Tradition der RKK

Hallo!

Kann mir vielleicht mal jemand erklären, was die RKK (römisch-katholische Kirche) unter der „Tradition“ versteht? Ich weiss nur soviel, als dass sie hierin wohl eine der Bibel gleichwertige Offenbarungsquelle sieht, die auf Kirchenvätern und Konzilen ruht und damit wohl das Gegenstück zur protestantischen „sola scriptura“-Lehre darstellt.

Gruss
tigger

Moin, moin Tigger,

Tradition ist in der RKK einfach das, was die Kirchenväter und Theologen gedacht und geschrieben haben und was dann von der Kirche (und das heißt in diesem Fall: dem Lehramt, also dem Papst) als katholisch anerkannt worden ist.

Von Vinzenz von Lerin gibt es die Definition: Das ist wahrhaft katholisch, was immer, was überall und was von allen geglaubt worden ist.

Dies bedeutet, daß die RKK eben nicht nur die Heilige Schrift als Quelle der Offenbarung betrachtet, sondern gleichwertig die Tradition: das siehst Du an so wenig schriftgemäßen Dogmen wie der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. Das ist erst 1950 verkündet worden und hat keinerlei Anhalt im Neuen Testament, wohl aber in der Tradition, auch wenn diese Tradition nur bis ins 11. oder 12. Jhdt zurückgeht. Soviel zu dem, „was immer“ geglaubt worden ist.

Gruß - Rolf

Servus!

Tradition ist in der RKK einfach das, was die Kirchenväter und
Theologen gedacht und geschrieben haben und was dann von der
Kirche (und das heißt in diesem Fall: dem Lehramt, also dem
Papst) als katholisch anerkannt worden ist.

Ergänze: Auf der Basis der biblischen Botschaft, so wie sie in den Evangelien überliefert worden ist. (Weder Kirchenväter noch Theologen denken/dachten so einfach aus dem Blauen und ins selbige hinein…)

Von Vinzenz von Lerin gibt es die Definition: Das ist wahrhaft
katholisch, was immer, was überall und was von allen geglaubt
worden ist.

Dies bedeutet, daß die RKK eben nicht nur die Heilige Schrift
als Quelle der Offenbarung betrachtet, sondern gleichwertig
die Tradition:

Die Tradition ist NICHT gleichwertig! s.o.
Darüber hinaus wurden verschieden Dinge auch wieder revidiert, als die RKK (an-)erkannte, dass sie dem Geist der Evangelien widersprechen, z.B. die bekannte Sache mit der Werkgerechtigkeit. Es brauchte zwar einen Luther, um die Herren in Rom darauf aufmerksam zu machen, aber immerhin: Sie bewegt sich doch…

das siehst Du an so wenig schriftgemäßen Dogmen
wie der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. Das ist
erst 1950 verkündet worden und hat keinerlei Anhalt im Neuen
Testament, wohl aber in der Tradition, auch wenn diese
Tradition nur bis ins 11. oder 12. Jhdt zurückgeht.

Hmmm…Auch diese Aussage bedarf einer Präzisierung. Wie wär´s mit wikipedia?
http://de.wikipedia.org/wiki/Leibliche_Aufnahme_Mariens

Undogmatische Grüße,
Christian

Hallo!

Die Tradition ist NICHT gleichwertig! s.o.

http://www.die-tagespost.de/Archiv/titel_anzeige.asp…

Beste Grüsse
tigger

Moin Rolf!

Schönen Dank auch! Hat mir erstmal weitergeholfen!

Beste Grüße
tigger

Hallo!

Die Tradition ist NICHT gleichwertig! s.o.

http://www.die-tagespost.de/Archiv/titel_anzeige.asp…

O.k., jetz hab ich mich also als evangelisch-lastigen Katholiken geoutet. *§$%&!!
Trotzdem wage ich es, eine eigene Meinung zu haben. Und wenn ich mir den Artikel durchles, bin ich gar nicht so weit weg vom dort offenbar präsentierten offiziell-katholischen Mainstream, auch wenn ich bisher „Tradition“ falsch oder zumindest anders verstanden hab:

