Totschlagargumente

Hallo!

Wie kann man sich am besten bei Totschlagargumenten verhalten?
Insbesondere wenn es heißt: „Ich kann jetzt keinen Vorwurf gebrauchen.“ oder „Immer kritisierst du mich.“ u.ä.?
Man möchte eine Situation klären, bekommt damit aber sofort den Wind aus den Segeln genommen. Jedes weitere Wort kann scheinbar nur noch nach hinten los gehen.

Greetings,
Marla

Hi Marla,

diese Art der Antworten lässt darauf schließen, dass keine Diskussion der fraglichen Punkte gewünscht wird. Da sich Gespräche nicht erzwingen lassen, kannst Du nur versuchen, den Grund herauszufinden. Dazu wiederum müsste der Gesprächspartner bereit sein - und damit beißt sich die Katze in den Schwanz: Er will nicht. Oder nicht mehr.

Gruß Ralf

Hallo,

indem man den Gesprächspartner direkt damit konfrontiert, dass man seine Masche durchschaut hat.

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Wie kann man sich am besten bei Totschlagargumenten verhalten?
Insbesondere wenn es heißt: „Ich kann jetzt keinen Vorwurf
gebrauchen.“ oder „Immer kritisierst du mich.“ u.ä.?
Man möchte eine Situation klären, bekommt damit aber sofort
den Wind aus den Segeln genommen. Jedes weitere Wort kann
scheinbar nur noch nach hinten los gehen.

Hallo Marla,

Du könntest auf diese Antworten eingehen: „Inwiefern betrachtest du das als Vorwurf?“ - „Tut mir leid, wenn du das als eine Kritik gegen dich siehst, …“
Man kann sich zur Klärung einer Situation die verschiedensten Formulierungen zurecht legen. Wenn dein Gegenüber Vorwurf oder Kritik zu erkennen glaubt, könnte es sein, dass du dich mißverständlich ausgedrückt hast.
Manchmal ist der Zeitpunkt zum Diskutieren schlichtweg ungünstig. Und manchmal herrscht zwischen Gesprächspartnern ein grundsätzliches Verständigungsproblem, so dass keine Voraussetzungen für einen Informationsaustausch möglich ist - bis auf weiteres.
Ein klärendes Gespräch läßt sich nicht aufzwingen, denn das ist eine Sache der Freiwilligkeit auf beiden Seiten. Deshalb solltest du für die Einwände deines Gesprächpartners aufgeschlossen sein (konstruktiv), und sie nicht als „Totschlagargument“ betrachten (destruktiv), nur weil die Person anders als gewünscht reagiert.

viele Grüße
claren

Hallo Marla,

Wie kann man sich am besten bei Totschlagargumenten verhalten?
Insbesondere wenn es heißt: „Ich kann jetzt keinen Vorwurf
gebrauchen.“ oder „Immer kritisierst du mich.“ u.ä.?
Man möchte eine Situation klären, bekommt damit aber sofort
den Wind aus den Segeln genommen. Jedes weitere Wort kann
scheinbar nur noch nach hinten los gehen.

richtig, an der Stelle ist zu diesem Zeitpunkt Schluss. Nach einer Weile, wenn sich der Staub gesetzt hat, sollte man diese Diskussionstechnik thematisieren. aber immer in der ich- Technik (Ich fühle, Ich kann …) stastt der Du- Technik (Du blockst, du verweigerst …)

Ciao maxet.

Hallo Marla,

bei Deinen Beispielen handelt es sich nicht um Totschlagargumente im eigentlichen Sinn. Sondern es wird der Diskussionspunkt gewechselt. Dein Diskussionspartner diskutiert nicht die Sache, sondern wechselt auf die Beziehungsebene.

Hier hast Du zwei Möglichkeiten:

  • Wenn Du Deinem Diskussionspartner folgen willst, kannst Du fragen: Was brauchst Du denn jetzt? oder: Wodurch fühlst Du Dich kritisiert? Was verletzt Dich? Was ist hier gerade geschehen?

  • Wenn Du nicht folgen willst: Laß uns bitte sachlich bei dem Thema bleiben.

Im allgemeinen ist der erste Schritt der sinnvollere, weil Dein Diskussionspartner sich gesehen fühlt und dann auf der Sachebene besser folgen kann, wenn die Beziehungsebene geklärt ist.

Totschlagargumente sind eher: „Das haben wir immer so gemacht!“, „Der Chef/meine Mutter/der Papst ist auch meiner Meinung“,… Diese Argumente muss man enttarnen.
-> Wann haben wir das so gemacht? Hat das zum Erfog geführt? Haben wir jetzt die gleiche Situation?
-> Was hat der Chef/meine Mutter/der Papst gesagt? Ist das jetzt überhaupt relevant? Sollen wir die Person mal befragen? Ich will Deine Meinung hören!

Gruß Stefan

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Hi Claren,

Du könntest auf diese Antworten eingehen: „Inwiefern
betrachtest du das als Vorwurf?“

Ja, ich glaube Fragen helfen in der Situation am besten weiter, sie zeigen, dass man Rücksicht nimmt und sind konstruktiv.

