Okay…wie fange ich am besten an?
Ich habe mir einige Threads ( vielleicht genau die falschen? ) in diesem Forum aus Neugier und Interesse durchgelesen und musste feststellen, dass die meisten genauso ernst und verbissen mit dem Thema Religion und Bibel und Kirche und Tradition umgehen wie die Kirche in Deutschland.
Jeder „Gottesdienst“ in Deutschland ist fuer mich wie eine Beerdigung…schrecklich kalt…Ich hoffe ich trete damit jetzt keinem zu nahe - das hier sind auch nur meine subjektiven Eindruecke - aber gleichzeitig die Erklaerung, weshalb hier keine Jugendlichen in die Kirche gehen.
Als ich in USA gelebt habe, habe ich erfahren, was Gottesdienst wirklich bedeutet. Es heisst nicht in die kalte Kirche gehen, stumm dazusitzen und lieblos Gebete herunterzubeten.Ich war in Florida in einer Kirche, einer christlichen Kirche, und habe dort erlebt, wie es sich anfuehlt, wenn man wirklich betet, oder wirklich singt, oder wirklich glaubt.
Hier in Deutschland gehen Jugendliche hoechstens in die Kirche, wenn sie von ihren Eltern,Verwandten oder Schule gezwungen werden.Dort gehen Jugendliche in die Kirche, weil sie es lieben.Ich ging mindestens 3 Mal in der Woche in die Kirche, weil ich es liebte. Die Kirche war riesig, hell, warm, mit Menschen, die lachten, sangen und miteinander oder mit Gott redeten.
Es gab einen Basketballkorb direkt in der Kirche, und donuts mit milk an einer Bar.Der Gottesdienst wurde von cameras ueber TV in Haeuser uebertragen, in denen Menschen lebten, die nicht selbst in die Kirche kommen konnten.
Der Pfarrer war ehemaliger Cop aus NY, er erzaehlte Geschichten aus seinem Alltag, und verknuepfte sie mit der Botschaft Gottes.
Wenn alle Menschen zusammen sangen haben-dann fingen viele an zu weinen, weil es so wunderschoen war ( ich auch ).
Als ich zurueck nach Deutschland kam, meinte meine deutsche Mutter zu mir, meine amerikanische Mutter haette mich in eine Sekte geschleppt - und ganz ehrlich:
Wenn es eine Sekte war, dann ist sie um Lichtjahre erfuellender als die Sekte der katholischen oder evangelischen Kirche…und ich wuerde jederzeit eintreten 
Hallo,
über manches, was in amerikanischen Kirchen passiert, ließe sich streiten. Es gibt da wohl auch andre Traditionen.
Aber im Großen und Ganzen hast Du recht. Lies mal die Diskussion unter Deiner Anfrage, die mit der christlichen Ehe. Da kommt der ganze Staub der Jahrhunderte hoch.
Es ist ja nicht so, daß die Leute nicht an Gott glauben wollen. Nicht umsonst haben noch die verrücktesten Sekten und exotischsten Religionen einen solchen Zuspruch. Die Menschen suchen dort dort das, was sie in unserer Amtskirche nicht finden, eine lebendige Religion.
Die einzige Reaktion der Kirchen darauf ist die Methode des Mittelalters: Bannstrahl, Verdammung und Verbreitung von Angst und Schrecken. Sie halten fest an den alten Dogmen und Regeln. Kein Gedanke daran, zu fragen, was Jesus heute zu dieser oder jener Sache sagen würde, nur das Beharren auf dem, was er in völlig anderer Situation vor 2000 Jahren gesagt hat.
Deshalb wirkt das Ganze so tot und so ernsthaft. Es sind Rituale und Worte, die wir gefühlsmäßig nicht mehr verstehen und erfassen können. Luher hat die Bibel übersetzt in die Sprache seiner Zeit. Kein Gedanke daran, heute nochmal das Gleiche zu tun, es wäre Gotteslästerung in den Augen der Kirchenoberen. Sie haben Angst vor jeder Veränderung und übersehen dabei, daß auch Jesus die Welt verändert hat, verändert wie kaum einer vor ihm…
Gernot Geyer
Es lebe der Zentralfriedhof…
Hi
„Gott ist tot“ - Nietzsche
„Nö, die Kirche ist todlangweilig“ - Gott
Es ist ja nicht so, daß die Leute nicht an Gott glauben
wollen. Nicht umsonst haben noch die verrücktesten Sekten und
exotischsten Religionen einen solchen Zuspruch. Die Menschen
suchen dort dort das, was sie in unserer Amtskirche nicht
finden, eine lebendige Religion.
