Torasemid macht alles schlimmer?

Guten Tag, folgende Situation:

Mein Vater, 73, Raucher, nach Hinterwandinfarkt 1992 und leichter TIA im März diesen Jahres, bekam seit dem Infarkt von seinem Arzt Lasix verschrieben, die ihm bestens bekamen. Seit nun eben diese im März diesen Jahres ausgingen und die TIA dazwischen kam, wechselte nach V.a. zunehmende KHK der Arzt, der eine Katheteruntersuchung durchführte, die Tabletten aus. Darunter nun Torasemid 10, 2mal morgens. Seit diesem Zeitpunkt hat mein Vater enorme Atemprobleme, schon nach geringster Tätigkeit, in letzter Zeit vor allem auch nachts, da ein Druckgefühl die Nachtruhe schon seit Wochen stört. Kann es an Torasemid liegen? Wir können auch geringfügig Wasser in den Beinen und einen größeren Bauch beobachten, Dinge, die er vorher nicht hatte…

Wie kann er wieder erholsamen Schlaf finden? Wenn das so weitergeht, ist er ja nur noch ein einziger Stressbolzen, denn unzureichender Schlaf schädigt den Körper…

Danke für eure Antworten! (gerne auch von den Profis)

Hallo,

die beschriebenen Symptome sind zwar nicht sehr spezifisch, sind aber allesamt durch eine mangelhafte Entwässerung (Diurese) zu erklären. Zwar spricht die Literatur immer von einem etwa zwei- bis dreifach stärkerem Wirkungsgrad von Torasemid gegenüber Furosemid (Lasix), doch ist damit freilich nicht ausgeschlossen, dass individuelle pharmakologische Unterschiede auftreten. Ein weiterer wichtiger Punkt wären Arzneimittelinteraktionen. Sicherlich bekommt ihr Vater noch weitere Medikamente, daher sollte auch dies als Grund in Erwägung gezogen werden.

Letztendlich gilt aber dasselbe wie bei den meisten anderen Anliegen in diesem Forum: Eine Ferndiagnose ist nicht nur nicht möglich, sondern auch unseriös; nur der behandelnde Arzt kann die Ursachen abklären und die Therapie anpassen. Daher ist es wie so oft nur ratsam, schnellstmöglich den Hausarzt aufzusuchen und, wenn noch nicht geschehen, den Arztbrief von der Katheterisierung bzw. dem Klinikaufenthalt mitzubringen.

Liebe Grüße, jaZoo

Jeder Infarkt bedeutet letztlich eine Schwächung des betreffenden Organs, in dem Fall des Herzens. Dies scheint auch die Ursache für die Wassereinlagerungen zu sein. Aufgabe des Arztes ist es, eine sinnvolle Dosierung und Einnahme herauszufinden. Das schwache Herz verursacht das Wasser, und die Entwässerung belastet auch wiederum das Herz. Das ist ein Teufelskreis, der den Arzt vor eine schwierige Aufgabe stellt.
Alle Medikamente müssen für jeden Patienten individuell zusammengestellt werden und immer wieder muß diese Zusammenstellung überprüft werden. Deshalb die neuen Beschwerden mit dem Arzt besprechen!
Gruß
Helmut