Trauerbuch für Kleinkind

Hallo!

Der heißgeliebte Opa eines Dreijährigen ist ganz plötzlich (war erst 60 Jahre alt) verstorben. Der Notarzt war noch da, konnte aber nichts mehr tun.

Den Kleinen lässt das ganze Geschehen (natürlich) nicht los und er redet sehr oft vom Notarzt und fragt immer nach dem Himmel und Gott.

Unterstützung verspreche ich mir nicht nur von Gesprächen, sondern auch von Büchern zum Betrachten und darüber Sprechen.

Habt Ihr Buchvorschläge für mich? Wie erklärt man den Friedhof (warum geht man zum Friedhof, wenn der Opa doch im Himmel ist)?

Lieben Gruß

Trillian

Hallo,

Buchvorschläge habe ich leider keine. Ich würde den Friedhof so erklären, dass es ein besonderer Ort ist, etwas stiller als anderswo, wo man sich besonders gut an den Opa erinnern kann, wo man mal ein Blümchen hinstellt usw. Vielleicht sagt man sogar dass der Opa den Ort von oben besonders gut sieht, oder so.

Etwa so, wie die Kirche ein Ort ist, an dem man besonders gut mit Gott sprechen kann.

Da gibt es sicher auch noch andere besondere Orte, die dir einfallen. :smile:

Gruß
Nita

Schau mal hier unter Bücher: http://www.kinder.trauer.org/

Ich hatte aber noch einen besseren Link, find ihn nur gerade nicht.

Gruß
Christiane

Die Seite hatte ich gemeint: http://www.kinder-hamburg.de/trauer.htm

Hallo,

ich weiß leider nicht mehr wie es heißt, aber wenn du in eine gute Buchhandlung gehst, werden die dir helfen können.

In dem Buch ging es um ein Mädchen, deren Opa verstorben war.
Sie war total traurig und stand am Grab. Da ist ein kleiner Junge gekommen und hat sie mitgenommen.
Zusammen fahren sie mit einem Boot in eine Höhle. (wunderschön gemalt) Darin sind sehr viele kerzen, die im Wasser stehen. Der kleine Junge zeigt ihr eine kleine Gruppe von Kerzen. Eine ist schon ganz klein und erloschen. Eine ist fast ganz herunter gebrannt. Eine ist noch zur Hälfte da und eine ist gerade erst angezunden worden. Die flackert ganz wild und die Flamme tanzt hin und her. Der kleine Junge erklärt dem Mädchen, dass es Lebenslichter sind. Und jeder seine Zeit hat. Der Opa ist ausgegange, aber die Oma und die Mama (komisch Papa kam gar nie vor?) brennen noch eine Weile. Die jüngste Kerze hat gerade sehr viel Angst, auch vor dem Tod und ist traurig, darum flackert sie so wild. Das ist ihre eigene. Das Mädchen sieht, wie lange ihre Kerze noch brennt und die von der Mama und der Oma. Da hat sie gar nicht mehr so viel Angst. Am Schluß kommt noch raus, dass der Tod der kleine Junge war. Er hat sich ihr so gezeigt, damit sie keine Angst hat. Weil der Tod kommt zu jedem so, wie er ihn sehen. will.

Vielleicht ist die Idee mit den Kerzen ja was für euch. Auf jeden Fall sind die Bilder sehr, sehr schön. Und ich habe es mir als Kind total gerne angeschaut.

Es gibt auch noch „Opas Engel“. Das ist auch ganz nett. Hat aber eher was mit Schutzengel usw. zu tun.

Du kannst auch mal hier schauen. Da gibt es sehr viele schöne Bücher, die das Thema einfühlsam bearbeiten. Vielleicht findest du da was für Euch.

http://www.trauerbuecher.de/index.htm?/clients/traue…

Gruß Lulea

Hi,

ich persönlich finde ein Buch in der Situation eher ungeeignet denn es vermittelt vorgefertigte Meinungen und Ansichten. Solche Lebenssituationen sollte man versuchen der Familie, den Umständen und vor allem dem Kind angepasst zu vermitteln und dabei liegt natürlich ein großer Teil bei den Eltern.

