Die Frage und die postings sind einen Zwischenruf und eine Ergänzung wert.
Ausgangspunkt der Anfrage so scheint mir nach der Formulierung des Textes, ist die Annahme, Torpedos wären in aller Regel von Verbrennungsmotoren „angetrieben“ worden.
Das war nicht so.
Auf die meist sternförmig ausgeführten Antriebsmaschinen (prinzipiell ausgelegt wie Verbrennungsmotoren) wirkte hochgespannte Luft (in vorgeschalteten Brennkammern stark erhitzt). Allerdings erzeugten die Standardantriebe mittels Luft die unerwünschten, weithin sichtbaren Blasenbahnen (bei ruhiger See und nicht an der Wasseroberfläche – Torpedos liefen optimal in gemutmaßter Tiefe der Kiellinie von Zielen). Das Problem wurde sehr zeitig durch elektrische Antriebseinheiten gelöst.
Die Antriebskonzepte stießen hinsichtlich der erwünschten Verbesserung der Torpedoeigenschaften an Grenzen. Erwünscht waren vor allem höhere Geschwindigkeiten und damit verbunden höhere Reichweiten. Denn Schiffe können Torpedos je nach Entfernung und dem Winkel, in dem das Geschoss auf ein Schiff zuläuft, mit guter Aussicht auf Erfolg ausweichen (so das Ding gesehen wird).
Elektrische Antriebe waren wartungsintensiv und die damalige „Batterietechnik“ setzte den Geschwindigkeiten der E-Torps enge Grenzen. Die Wartung gefährdete, wie zahlreiche Verbrennungsunfälle durch Stromschlag auf deutschen U-Booten belegen, das Bedienungspersonal in einer schwer dauerhaft zu tolerierenden Weise.
Unter Zeitdruck unter Wasser und erbärmlichen Lichtverhältnissen war es heikel und fehlerträchtig High-Tech Waffen zu warten. Elektrische Speichermedien in denen hohe Ströme lauerten allemal.
Anlass für Projektarbeiten zum Einsatz von Verbrennungsmotoren war nicht das Problem der Blasenbahn. Vielmehr sollten höhere Geschwindigkeiten (getestet: ~ 50 kn für mehr als 20 hm) und Reichweiten bei gleichzeitig geringeren Wartungsanforderungen und besserer Funktionssicherheit erreicht werden.
Mehr als ein paar Dutzend Exemplare für Versuchszwecke wurden wohl nicht gefertigt. Die „Laborversuche“ waren überraschend erfolgreich.
Außerdem spielte die Idee des „Schlachtschifftorpedos“ mit 75 cm Durchmesser (ein richtig fetter Aal – Normkaliber: 53 cm) eine Rolle.
Der Drucklufttorpedo erreichte ~ 40 kn bei normaler Laufstrecke (theoretisch 8 hm); der Elektrotorpedo ~ 30 kn (theoretisch 5 hm).
Fragen der Wirtschaftlichkeit waren nachgeordnet.
Immerhin kostete ein Torpedo so viel wie ein Einfamilienhaus.
Die Entwicklung eines Verbrennungsmotors mit maximalen Außenmaßen von weniger als 53 cm war eine technische Herausforderung, von deren Ergebnissen der deutsche Maschinenbau in Nachkriegs-Deutschland profitiert hat. Wäre in den dreißiger Jahren der führende Ingenieur nicht unerwünschter Jude gewesen; wer weiß, wie das Projekt sich auf den Geleitzugkampf der U-Boote ausgewirkt hätte.
Informationen finden sich nicht nur in dem erwähnten Buch von RÖSSLER, sondern in einem weiteren Buch des Autors „Die Torpedos der deutschen U-Boote“. Darin ist auch das Nachkriegsprojekt „Nixe“ erwähnt.
Vielleicht gibt’s dazu was unter google… Manchmal hilft es auch nach Bildern unter denkbaren Stichworten zu suchen (also: google, dann Bilder, dann ein … Wort).
Eine gute Adresse ist auch unter dem Stichwort „Conning tower“ vorhanden; die Internetseite betreibt ein Isländer mit viel Hingabe.
Die angegeben technischen Daten sind alle richtig. Der Motor war allerdings nicht klein im Sinne von Leistung und Hubraum. Buchheim (wir sind hier bei den U-Booten) hätte seinen Protagonisten sagen lassen: ein fetter Brocken!