Tot meiner mutter

hallo zusammen,
ich weiß einfach nicht mehr weiter… im juni diesen jahres ist meine mutter gestorben… ganz ploetzlich, ohne jede vorwarnung… innerhalb von 12 stunden war es vorbei…
und sie war grade mal 58, was ja nunmal heutzutage kein alter mehr ist…
ich dachte eigentlich, dass ich relativ damit umgehen kann… aber in letzter zeit fang ich immer wieder an zu weinen… ohne ersichtlichen grund fuer meine mitmenschen…
leider kann ich in solchen momenten auch nicht drueber reden - auch nicht spaeter…zum einen, weil ich dann wieder anfangen wuerde zu weinen und zum anderen, weil ich angst habe, dass die leute dann genervt sein koennten…

ist sowas normal? und wie lang dauert es, bis ich es ueberwunden habe?
hat jemand von euch sowas schonmal erlebt und kann sich mit mir austauschen? waere wirklich lieb von euch.

leider bin ich nur am we online, um zu sehen, ob mir jemand geschrieben hat, aber ich wuerd mich ehrlich ueber antworten freuen.

liebe grueße,
danie

Hallo Dani!

Erstmal möchte ich dir mein Mitgefühl aussprechen! Die Mutter ist doch der wichtigste Mensch im Leben und kennt einen von der ersten Sekunde an. Ich fand es auch schwierig, den Tod meiner Mutter zu überwinden.

ich weiß einfach nicht mehr weiter… im juni diesen jahres ist
meine mutter gestorben… ganz ploetzlich, ohne jede
vorwarnung… innerhalb von 12 stunden war es vorbei…
und sie war grade mal 58, was ja nunmal heutzutage kein alter
mehr ist…

Wenn es so plötzlich passiert, ist es viel schockierender, als wenn jemand nach einer langen Krankheit im hohen Alter von seinen Leiden ‚erlöst‘ wird.

ich dachte eigentlich, dass ich relativ damit umgehen kann…
aber in letzter zeit fang ich immer wieder an zu weinen… ohne
ersichtlichen grund fuer meine mitmenschen…
leider kann ich in solchen momenten auch nicht drueber reden -
auch nicht spaeter…zum einen, weil ich dann wieder anfangen
wuerde zu weinen und zum anderen, weil ich angst habe, dass
die leute dann genervt sein koennten…

ist sowas normal?

Ja und Nein. Man spricht nicht umsonst vom „Trauerjahr“, und du kannst davon ausgehen, dass man schon ein ganzes Jahr braucht, um den Verlust eines lieben Menschen zu verarbeiten und zu betrauern.
Dass es bei dir noch immer so heftig ausbricht und du nicht darüber reden kannst, scheint mir nicht ganz normal zu sein (soweit ich das überhaupt beurteilen kann).
Wie sah denn deine Trauerarbeit bisher aus? Wie war dein Verhältnis zu deiner Mutter? Sind Dinge zwischen euch ungeklärt geblieben? Vielleicht kannst du irgendetwas bis jetzt nicht mit „normaler“ Trauer verarbeiten.

und wie lang dauert es, bis ich es
ueberwunden habe?

Solange, wie DU benötigst, um alles zu verarbeiten. Wenn Dinge im Unterbewusstsein schlummern und nicht verarbeitet werden, kann das sehr viel länger als ein Jahr dauern.

hat jemand von euch sowas schonmal erlebt und kann sich mit
mir austauschen? waere wirklich lieb von euch.

Nein, bei mir ging es nach ein paar Wochen und Monaten und nach einem Jahr war es okay. Es gibt aber immer wieder Momente, wo ich wieder um meine Mutti trauere und in Tränen ausbreche. Ich denke aber, das ist okay und normal.

leider bin ich nur am we online, um zu sehen, ob mir jemand
geschrieben hat, aber ich wuerd mich ehrlich ueber antworten
freuen.

