Tracheotomie

Hallo an alle,

ich brauche mal ein paar Informationen zum Thema Tracheotomie.
Bei meinem Opa wurde dieser Luftröhrenschnitt am WE durchgeführt, nachdem er einige Tage im Koma lag. Jedoch ist er immernoch nicht bei Bewusstsein. Ist es richtig, dass ein Schnitt gemacht wird, um eine längerfristige Intubation über den Mund zu vermeiden? Und kann man die Tracheotomie nun als positiv ansehen oder eher negativ? Gibt es die Möglichkeit das der Betroffene irgendwann wieder von alleine atmet (wenn man davon ausgeht, dass er überhaupt wieder aufwacht)?

Vielleicht hat jemand genauere Kenntniss über das Thema.
Vielen Dank

Hallo,

Prognosen, ob und wann er wieder aufwachen wird, wirst du hier (hoffentlich) keine bekommen. Das wäre höchst unseriös und würde falsche Hoffnungen wecken oder bestehende ungerechtfertigterweise zerstören.

Grundsätzlich wird eine Tracheotomie besser vom Patienten vertragen als eine „normale“ Intubation durch den Mund, wenn eine längere Beatmung erforderlich wird. Außerdem wird die Pflege (Mundhygiene) erleichtert. Es gibt sogar Menschen, die ein Tracheostoma im wachen Zustand tolerieren, bei einer oralen Intubation ist das hingegen kaum zu ertragen (stell dir vor, du hast die ganze Zeit einen Finger im Rachen; das reizt und schmerzt).
Es wirkt im ersten Moment vermutlich etwas befremdlicher, weil ein Schnitt im Hals notwendig ist.

Wieso liegt dein Opa denn überhaupt im Krankenhaus? Welche Vorerkrankungen gibt es? Wie alt ist er?

Manchmal lässt man die Menschen etwas länger im „künstlichen Schlaf“, um ihnen Schmerzen nach einer sehr schweren OP zu ersparen oder um dem Körper die notwendige Ruhe zu geben, um sich ein wenig zu regenerieren. Manchmal wachen die Leute aber auch nicht mehr aus der Narkose auf. Um welchen der beiden Fälle es sich handelt vorherzusagen ist schwierig bis unmöglich.

Dir und deiner Familie alles Gute
Liete

Vielen lieben Dank Liete für deine schnelle Antwort.

Ja Prognosen aus der Ferne sind immer unseriös. Wir wissen das die Chancen nicht gut stehen, aber mich beschäftigt eben warum sie diesen Schnitt gemacht haben. Kenne zwar solche Patientengruppen auch durch meine Arbeit, aber wenn es einen privat trifft, ist das immer was anderes.

Ja du hast schon Recht, der Gedanke das ständig was im Mund ist, ist sicher auf Dauer unangenehm.

Er ist 85, hatte wohl eine Lungenembolie und war bewusstlos geworden. War dann über eine Stunde ohne Sauerstoff, als der Notarzt endlich eintraf. Im grunde „schlief“ er schon, aber bei der Reanimation kam er wieder. Ja Vorerkrankungen gibt es wohl einige. Vorallem hat er vor ein paar Wochen einen Leistenbruch gehabt, wurde dann konservativ behandelt. Kann es sein, dass dadurch es auch zur Lungenembolie kam (zwecks Becken-/Beinvenenthrombus)?
Zudem muss er regelmäßig zur Chemo, weil er Blutkrebs hat.

Ist „künstlicher Schlaf“ gleichzusetzen mit Wachkoma? Den eigentlich liegt er ja nicht im Koma, aber er kommt eben auch nicht zu Bewusstsein…wie bezeichnet man so einen Zustand dann?

Dieser Antwort ist nichts hinzuzufügen. Super.

Hallo,
ich denke, dass dieser Zustand Sedierung genant wird. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass auch bei mir dieser Schnitt gemacht wurde, weil ich für einen längeren Zeitraum sediert wurde. Als ich dann aus dem „künstlichen Koma“ wach wurde, konnte ich erst nicht sprechen, dass aber nur aus mechanischen Gründen, weil einfach Luft in die Röhre kam. Ich habe das Atmen wieder üben müssen, dann wurde das „Loch“ zugeklebt, ab da konnte ich reden und heute ist nur noch die Narbe da, alles andere ist wieder wie vorher.

Ich hoffe nun, dass bei Euch alles gut wird und wünsche allen die erforderliche Kraft, Birgit8