Totale verweigerung

Meine 3 1/2 jährige Tochter zeigt sich mir seit Wochen nur noch in einer totalen Haltung der Verweigerung. Sie hört nicht mehr zu. Sie jammert ununterbrochen, wenn ich mich nicht ihr voll und ganz widme, was natürlich nicht immer geht. Bisher hat meine Erziehung, so kurz umrissen, nach dem Motto: Du bist wichitig, jedoch nicht der Mittelpunkt der Welt. Ganz gut funktioniert.
Nun klappt kurz gesagt nichts mehr.
Ich bin mit den Nerven so ziemlich am Ende, was ich ihr ja nicht zeigen kann und weiss einfach nicht mehr weiter.
Nein, zusehr verwöhnt habe ich sie nicht, aber auch nie leere Versprechungen gemacht.
Kann mir jemand helfen, der eine solche Phase einmal miterlebt hat und wie sie/er damit umgegangen ist?

noch habe ich diese phase nicht miterlebt, da meine tochter erst 2 ist. aber sie kommt bestimmt, die berühmte trotzphase.
mir graut auch schon davor.
ich glaube, man muss es einfach akzeptieren, dass das kind jetzt gelernt hat, dass es selbst grenzen setzen kann und das sehr ausgiebig und übertrieben trainiert.

viel glück und gute nerven!
cordula

Sie hört nicht
mehr zu.

Meine Tochter (4 Jahre) hält sich die Ohren zu wenn ich ihr etwas sage - fürchterlich.

Sie jammert ununterbrochen, wenn
ich mich nicht ihr voll und ganz widme,
was natürlich nicht immer geht.

Kenne ich auch nur zu gut.

Bei uns endet es dann immer (wenn sie wiedereinmal nicht und nicht folgen will) mit einem Heulkonzert weil ich dann Taten setze: das unaufgeräumte Spielzeug wegnehmen, sie ohne aufs Klo zu gehen ins Bett stecken weil sie nicht aufs Klo geht, …

Ich bin mit den Nerven so ziemlich am
Ende, was ich ihr ja nicht zeigen kann

Bei mir merkt sie, daß es wieder viel zu viel war, wenn ich anfange sie anzuschreien (ist zwar auch nicht die beste Erziehungsmethode, aber ich kann dann nicht anders).

Was mir sehr geholfen hat ist der Kindergarten. Nicht weil sie sich dadurch änderte, sondern weil ich am Vormittag ganze 3 1/2 Stunden nicht mit ihr streiten muß. Klingt zwar sehr egoistisch, ist es aber nicht, denn sie ging vom ersten Tag an (sie begann im KiGa mit 3 1/2 Jahren) mit Begeisterung hin und weint wenn sie krank ist und nicht in den KiGa darf.
Geht deine Kleine schon in den Kindergarten? Wenn nicht, versuche es einmal, vielleicht gefällt es ihr auch so gut, dann habt ihr beide etwas davon.

Und überlaß sie manchmal dem Vater oder einer Oma und geh einfach bummeln, das hilft auch.

Grüße Majo *dieauchoftdienervenwegschmeißt"

Hi, Majo,
Dein Artikel hat mir Mut gemacht, einfach zu wissen, es gibt noch andere Frauen, die dazu stehen, dass nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist mit den lieben:wink: kleinen. Meine Liiiebt den Kindi. Mit ein paar Müttern kann ich da auch drüber reden, aber viele sind inkonsequent. Sie packen das Spielzeug nicht weg-ich habs schon getan.Vom ersten Tag an, war der Kindi super für meine Tochter. Leider hab ich keine Oma in der Nähe und viele Bekannte ohne Kinder. Und mein Mann arbeitet 3-Schicht…Gute Nerven auch Dir noch, *nichtunterkriegenlass*
Gruß, Christin.

