Hallo, ich habe da mal eine frage. Ich habe ein Haus gekauft. Baujahr 2006, habe keine Pläne bekommen aber bei der Stadt angefordert da es aus einer Zwangsversteigerung erworben wurde. Ich habe eine Wand abgebrochen 11,5, porenbetonstein , zur Decke hon war die letzte Schicht mit bauschaum ausgefüllt, und an den Seiten nicht im verband sondern mit alu - Blättchen verbunden. Kann das sein das diese Wand eine tragende Wand war ? MfG
Guten Tag @pidrom,
zu solchen Fragen werde ich oft vor Ort gerufen, denn nur wenn ich mir die Dinge anschaue kann ich eine derartige Wand beurteilen. Neben einer tragenden Funktion kann sie auch eine stabilisierende Funktion für das Gesamtgebäude haben.
Deshalb holen Sie sich einen Sachverständigen vor Ort und bitten um eine mündliche Beratung. Das kostet Sie in der Regel 140 Euro + MWSt.
Gruß aus Hagen in Westfalen
Dipl.-Ing. Werner Kahlki
Beratender Bauingenieur
Hallo pidrom,
so wie Sie den Sachverhalt schildern, wird diese Wand kaum zur Aufnahme von Lasten aus anderen Bauteilen des Hauses gedacht gewesen sein, ansonsten hätte man die letzten Zentimeter der Wand in der Höhe kaum mit Bauschaum nach oben hin verfüllt sondern einen festen Verbund mit der Decke erzeugt. Dies geschieht üblicherweise bei Erstellung des Hauses, außer es gab im Geschoß darüber eine Nutzungsänderung.
Weiters ist zu Beachten, dass eine tragende Innenmauer das statische System der Decke darüber beeinflusst und als Zwischenauflager fungiert, was wiederum die Bewehrung der Decke beeinflussen würde, was sich bei entfernen wiederum mit Rissen, starken Schwingungen der Decke, bis zu einem Einsturz bemerkbar machen würde.
Alles in Allem ist in diesem Fall darauf zu achten wie dick die Bauschaumfuge ausgeführt war und ob diese über die ganze Mauerstärke geführt wurde. Wenn z. B. ein 3 cm dicke Fuge auf der ganzen Länge und Stärke der Mauer zwischen oberstem Mauerstein und Deckenunterkante ausgeführt war, dann ist diese mit ziemlicher Sicherheit aus statischer Sicht nicht als tragendes Element für Lasten aus der Decke gedacht gewesen.
Festlegen kann ich mich so natürlich nicht! Sollten aus irgendwelchen Gründen ein Verdacht auf eine entnommene „tragende Mauer“ bestehen, würde ich aber anraten einen Baumeister zu konsultieren und diesen um Klärung des Sachverhaltes bitten.
MFG
Hallo,
Keine Sorge, dass war definitiv keine tragende Wand. Eine solche wäre mindestens 16cm dick, aus Kalksandstein oder Ziegel und die Decke wäre direkt darauf betoniert. Die Maueranschlussbleche (aus Edelstahl) spielen hierbei allerdings keine Rolle, die werden auch bei tragenden Wänden verwendet. Weiterhin fröhliches Abbrechen,
Gruß, Martin