Traum

hi,

ich hatte gestern einen ziemlich erschütternden traum und wäre auf einen interpretationsansatz gespannt:

es war insgesamt ein schöner tag, den ich da durchlebte. anfangs lag ich an der ostsee. die meisten leute konnten schwimmen gehen, aber ich nicht. mir war das wasser viel zu kalt, es ging einfach nicht, obwohl ich große lust dazu hatte.
dann habe ich einen ganz normalen tagesablauf durchlebt: studieren, mit freund quatschen und und und - wie gesagt: es war alles positiv. zum abschluss lief ich durch eine fußgängerzone. keine 2 m vor mir drehte sich plötzlich ein schwarzer rum, zog seine pistole aus dem gürtel, lud durch und erschoss den ersten mann, der direkt vor ihm stand. ich dacht: ‚scheiße‘, spürte die kugel, die um mich sausten, und warf mich einfach auf den boden. ich blieb regungslos liegen, um dem ganzen zu entgehen, und hatte angst. ich hörte schüsse, schreie. zum schluss aber ging der amok-läufer zu jedem einzelnen, der am boden lag, und verpasste ihm noch einen kopfschuss. zuerst der typ neben mir, dann kam ich an die reihe. ich zuckte etwas zur seite und spürte, wie meine schulter warm wurde und zu kribbeln anfing. dann bekam ich noch einen schuss in den linken hinterkopf, auch da breitete sich wärme und ein kribbeln aus. ich dacht noch zwei, drei mal: ‚lieber gott, lass mich nicht sterben‘.
dann wachte ich auf.

also den anfang bekomme ich ja mit einer interpretation noch hin, aber der rest ist einfach nur erschreckend. es war so echt, als wäre es mir wirklich passiert. und hatte überhaupt keinerlei traumelemente, die die realität überschritten hätten.

verwirrter gruß
tobias

Hallo verwirrter Tobias *g*!
Auch ich wurde schon mehrfach im Traum erschossen, für mich war’s aber immer sehr angenehm. Einen meiner diesbezüglichen Träume hatten wir mal im Zuge eines Uniseminars für psychologische Traumdeutung bearbeitet und interpretiert, das ich muß aber erst mal raussuchen (ist daheim, ich bin jetzt in der Firma), werde es aber nicht vergessen.
Bis dahin ein Link, der halbwegs seriös zu sein scheint, allerdings ist es gerade bei Trauminterpretation niemals so, dass es wenn-dann-Ketten gibt, bei der Interpretation hängt es immer sehr von den weiteren Assoziationen des Träumers ab. Aber vielleicht hilft es Dir einstweilen weiter.
Einen schönen Tag und viele Grüße!
BB
http://www.deutung.com/

u.a. können auch zu viel essen und trinken, sowie in erheblichen maße atmungsprobleme in der nacht(geschl. fenster, schnupfen,chem. ausdünstungen von teppichböden usw.
albtraumauslösend sein.
von der verarbeitung von sinneseindrücken während des tages ganz abgesehen.
wie schon in dem posting weiter unten steht, ist traumdeutung ziemlich diffizil und in vielen fällen unseriös, was vor allem auf traumdeutungsbücher zutrifft.
cu
strubbel

Traum
Hallo Tobias,

in einem Schreibseminar vor zehn Jahren haben wir eine ganz interessante Sache gezeigt bekommen, wie man seine eigenen Träume näher angucken und was damit anfangen kann.

Ich versuch mal, das einigermaßen zu beschreiben :o)

Aaaalso:

o Nimm ein möglichst großes Blatt Papier und falte es zweimal, so dass beim Aufklappen vier senkrechte Spalten entstehen.

o Schreib in der ganz linken Spalte den Traum in allen Details, an Dich zu Dich erinnerst. Schreib ihn in der Gegenwartsform. - Da wird’s auch meistens noch präsenter und es fallen Dir mehr Details ein. - Notiere alles, an das Du Dich erinnerst, auch wie Du Dich fühlst, was Du siehst … auch wenn es vermeintliche Nebensächlichkeiten sind. Wenn Du irgendwelche Sachen nicht mehr weißt, nicht schlimm.

o Wenn Du den ganzen Traum aufgeschrieben hast, dann kommt die nächste Spalte direkt daneben dran: Lies Deine Traumspalte noch einmal durch und markiere Dir (z. B. umkringeln) Worte oder Begriffe, die Dich an was anderes erinnern. Dabei entfernst Du Dich natürlich vom Traum selbst. Das ist Absicht :smile: Schreib in die Spalte daneben dann das, woran Du Dich erinnerst.