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Hi, Cordula,
Das bei mir ist jetzt die sog. 2te Trotzphase *mutmach*.
die erste ging noch mit ruhiger, bestimmter Konsequenz. Klar müssen die Kinder Ihre Grenzen austesten. In der 2ten scheint meine Tochter zu versuchen, bewusst die Regeln zu brechen. Dann muss ich sie ans Waschbecken tragen, wenn ich bis 5 zähle und sie nicht kommt. Spielzeug wegtun, wenn sie nicht aufräumt. Ich suche nur die Grenze für mich- Ihren Willen brechen möchte ich ja nun auch nicht. Sie ist sehr selbstbewusst und das soll sie bleiben. Ist halt eine Gratwanderung, aber jedes Feedback, das ich bekomme, tut mir gut.
dir auch alles Gute, lass es auf Dich zukommen,und thx für Deine Antwort.
Gruß,Christin

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Huhu :o)

Bei unseren Großen (Zwillinge, 4 1/2) ist das nicht soooo arg ausgeprägt, einfach weil sie wissen, daß keiner für sich im Mittelpunkt steht. Leider weiß Karola (1 1/2) das nicht so genau, die hat im Moment eine ziemlich schwierige Phase, wirft sich kreischend zu Boden wenn ihr was nicht paßt, tobt, zieht sich die Schuhe und Socken aus, wirft damit herum, läuft weg usw.

Bei uns endet es dann immer (wenn sie
wiedereinmal nicht und nicht folgen will)
mit einem Heulkonzert weil ich dann Taten
setze: das unaufgeräumte Spielzeug
wegnehmen, sie ohne aufs Klo zu gehen ins
Bett stecken weil sie nicht aufs Klo
geht, …

°grins° Ist aber die einzige Möglichkeit Grenzen zu setzen …

Bei mir merkt sie, daß es wieder viel zu
viel war, wenn ich anfange sie
anzuschreien (ist zwar auch nicht die
beste Erziehungsmethode, aber ich kann
dann nicht anders).

Äh … würd ich nie tun °lügwiegedruckt° ;o) Aber wenn man das Anbrüllen sparsam einsetzt wirkt es Wunder …

Was mir sehr geholfen hat ist der
Kindergarten.

Ein Segen, nicht wahr ? °kicher°

Nicht weil sie sich dadurch

änderte, sondern weil ich am Vormittag
ganze 3 1/2 Stunden nicht mit ihr
streiten muß. Klingt zwar sehr
egoistisch, ist es aber nicht, denn sie
ging vom ersten Tag an (sie begann im
KiGa mit 3 1/2 Jahren) mit Begeisterung
hin und weint wenn sie krank ist und
nicht in den KiGa darf.

Und sie kommen ganz zufrieden und ausgetobt zurück …

Und überlaß sie manchmal dem Vater oder
einer Oma und geh einfach bummeln, das
hilft auch.

Naja, ich bin der Vater … °lach° Zu den Omas … hm, alle drei sind schon ziemlich stressig, das machen wir nur zwei, dreimal im Jahr. Damit WIR auch mal bummeln gehen können … oder nett essen … :o)

°wink°

Tiger

geteiltes Leid, halbes Leid?
Hallo Christin!!

Auch ich bin eine dieser Mütter, die grade von ihrer Tochter geprüft wird.
Sie ist so alt wie Dein Floh und hat sich offenbar dazu entschlossen, gegen den Rest der Welt und ganz besonders gegen mich zu protestieren.
Es ist oft schwierig für mich, damit umzugehen. Wenn ich es nicht schaffe, eine friedliche Lösung für das 24-Stdunden-Problem *g* zu finden, versuche ich, wenn es notwendig ist, konsequent zu sein (z.B. beim Einkaufen) und gehe dann ein wenig auf Distanz, damit sie sich beruhigen (besser: in Ruhe ausschreien) kann (Auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, die Umstehenden würden mich am liebsten einsperren, dafür dass ich mein Kind offensichtlich grade grausam gefoltert habe).
„Ich bin TRAURIG!“, „Ich bin BELEIDIGT“, „Ich BIN NICHT mehr Deine Freundin!“ und „Geh weg!“ sind im Moment ihre Standardsprüche, die ich „lächelnd“ (in Wirklichkeit zähneknirschend) überhöre.
Sie bringt es fertig in ich-stell-mich-jetzt-stur-Position mit umschlungenen Armen und zu Boden gerichtetem Kopf eine geschlagene Stunde regungslos stehen zu bleiben, um zwischendurch herzzerreißend mitleiderregende Blicke zu uns hinüberzuwerfen.
Irgendwann muss ich dann anfangen zu lachen und alles ist wieder gut. Auf Beschimpfungen versuche ich nicht anders zu reagieren, als mit Ignoranz - reden hilft ja, wie Du weißt nicht …

Alles Liebe und viel Glück!!