Such dir Leute zum Reden! Guck, was in dir drin los ist, ob es ungeklärte Dinge gibt, die dir vielleicht bislang nicht bewusst waren. Wenn sich nichts ändert, dann zögere nicht, einen Therapeuten aufzusuchen. Manchmal bewirkt ein solches Ereignis, dass für eine Endgültigkeit steht, dass man mit Dingen nicht abgeschlossen hat und nun auch nicht mehr abschließen kann. Dann kommen noch ganz andere Dinge hoch. Eine erste Adresse wäre sicherlich auch die Telefonseelsorge:
www.telefonseelsorge.de
0800/ 1110111 oder 0800/ 1110222 (kostenlos)

Alles Gute und viel Kraft
wünscht dir
Flaschenpost

liebe grueße,
danie

Hallo,

ich habe auch Einige verloren, wo der Tod plötzlich kam.
Für 2 Tote mache ich mir sogar selbst vorwürfe.

Ich habe auch alleine geweint eine Menge und es hat geholfen.

Du brauchst andere Menschen, die dich trösten und sich deinen Kummer anhören. Einen Menschen, dem du vertraust und eine starke Beziehung hast, z.B. zu einem guten Freund oder Freundin.
Als gute/r Freund/in hält man zusammen, in guten , wie in schlechten Zeiten. Es ist wirklich so eine Art „Smallehe“.
Du brauchst solche Menschen und in so einem moment musst du mal egoistisch sein, da es dich sonst umbringt innerlich, wenn du kein Ventil für Emotionen findest und das kann dein Arbeitsleben stark beeinflussen und sogar deinen Job kosten.
Es gibt genug Menschen, die wegen einer Trennung oder wegen Tod mit 40/50 nicht mehr arbeiten konnten und ziemlich abgerutscht sind.

Wenn es dein „erstes mal ist“ mit einer/m Freund/in darüber zu reden, musst du einfach nur Mut haben. Ich hätte nie gedacht, dass ich mit meinem Freund über eine unglückliche Liebe reden könnte, heute erzähle ich ihm alles, was mich bedrückt… Liebe, Sorgen und Entscheidungen … z.B. ob ich jetzt wirklich aufstehen sollte oder einfach weiter halb verpennt im Bett liegen bleibe(ich mach das 2. ^^).

Du musst deine Trauer mit den Menschen, die dir sehr nahe stehen verarbeiten und denen du verraust. Es geht nicht anders.

mfg,

HAnzo

Kauf dir einen Schalter
Hallo Danie,

mit dem Schalter kannst du dann die Gefühle ein- und ausschalten.

Ich komme langsam in das Alter, in dem deine Mutter verstorben ist. Meine Mutter lebt noch, aber etliche Verwandte nicht mehr.

ich dachte eigentlich, dass ich relativ damit umgehen kann…

„ich dachte“, damit wird oft der größte Unsinn eingeleitet. Das Leben will gelebt sein und nicht gedacht. Mag sein, dass dir die Bedeutung deiner Mutter dir nicht bewusst war, dann hast du eben neue Seiten an dir entdeckt. Und das ist doch gut.

aber in letzter zeit fang ich immer wieder an zu weinen… ohne
ersichtlichen grund fuer meine mitmenschen…

Die Mitmenschen werden schon wissen, dass du nicht grundlos weinst, und sie werden nach dem Grund fragen. Sag ihnen doch einfach den Grund, jeder kann ihn verstehen.

leider kann ich in solchen momenten auch nicht drueber reden -
auch nicht spaeter…zum einen, weil ich dann wieder anfangen
wuerde zu weinen und zum anderen, weil ich angst habe, dass
die leute dann genervt sein koennten…

Erstens brauchst du nicht weiter darüber zu reden, weil jeder den Grund nachvollziehen kann.
Zweitens schadet es weder dir noch den anderen, wenn du dann erst recht weinst.
Und drittens solltest du Schönwetterfreunde, die genervt sind, auf schnellstem Wege entsorgen.

ist sowas normal? und wie lang dauert es, bis ich es
ueberwunden habe?