Beispiel: Mir kocht im Traum die Milch über.
Meine Assoziation ist, dass mir meine Oma den Milchtopf geschenkt hat. Vielleicht dazu irgendein Detail, wenn Dir noch was in den Sinn kommt …

o Wenn Du alle Assoziationen zum Traum selbst gemacht hast, kommt in der dritten Spalte das rein, was Dir zu Deinen Notizen in der zweiten Spalte einfällt (haha, ich hoff, ich erklär das einigermaßen verständlich, ist einfacher, wenn man’s aufmalen kann).

o Und in der vierten Spalte kämen dann Deine „Erkenntnisse“ aus dem, was Dir durch das Auseinandersetzen auf diese Weise kommt.

Keine Ahnung, woher diese Methode kommt.
Ich kann Dir sagen, dass es so gut funktioniert, sich selbst mit Deinen Träumen auseinanderzusetzen. Bzw. selbst was damit anzufangen.

Viele Grüße
Gitte

‚Schwarzes‘ Ende eines ‚weissen‘ Tages?

hi,

ich hatte gestern einen ziemlich ersch?tternden traum und wsÿre
auf einen interpretationsansatz gespannt:

es war insgesamt ein schU?ner tag, den ich da durchlebte.
anfangs lag ich an der ostsee. die meisten leute konnten
schwimmen gehen, aber ich nicht. mir war das wasser viel zu
kalt, es ging einfach nicht, obwohl ich groR?e lust dazu hatte.
dann habe ich einen ganz normalen tagesablauf durchlebt:
studieren, mit freund quatschen und und und - wie gesagt: es
war alles positiv. zum abschluss lief ich durch eine
fuR?gsÿngerzone. keine 2 m vor mir drehte sich plU?tzlich ein
schwarzer rum, zog seine pistole aus dem g?rtel, lud durch und
erschoss den ersten mann, der direkt vor ihm stand. ich dacht:
‚scheiR?e‘, sp?rte die kugel, die um mich sausten, und warf
mich einfach auf den boden. ich blieb regungslos liegen, um
dem ganzen zu entgehen, und hatte angst. ich hU?rte sch?sse,
schreie. zum schluss aber ging der amok-lsÿufer zu jedem
einzelnen, der am boden lag, und verpasste ihm noch einen
kopfschuss. zuerst der typ neben mir, dann kam ich an die
reihe. ich zuckte etwas zur seite und sp?rte, wie meine
schulter warm wurde und zu kribbeln anfing. dann bekam ich
noch einen schuss in den linken hinterkopf, auch da breitete
sich wsÿrme und ein kribbeln aus. ich dacht noch zwei, drei
mal: ‚lieber gott, lass mich nicht sterben‘.
dann wachte ich auf.

also den anfang bekomme ich ja mit einer interpretation noch
hin, aber der rest ist einfach nur erschreckend. es war so
echt, als wsÿre es mir wirklich passiert. und hatte ?berhaupt
keinerlei traumelemente, die die realitsÿt ?berschritten
hsÿtten.

