Trafos

Hallo:

Bei den Trafos gilt dieFormel U1/U2=N1/N2. D.h wenn ich eine wechselspannung halbieren moechte (z.B 220 V zu 110 V) muss die Beziehung N1/N2 zwei betragen. Aber da habe ich unendlich viel moeglichkeiten N1=10, N2=5; N1=2, N2=1 etc…Ich weiss., dass das nicht genua ist. Welche weitere Parameter muss man noch beruecksihtigen, wenn man einen Trafo entwerfen moechte

Danke

Hallo,
beim Trafo-entwerfen sollte man auch auf die zu übertragende Leistung achten sowie auf die Sättigung des Eisenkerns, den Einschaltstrom, die Verlustleistung, die Netzfrequenz, die Größe, die Bauform, die Isolierung des Drahtes, den Einbauort, die Umgebungsbedingungen, den Kopplungsgrad primär/sekundär, Streukapazität, Streuinduktivität, Innenwiderstand, Kurzschlusstrom, Form der Belastung, …

Irgendwie kein Wunder, dass das nicht jeder aus dem Stegreif kann.

Gruß
loderunner

Hallo,

eine Auswahl wurde ja schon aufgezählt. Es soll viele Physiker geben, die spezielle und allgemeine Relativitätstheorie verstehen, nicht aber die Verhältnisse an einem Trafo. Ich glaube, ich kann auch alles mögliche berechnen, aber bei einem Trafo würde ich mich von vornherein an den Hersteller wenden (habe ich auch schon praktiziert, und ich bin von Ismet auch gut beraten worden).

Das ist nicht nur eine Frage der Theorie, es ist normalerweise auch längst nicht alles dokumentiert, was du wissen solltest. Abgesehen davon, woher kriegst du heute noch Trafobleche und Spulenkörper einzeln? Und die Hersteller veröffentlichen auch nicht ihr ganzes Knowhow auf ihrer Website. Interessant wird es z.B. mit der Frage, um wieviel mehr man in der Praxis sekundär wickeln muss, um Verluste so auszugleichen, dass die Nennspannung bei Nennlast abgegeben wird. Lustigerweise hängt das so gut wie von allen anderen Parametern ab, die es wiederum beeinflusst.

Gruss Reinhard

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Bei den Trafos gilt dieFormel U1/U2=N1/N2. D.h wenn ich eine
wechselspannung halbieren moechte (z.B 220 V zu 110 V) muss
die Beziehung N1/N2 zwei betragen. Aber da habe ich unendlich
viel moeglichkeiten N1=10, N2=5; N1=2, N2=1 etc…Ich weiss.,
dass das nicht genua ist. Welche weitere Parameter muss man
noch beruecksihtigen, wenn man einen Trafo entwerfen moechte

Im Prinzip ginge auch ein Trafo mit 2 Primär- und einer Sekundärwicklung.
Leider würde der bei 50Hz quasi einen Kurzschluss darstellen.
Bei höchsten Frequenzen aber nicht, da der Induktive Blindwiderstand direkt proportional zur Frequenz steigt.
Also je höher die Frequenz, desto kleiner kann Windungszahl und Trafogröße ausfallen.
Dann muss man noch abklären, wie „steif“ der Trafo sein soll.
Für spannungsstabile Netzteile braucht man einen sehr „steifen“ Trafo (kleine Kurzschlussspannung), für kurzschlussfeste Anwendungen (z.B. Klingeltrafo) einen Trafo mit hoher Kurzschlussspannung.
Es gibt noch zig Parameter, die der Trafowickler beachten muss, ist nicht einfach.

Hallo,

Im Prinzip ginge auch ein Trafo mit 2 Primär- und einer
Sekundärwicklung.

Ich glaube, darum ging es hier nicht.

Leider würde der bei 50Hz quasi einen Kurzschluss darstellen.

Das wäre mir neu. Im Gegenteil ist sowas recht häufig, da man das gleiche Gerät dann an mehreren Netzen betreiben kann. Natürlich werden die Wicklungen dabei nicht parallel geschaltet.

Bei höchsten Frequenzen aber nicht, da der Induktive
Blindwiderstand direkt proportional zur Frequenz steigt.

Das stimmt so nicht, weil zwischen den Windungen auch eine kapazitive Kopplung besteht. Die Verhältnisse sind deshalb viel komplizierter. Bei ganz hohen Frequenzen ist ein Trafo unter Umständen (je nach Wicklungsgeometrie) sogar ein Kurzschluss zwischen Primär- und Sekundärseite. Und Resonanzfrequenzen gibt es auch noch.

Also je höher die Frequenz, desto kleiner kann Windungszahl
und Trafogröße ausfallen.

Und Kerngröße, nicht zu vergessen.

Dann muss man noch abklären, wie „steif“ der Trafo sein soll.
Für spannungsstabile Netzteile braucht man einen sehr
„steifen“ Trafo (kleine Kurzschlussspannung),

Die Kurzschlussspannung ist immer die gleiche: Null Volt. Der Innenwiderstand muss bei einem solchen Trafo möglichst klein sein.
Wobei sich der Innenwiderstand natürlich nicht einfach aus dem Gleichstromwiderstand der Wicklungen ergibt, da spielen wesentlich mehr Faktoren eine Rolle.

für kurzschlussfeste Anwendungen (z.B. Klingeltrafo) einen Trafo
mit hoher Kurzschlussspannung.

Nö. Da benötigt man einen Trafo mit hohem Innenwiderstand.

Es gibt noch zig Parameter, die der Trafowickler beachten
muss, ist nicht einfach.

Das ist wohl eine ziemliche Untertreibung.

Gruß
loderunner

Hallo,

Im Prinzip ginge auch ein Trafo mit 2 Primär- und einer
Sekundärwicklung.

Ich glaube, darum ging es hier nicht.

Falsch ausgedrückt: Ein Trafo mit nur einer WINDUNG auf einer Wicklung.
Also eine einfache Leiterschlaufe.

Bei höchsten Frequenzen aber nicht, da der Induktive
Blindwiderstand direkt proportional zur Frequenz steigt.

Das stimmt so nicht, weil zwischen den Windungen auch eine
kapazitive Kopplung besteht. Die Verhältnisse sind deshalb
viel komplizierter.

Ja, im Ansatz hielt ich diese Vereinfachung aber für tragbar.
Zumal ich nur den induktiven Blindwiderstand benannte. Hab den kapazitiven mal weggelassen, wird so schon kompliziert genug.

Dann muss man noch abklären, wie „steif“ der Trafo sein soll.
Für spannungsstabile Netzteile braucht man einen sehr
„steifen“ Trafo (kleine Kurzschlussspannung),

Die Kurzschlussspannung ist immer die gleiche: Null Volt.

Ähem, mach Dich doch mal kundig, was „Kurzschlussspannung“ bei Trafos bedeutet.
Im Übrigen wird sie in Prozent, nicht in Volt angegeben :wink:

Hallo,

Ähem, mach Dich doch mal kundig, was „Kurzschlussspannung“ bei
Trafos bedeutet.

Habe ich nachgeholt. Danke für den Anstoss dazu. Man lernt tatsächlich nie aus. Da haben wir Trafos beim Studium nun wirklich endlos lange behandelt - und trotzdem war es noch nicht umfassend…
Gruß
loderunner

Ähem, mach Dich doch mal kundig, was „Kurzschlussspannung“ bei
Trafos bedeutet.

Habe ich nachgeholt. Danke für den Anstoss dazu. Man lernt
tatsächlich nie aus.

Zumal die Bezeichnung wirklich irreführend ist.