Träumen vom Ex (länger)

Hallo,

Ich hatte mal nen Freund mit dem ich 2,5 Jahre zusammen war. Die Beziehung war im Nachhinein gesehen nicht die harmonischste, aber es war trotzdem „damals“ für uns ne schöne Zeit. Er war meine erste richtig große Liebe.
Nach langem hin und her haben wir uns entschieden uns zu trennen. Es fielen die Worte „vielleicht wird´s ja wieder“.
Das ist nun schon fast 3 Jahre her. Seit 2 Jahren und 3 Monaten bin ich wieder in festen Händen und hab eine wunderbare Beziehung. Ich weiß er liebt mich, er weiß ich liebe ihn, wir streiten uns seltenst, ich kann ihm blind vertrauen, wir können über alles reden-kurz: Besser hätte es mich nicht erwischen können.

Ein Problem belastet mich allerdings sehr:

Es vergeht kein Monat, an dem ich nicht mind. einmal von meinem Ex träume. Sei es gut, oder schlecht. Gerade gestern bei einem Mittagsschläfchen auf der Couch „war es wieder soweit“.
Neben mir saß mein Freund und sah fern. Wenn ich dran denke, dass ich im Schlaf vielleicht geredet hätte und der Name meines Ex gefallen wär und ich dann vielleicht noch ein Lächeln auf meinem Gesicht gehabt hätte… um Gottes Willen!
Ich schäme mich schon fast dafür „sowas“ zu träumen.
Nun weiß man ja, dass man Träume nicht beeinflussen kann. Das ist schade-nichts würd ich lieber tun.

Was wollen mir diese Träume sagen? Welche Erklärung könnt´s da geben? Ich weiß nicht weiter, ich weiß nur, dass ich meinen Freund über alles liebe und mir diese Träume absolut gegen den Strich gehen! :wink:

Danke im Voraus
anke

Hallo Anke,

es gibt eine ganze Menge Leute, mich eingeschlossen, denen es genau so geht. Vielleicht sogar allen Menschen. Untersuchungen belegen sogar, dass die wenigsten Menschen beim Sex an den (durchaus geliebten) Partner denken.
Es ist also nichts, für das wir uns schämen sollten. Ich kann es zwar medizinisch-psychologisch nicht erklären, weiß aber soviel, dass Träume und Gedanken keine strafbaren Handlungen sein können.
Ich bin Alkoholiker und träume von einem schönen großen, kühlen Bier. Das ist doch schön. Ich träume aber nur. Es wirklich zu tun, das hätte Folgen.
Genauso könnte es Folgen haben, Deinem Freund Deine „kleinen süßen Geheimnisse“ mitzuteilen.

ME hat jeder Mensch das Recht zu Träumen, Geheimnisse zu haben.
Gerade die Erste große Liebe ist etwas wunderschönes, an das ich ganz besonders gerne denke. Ich möchte es mir auch bis an mein Lebensende bewahren und nie vergessen.
Das alles sagt doch nichts darüber aus, dass ich meinen jetzigen Partner NICHT liebe. Das ist doch vollkommen UNABHÄNGIG. So solltest Du es ME auch sehen. Das eine ist Dein Partner, den Du liebst, das Andere sind die schönen Traüme an eine wunderschöne Zeit mit einem wunderbaren Menschen. Was ist daran nun verwerflich??

Warum wehrst Du Dich gegen etwas Schönes:

Was wollen mir diese Träume sagen? Welche Erklärung könnt´s da
geben? Ich weiß nicht weiter, ich weiß nur, dass ich meinen
Freund über alles liebe und mir diese Träume absolut gegen den
Strich gehen! :wink:

Wenn ich etwas „schlechtes“ geträumt habe, frage ich mich: Was war das denn jetzt?
Muss ich denn hinterfragen, was es bedeutet, wenn ich etwas „schönes“ träume.
Träume sind KEINE HANDLUNG. Es ist wunderbar und ein ganz, ganz wertvolles Gut im Traum ALLES TUN ZU DÜRFEN. Du solltest es IMHO als ein ganz großes Geschenk und nicht als eine Belastung sehen.

Liebe Grüße und hoffentlich schöne Traüme, die Du genießen kannst

Frank

Oder in Kurzform:

Die Gedanken sind frei, auch von einem selbst manchmal, und das ist gut so!

Gruß,

Doc.

Hallo Frank,

vielen Dank für deine Antwort.
Klar ist es schön an die erste große Liebe zu denken und davon zu träumen. Aber ich erlebe dadurch am nächsten Tag bzw. wenn ich aufwache, immer wieder den Schmerz, den die Trennung damals bei mir verursacht hat. Und genau das verunsichert mich… warum spüre ich diesen Stich noch (wenn auch nicht SO sehr), auch wenn ich längst darüber hinweg bin?
Warum versetzt es mir fast immer, wenn ich meinen Ex sehe, einen Stich?
Eine Frau in meinem Verwandtschaftskreis, die seit ein paar Jahren verheiratet ist und auch mittlerweile zwei Kinder hat, sagte mal zu mir: Immer wenn sie ihrer ersten großen Liebe begegnet, bekommt sie nen Schlag, Kribbeln im Bauch usw. Das wäre normal, ich sollte mir keine Gedanken drüber machen. (Und bei ihr ist das schon 10 mal so lange her wie bei mir).
Ich allerdings (für mich alleine gesprochen) finde das nicht wirklich normal… mir macht das zu schaffen.