LL

Hallo Christin,

erstmal: Was tust Du, bzw. kannst Du für Dich tun? z.B. mal für einige Stunden eine Freundin einspannen, die mit der Kleinen was „tolles“ unternimmt und Dich selbst in der Zeit pflegen/verwöhnen? (Aber nicht die liegengebliebene Bügelwäsche oder sowas! :wink:

Meine Tochter ist jetzt schon 10, aber ich kann mich an diese Zeit nur zu gut erinnern. Eines meiner Hauptthemen war (weiß ich heute), dass ich in der Zeit selbst manchmal so fürchterlich verletzt war, weil ich doch so viel gegeben habe und immer noch zurückgewiesen wurde. Wichtige Hilfe war mir dann, mich immer wieder daran zu erinnern, dass dieses Verhalten letztendlich ein Vertrauensbeweis des Kindes ist. Ja. Genau das. Denn mit einer nicht so geliebten und vertrauten Person haben diese Zwerge nicht den Mut, sich so zu verhalten und zu üben, wie man sich abgrenzt.

Das zur rationalen Seite.

Was Ronja und mir geholfen hat waren folgende Maßnahmen:
1.: ich habe sie mal in einer Situation, wo alles ganz fröhlich und friedlich war, gefragt, wo eigentlich ihre Wut sitzt, wenn sie so tobt. Das Kind wußte es genau: „In den Beinen, Mami, deswegen trampel ich doch dann immer so.“. Daraufhin durfte Sie sich in dem Wohnbereich, wo wir uns überwiegend aufhielten, eine „Knatscheecke“ aussuchen. Die wurde mit einer Kuscheldecke ausstaffiert. Jedesmal, wenn Sie wieder einen Anfall bekamm, habe ich Sie an diesen Platz geführt. (Die ersten 3 Male unter heftigem Protest) Und, OH WUNDER! Sie ging dann, wenn es zuviel wurde, selbst zu diesem Platz und trampelte und meckerte. Manchmal 5 Minuten, manchmal länger. Jedenfalls kam sie immer gelöst „hervor“.

Ganz wichtig war dabei, dass sie in dieser Zeit mich sehen konnte. Ich habe also nicht den Kontakt verweigert. Sie auch gefragt, ob ich ihr helfen kann etc.

  1. Versuch mal, sie in einer solchen Situation zu fragen, was sie, wenn sie die Mama wäre, jetzt tun würde…

Und noch was: in einigen Antworten habe ich gelesen, dass die eigenen Gefühle dem Kind nicht gezeigt werden. Ich persönlich halte das nicht für richtig. Ich finde schon, dass man dem Kind sagen soll, dass einen das Verhalten verletzt, weh tut. Mit 3,5 Jahren verstehen sie das. Einige der Attaken sind sicher auch darauf ausgerichtet, die Reaktion zu testen. Und unendlicher Langmut macht unendlich wütend.
Finde ich.

Bekomm ich eine Rückantwort von Dir?
Lieben Gruß
Sylvia

Hallo Christin,

wenn’s Dich tröstet: wir machen das gerade doppelt durch: Der Kleine (knapp 1 1/2) ist in der ersten Trotzphase, der Große (gut 3 1/2) in der zweiten.

Da helfen nur eiserne Nerven und durch. Irgendwann gibt sich das von selbst wieder. Solange muß man halt durchhalten.

Mit solidarischem Gruß,

Kubi

hallo Kubi,
Ihr Mütter macht mir wieder Mut. Ich hab bei den Experten nachgefragt, da wurde gesagt, ich solle einen Kinderpsychologen konsultieren. Jedoch kam nun so häufig das Thema 2te Trotzphase auf, dass sich meine Nerven schon stabilisiert haben.
Dir auch noch alles Gute und vielen Dank für Dein Posting, Liebe Grüsse, Christin.

