Trafo Messergebnisse

Guten Tag,
Im zuge einer Laborübung in meinem Studium haben wir bei einem Drehstromtrafo eine Wicklung mit 230V /50Hz gespeist. Die Aufgabenstellung war

  1. sekundär die Leerlaufspannung zu messen.
  2. Spannung und Strom bei ohmscher Belastung
  3. Induktive Belastung (ca.10H)
  4. kapazitive Belastung (0,68µF)
    Ich hab sec. eine Spannung von ca. 263V gemessen im Leerlauf und bei den anderen Messungen war meine Spannung auch immer über 250V. Wie kann das sein wenn mein Übersetzungsverhältnis 1:1 ist? Oder hab ich falsch gemessen?

Was war das denn für eine Messung die du durchgeführt hast?
es kann sein, dass dein Messgerät die Spitzenspannung gespeichert, angezeigt an. Soll heißen Es zeigt dir an, wie hoch die Spannung am höchsten Punkt gekommen ist.
So… Wenn das der Fall ist, sind deine 230V AC ja nur ein gemittelter Wert.
Wenn du dir die Sinuskurve anschaust, die du hast, hast du ja höhen und tiefen.
und wenn man von 230V AC spricht, meint man nicht den Wert, wo die Kurve ganz oben ist, sondern der Wert, an dem die positiven Teile die negativen ausfüllen (wie bei einer Gleichspannung)
(dazu muss man sich die negative Sinuskurve nach oben denken, wie nach einem Gleichrichter)

So… also ist der gemittelte Wert 230V AC nur ca. 2/3 - 3/4 vom U Spitzenwert. der könnte ungefähr da liegen was du gemessen hast.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen!

Auf dem Typenschild stehen Nenndaten! Wenn du Ein- und Ausgangsspannung vergleichen willst, solltest du den Trafo auch mit Nennlast betreiben.

Ich denke doch das du dein Voltmeter auch auf AC stehen hattest :wink:

Im Zuge einer Laborübung in meinem Studium haben wir bei einem Drehstromtrafo eine Wicklung mit 230V /50Hz gespeist.

Welche Angaben stehen auf dem Typenschild des Trafos? (Spannung primär und sekundär, Schaltung primär und sekundär, Strom primär und sekundär, Leistung).
Anschluss nur einphasig oder dreiphasig?

Die Aufgabenstellung war

  1. sekundär die Leerlaufspannung zu messen.

zwischen 2 Phasen oder zwischen Phase und Sternpunkt?
was für ein Messgerät?

  1. Spannung und Strom bei ohmscher Belastung:

Dreiphasige oder einphasige Belastung?
Bei dreiphasig: Stern oder Dreieck?
Größe des Widerstandes?
gemessene Spannung (über den Widerstand)?
gemessener Strom?

  1. Induktive Belastung (ca.10H)

Dreiphasige oder einphasige Belastung?
Bei dreiphasig: Stern oder Dreieck?
gemessene Spannung (über die Induktivität)?
gemessener Strom?

  1. kapazitive Belastung (0,68µF)

Sinngemäß die gleichen Fragen wie zu 3).

Grundsätzliches:

Trafos mit dem Übersetzungsverhältnis 1 zu 1 haben nie ein Wicklungsverhältnis 1 zu 1.

Da die Drähte der Wicklungen einen ohmschen Widerstand haben, fallen bei Belastung im Trafo die sogenannten I²R-Verluste (Stromwärmeverluste) an. Um diese zu kompensieren, wird das Übersetzungsverhältnis der Wicklung so gewählt, dass nur bei Nennstrom (ohmsche Belastung) auf der Sekundärseite des Trafos die Nennspannung zur Verfügung steht, bei Teillast bzw im Leerlauf ist die Sekundärspannung höher.

Der Unterschied zwischen Leerlaufspannung und Nennspannung richtet sich nach der Bauart des Trafos und ist im Prinzip bei Trafos großer Nennleistung geringer als bei Trafos geringerer Nennleistung.

Gruß merimies

Danke für die schnellen Antworten.
Das Multimeter (Meterman 15xp) war schon auf AC eingestellt. Sonst wäre es noch wunderlicher wenn ich beim Trafo mit DC einstellung was gemessen hätte.
Sinn der Messung wäre gewesen das verhalten des Trafos bei unterschiedlichen belastungsarten anzuschauen.
Ich hätte mit einer Leerlaufspannung von ca.230V gerechnet, und bei ner Kapazitiven Last mit einer bisschen größeren Spannung.

MFG

Typenschild gab es nicht so richtig. Das war so ein Laborkoffer mit Steckbuchsen. Primärseitig waren die 3 Wicklungen für das Drestromnetz 400V. Wobei wir aber nur auf die zweite wicklung 230V gegeben haben.
Auf der Sec. Seite waren die 3 Wicklungen (in der mitte auf die Steckbuchsen rausgeführt um sie auch anders verschalten zu können, bei 115V, haben wir aber nicht, wir haben sie zusammengeklemmt.) Da haben wir dann auf der sec Seite bei der 2 Wicklung die Schaltung aufgebaut.

zu 1)
zwischen den enden der sec.Wicklung
Digital Multimeter Meterman 15xp
U=265V

zu 2)
Einphasige belastung
R= ca, 4100 OHM
U= 245V
I=60mA Analoges Messmittel

zu 3)
Einphasige belastung
U= 254V
I=100mA

zu4)
Einphasige belastung
U= 266V
I=58mA

Danke für die tolle Hilfe
MFG
Matz

Hallo Matz

Ohne die Nennlast oder den Nennstrom Eures Labortrafos zu kennen, kann man natürlich nicht viel sagen zu seinem Spannungsverhalten.

So, wie ich das verstehe (Du solltest noch etwas an Deiner Fachterminologie arbeiten), habt ihr den Trafo primär- und sekundärseitig im Dreieck geschaltet. Da sind dann am Vorgang der Übertragung nicht nur die Spulen beteiligt, welche unmittelbar zwischen den angeschlossenen Klemmen liegen, sondern ca 30-40% ses Stromes gehen über die anderen beiden Spulenpaare. Ich bin zu faul, den genauen Anteil auszurechnen, weil es in diesem Zusammenhang nicht so wichtig ist.

Aber ich schätze mal, 58mA bis 100mA dürften wahrscheinlich im unteren Teillastbereich sein. Da sind die gemessenen Überspannungen (265V zu 230V = 15%) nicht ungewöhnlich.

Gruß merimies

Ich möchte mich für mein schlechtes fachvokabular entschuldigen, und mich gleichzeitig für die tolle Hilfestellung bedanken.
Ich glaube jetzt auch dass es mit Teillastbetrieb zu tun hat und werde mir das Thema noch mal genauer anschauen.
Vielen Dank für die Hilfestellung, find ich total klasse, vielen vielen Dank

MFG
Matz