosen) so gut wie nicht zu finden…