So wie´s da steht, entstand die Bibel aus der Tradition. Die war im 1.Jh.n.Chr. noch nicht so furchtbar alt, aber doch schon existent.
Erklärt auch die Unterschiede in den Evangelien, fällt mir grad ein…
Die RKK versteht sich als Hüterin der Traditionen, den „kleinen“, die wieder aufgegeben werden können, wie den „grossen“, die zu bewahren sind (etwa dass bei der Eucharistie ein geweihter Priester anwesend sein muss) und die als Äußerungen göttlichen Willens und daher gleichwertig mit den 10 Geboten gesehen werden.
Laut „Dei verbum“ sind die Evangelien vom Hl.Geist inspiriert. Also eine besondere Tradition. Und es darf nicht geschlossen, was nicht in der Bibel steht und trotzdem gemacht wird, könnte man aufgrund dessen auch einfach ändern. Betrifft etwa das Frauenpriestertum. Und dann - steht da - gibt´s aber auch Traditionen, die etwa Äbtissinnen bestimmter Klöster durchaus bischofsähnliche Rechte einräumen. Is ja auch eine Tradition, die folgerichtig auch Berücksichtigung erfordern müsste. Aber scheinbar nur eine „kleine“ Tradition…

Ich darf aus dem zitierten Text aus einer sich selbst als katholisch bezeichnenden Zeitung folgern: Die Evangelien im Speziellen und die Bibel im Allgemeinen sind ganz besondere Traditionen, die erstrangige Beachtung verdienen, vor allen anderen Traditionen.

Alles in allem: Eine ziemlich schwierige Situation, die sich die RKK da aufgehalst hat. Da haben´s die Evangelischen mit ihrem „sola scriptura“ schon leichter…

Vg
Christian

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Servus

Tradition ist in der RKK einfach das, was die Kirchenväter und
Theologen gedacht und geschrieben haben und was dann von der
Kirche (und das heißt in diesem Fall: dem Lehramt, also dem
Papst) als katholisch anerkannt worden ist.

Ergänze: Auf der Basis der biblischen Botschaft, so wie sie in
den Evangelien überliefert worden ist. (Weder Kirchenväter
noch Theologen denken/dachten so einfach aus dem Blauen und
ins selbige hinein…)

Das entspricht eben leider in einigen Bereicehn nicht der Wahrheit!
ZB kann sowohl die Maria Himmelfahrt, wie auch das die Maria bis zu Ihrem Tod jüngfräulich blieb, überhaupt nicht als biblische Botschaft herausgelasen werden.

Die Tradition ist NICHT gleichwertig! s.o.
Darüber hinaus wurden verschieden Dinge auch wieder revidiert,
als die RKK (an-)erkannte, dass sie dem Geist der Evangelien
widersprechen, z.B. die bekannte Sache mit der
Werkgerechtigkeit. Es brauchte zwar einen Luther, um die
Herren in Rom darauf aufmerksam zu machen, aber immerhin: Sie
bewegt sich doch…

Na ja, bei der jungfräulichkeit Marias auch nach der geburt Jesus bewegt sie sich leider nicht.

Gruss
beat

Servus

Tradition ist in der RKK einfach das, was die Kirchenväter und
Theologen gedacht und geschrieben haben und was dann von der
Kirche (und das heißt in diesem Fall: dem Lehramt, also dem
Papst) als katholisch anerkannt worden ist.

Ergänze: Auf der Basis der biblischen Botschaft, so wie sie in
den Evangelien überliefert worden ist. (Weder Kirchenväter
noch Theologen denken/dachten so einfach aus dem Blauen und
ins selbige hinein…)

Das entspricht eben leider in einigen Bereicehn nicht der
Wahrheit!
ZB kann sowohl die Maria Himmelfahrt, wie auch das die Maria
bis zu Ihrem Tod jüngfräulich blieb, überhaupt nicht als
biblische Botschaft herausgelasen werden.

Vgl. http://www.lexikon-definition.de/Marienkult.html#Jun…
„(…) In der katholischen Kirche nimmt die Marienverehrung eine wichtige Rolle ein. Die Dogmen der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel und der unbefleckten Empfängnis gibt es nur in der römisch-katholischen Kirche. Diese Mariendogmen sind in ihrem Kern Aussagen zu Jesus Christus. Die katholische Kirche erklärt damit, dass Maria bereits bei Gott vollendet ist, so wie alle Menschen bei Gott vollendet werden sollen. Maria ist quasi der „Prototyp“ des durch Jesus Christus erlösten Menschen.(…)“

VG
Christian

Hallo

Tradition ist in der RKK einfach das, was die Kirchenväter und
Theologen gedacht und geschrieben haben und was dann von der
Kirche (und das heißt in diesem Fall: dem Lehramt, also dem
Papst) als katholisch anerkannt worden ist.