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Klar, hallo Sylvia,
Dein Posting war phantastisch, ich meine vor allem die beiden Fragen „Was würdest Du tun, wenn du Mami wärst“ und „Wo die Wut sitzt.“ das ist produktiv. Ich war schon reichlich einfallslos geworden. Klar, man versucht nur einen Menschen herauszufordern, der einem etwas bedeutet.
Ich reagiere nur dann nicht, wenn ich genau weiss, Sie erwartet die und die Reaktion von mir, dann ignoriere ich sie, weil es dann für sie zu langweilig wird, aber es ist nicht so, dass ich ihr nicht sage, wenn mir was nicht passt. Das sage ich sehr deutlich. Und auch, dass mir Ihr Verhalten nicht gefällt, aber ich sie trotzdem mag, lass ich rüberkommen. Wenn sie mich verletzt, sage ich es ihr. nur leider lacht sie zur Zeit nur darüber. Unendlich langmütig bin ich nicht-solche Leute machen mich auch wahnsinnig.
Ich konnte mir sehr viel aus Deiner Antwort `rausziehen und gleich mit der Umsetzung beginnen. Ich freu mich sogar drauf, das wird spannend.
tausend Dank, liebe Grüße Christin.

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Hallo, LL
Bei den Super-Postings, die ich kriege, ist mein „Leid“ schon deutlich zurückgegangen.
Nur bei dem Satz „Ich bin nicht mehr Deine Freundin“ *g* Originalton…Da konnte ich nur noch grinsen. Neulich wollte sie bei 30° eine winterjacke anziehen, was ich-logischerweise verweigerte. Sie schrie den ganzen Weg zum Bahnhof, alle Leute schauten blöd, aber sowas ist mir dann egal. Nur das jammern geht mir noch so auf den Geist.
Tausend Dank für Dein Feedback, ich seh, es läuft nicht nur bei mir so. Nun kann ich lockerer damit umgehen.
Liebe Grüsse und alles Gute, Christin.

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hallo,

es ist „schön“ zu hören, daß es anderen auch so geht. ich habe einen 3,5 jährigen sohn, der mitten in der 2. trotzphase steckt.es ist zur zeit ein wechselbad der gefühle. an einem tag ist er der reinste engel, am nächsten tag ist er wie wild geworden. da ist dann nicht dran zu denken, ihn z.b. mit zum einkaufen zu nehmen. meine nerven liegen öfters blank, weil alles, was ich auch versuche fehlschlägt.bislang habe ich mir immer vor augen gehalten, daß das alles phasen sind, die vorbeigehen. in solch schwierigen situationen lasse ich den zwerg einfach austoben und versuche, nicht noch gegen ihn zu sein und laut loszuschimfen. das schaukelt sich dann sonst hoch bis zum totalen geschrei und totale verweigerung.ich denke dann: soll er doch ausrasten, der kriegt sich schon wieder ein. soweit meine erfahrungen,
ich wünsche dir starke nerven und viel gelassenheit,
claudia
meine 3 1/2 jährige Tochter zeigt sich mir seit Wochen nur

noch in einer totalen Haltung der Verweigerung. Sie hört nicht
mehr zu. Sie jammert ununterbrochen, wenn ich mich nicht ihr
voll und ganz widme, was natürlich nicht immer geht. Bisher
hat meine Erziehung, so kurz umrissen, nach dem Motto: Du bist
wichitig, jedoch nicht der Mittelpunkt der Welt. Ganz gut
funktioniert.
Nun klappt kurz gesagt nichts mehr.
Ich bin mit den Nerven so ziemlich am Ende, was ich ihr ja
nicht zeigen kann und weiss einfach nicht mehr weiter.
Nein, zusehr verwöhnt habe ich sie nicht, aber auch nie leere
Versprechungen gemacht.
Kann mir jemand helfen, der eine solche Phase einmal miterlebt
hat und wie sie/er damit umgegangen ist?

Hallo Christin!
Mich hat eigentlich ein Satz in Deiner Anfrage sehr stutzig gemacht: „Ich bin mit den Nerven so ziemlich am Ende, was ich ihr ja nicht zeigen kann und weiss einfach
nicht mehr weiter.“
Warum kannst Du Deiner Tochter denn Deine Ratlosigkeit nicht zeigen? Willst Du vor Deiner Tochter denn als superstarker Mensch dastehen, den nichts biegen oder brechen kann?
Wenns so ist, dann ist es kein Wunder, daß Deine Tochter versucht, den Gegenbeweis zu erbringen.

Dem Kind soviel wie möglich zu gestatten, ist auch meine Haltung. Aber mein Sohn soll ruhig sehen, daß ich auch Momente habe, wo ich nicht mehr kann. Er nimmt dann übrigens mitunter ganz großartig Rücksicht!

Achim