  • „Tut mir leid, wenn du das
    als eine Kritik gegen dich siehst, …“

Ich sage inzwischen schon fast immer dabei, dass es mir nicht darum geht, zu kritisieren und ich nicht verletzen will.

Man kann sich zur Klärung einer Situation die verschiedensten
Formulierungen zurecht legen. Wenn dein Gegenüber Vorwurf oder
Kritik zu erkennen glaubt, könnte es sein, dass du dich
mißverständlich ausgedrückt hast.

Davon bin ich anfangs auch ausgegangen. Ich achte auch schon stark darauf eben keine „du machst dieses“/„du lässt jenes“-Formulieren zu gebrauchen, sondern meine Gefühle zu erklären, „es wirkt auf mich so…“ „ich habe den Eindruck…“ aber dennoch wird es als Kritik empfunden. Nach dem Motto: „aha, ich bin also Schuld, dass es dir schlecht geht.“ Dabei betone ich wirklich, dass es mir nicht um Schuldzuweisungen geht.

Manchmal ist der Zeitpunkt zum Diskutieren schlichtweg
ungünstig. Und manchmal herrscht zwischen Gesprächspartnern
ein grundsätzliches Verständigungsproblem, so dass keine
Voraussetzungen für einen Informationsaustausch möglich ist -
bis auf weiteres.

Ja, bei Depressionen z.B.
Den Kontakt möchte ich aber deswegen nicht abbrechen.
Was den Zeitpunkt angeht…
Er geht recht häufig auf Konfrontation und provoziert auch, dass ich mich äußere, wird besonders sauer, wenn ich genau das zu diesem Zeitpunkt lieber nicht möchte. Habe ich aber schon vorher das Gefühl, egal was ich jetzt noch sage, es geht nach hinten los, dann habe ich halt ein Problem.

Ein klärendes Gespräch läßt sich nicht aufzwingen, denn das
ist eine Sache der Freiwilligkeit auf beiden Seiten. Deshalb
solltest du für die Einwände deines Gesprächpartners
aufgeschlossen sein (konstruktiv),

Das werde ich auf jeden Fall beherzigen. :o)

und sie nicht als
„Totschlagargument“ betrachten (destruktiv), nur weil die
Person anders als gewünscht reagiert.

Möchte mal behaupten, dass ER meine Äußerungen in negativen Stimmungsphasen grundsätzlich destruktiv empfindet.
Wie gesagt, wenn ich merke, er ist in schlechter Stimmung, dann versuche ich auch schon mal ihm verständnisvoll zu sagen, dass es jetzt nicht unbedingt der beste Moment ist, darüber zu sprechen, aber dann bohrt er meistens noch um so mehr nach.

Greetings,
Marla

Hallo Marla,

versuche es doch mal anders: kritisiere Deinen Partner nicht - auch wenn Du vielleicht meinst, einen guten Grund zu haben - sondern gehe von Dir aus und sage, ich fühle mich in dieser Situation unwohl. Dann fühlt sich Dein Partner auch nicht gleich angegriffen, denn Du sprichst ja über Dich und Deine Gefühle. Viele Menschen blocken ab, wenn sie sich angegriffen oder kritisiert werden.

Gruss
Karin

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Hallo Marla!

Wie kann man sich am besten bei Totschlagargumenten verhalten?
Insbesondere wenn es heißt: „Ich kann jetzt keinen Vorwurf
gebrauchen.“ oder „Immer kritisierst du mich.“ u.ä.?

Solche Antworten zeugen davon, dass du in diesem Moment direkt angegriffen hast. Dann blockt dein „Gegenüber“ natürlich sofort.

Versuche doch Probleme eher aus deiner Sicht anzusprechen, z.B. wie du dich fühlst, was du empfindest, wenn die Situation gerade so ist.
Oder du fragst dein „Gegenüber“ warum er etwas tut und was er oder sie damit erreichen will und erklärst anschließend wie es dir damit geht.
Vorwürfe und ewige Besserwisserei kommen wirklich nicht gut an.

-) Sylvi

Hallo Sylvi,

hab ich versucht. Schau mal, was ich zu Clarens Beitrag geantwortet habe.

Greetings,
Marla

Wie kann man sich am besten bei Totschlagargumenten verhalten?
Insbesondere wenn es heißt: „Ich kann jetzt keinen Vorwurf
gebrauchen.“ oder „Immer kritisierst du mich.“ u.ä.?

Solche Antworten zeugen davon, dass du in diesem Moment direkt
angegriffen hast. Dann blockt dein „Gegenüber“ natürlich
sofort.

Versuche doch Probleme eher aus deiner Sicht anzusprechen,
z.B. wie du dich fühlst, was du empfindest, wenn die Situation
gerade so ist.
Oder du fragst dein „Gegenüber“ warum er etwas tut und was er
oder sie damit erreichen will und erklärst anschließend wie es
dir damit geht.
Vorwürfe und ewige Besserwisserei kommen wirklich nicht gut
an.