Nur ein kleines Beispiel… wir hatten mal nen Pfarrer, der kam aus der Mission. Der wusste, wie man die leute in die Kirche bringt. Interessante Predigten, und dann wurde immer wieder mal eine Jazz-Messe veranstaltet… Ergebniss: Rappelvolle Kirche, allen hat es Spass gemacht.
dann kam der Bischöfliche Bannstrahl…
Darum kann man der Kath. Kirche auch nimmer helfen.
Religion ist eine ernste Sache. Spasshaben ist SÜNDE!
Ist zwar Käse, aber so machen es die halt… So wird Religion zu einer leeren Hülle, zum Kult um einen „toten“ Gott.
Gruss
Mike
Hallo
Du hast völlig recht mit Deiner Beobachtung, generell scheint es mir so zu sein, daß wir Deutschen mehr Probleme mit fröhlichen und ausgelassenen Gottesdiensten haben als z.B. die Amerikaner.
Aber:
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Die amerikanische Art birgt auch einige Risiken. Die lebhafte und gemeinschafts- und freudefördernde Art verdeckt nur zu oft viele Probleme, die man in der Regel mit Sekten in Verbindung bringt - was nicht heisst, daß jede Gemeinde, die lebhaft und freudig ist auch eine Sekte ist. Aber man ist schon gezwungen stärker hinter die Kulissen zu schauen, um herauszufinden, was Geistes Kind da am Werke ist.
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In den deutschen Landeskirchen macht die traditionelle und bürokratische Denkweise eine amerikanische Lebhaftigkeit zwar sehr schwierig, aber unmöglich ist sie nicht. Solltest Du jemals nach Niederhöchststadt bei Frankfurt kommen, dann würde ich Dir empfehlen, einmal in den dortigen „Go Special“ Gottesdienst hineinzugehen.
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Die Freikirchen in Deutschland sind nicht so Traditionsbelastet und unbeweglich und schaffen es häufiger, auch für Jugendliche geeignete Gottesdienste zu gestalten. Auch hier trifft das nicht für alle zu, aber Deine Chancen, eine gute Gemeinschaft und gute Gottesdienste zu finden, sind hier durchaus grösser.
Mit vielen Grüssen
Thomas
geht es nicht bei allgemeinen Gottesdiensten
also ohne einen festlichen Hintergrund darum, daß die Gemeinde zusammenkommt und die Werte, für die ihre Religion steht, aufleben lassen. So eine Art Zusammenkunft der Gläubigen, um sich die Lehren, Gleichnisse und Werte gegenseitig weiterzugeben - eben eine Gemeinschaft mit gleicher Ideologie?
Lieben gruß, Faten
ja,ja, die Amis!
Die haben auf dem Sektor schon immer einen Sparren weg!
Grüße
Raimund
hier funktioniert die Ökumene. die evangelische ist vollkommen identisch.
In der Gemeinde, in der ich aufwuchs, hatten wir einen Pfarrer, der bei der jJugend sehr beliebt war. Er stellte unter anderem den Gemeindesaal unter der Kirche für alle möglich Feste zur Verfügung: Jazz, Fasching… Ergebnis: er hatte seine Schäfchen unter Kontrolle und zugleich eine volle Kirche. Das passte aber einigen nicht. Feste haben nicht in der kirche, auch nicht unterhalb der Kirche was zu suchen. Also „beförderte“ man ihm zur Bundeswehr. Der Nachfolger machte dem sündigem Treiben ein Ende… auch der vollen Kirche.
grüße
Raimund
Es ist ja nicht so, daß die Leute nicht an
Gott glauben wollen.
Bei den meisten Menschen ist das aber wohl nur ein eher diffuser Gottglaube, weil sie sich nicht vorstellen können, dass die Welt ohne das Wirken einer höheren Macht geschaffen wurde und existieren kann. Irgendwo muss sich der sinnsuchende Mensch, der das alles nicht durchschaut, ja festhalten können - vor allem, wenn es ihm mal schlechter geht oder er gar mit schlimmen Krankheiten konfrontiert wird. Sich auf eine harte Kirchenbank zu setzen, vorgegebene Rituale über sich ergehen zu lassen, Reden anhören, die irgendwie nicht aus dieser Welt sind, dann nach Hause gehen und … die Probleme sind immer noch da - wer hat schon Lust dazu?
Nicht umsonst haben noch die verrücktesten
Sekten und exotischsten Religionen einen solchen
Zuspruch. Die Menschen suchen dort dort das,
was sie in unserer Amtskirche nicht finden,
eine lebendige Religion.