… ach ich weiß auch nicht wie ich das erklären soll… alles komisch manchmal in bestimmten Launen - und ich bin irgendwie ziemlich niedergeschlagen und alles is „wää“ seit ein paar Tagen… man kennt das ja ab und zu mal. Geht alles wieder vorbei-vielleicht sollt ich mir einfach nicht zu viele Gedanken machen.

Wünsch euch ne schöne Nacht voller schöner Träume! :wink:

LG Anke

PS: Wer das o.g. Problem kennt, „darf“ natürlich trotzdem antworten *grins*

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Hi
das kann dir noch 12 Jahre danach und 5 Beziehungen später mal wieder passieren :smile:
HH

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Hi Anke,

das es Dir zu „schaffen macht“ glaube ich Dir. Ich wollte Dir auch keine lapidare Antwort geben, indem ich sage, nimm es nicht so schwer. Es ist aus meiner Sicht auch ein wenig schwer nachzuvollziehen (nachzuempfinden), wenn Du von einem „Stich“ schreibst. Ein Nadelstich? Ein Stich ins Herz?

Mein Eindruck ist, dass Du sehr viel grübelst und darüber nachdenkst, warum Du diese Träume und Gedanken hast. Du kommst aber zu keiner Lösung und das würde mich z.B. niedergeschlagen und launisch machen. Das schreibst Du ja auch und ist mir durchaus verständlich. Ich glaube allerdings nicht, das es Dir gelingen wird, die Gedanken einfach abzustellen, nach dem Motto: Ich sollte mir nicht zu viele Gedanken machen! Bei mir hat das jedenfalls noch nicht funktioniert.

Meine Methode ist in manchen Situationen die, dass ich versuche, die Gegebenheiten objektiv zu betrachten. D.h. für mich: Auf der einen Seite ist es NOCH belastend und macht mir zu schaffen- die andere Seite ist, dass es durchaus schöne Gedanken sein können- und mit dieser anderen Seite möchte ich mich mehr „anfreunden“
Daher war mein erstes Posting so ausgerichtet.

Nun schreibst Du von Trennung und von Schmerz. Ich weiß ja nicht, wie das abgelaufen ist, ob Du verlassen wurdest…wie auch immer, bei mir verursacht jede Trennung zu einem geliebten Menschen Schmerzen. Selbst ein Abschied von Menschen, die ich nur kurze Zeit kennenlernen durfte, tut sehr weh. Auch die Erinnerung daran tut manchmal weh.

Und dann bin ich wieder bei den ZWEI SEITEN: Die eine ist der Schmerz, der mich belasten kann- die Andere Seite ist, dass ich mit diesen Menschen eine schöne Zeit verbringen durfte. Der Schmerz signalisiert mir ja auch wie SCHÖN es war! Hätte ich eine vollkommen bedeutungslose Zeit gehabt, hätte ich auch keinen Schmerz-

Liebe Anke, es geht mir um die Sichtweise: Ich kann auch sagen: „Schei…, die Sonne scheint“ und „Schön, dass es regnet“
Du kennst die Geschichte mit dem Glas- halbvoll, oder halbleer?
Wenn es mir gelingt BEIDE Seiten zu betrachten, komme ich aus meiner Niedergeschlagenheit heraus und es gelingt mir wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Liebe Grüße

Frank

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Hallo

Doc hat ja schon wunderbar geschrieben, dass die Gedanken frei sind (*WinkanDoc*)

Ich würde sagen…da du die ganze Zeit immernoch Hoffnung gehabt hast(?) dass es nochmal was wird, mit dir und deinem Ex,
hast du ihn auch nicht richtig loslassen können!
Und so hast du jetzt Träume von/mit ihm!

Du schreibst, dass du jetzt glücklich bist!
Lass deinen Ex los!

Träume sind auch Teil eines Verarbeitungsprozesses!
Daher ist es also nicht schlimm!

Grüßle
Berlind

Aber ich erlebe dadurch am nächsten Tag bzw. wenn
ich aufwache, immer wieder den Schmerz, den die Trennung
damals bei mir verursacht hat. Und genau das verunsichert
mich… warum spüre ich diesen Stich noch (wenn auch nicht SO
sehr), auch wenn ich längst darüber hinweg bin?
Warum versetzt es mir fast immer, wenn ich meinen Ex sehe,
einen Stich?

hi anke,
vorweg: ich kenne das sehr gut.
(aber das ist eine andere geschichte)
es ist interessant, mal eine andere perspektive einzunehmen.
vielleicht hat es mit dem menschen, an dem du den schmerz
festmachst, weniger zu tun als mit dir selbst.
du wirst erinnert an -deine- gefühle, an gute zeiten,
faszinationen, illusionen und sonstige sternenhimmel, die du dir
selbst erlebt hast. je jünger, desto stärker, weil du dich viel
mehr hineingeworfen hast als du es heute tun würdest.
inzwischen gibt es erfahrungen. sowas kühlt ab.
aber -deine- erinnerung bleibt verknüpft mit dieser person, die
etwas in dir auslöste. und somit vielleicht auch sehnsuchtsvoll,
obwohl die realität eine andere war.
ausgelöste gefühle können eine lange halbwertzeit haben und
haben mit dem auslösenden moment nur bedingt zu tun.
meint jedenfalls
frank (the other one)
und gruß!

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