Hallo,
folgender Fall: Ware kommt von einem ausländischen Lieferanten (Firma in EU-Land)
beim deutschen Empfänger (Gewerbebetrieb) an. Äußerlich keine Beschädigung
an der Verpackung sichtbar. Empfang wird mit Zeugen trotzdem unter ausdrücklichem
Vorbehalt quittiert mit Hinweis, daß der Speditionsfahrer es aus Zeitmangel
ablehnte, solange zu warten, bis die Ware ausgepackt und überprüft wurde.
Anschließend wird die Ware mit mehreren Zeugen sofort ausgepackt. Hierbei wird
ein schwerer Bruchschaden an einem Teil der Ware festgestellt (verdeckter Mangel).
Der Schaden wird sofort beim Lieferanten reklamiert, der seinerseits den (versicherten)
Schaden bei der (deutschen) Spedition geltend macht. Der Spediteur lehnt Kostenersatz
ab mit Hinweis darauf, die Verpackung der Ware sei beim Empfang nicht reklamiert worden
(die war ja auch in Ordnung), daher müsse der Auftraggeber beweisen, daß der Schaden
erst beim Transport eintrat (Umkehr Beweislast). Fragen:
Der Absender argumentiert und dokumentiert, die Ware sei einwandfrei verpackt an die
Spedition übergeben worden. Der schwere Bruchschaden muß also beim Transport passiert sein.
Bleibt der Empfänger etwa der Dumme? Korrekter als in dem Fall kann sich ein Empfänger
doch nicht verhalten. Ein verdeckter Schaden wie hier ist stets erst nach Auspacken feststellbar
Wie ist zu verhindern, daß sich Spediteur und Versicherung so einfach aus der Verantwortung
stehlen? Wozu taugt sonst überhaupt eine Transportversicherung?
Wäre für fachliche Meinungen dazu dankbar.