Na ja, über die Sekten wird (manchmal) viel geredet, wie eben heute alles so durch die Medien aufgebauscht wird. Aber „solchen Zuspruch“ (womit Du wohl „starken Zuspruch“ meinst)? Nach meiner Erfahrung führen sie (rein numerisch) eher ein Randdasein.
Luher hat die Bibel übersetzt in die Sprache seiner Zeit.
… ins Deutsche. Das war ja gerade das Schlimme!! Da konnten plötzlich viel mehr Leute sehen, was da drin steht! Und sie sahen, dass da was ganz anderes drin steht, als ihnen erzählt und vom Klerus und von Fürsten vorgelebt wurde (wird!?)! Genau deswegen hat die Kirche lange versucht, die Bibel vom einfachen Volk fern zu halten!
Sie haben Angst vor jeder Veränderung und
übersehen dabei, daß auch Jesus die Welt
verändert hat, verändert wie kaum einer vor ihm…
Es gibt Historiker, die sagen, die christliche Kirche hatte sich damals, schon nach 300 Jahren, so weit von Christus entfernt, dass nicht mehr viel von seinen Lehren übrig war.
Gruss, stucki
There’s no business like showbusiness o.T.
…
Auch wir in Österreich haeben das gleiche Problem. Ich als Katholik kann gleiches berichten.
Ein kleiner Trost bleibt mir allerdings. Ich habe im TV eine Sendung gefunden die einen Gottesdienst (Englisch mit deutschen Untertitel) überträgt, der etwas die Atmosphäre von der du berichtest rüberbringt. Lieder aber nicht die Gemeinschaft.
Sieh doch mal rein bei CNBC am Samstag 9 Uhr oder die Wiederholung am Sonntag um 8 Uhr 30.
Viel Spaß. Keine Angst vor Sekten, alle die ihren Glauben am Wort Gottes ausrichten und die Wahrheit suchen werden zu Jesus finden.
Gott segne dich.
Buntheit machen
Jeder „Gottesdienst“ in Deutschland ist fuer mich wie eine
Beerdigung…schrecklich kalt…
Zugegeben es gibt wenige Gegenbeispiele für lebendige Gottesdienste, aber sie gibt es.
Du waerst - deinem Bericht nach zu urteilen - bei Evangelikalen Gruppen (auch Pfingstler, Charismatiker genannt) gut aufgehoben. Sie gibt es als Freikirchen oder teilweise als Gruppen in den Evangelischen Kirchen. In Sachsen gibt es zum Beispiel die Landeskirchliche Gemenschaften.
Auch ‚normale‘ Kirchgemeinden haben die Möglichkeit ihre Gottesdienste aufzupeppen. Bei uns machen z.B. die JungeGemeinde 3-4 mal im Jahr den Sonntagsgottesdienst. Die Evangelische Studentengemeinde (hier in Dresden) hat im Jahr 10 Gottesdienste, die nicht so steif sind.
Der Punkt ist aber das in solchen Fällen Verantwortung übernommen werden muss und der Pfarrer(in) etwas loslassen muß. Da sind die Traditionen gegen, aber es geht.
Kurz die Kritik ist im Prinzip richtig, aber nicht zu generalisieren.
Tschuess Marco.
jung vs. alt…
hey,
ich weiss genau was du meinst. ich war auch fuer ein jahr in USA und hatte dort eine super lebendige gemeinde. der unterschied war wahrscheinlich, dass ich davor schon aktiv war bei uns im ort ind er kirche und CVJM… ich hatte aber auch schon immer das gefueh, dass die aelteren dominieren: wenn man in d-land mal ein schlagzeug in die kirche stellen will, heisst es gleich, das ginge nicht. alles ist zu traditionsbesessen und zu steif: „ein richtiger christ darf eh nix…“ bzw alles, bloss nict gluecklich sein und aus sich raus gehen. meine guete, wir sind jung und von einer anderen generation als unsere grosseltern (duh) und dabei sind wir doch auch nicht anders als sie damals… kirche wird bei uns von den alten gemacht und uns wird nix zugetraut. immer sind es WIR, die kompromisse eingehen muessen, dass dabei der gesammte nachwuchs verloren geht, scheint die erwachsenen net zu stoehren…
aber ich glaube dass (wie bereits gesagt wurde) das vorallem daran liegt, dass die landeskirche so wahnsinnig gross ist. in USA gibt es im prinzip nur kleine relativ unabhaengige gemeinden. allerdings gibt es auch in USA die typisch konservative kirche, teilweise sogar noch schlimmer als bei uns.