-) Sylvi

zur Erklärung…
Ich mache ihm keinen Vorwurf. Aber egal was ich sage, er empfindet es so, wenn er schlecht drauf ist. Das liegt an seinen Depressionen, ich weiß, aber was kann ich da machen? Man soll sich schließlich von depressiven Menschen auch während eines Schubs nicht komplett zurück ziehen und will ich auch gar nicht - gehe ihm nur dann aus dem Weg, wenn er selbst sich zurück ziehen möchte. Also versuche ich das beste draus zu machen und trotzdem eine gute Kommunikation mit ihm zu führen. Die Frage ist bloß manchmal „wie“.

Greetings,
Marla

Hallo Marla,

worüber sprechen wir hier eigentlich ? Geht es hier um jemand mit einer Depression, dann hat Dein Partner eine schwere Krankheit und ist hoffentlich in ärztlicher Behandlung. Vielleicht kann Dir der Arzt dann einen Tip geben, wie Du welches Thema am Besten ansprichst.
Oder ist er nur einfach mal schlecht drauf ? Kritik scheint mir in keinem Fall eine erfolgversprechende Methode zu sein. Sprich lieber über Deine und seine Gefühle, dann kann er sich auch nicht angegriffen fühlen, für seine Gefühle kann schließlich niemand etwas.

Gruß

Karin

Hallo Marla,

ich geh mal davon aus, das das Gegenüber dein Dauerthema ist.

Möchte mal behaupten, dass ER meine Äußerungen in negativen
Stimmungsphasen grundsätzlich destruktiv empfindet.
Wie gesagt, wenn ich merke, er ist in schlechter Stimmung,
dann versuche ich auch schon mal ihm verständnisvoll zu sagen,
dass es jetzt nicht unbedingt der beste Moment ist, darüber zu
sprechen, aber dann bohrt er meistens noch um so mehr nach.

In dieser Situation nicht reden, sondern ihn in den Arm nehemen.

Ciao maxet.

Hi Karin,

worüber sprechen wir hier eigentlich ? Geht es hier um jemand
mit einer Depression, dann hat Dein Partner eine schwere
Krankheit und ist hoffentlich in ärztlicher Behandlung.
Vielleicht kann Dir der Arzt dann einen Tip geben, wie Du
welches Thema am Besten ansprichst.

Leider ist er nicht in Behandlung. Ich habe Literatur gelesen, in der darauf hingewiesen wird, dass depressive Menschen oft jeden Kommentar als Kritik auffassen und persönlich nehmen und damit jede rationale Diskussion unmöglich machen… Leider antworten einem Bücher noch nicht auf konkrete Fragen. :o)

Oder ist er nur einfach mal schlecht drauf ? Kritik scheint
mir in keinem Fall eine erfolgversprechende Methode zu sein.

Methode ist es ohnehin nicht.
Oft reichen schon normale Äußerungen, die gar nicht böse gemeint sind… z.B. am Telefon: hab lange nichts von dir gehört. Man meint es nicht vorwurfsvoll, will zum Ausdruck bringen, dass man sich freut, nun wieder etwas voneinander zu hören, weil man den anderen vermisst hat… vielleicht auch, dass man sich Sorgen gemacht hat… Ein depressiver Mensch fasst es aber schnell so auf, als würde man ihm vorhalten, er habe einen vernachlässigt. Sich Sorgen zu machen ist auch heikel, auch eine solche Äußerung wird schnell als Vorwurf aufgefasst.

Man wird dadurch sehr vorsichtig, in dem was man sagt und wie man es sagt, wenn man sich überhaupt noch traut. Das birgt natürlich die Gefahr, dass die Kommunikation komplett zusammen bricht.
Mir ist klar, dass es nun kein Patentrezept gibt, ich auf seinen „Standardkommentar“ - ich kann jetzt keine Kritik gebrauchen - keine Standardantwort einsetzen kann. Ich lasse ihm dann auch meistens die eingeforderte Ruhe, aber hin und wieder, möchte man eben doch etwas wichtiges besprechen. Daher wäre es eben ganz hilfreich, wenn ich konstruktiv auf diesen Kommentar reagieren könnte.

Sprich lieber über Deine und seine Gefühle, dann kann er sich
auch nicht angegriffen fühlen, für seine Gefühle kann
schließlich niemand etwas.

Leider können sich Depressive gerade dann angegriffen fühlen, wenn man über seine Gefühle spricht, denn sie meinen schnell, dass man sie dafür verantwortlich machen will.

Greetings,
Marla

Hi Maxet!

ich geh mal davon aus, das das Gegenüber dein Dauerthema ist.

Kann man so sagen.

In dieser Situation nicht reden, sondern ihn in den Arm
nehemen.

Das würde ich nur zu gerne, aber bei schlechter Stimmung (egal ob nun wütend, traurig oder leer) wehrt er sich insbesondere gegen jede Form von Nähe.

Greetings,
Marla