Torinschriften von KZ-Außenlagern?

Hallo!

Ich beschäftige mich gerade mit einem Buch (Melvin Jules Bukiet: Danach), in dem mir schon einige Ungereimtheiten aufgefallen sind. Das Buch soll in einem (nicht näher benannten - fiktiven?) kleineren Außenlager von Buchenwald spielen, auch irgendwo im Thüringer Wald. Bisher aber erinnert es mich eher an Auschwitz. Die Torinschrift lautet „Arbeit macht frei“, zudem gibt es einen Teil des KZ, in dem die Sachen der Gefangenen lagern, der „Kanada“ heißt?

Meine konkreten Fragen:

  1. Gab es auch an den Außenlagern der „großen“ KZ diese sehr makabren Inschriften? „Arbeit macht frei“ ist ja auf den Mist von Rudolf Höß, dem ersten Kommandanten von Auschwitz gewachsen, was hätte das dann in einem Nebenlager von Buchenwald zu suchen?

  2. Ist „Kanada“ eine allgemeine Bezeichnung im Nazi-Jargon für „Sachen, die die Gefangenen nie wieder sehen werden“?

  3. Oder sind die Ungereimtheiten nur auf Unfähigkeit in Sachen Recherche bzw. missglückter „Fremdnutzung“ von Seiten des Autors (jüdischer Abstammung, aber US-Amerikaner *g*) zurückzuführen?

Gruß sannah

Hallo Sannah,

ich weiß nicht, wie es sich bei anderen KZs verhält, ich weiß aber, dass beispielsweise auch im Dachauer KZ ein Gitter am Eingangstor mit dem Satz „Arbei macht frei“ existiert(e).
Global kann ich Deine Frage aber nicht beantworten, auch nicht die Frage zu „Kanada“.
Nur eine kleine Bemerkung zu deinem Punkt „3.“ - Die historische Forschung und gerade auch die zum Nationalsozialismus und zum Holocaust sind in den USA keinesfalls so unterentwicklet wie man aus der Unkenntnis vieler US-Bürger schließen könnte. Im Gegenteil: die universitäre Bildung ist in vielen Bereichen in den USA wesentlich besser und tiefer als etwa in Deutschland. Das Problem ist, dass diese Bildung nicht so breit zugänglich ist wie etwa bei uns (Colleges und Unis sind dort sehr sehr teuer). Amerikanische Autoren bemühen sich auch sehr oft um eine sehr sorgfältige Recherche, aber auch da gibt es natürlich Ausnahmen.

Grüße,

Oliver

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Nachtrags-Re: Torinschriften von KZ-Außenlagern?
Noch eine Nachbemerkung:

Buchenwald hatte weit über 100 Aussenlager.

Wenn ich mich recht erinnere, beschreibt auch Imre Kertesz, der sowohl in Auschwitz als auch in Buchenwald als Häftling war, eines der Außenlager von Buchenwald im „Roman eines Schicksalslosen“.

Gruß, Oliver

Hallo Oliver,

ich weiß nicht, wie es sich bei anderen KZs verhält, ich weiß
aber, dass beispielsweise auch im Dachauer KZ ein Gitter am
Eingangstor mit dem Satz „Arbei macht frei“ existiert(e).

Das mag dann auch mit der Person von Rudolf Höß zusammenhängen, der zuvor in Dachau „stationiert“ war. Und die Lager Auschwitz sind ja zeitlich deutlich nach Dachau (und Buchenwald) entstanden.

Nur eine kleine Bemerkung zu deinem Punkt „3.“ - Die
historische Forschung und gerade auch die zum
Nationalsozialismus und zum Holocaust sind in den USA
keinesfalls so unterentwicklet wie man aus der Unkenntnis
vieler US-Bürger schließen könnte. Im Gegenteil: die
universitäre Bildung ist in vielen Bereichen in den USA
wesentlich besser und tiefer als etwa in Deutschland. Das
Problem ist, dass diese Bildung nicht so breit zugänglich ist
wie etwa bei uns (Colleges und Unis sind dort sehr sehr
teuer). Amerikanische Autoren bemühen sich auch sehr oft um
eine sehr sorgfältige Recherche, aber auch da gibt es
natürlich Ausnahmen.