Du wirst es nie ganz überwinden. Deine Mutter ist ein Teil von dir. Sie ist in jeder deiner Gehirnwindungen. Der menschliche Geist arbeitet nun mal nicht vernünftig. Du hast zigtausende Erinnerungen an deine Mutter, und jede muss bearbeitet werden und auf den neuesten Stand gebracht werden: deine Mutter ist tot.

Ich halte nicht viel vom Begriff der Trauerarbeit. Kann man heutzutage nicht einfach traurig sein, ohne einen Plan abzuarbeiten? Aber man muss die Trauer zulassen. Nicht ohne Grund bieten hier die (von mir wirklich nicht geschätzten) Religionen eine Anleitung. Die orthodoxen Christen haben feste Termine, einen nach 40 Tagen, wenn ich mich recht erinnere, auch die Katholiken treffen sich ein Jahr nach dem Tod, soviel ich weiß.

hat jemand von euch sowas schonmal erlebt und kann sich mit
mir austauschen? waere wirklich lieb von euch.

leider bin ich nur am we online, um zu sehen, ob mir jemand
geschrieben hat, aber ich wuerd mich ehrlich ueber antworten
freuen.

Ehrlich gesagt solltest du dir Menschen suchen, die dich und deine Mutter kennen bzw. kannten. Das Gefühl der Trauer kennen wohl die meisten Menschen, aber du musst deine persönliche Trauer um deine eigene Mutter durchleben. Und da helfen Menschen am meisten, mit denen man Erinnerungen austauschen kann.

Das will nicht heißen, dass ich nicht zu einem weiteren Gedankenaustausch bereit bin, aber der wäre sehr theoretisch, und es geht bei der Trauer immer um einen konkreten Menschen.

Gruß, Zoelomat

hallo zoelomat,
naja, die meisten meiner freunde habe ich bereits zurueckgelassen, weil sie mir alle hilfe angeboten haben, aber prinzipiell nicht wirklich fuer mich da waren.
somit habe ich jetzt nur noch meine familie…

klar wuerde ich gern ueber meine mutter reden. was sich allerdings als schwierig gestaltet, weil ich nicht weiß, wie ich damit anfangen soll… z.b. bei meinem vater…ich will ihn ja auch nicht verletzen und deswegen mache ich das alles mehr oder minder mit mir selbst aus…

Hallo Dani!

Erstmal möchte ich dir mein Mitgefühl aussprechen! Die Mutter
ist doch der wichtigste Mensch im Leben und kennt einen von
der ersten Sekunde an. Ich fand es auch schwierig, den Tod
meiner Mutter zu überwinden.

vielen dank, fuer dein mitgefuehl.

Wenn es so plötzlich passiert, ist es viel schockierender, als
wenn jemand nach einer langen Krankheit im hohen Alter von
seinen Leiden ‚erlöst‘ wird.

ja… keiner von uns war drauf vorbereitet…ploetzlich lag sie da und hat keine luft mehr bekommen -> lungenembolie…keine chance…

Ja und Nein. Man spricht nicht umsonst vom „Trauerjahr“, und
du kannst davon ausgehen, dass man schon ein ganzes Jahr
braucht, um den Verlust eines lieben Menschen zu verarbeiten
und zu betrauern.
Dass es bei dir noch immer so heftig ausbricht und du nicht
darüber reden kannst, scheint mir nicht ganz normal zu sein
(soweit ich das überhaupt beurteilen kann).
Wie sah denn deine Trauerarbeit bisher aus? Wie war dein
Verhältnis zu deiner Mutter? Sind Dinge zwischen euch
ungeklärt geblieben? Vielleicht kannst du irgendetwas bis
jetzt nicht mit „normaler“ Trauer verarbeiten.