Ergänze: Auf der Basis der biblischen Botschaft, so wie sie in
den Evangelien überliefert worden ist. (Weder Kirchenväter
noch Theologen denken/dachten so einfach aus dem Blauen und
ins selbige hinein…)

Das entspricht eben leider in einigen Bereicehn nicht der
Wahrheit!
ZB kann sowohl die Maria Himmelfahrt, wie auch das die Maria
bis zu Ihrem Tod jüngfräulich blieb, überhaupt nicht als
biblische Botschaft herausgelasen werden.

Vgl. http://www.lexikon-definition.de/Marienkult.html#Jun…
"(…) In der katholischen Kirche nimmt die Marienverehrung
eine wichtige Rolle ein. Die Dogmen der leiblichen Aufnahme
Marias in den Himmel und der unbefleckten Empfängnis gibt es
nur in der römisch-katholischen Kirche. Diese Mariendogmen
sind in ihrem Kern Aussagen zu Jesus Christus.

Genau das sage ich ja auch. Mit einer kleinen aber wichtigen Ausnahme: Die unbefleckte Empfängnis beruht sehr wohl auf der Bibel und wird von vielen christlichen Religionen absolut anerkannt. Die katholische Kirche ist nur die einzige, die sogar entgegen der Bibel behauptet, Maria sei bis zu Ihrem Tod bzw Himmelfahrt jungfräulich geblieben.

Die katholische
Kirche erklärt damit, dass Maria bereits bei Gott vollendet
ist, so wie alle Menschen bei Gott vollendet werden sollen.
Maria ist quasi der „Prototyp“ des durch Jesus Christus
erlösten Menschen.(…)"

Man kann fast alles erklären. Dazu existiert hingegen kein einziger Anhaltspunkt in der Bibel oder so. Im gegenteil, Jesus sagte mal als seine leibliche Familie in besuchen wolte, dass die Umstehenden, die die mit ihm gehen, seine Familie ist. Dann wäre es wenn schon logischer gewesen, dass diese eine Himmelfahrt erlebt haben und nicht Maria.
Im weiteren ist eine Himmelfahrten schon vorher in der Bibel vorgekommen. Es wäre also logisch, dass diese auch bei Maria erwähnt würde, wenn sie stattgefunden hätte

Gruss
beat

Hallo!

Tradition ist in der RKK einfach das, was die Kirchenväter und
Theologen gedacht und geschrieben haben und was dann von der
Kirche (und das heißt in diesem Fall: dem Lehramt, also dem
Papst) als katholisch anerkannt worden ist.

Ergänze: Auf der Basis der biblischen Botschaft, so wie sie in
den Evangelien überliefert worden ist.

Die katholische Kirche ist nur die einzige, die
sogar entgegen der Bibel behauptet, Maria sei bis zu Ihrem Tod
bzw Himmelfahrt jungfräulich geblieben.

Die katholische
Kirche erklärt damit, dass Maria bereits bei Gott vollendet
ist, so wie alle Menschen bei Gott vollendet werden sollen.
Maria ist quasi der „Prototyp“ des durch Jesus Christus
erlösten Menschen.(…)"

Man kann fast alles erklären. Dazu existiert hingegen kein
einziger Anhaltspunkt in der Bibel oder so.

„Erklären“ ist in diesem Fall das Gleiche wie „behaupten“.

Im weiteren ist eine Himmelfahrten schon vorher in der Bibel
vorgekommen. Es wäre also logisch, dass diese auch bei Maria
erwähnt würde, wenn sie stattgefunden hätte

Behauptet doch keiner, dass sich die katholische Theologie allein aus der Bibel ernährt. „Tradition“ bedeutet…lies einfach weiter oben nach.

VG
Christian

Hallo!

Tradition ist in der RKK einfach das, was die Kirchenväter und
Theologen gedacht und geschrieben haben und was dann von der
Kirche (und das heißt in diesem Fall: dem Lehramt, also dem
Papst) als katholisch anerkannt worden ist.

Ergänze: Auf der Basis der biblischen Botschaft, so wie sie in
den Evangelien überliefert worden ist.

Die katholische Kirche ist nur die einzige, die
sogar entgegen der Bibel behauptet, Maria sei bis zu Ihrem Tod
bzw Himmelfahrt jungfräulich geblieben.

Die katholische
Kirche erklärt damit, dass Maria bereits bei Gott vollendet
ist, so wie alle Menschen bei Gott vollendet werden sollen.
Maria ist quasi der „Prototyp“ des durch Jesus Christus
erlösten Menschen.(…)"

Man kann fast alles erklären. Dazu existiert hingegen kein
einziger Anhaltspunkt in der Bibel oder so.