Deshalb hatte ich ja auch ein kleines Augenzwinkern eingefügt. So gibt es ja auch für die (Zeit-) Geschichte das sehr renommierte „Institute of German History“ (wobei ich mir gerade nicht sicher bin, ob das wirklich so heißt und wo es liegt).
Das „Problem“ in diesem Zusammenhang ist Folgendes: Der Autor hat sein Buch selbst als „schwarze Komödie über Holocaust-Überlebende im Nachkriegsdeutschland“ angelegt. Und nun wollte ich wissen (gerade in Bezug auf die Torinschrift „Arbeit macht frei“), ob diese genannten Faktoren wirklich real sind oder aus Auschwitz (et al) entliehen wurden, um einen gewissen Witz zu erzeugen.

Vielleicht hat ja jemand anderes noch die „globale“ Antwort…

Gruß sannah

Noch eine Nachbemerkung:

Dito.

Buchenwald hatte weit über 100 Aussenlager.

Ich weiß. Das könnte ja auch die „Beliebigkeit“ Bukiets erklären.

Wenn ich mich recht erinnere, beschreibt auch Imre Kertesz,
der sowohl in Auschwitz als auch in Buchenwald als Häftling
war, eines der Außenlager von Buchenwald im „Roman eines
Schicksalslosen“.

Oder auch zu Buchenwald (trotz aller komm. Instrumentalisierung) Bruno Apitz’ „Nackt unter Wölfen“. Aber ich wollte eigentlich nicht ein oder zwei weitere Bücher lesen, um diese Ungereimtheiten im ersten aufzudecken, sondern hoffte auf w-w-w …

Gruß sannah

Meine konkreten Fragen:

  1. Gab es auch an den Außenlagern der „großen“ KZ diese sehr
    makabren Inschriften? „Arbeit macht frei“ ist ja auf den Mist
    von Rudolf Höß, dem ersten Kommandanten von Auschwitz
    gewachsen, was hätte das dann in einem Nebenlager von
    Buchenwald zu suchen?

Hatte Buchenwald nicht die Losung „Jedem das Seine“ ?

Kanada
Hallo Sannah,

leider kann ich Dir zu Punkt 1 keine Auskunft geben.
Gefühlsmäßig würde ich aber denken, daß Außenlager in
der Regel keine „Torinschriften“ hatten. Aber diese
Lager variierten beträchtlich in ihrer Größe und
übertrafen, wie in Auschwitz, manchmal das Stammlager.

  1. Ist „Kanada“ eine allgemeine Bezeichnung im

Nazi-Jargon für

„Sachen, die die Gefangenen nie wieder sehen werden“?

Definitiv nicht! „Kanada“ ist außerdem kein Nazi-
sondern ein Häftlingsjargon, der nach und nach von der
SS übernommen wurde.
Die Häftline in Auschwitz nannten die Effektenlager (so
die „offizielle“ Bezeichnung) Kanada I und Kanada II.
Einfach aus dem Grund, weil die dort arbeitenden
Häftlinge sich wie im Paradies fühlten verglichen mit
den Zuständen in den anderen Arbeitskommandos ihrer
Leidensgenossen. In Kanada gab es alles was man zum
Überleben in dieser Hölle brauchte, und so entstand der
Name. Denn Kanada war für die Häftlinge der Inbegriff
eines reichen, fernen und friedlichen Landes in dem es
sich gut leben läßt.

Gruß
Tom

Hatte Buchenwald nicht die Losung „Jedem das Seine“ ?