ich bin trotz allem noch in der landeskirche weil ich der meinung bin, dass es keine loesung ist, zu fluechten denn indem ich dabeibleibe kann ich eventuell wenigstens minimal etwas aendern und die kirhce mehr zu dem machen wie ich sie gern haette.
ich geh ab und zu mal in eine freikirche und oft zu jugos…das ist dann zum auftanken fuer mich persoenlich.
weisst du, ich denk in USA ist auch nicht alles gold, was glaenzt denn es gibt doch trot allem ne menge an teens, die nur des funs wegen zur church gehen…
viele gruessle von
cat, die die hoffnung noch nicht aufgegeben hat
Unterscheidungsvermoegen ist gefragt
Ja ich kenne was Du schreibst auch aus eigener Erfahrung.
Es gab einen Basketballkorb direkt in der Kirche, und donuts
mit milk an einer Bar.Der Gottesdienst wurde von cameras ueber
TV in Haeuser uebertragen, in denen Menschen lebten, die nicht
selbst in die Kirche kommen konnten.
Die Masche mit dem Basketballkorb und den Donuts ist mir nicht neu. Die Frage ist dann, kommen die Leute in die Kirche um Fun zu haben oder warum? Ich kenne auch Kirchen die haben ein Fitnesscenter eingerichtet! Kein Witz!!!Natuerlich werden dann viele Leute kommen, doch nicht um im Glauben zu wachsen…
Der Pfarrer war ehemaliger Cop aus NY, er erzaehlte
Geschichten aus seinem Alltag, und verknuepfte sie mit der
Botschaft Gottes.
Wenn alle Menschen zusammen sangen haben-dann fingen viele an
zu weinen, weil es so wunderschoen war ( ich auch ).
Klingt nach emotionalen Gottesdiensten. Der Zugriff auf die Emotionen ist ein bekanntes Mittel um Menschen zu beeindrucken bzw. fuer etwas zu gewinnen. Ich wuerde mal gerne die Lehren dieses Pfarrer unter die Lupe nehmen.
Wenn es eine Sekte war, dann ist sie um Lichtjahre
erfuellender als die Sekte der katholischen oder evangelischen
Kirche…und ich wuerde jederzeit eintreten
Ich rate Dir da zur Vorsicht. Die Frage ist, was wird wirklich in der Kirche gelehrt und gelebt? Entspricht das den Lehren Jesu?
Nun, so viel ich gelesen habe, ist dein Eindruck vor allem emotional begruendet. Du warst in einer Kirche wo es toll abging, und fuehltest dich wohl. Auch ich war viele Jahre ein emotionaler Christ, wo vor allem die Emotionen die Hauptrolle spielten. Ich denke aber dass es der falsche Ansatz ist. Du solltest neu ueberdenken wie Deine Beziehung zu Gott steht, und was Deine Motivation ist, in die Kirche zu gehen. Es geht nicht darum ein gutes Feeling zu haben. Ueberhaupt sollte der Glaube nicht auf Gefuehlen gegruendet sein, sondern auf das Wort Gottes, auf Jesus. Ein wirklicher Glaube zeigt sich vor allem darin wie man im Alltag lebt. Insofern sollte die Kirche eigentlich kein Selbstzweck sein, sondern nur ein Mittel um den Christen fuer die Schwierigkeiten im Alltag vorzubereiten. Tolle Gottesdienste leisten da genau so wenig wie trockene, realitaetsfremde Predigten…
Ich finde eine gute Kirche zeichnet sich hauptsaechlich dadurch aus, dass dor das Wort Gottes gelebt wird. Dies bedeutet Naechstenliebe, Annahme, Zurechtweisung, gesunde Lehre und vieles mehr…
Und ich denke der Grund warum viele Jugendliche nicht in die Kirch gehen ist
a) bei vielen kein echter Glaube vorhanden ist
b) die Kirchen keinen lebendigen Glauben vermitteln
Mich haben auch Buecher von Christen in ehemals kommunistischen Laendern beeindruckt. Da gibt es teilweise ganz tolle Zeugnisse von Christen die gar keine Kirche hatten oder wo die Kirchen nur versteckt im Untergrund waren. Eins dieser Buecher heisst „Ivan“ und erzaehlt von einem 18 jaehrigen Christen der in der Armee fuer seinen Glauben verfolgt wurde. Doch liess er sich nicht von seinem Weg abbringen, bis dahin dass er dafuer umgebracht wurde.
Gruss Abe…
PS: bin auch kein Fan der katholischen oder evangelischen Kirchen