naja… trauerarbeit hat eigentlich nicht wirklich stattgefunden… bis zur beerdigung haben wir normal ueber sie geredet…und uns auch an die „schoenen zeiten“ erinnert… aber eben auch zusammen geweint…
nur… nach der beerdigung ist es abgebrochen.bis zu diesem zeitpunkt wollte ich es auch nicht wahrhaben, dass sie wirklich gestorben ist… (ja… 1. phase der trauer)… ich hab auch buecher darueber gelesen, geholfen hat es mir jedoch nicht…
das verhaeltnis zu meiner mutter war sehr gut. klar haben wir uns auch mal gestritten, aber ich konnte ihr alles anvertrauen, und sie stand immer zu mir.
nein, ungeklaert ist nichts geblieben, soweit ich weiß…sie weiß, dass ich sie geliebt habe… und das waere mir mit das wichtigste gewesen, dass sie das weiß…

Solange, wie DU benötigst, um alles zu verarbeiten. Wenn Dinge
im Unterbewusstsein schlummern und nicht verarbeitet werden,
kann das sehr viel länger als ein Jahr dauern.

ja,ich glaube, so ist es bei mir… ioch verdraenge es, glaube ich, immernoch… und manchmal bricht es dann eben raus…

Such dir Leute zum Reden! Guck, was in dir drin los ist, ob es
ungeklärte Dinge gibt, die dir vielleicht bislang nicht
bewusst waren. Wenn sich nichts ändert, dann zögere nicht,
einen Therapeuten aufzusuchen. Manchmal bewirkt ein solches
Ereignis, dass für eine Endgültigkeit steht, dass man mit
Dingen nicht abgeschlossen hat und nun auch nicht mehr
abschließen kann. Dann kommen noch ganz andere Dinge hoch.
Eine erste Adresse wäre sicherlich auch die Telefonseelsorge:
www.telefonseelsorge.de
0800/ 1110111 oder 0800/ 1110222 (kostenlos)

es hoert sich vielleicht komisch an, aber mir faellt es sehr schwer, mit fremden menschen darueber zu reden… wohingegen das hier gut tut… ihr hoert nicht meine stimme, wenn sie zittert… ihr lest einfach nur das, was hier steht, ohne genauere emotionen zu spueren…
wobei ich, denke ich, sehr bald damit anfangen muss, mir professionelle hilfe zu suchen, da hast du schon recht, nur ist dies ein sehr großer schritt fuer mich… =/

Alles Gute und viel Kraft
wünscht dir
Flaschenpost

vielen lieben dank fuer die antwort,

danie

Hallo,

ich habe auch Einige verloren, wo der Tod plötzlich kam.
Für 2 Tote mache ich mir sogar selbst vorwürfe.

anfangs habe ich mich auch verantwortlich egfuehlt, weil ich dachte, dass ich etwas haette merken muessen…aber niemand hat was gemerkt…

Ich habe auch alleine geweint eine Menge und es hat geholfen.

Du brauchst andere Menschen, die dich trösten und sich deinen
Kummer anhören. Einen Menschen, dem du vertraust und eine
starke Beziehung hast, z.B. zu einem guten Freund oder
Freundin.

Du brauchst solche Menschen und in so einem moment musst du
mal egoistisch sein, da es dich sonst umbringt innerlich, wenn
du kein Ventil für Emotionen findest und das kann dein
Arbeitsleben stark beeinflussen und sogar deinen Job kosten.
Es gibt genug Menschen, die wegen einer Trennung oder wegen
Tod mit 40/50 nicht mehr arbeiten konnten und ziemlich
abgerutscht sind.

das ist bei mir zum glueck nicht der fall. ich arbeite unter der woche im kiga und am we im schwimmbad… damit ich mich ein bisschen ablenken kann und da bin ich auch sehr froh drueber. hier zuhause erinnert mich eben doch alles nur an sie…