Das stimmt, diese Inschrift ist auf der Website http://www.buchenwald.de zu sehen. Auf dieser Website findet man Informationen über die Gedenkstätte des KZ Buchenwald sowie über dessen Aussenlager Mittelbau-Dora bei Nordhausen in Thüringen. Dort steht aber, dass das Häftlingslager Mittelbau-Dora kein Lagertor bzw. Torgebäude hatte.


MOD.: Link klickbar gemacht.
Edith

Ich besitze dieses Buch und habe kurz nachgelesen. Imre Kertesz beschreibt das Tor von Buchenwald sehr genau, aber er erwähnt keine Inschrift. Das Aussenlager von Buchenwald, in dem Imre Kertesz war, befand sich beim Dorf Zeitz in der Nähe des Thüringer Walds. Aber auch hier erzählt er nichts von einer Torinschrift.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Ich besitze dieses Buch und habe kurz nachgelesen. Imre
Kertesz beschreibt das Tor von Buchenwald sehr genau, aber er
erwähnt keine Inschrift. Das Aussenlager von Buchenwald, in
dem Imre Kertesz war, befand sich beim Dorf Zeitz in der Nähe
des Thüringer Walds. Aber auch hier erzählt er nichts von
einer Torinschrift.

Es steht aber „Jedem das Seine“ in Buchenwald am Tor. Ich weiß das genau - ich war schließlich oft genug oben und hatte hinreichend Zeit, mir das anzusehen. Buchenwald war schließlich früher Pflicht bei allen möglichen und unmöglichen Anlässen.

Gernot Geyer

1 „Gefällt mir“

Hallo,

Hierzu:

http://www.deathcamps.org/websites/jmottode.htm
http://images.google.at/images?q=KZ%20Torinschrift&h…

LG.jenny

1 „Gefällt mir“

Hallo Tom!

Definitiv nicht! „Kanada“ ist außerdem kein Nazi-
sondern ein Häftlingsjargon, der nach und nach von der
SS übernommen wurde.
Die Häftline in Auschwitz nannten die Effektenlager (so
die „offizielle“ Bezeichnung) Kanada I und Kanada II.
Einfach aus dem Grund, weil die dort arbeitenden
Häftlinge sich wie im Paradies fühlten verglichen mit
den Zuständen in den anderen Arbeitskommandos ihrer
Leidensgenossen. In Kanada gab es alles was man zum
Überleben in dieser Hölle brauchte, und so entstand der
Name. Denn Kanada war für die Häftlinge der Inbegriff
eines reichen, fernen und friedlichen Landes in dem es
sich gut leben läßt.

Das ist doch einmal eine Auskunft, die mich weiter bringt (=*). Damit wäre es also möglich, dass diese Bezeichnung auch in anderen KZ verwendet worden ist? Zumindest ist es kein allze großer Fauxpas, dem man dem Autor zuschreiben müsste.

Gruß sannah

Mißverständnis?
Hi Sannah!

Das ist doch einmal eine Auskunft, die mich weiter
bringt(=*). Damit wäre es also möglich, dass diese
Bezeichnung auch in anderen KZ verwendet worden ist?
Zumindest ist es kein allze großer Fauxpas, dem man
dem Autor zuschreiben müsste.

Ich glaube Du hast mich falsch verstanden. Meines
Wissens nach ist „Kanada“ ein rein Auschwitz
spezifischer Begriff. Ich habe mal ein wenig
recherchiert und herausgefunden, daß alle
Vernichtungslager Effektenlager hatten (wen
wundert’s?), der Name Kanada fällt aber ausschließlich
im Zusammenhang mit Auschwitz-Birkenau!

Das, wie in dem von Dir beschriebenen Buch, ein
Nebenlager ein Effektenlager hatte, halte ich für
unwahrscheinlich. Den Häftlingen wurde ihr mitgeführtes
Eigentum bei der Aufnahme ins Lager abgenommen - einer
Prozedur die meist im Stammlager stattfand. Die
gestohlenen Wertgegenstände wurden dann von den
SS-Schergen in den Effektenlagern gesammelt und
schließlich weiterverwertet. Außenlager dienten aber
fast immer der „Unterbringung“ von besonderen
Arbeitskommandos.
Natürlich gibt es hier Ausnahmen, wie z.B.
Auschwitz-Birkenau, oder Auschwitz-Monowitz, die das
Stammlager an Größe übertrafen.

