Hallo Forum,
warum heißt der Totentanz „Totentanz“?
Entstanden sei der Begriff in Zeiten der Pest, als der Tod wirklich allgegenwärtig war und alle Gleich machte, selbst die Fürsten starben allein und verlassen und landetetn oftmals im Massengrab neben dem einfachen Bürger. Darin nun aber einen Tanz zu sehen?
Danke für Eure Auskünfte.
Wolfgang D.
Hallo, Wolfgang,
warum heißt der Totentanz „Totentanz“?
als der Tod
wirklich allgegenwärtig war und alle Gleich machte, selbst die
Fürsten starben allein und verlassen und landetetn oftmals im
Massengrab neben dem einfachen Bürger. Darin nun aber einen
Tanz zu sehen?
dazu die Europäische Totentanz-Vereinigung (…was es alles gibt…).
Als Vorstufen der Totentänze werden verschiedenste Vorstellungen, literarische Quellen und Bilder diskutiert: Riten aus dem Bereich der Bestattungs- und Memorialkultur, Reaktionen auf drohendes Unheil, etwa Kriege und Seuchen, der Glaube an mitternächtlich spukende Geister, Gedichte, deren Strophen jeweils mit der Formel „vado mori“ (ich gehe sterben) beginnen, die Legende von der Begegnung der drei Lebenden und der drei Toten, Darstellungen von Gerippen, die über Vertreter der ganzen Menschheit triumphieren usw. Es ist unmöglich, eine eindeutige Entwicklungslinie zu skizzieren…
http://www.totentanz-online.de/vorgeschichte/vorgesc…
Auf dieser Site findest Du zahlreiche weitere Informationen und Darstellungen, auch auf
http://www.totentanz.de/totentanz.htm
Gruß
Kreszenz
Hallo, Wolfgang,
warum heißt der Totentanz „Totentanz“?
als der Tod
wirklich allgegenwärtig war und alle Gleich machte, selbst die
Fürsten starben allein und verlassen und landetetn oftmals im
Massengrab neben dem einfachen Bürger. Darin nun aber einen
Tanz zu sehen?
dazu die Europäische Totentanz-Vereinigung (…was es
alles gibt…).
Als Vorstufen der Totentänze werden verschiedenste
Vorstellungen, literarische Quellen und Bilder diskutiert:
Riten aus dem Bereich der Bestattungs- und Memorialkultur,
Reaktionen auf drohendes Unheil, etwa Kriege und Seuchen, der
Glaube an mitternächtlich spukende Geister, Gedichte, deren
Strophen jeweils mit der Formel „vado mori“ (ich gehe sterben)
beginnen, die Legende von der Begegnung der drei Lebenden und
der drei Toten, Darstellungen von Gerippen, die über Vertreter
der ganzen Menschheit triumphieren usw. Es ist unmöglich, eine
eindeutige Entwicklungslinie zu skizzieren…
http://www.totentanz-online.de/vorgeschichte/vorgesc…
Auf dieser Site findest Du zahlreiche weitere Informationen
und Darstellungen, auch auf
http://www.totentanz.de/totentanz.htm
Hallo Kreszenz,
Danke für die Hinweise, die ich allerdings auch schon kannte. Dort wird aber auch nicht erklärt, warum die tödlichen Umtriebe von Freund Hein als Tanz empfunden und dargestellt wurden bzw. werden.
Wolfgang D.
Hallo Wolfgang
Liegt deiner Frage vielleicht zugrunde, dass du
Tanz nur im Sinne fröhlicher
Freizeitbeschäftigung kennst, nicht aber die
Möglichkeit, dass Tanz Ausdruck JEDER
Lebenslage, JEDER Emotion oder JEDEN Themas sein
kann?
Vergleiche dazu z.B. «Alexis Zorbas»!
Grüsse
Rolf
Hallo, Wolfgang,
Dort wird aber auch nicht erklärt, warum die tödlichen
Umtriebe von Freund Hein als Tanz empfunden und dargestellt
wurden bzw. werden.
die Entwicklungsgeschichte des Totentanzes scheint nicht eindeutig geklärt, offenbar spielen verschiedene Aspekte eine Rolle:
Der Ursprung des tanzenden Todes, wie er uns hier vor Augen geführt wird, ist in der Romanik zu suchen, bei den Weltgerichtsdarstellungen über den Westportalen der großen Dome und Kathedralen. Diese zeigen nicht nur die auferstehenden Seelen, die ihre Gräber verlassen, sondern auch die vom Weltenrichter Auserwählten und die dem Höllenrachen Überantworteten. Die Letzteren bilden eine Totenreihe, die dem ewigen Tod in der Hölle entgegen gehen müssen.
…Aus diesen Totenreihen hat sich der Totenreigen entwickelt…
http://www.kath-kirche-kaernten.at/pages/bericht.asp…
…Die populärste Darstellungsform dieser Universalherrschaft des Todes war seit dem 14. Jahrhundert die Vorstellung eines Tanzes geworden, eines Tanzes, zu dem der Tod die Lebenden auffordert und, wenn sie sich weigern, zwingt…
http://www.grin.com/de/preview/51559.html
…Das Motiv des Tanzes drückt die Ambivalenz zwischen Lebenslust und Todesangst aus und beschreibt die Gradwanderung des Lebens…
…
Wann der Tod in der mittelalterlichen Kunst anfing zu tanzen, ist nicht mehr festzustellen…
…
Für das Motiv des Totentanzes spielte möglicherweise ein alter Volksglaube, nachts würden die Seelen der Toten auf den Friedhöfen tanzen, eine Rolle. Verbreitet war in der christlichen Welt die aus der Antike übernommene Vorstellung des Totengeleits, zu dem auch schon Musik gehörte. Sie ist ein wichtiges Element der klassischen Totentänze , die vom Tod als Spielmann angeführt werden. Er wirbt um die Lebenden und verführt sie zum Tanz mit den Toten. Auf manchen Totentanz-Bildern spielen alle Totengestalten ein anderes Instrument- und tanzen noch dazu. Dass auch zum Lebensende die Musik aufspielt, nahm dem Tod den größten Schrecken, wie überhaupt nach Meinung der Kunsthistoriker im Mittelalter der Tod im Bewusstsein der Menschen so normal war, dass man sich sogar über ihn lustig machen konnte…
…
In der Begegnung mit dem großen Gleichmacher haben sie eins gemein: Ihnen ist nicht nach Tanzen. Viele heben abwehrend die Hand…
http://www.rowane.de/html/body_totentanz.htm
Gruß
Kreszenz
Hallo!
Meyers Enzyklopädisches Lexikon schreibt unter anderem: Zu der
Entstehung der um 1400 erstmals in Frankreich auftretenden Totentänze
hat vermutlich neben dem Volksglauben an den nächtlichen Tanz der Toten
auch die Legende von den drei Lebenden und den drei Toten geführt.
Meyers Enzyklopädisches Lexikon schreibt unter anderem: Zu der
Entstehung der um 1400 erstmals in Frankreich auftretenden
Totentänze
hat vermutlich neben dem Volksglauben an den nächtlichen Tanz
der Toten
auch die Legende von den drei Lebenden und den drei Toten
geführt.
ja, so steht es auch auf den von mir bereits verlinkten Seiten.
Gruß
Kreszenz
Hallo Wolfgang!
Danke für Eure Auskünfte.
Keine Auskunft - die hast du ja schon bekommen - aber ein besonders schönes Beispiel aus dem Trentino an der Außenwand der Kirche in Pinzolo.
http://www.sagen.at/fotos/showgallery.php/cat/601
(für den Begleittext Bilder anklicksen)
lg
Helene