„Erklären“ ist in diesem Fall das Gleiche wie „behaupten“.

Stimme zu

Im weiteren ist eine Himmelfahrten schon vorher in der Bibel
vorgekommen. Es wäre also logisch, dass diese auch bei Maria
erwähnt würde, wenn sie stattgefunden hätte

Behauptet doch keiner, dass sich die katholische Theologie
allein aus der Bibel ernährt. „Tradition“ bedeutet…lies
einfach weiter oben nach.

Stimme zu. Auch die Pharisäer haben eine Tradition eingeführt, die nicht der Schrift entsprach. Denke das man sich dies bewusst sein muss und solches katholisches nicht als christlich betrachtet werden darf

Gruss
beat

Servus!

Auch die Pharisäer haben eine Tradition eingeführt,
die nicht der Schrift entsprach. Denke das man sich dies
bewusst sein muss und solches katholisches nicht als
christlich betrachtet werden darf

Nachdem auch die Pharisäer sich sehr wohl auf „die Schrift“ bezogen haben (was nicht nur die 5 Mose-Bücher bedeutet), und trotzdem Juden blieben (Jesus, z.B., betrachtete sich genauso wie die Pharisäer immer als Juden), und jede Schriftreligion auf Interpretation ihrer jeweiligen heiligen Schrift beruht - als was sollte dann „solches katholisches“ betrachtet werden?
Willst du allen Ernstes die Katholiken aus der christlichen Glaubensgemeinschaft hinauswerfen, nur weil sie ihren Glauben auf ihre eigene - eben katholische - Art und Weise interpretieren? Was machst du dann mit den anderen christlichen Glaubensgemeinschaften??

VG
Christian

Hallo

Auch die Pharisäer haben eine Tradition eingeführt,
die nicht der Schrift entsprach. Denke das man sich dies
bewusst sein muss und solches katholisches nicht als
christlich betrachtet werden darf

Nachdem auch die Pharisäer sich sehr wohl auf „die Schrift“
bezogen haben (was nicht nur die 5 Mose-Bücher bedeutet), und
trotzdem Juden blieben (Jesus, z.B., betrachtete sich genauso
wie die Pharisäer immer als Juden), und jede Schriftreligion
auf Interpretation ihrer jeweiligen heiligen Schrift beruht -
als was sollte dann „solches katholisches“ betrachtet werden?

Mit folgender Ausnahme Dir zustimme: Die Pharisäer haben zusätzliche schwer einhaltbare Gesetze iengfügt, die dicht alle aus Moses etc interpretiert werden können. Dies hat Jesus auch heftig kritisiert.

Willst du allen Ernstes die Katholiken aus der christlichen
Glaubensgemeinschaft hinauswerfen, nur weil sie ihren Glauben
auf ihre eigene - eben katholische - Art und Weise
interpretieren? Was machst du dann mit den anderen
christlichen Glaubensgemeinschaften??

Nein, das will ich so nicht, wenn ies so rüberkam entschuldige ich mich. Nebenbei Glauben kann man nicht interpretieren, aber die Schrift. Es geht da um 2 Punkte.

  1. In der Bibel ist klar erwähnt, wer zum neuen Bund (Christ) gehört. Alle die von neuen in Christus geboren werden. Jeder auf dem dies zutrifft, egal in welcher Demination er ist, gehört dazu bzw alle anderen, die sich nicht dafür entschieden, egal ob und in wlcher Demination sie sind gehören nicht dazu.
  2. Wenn jemand bzw eine organisation die Schrift auf eine Art und weise auslegt, welche keine Auslagung mehr ist bzw der schrift widerspricht, ist dies im gewissen Masse vergleichbar wie die Pharisäer. Eine entsprechende Kritik bezüglich dieses Punktes ist dann angebracht, so wie es Jesus bei den Pharisäer tat, bzw Paulus bei diversen Christengemeniden.
    Bezüglich des Katholizismuses ist es da die Heiligenanbetung und das Maris bis ans Lebensende Jungfrau gewesen ist, bzw Jesus jkeine Geschwister gehabt haben soll.
    Nebenbei, die Bibel ist für christen geschrieben, wieso kommen da die Pharisäer so oft vor? Weil Christen die Tendenz haben, auch pharisäerisch zu werden. Und der Hauptvorwurf Jesus an die Pharisäer war, Das Sie ein verstopftes Herz haben und sich schwergewichtig an Gesetze und Rituale konzentrieren. Letzteres trifft auch die katholische Kirche mehr ioder vieleicht weniger zu und auf viele Katholiken selbst.

VG
Beat