Es deutet also doch alles auf mangelhafte Recherche
hin.

Gruß
Tom

Hallo Tom!

Danke noch einmal für deine Richtigstellung, ich hatte das tatsächlich missverstanden.

Es deutet also doch alles auf mangelhafte Recherche
hin.

Quod erat demonstrandum …

sannah

Hi,
dazu:

http://www.forst.tu-muenchen.de/~refo/tradukoj/ausch…

sowie die Artikel zu „Kanada“ auf der Auschwitz-Seite

http://www.auschwitz.org.pl/html/de/zwiedzanie/kanad…

HTH und Gruß, jenny

Hallo Sannah,
vielleicht ist es zu spät, deine Fragen zu beantworten; bei genauem Hinsehen hättest du das ja inzwischen auch selber getan haben können.
Auf dem Umschlag, Rückseite, von Melvin Jules Bukiets Buch steht über den Autor: „… DANACH, sein erster Roman wurde inspiriert von … den Erinnerungen seines Vaters, der den Holocaust überlebt hat.“
Na gut, der Umschlag mag bei deinem Exemplar gefehlt haben.
Doch auf der Titelseite steht „Roman“. Das bedeutet, Fiktion, also keine Tatsachenbeschreibung.
Nächstes Blatt: Da schreibt der Autor „an den Leser. Der fiktiven, emotionalen und theologischen Wahrheit zuliebe habe ich in diesem Buch Grenzen verschoben, Daten verändert und mir auch mit anderen … Fakten einige Freiheiten erlaubt…“
Nächstes Blatt: „Für meinen Vater Joe … und all die anderen Überlebenden.“
Mit anderen Worten: der Autor wusste sehr genau, auf jeden Fall besser als wir, worüber er schrieb.
Im Übrigen: An den Außenlagern von Buchenwald gab es keine Torinschriften. Zu dem Zeitpunkt, als man die Gefangenen der KZ zur Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie eingesetzt hat, hat man keinen Gedanken mehr an „Erziehungsarbeit“ an ihnen oder an „Verzierungen“ dieser Art beim Bau von Lagern verschwendet. Diese Lager wurden einfach nur nach praktischen Gesichtspunkten eingerichtet.
Grüße,
Wendelline

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Wendelline,

vielleicht ist es zu spät, deine Fragen zu beantworten; bei
genauem Hinsehen hättest du das ja inzwischen auch selber
getan haben können.

Inwiefern „zu spät“?

Auf dem Umschlag, Rückseite, von Melvin Jules Bukiets Buch
steht über den Autor: „… DANACH, sein erster Roman wurde
inspiriert von … den Erinnerungen seines Vaters, der den
Holocaust überlebt hat.“
Na gut, der Umschlag mag bei deinem Exemplar gefehlt haben.
Doch auf der Titelseite steht „Roman“. Das bedeutet, Fiktion,
also keine Tatsachenbeschreibung.

Danke auch für diesen Hinweis, aber ich kann durchaus lesen, Klappentext und Einleitung sind mir beide bekannt, ich weiß auch Fiktion von Fakten zu unterscheiden. Meine Frage zielte allerdings in die Richtung, inwiefern Fiktion und Fakten hier verwischt worden sind - das ist bei Romanen, die man in irgendeiner Form mit dem Attribut „historisch“ belegen könnte, mitunter durchaus einer Recherche wert.

Mit anderen Worten: der Autor wusste sehr genau, auf jeden
Fall besser als wir, worüber er schrieb.

Deine Wertung. Immerhin handelt es sich bei seiner Inspiration um subjektive Erinnerungen aus Erzählungen seines Vaters. Sicherlich, ein Roman erfordert nicht unbedingt eine weitere Recherche.