verwirrter gruR?
tobias

Hallo Tobias,
schade, dass du den Anfang deiner Interpretation nicht
schreibst, das haette es vielleicht einfacher gemacht, auf eine
konkrete Spur zu kommen. So kann ich nur analysieren, was die
Traumerzaehlung objektiv hergibt. Du musst dann selbst
entscheiden, wie weit du meine Deutungsansaetze in dein Schema
einordnest (den Vorschlag mit den Spalten kann ich ueberigens
nur unterstuetzen: so eine Uebersicht gibt immer mehr her, als
man anfangs erwartet!).
Also: es gibt zwei Szenarien (Strand- und Fussgaengerzone), die
sich auf den ersten Blick nicht aehneln, aber aufgrund ihrer
„VerpackungÔ“ in einen gemeinsamen Text als Analogien zu „lesen“
sind: abgesehen davon, dass man die symbolische Gleichsetzung
von „Meer“ und „Tod“ oefter findet, bist du beide Male in einer
aehnlichen Situation, gewissermassen spiegelverkehrt: so, wie du
am Strand nicht ins „Geschehen“ (ins Wasser) hineingekommen
bist, kommst du in der Fussgaengerzone nicht aus ihm heraus,
bist einmal unfreiwilliger „Nichtteilnehmer“ und einmal
unfreiwilliger „Teilnehmer“. Einmal bist du noch nicht bereit,
„ins kalte Wasser zu springen“ und einmal noch nicht bereit, zu
sterben. Nur zwingt dich beim ersten Mal keiner dazu, beim
zweiten Mal schon… In beiden Faellen sind die Dinge aber am
Ende nicht so, wie du es gerne wolltest.
„Der Schwarze“ ist in Traeumen meist das „negative Alter ego“
Das hat nichts mit „Rassismus“ zu tun, sondern mit der Neigung
unserer Psyche zur symbolischen Gleichsetzung: „Schwarz“ ist nun
mal nicht „Weiss“ und steht fuer die Nacht- und Schattenseiten
der Seele. Nach C.G. Jung gehoert die Figur des „Schattens“
uebrigens zum „Standardpersonal“ von Traeumen und meint die
verdraengten Anteile des Ich. Ihm entgehst du nicht, soweit ist
deine Traumsprache ganz richtig (keiner kann „ueber seinen
Schatten springen“). Was er dir aber sagen will, kannst nur du
wissen. So viel laesst sich vermuten: er „toetet“ Aneile von
dir, auf die du nicht verzichten willst: das ist vielleicht ein
Hinweis darauf, dass du eine bestimmte Grenze in dir spuerst,
die du dich noch nicht zu ueberschreiten bereit fuehlst (wie den
Schritt ins kalte Wasser), deren Bewaeltigung dir der Traum aber
eindruecklich gewaltsam nahelegt. So waere die Angst, die du
empfindest, erklaerlich. Im Ausgang des Traums spuerst du schon
mal, wie sich das anfuehlt: es ist warm und kribbelt, also
eigentlich das Gegenteil von dem, was du vom kalten Wasser
erwartetest (da haette hoechstens eine Gaensehaut „gekribbelt“).
Das Kribbeln ist ein ambivalentes Gefuehl: es kribbelt im Bauch,
wenn man unter grosser Spannung oder Erwartung steht (sowohl
positiv als auch negativ). Allerdings steht dein Kopf hier im
Brennpunkt des Geschehens (auch die Schulter ist ein Hinweis auf
den Kopf, den sie traegt!). Warum ist er die ausdrueckliche
Zielscheibe des Schwarzen? Steht er dir eventuell im Weg beim
„Sprung ins kalte Wasser“ … ?
Damit ueberlasse ich dich deinen eigenen Assoziationen.
Alles Gute!
E.A.

RE: Traum - nochmals ich
Hallo nochmal Tobias,
wie versprochen hab ich in meinen Unterlagen gekramt und dabei herausgefunden, dass Träume, die mit Erschießen zu tun haben entweder:
Oft am Ende einer Depressionsphase stehen (da finde ich den Erklärungsansatz von Elke sehr interessant)
oder auch ein Hinweis darauf sein können, dass etwas (ein Problem, ein Verhalten, … etc. etc.) „getötet“ werden. Dies ist aber eher im Zusammenhang zusehen, wenn man selber jemanden/etwas erschießt.
Wie schon von mir und allen anderen angemerkt, kommt es sehr auf Deine Assoziationen an. Vielleicht kannst Du mit jemanden reden, der genau nachfragt (und nach: Zusammenhängen, Ideen, Gefühlen, Erinnerungen) oder Du probierst einfach Gittes Vorschlag aus.
Ich hoffe es führt Dich weiter und zu wieder angenehmen Träumen.
Alles Liebe
BB

ich bin begeistert! in der nacht danach habe ich wirklich die retourkutsche geträumt: ich habe jemanden erschossen. letzte nacht habe ich nichts mehr geträumt.

vielen dank, deine hinweise haben mir weiter geholfen. das passt alles schon ziemlich gut in meine situation.

lieben gruß
tobias

ich danke dir elke,

das passt sich nahtlos in meine interpretation des ersten teils ein!

vielen dank,
lieben gruß
tobias