Einen Friedhof kann man auch damit erklären, dass man anfängt den Unterschied zwischen Körper und Seele zu vermitteln. Fakt ist ja das der Körper nicht in den Himmel kommt. Anfangs hatten wir bei der Uroma auch noch von Himmel gesprochen um das Thema nicht gleich am Anfang der Trauer abendfüllend zu besprechen – dieses hätte unsere Kinder auch überfordert. Nach einigen Tagen/Wochen kamen dann aber Fragen wie „Wie bekommt Uroma denn jetzt die Lebensmitteln in den Himmel, hat der liebe Gott eine so lange Leine, dass er einen Korb bis zu Edeka runterlassen kann?)

Zu diesem Zeitpunkt haben wir versucht den Begriff „Seele“ zu definieren was zugeben sehr schwer ist. Es ist aber ein Teil im Körper wie Liebe (den kann man auch nicht sehen oder anfassen) der jetzt bei Gott ist, der immer zuhört und immer da ist. Die Seele kann halt nur nicht antworten (hat ja auch keinen Mund).

Kinder bauen dann ihre eigene Logik und Vorstellung mit ein und hinterfragen bestimmte Sachen oder „dichten“ dann ihren Teil zum besseren Verständnis dazu. Dabei fällt aber auf, dass in unserem Fall beide Kinder den Teil – Tod, Gott, Seele, Friedhof, Himmel unterschiedlich wichten und sich so für beide eine andere Vorstellung gebildet hat.

Ich/wir versuchen beiden ihr eigenes Bild zu zugestehen und somit eine individuelle Vorstellung von dem was danach kommt bilden zu lassen. Das so etwas ein Prozess über Wochen/Monate ist, der mal mehr mal weniger präsent ist versteht sich dabei von selbst.

Wichtig ist das Feingefühl der Eltern und die Bereitschaft sich mit dem Kind gemeinsam damit auseinander zu setzten sowie seine eigene Meinung etwas in den Hintergrund zu stellen.

Ich wünsche euch viel Glück
MeToo

hallo,

weitab von dem üblichen betroffenheitskitsch hier ein wirklich gutes buch - zwar für kinder ab 4, aber ich würde es riskieren: http://www.amazon.de/Ente-Tod-Tulpe-Wolf-Erlbruch/dp…

alles gute
ann

Trauerbücher für Kinder
Hallo,

einige wurden hier schon genannt, aber ich stelle einfach mal meine gesammelte Liste an empfehlenswerten Trauerbüchern für Kinder ein. Welche davon für Klein-Kinder geeignet sind, kann ich allerdings auf Anhieb nicht sagen.
Wenn Du darin blätterst, kannst Du das sicher besser selbst entscheiden…

Bevor ich sterbe
von Jenny Downham
Bertelsmann Verlag

Darf ich bleiben, wenn ich leise bin?
von Andrea Hensgen
dtv junior

Die besten Beerdigungen der Welt
von Ulf Nilsson und Eva Eriksson
Moritz Verlag

Ente, Tod und Tulpe
von Wolf Erlbruch
Kunstmann Verlag

Gehört das so?
Die Geschichte von Elvis
von Peter Schössow
Hanser Verlag

Leb wohl, lieber Dachs
von Susan Varley
Verlag Annette Betz
(Kommt immer wieder mal auch als Zeichentrick in der Sendung mit der Maus: http://podster.de/episode/220482 )

Matti und der Großvater
von Roberto Piumini
Hanser Verlag

Wie ist das mit… der Trauer
von Roland Kachler
Gabriel Verlag

Wie Kinder trauern - Broschüre (kostenlos)
Herausgegeben vom Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche
Bestellbar per Mail an: [email protected]

Abschied von Rune
von Marit Kaldhol und Wenche Oeyen
Heinrich Ellermann Verlag

Und was kommt dann?
von Pernilla Stalfelt
Moritz Verlag

Oskar und die Dame in Rosa
von Eric-Emmanuel Schmitt
Fischer Verlag, 2005

Liebe Grüße
Stefanie

Hallo Trillian,

viele Bücher sind ja schon genannt worden. Ich ergänze noch ein Bilderbuch: „Hat Opa einen Anzug an?“

Viele Grüße,
Sabine

Vielen Dank für Eure Hilfe + Lieben Gruß (owT)