Zu dem Zeitpunkt, als man die Gefangenen der
KZ zur Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie eingesetzt hat,
hat man keinen Gedanken mehr an „Erziehungsarbeit“ an ihnen
oder an „Verzierungen“ dieser Art beim Bau von Lagern
verschwendet. Diese Lager wurden einfach nur nach praktischen
Gesichtspunkten eingerichtet.

Gegenbeispiel: Stammlager Auschwitz („Arbeit macht frei“)? Dies wurde doch im Mai 1940 entgegen der ersten Planung nicht als Durchgangslager, sondern als Konzentrations- und Arbeitslager eingerichtet.

Gruß sannah

Hallo Sannah,

vielleicht ist es zu spät, deine Fragen zu beantworten; bei
genauem Hinsehen hättest du das ja inzwischen auch selber
getan haben können.

Inwiefern „zu spät“?

Weil der thread schon etwas älter ist und du ihn evt. nicht mehr verfolgen kannst.

Auf dem Umschlag, Rückseite, von Melvin Jules Bukiets Buch
steht über den Autor: „… DANACH, sein erster Roman wurde
inspiriert von … den Erinnerungen seines Vaters, der den
Holocaust überlebt hat.“
Na gut, der Umschlag mag bei deinem Exemplar gefehlt haben.
Doch auf der Titelseite steht „Roman“. Das bedeutet, Fiktion,
also keine Tatsachenbeschreibung.

Danke auch für diesen Hinweis, aber ich kann durchaus lesen,
Klappentext und Einleitung sind mir beide bekannt, ich weiß
auch Fiktion von Fakten zu unterscheiden. Meine Frage zielte
allerdings in die Richtung, inwiefern Fiktion und Fakten hier
verwischt worden sind - das ist bei Romanen, die man in
irgendeiner Form mit dem Attribut „historisch“ belegen könnte,
mitunter durchaus einer Recherche wert.

Das bringt überhaupt nichts. Davon wird der Roman nicht besser oder schlechter. Man kann nur künstlerisch-literarische Maßstäbe anlegen, wenn man ein Erkenntnisinteresse im Zusammenhang mit Literatur hat.
Aber es kann natürlich Anlass sein, sich auch historisch oder biographisch mit einem Thema zu beschäftigen. Das ist aber was anderes.

Mit anderen Worten: der Autor wusste sehr genau, auf jeden
Fall besser als wir, worüber er schrieb.

Deine Wertung. Immerhin handelt es sich bei seiner
Inspiration um subjektive Erinnerungen aus
Erzählungen seines Vaters. Sicherlich, ein Roman erfordert
nicht unbedingt eine weitere Recherche.

Erinnerung ist immer subjektiv. Ich habe mich mit Überlebenden unterhalten, die mir haarsträubende Dinge erzählt haben, von denen ich beweisen kann, dass sie nicht stimmen. Zu dem Thema Erinnerung in der Literatur gibt es Forschungen von Monika Neuhofer, die sich bei Semprun mit diesen Fragen beschäftigt. Sehr lesenswert.

Zu dem Zeitpunkt, als man die Gefangenen der
KZ zur Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie eingesetzt hat,
hat man keinen Gedanken mehr an „Erziehungsarbeit“ an ihnen
oder an „Verzierungen“ dieser Art beim Bau von Lagern
verschwendet. Diese Lager wurden einfach nur nach praktischen
Gesichtspunkten eingerichtet.

Gegenbeispiel: Stammlager Auschwitz („Arbeit macht frei“)?
Dies wurde doch im Mai 1940 entgegen der ersten Planung nicht
als Durchgangslager, sondern als Konzentrations- und
Arbeitslager eingerichtet.

Der Einsatz für die Rüstungsindustrie begann 1942/43. Vorher hatte die Häftlingsarbeit keine wirtschaftliche Bedeutung. Siehe dazu Herrmann Kaienburgs Studie, exemplarisch für Neuengamme.
Grüße,
W.