Liebe/-r Experte/-in,
Ich suche Experten, die sich mit dem Thema Denkhemmung in Folge von Traumatisierung auskennen.
Es geht im Prinzip darum, dass die betroffene Person das Erleben hat, als sei ihm ein Panzer über das Gesicht gefahren, als sei er kurz vor dem Wahnsinnig werden, als wäre das Gesicht zermatscht. Alter ca, 43 Jahre. Verschlimmerung der Symptomatik seit 10 Jahren, immer schlechteres Kurzzeitgedächtnis. Komplexe Sachverhalte können nicht wie mit 20 oder 30 Jahren abgespeichert werden, FSM negativ, obwohl einmal ein Verdacht bestand.
Laut Aussage von einem sehr fähigen Therapeuten: Denkhemmung als Schutz vor Inhalten, die noch unbewusst sind.
Herankommen an Inhalte extrem schwierig.
Bei Einlassen auf Symptomatik gehen die Körperreaktionen eindeutig in Richtung Tremor, unterdrückte Panik, Schreie, Zittern, Zappeln, unterdrückte Schreie. Verdacht auf frühe Konfontation mit Todesangst. Vater wurde im Krieg als Kind gefoltert. (Systemisch???)
Trotz Traumaarbeit keine Auflösung der Erscheinungen.
Wird als sehr belastend empfunden. Trotz der erschreckenden Bilanz hohe beraterische Kompetenz, stabile Persönlichkeit, gute kreative, kognitive Leistungen. Könnte Burnout vorliegen…
Für Hinweis wäre ich sehr dankbar.
Auch Vermittlung von Therapeuten, die sich wirklich mit der Thematik auskennen wäre hilfreich.
Gruß
P.K.
Hallo Herr Kühl,
Denkhemmung als Folge eines Trauma ist ja eine andere Umschreibung der typischen Blockade. Das ist in allen Fällen einer Traumatisierung dabei, weil das lymbische System überlastet ist.
Meinten Sie mit FSM die FSME? FSME macht keine solchen Schmerzzustände, hier würde eine Bewusstseinsänderung oder Parese zutreffen, die reversibel ist und zudem ist FSME im Labor nachweisbar. Andererseits beschreiben Sie den Patienten als kognitiv und zugänglich. DD: Varizellen?
Den systemischen Ansatz mit dem fremd übernommenen Trauma kann ich aus der Ferne erst einmal befürworten, dazu müsste man mehr zu dem Patienten wissen. Burnout zeigt sich, so wie beschrieben, jedenfalls nicht.
Welche Therapiemethoden wurden denn bereits eingesetzt?
In unserer Praxis kommen wir sehr gut mit ROMPC an die Ursache heran und können damit auch Traumata auflösen. Therapeuten vor Ort finden Sie unter z.B. unter www.rompc.de.
Leider kann ich Ihnen nicht mehr zu dem Fall sagen, ohne irgendwelche vagen Vermutungen zu präsentieren. Sollten Sie noch Fragen haben, versuche ich aus weiteren Fakten Ihnen Tipps mitzuteilen.
Mit freundlichem Gruß,
tekriemue
Hallo tekriemue ,
Ja, ich meinte FSME.
Ich kenne Patienten, die bei Borreliose stark kognitiv beeinträchtigt waren. Meinten Sie mit Varizellen die Überbleibsel, die man nach Gesundnung durch Tests noch feststellen kann? Auf Borrelien ist getestet worden. Nach 5 Jahren keine Anzeichen auffindbar.
Eingesetzt wurden ambulant Focusing, Gestalt, Somatic Experiancing, Fam-Systemik und EMDR. Am Hilfreichsten erwies sich essentielle PT. Das lief dann über die Schnittstellt Bewusstsein-Zellebene. Bis hin zu stromschlagähnlichen Zuständen, die als heilsam erlebt wurden und befreiend, quasi, als ob neue Gehirnbahnen sich einen Weg bahnen können, was zuvor nicht ging. Aber das kam dann auch Grenzen. Schwierig an Todesangst und Panik ranzukommen.
Kontakte zwecks Aufbau eines tel, Kontakts sind in dem Forum hier wohn nicht möglich?.
Viele Grüße
Hallo Herr Kühl,
Borelliose ist nicht FSME, das sind zwei grundverschiedene Erkrankungen die durch die Zecke übertragen werden können. Borelliose macht tatsächlich im Einzelfall eine diffuse Schmerzsymptomatik, die aber mit Abklingen nach Antibiotikabehandlung auch verschwindet.
Beides kann aber, auf Grund der beschriebenen Dauer, so gut wie ausgeschlossen werden, auch wenn im Labor tatsächlich noch ein Nachweis möglich ist.
Varizellen sind die Viren, die sich nach Windpocken gerne an Nerven andocken und dort ein Leben lang bleiben. Im Gesichtsbereich können sie später als Herpes Zoster starke Schmerzen verursachen, die mit morphinähnlichen Medikamenten behandelt werden müssen.
Das war beim Lesen der Anfrage sofort mein erster Verdacht.
Auf Grund Ihrer Therapieaufzählungen wird der Patient von einem niedergelassenen Neurologen / Psychotherapeuten bzw. gar in der Klinik behandelt. Der Ansatz mit SE ist doch eigentlich schon gut, aber es geht mir nicht genug an die Wurzel des Problems. Hier wäre das ROMPC eine sinnvolle Ergänzung. Mit EMDR wäre ich persönlich bei einer ungeklärten Ursache vorsichtig, aber das kann der behandelnde Arzt ja schon anders eingeschätzt haben.
Im Moment kann ich nur noch mal meine persönliche Empfehlung nach ROMPC zu fragen, noch einmal wiederholen und sich auf der genannten Webseite www.rompc.de zu informieren und einen Therapeuten vor Ort anzufragen. Viel mehr ist über Foren oder per Ferndiagnose nicht sinnvoll und auch nicht seriös.
Mit freundlichem Gruß,
tekriemue
Hallo Herr Kühl,
die Denkhemmung ist im traumatischen Geschehen durchaus
folgerichtig. Der Zugang zum Erlebten führt oft über
den Körper. Über Achtsamkeit, die Wahrnehmung, die
Erspürung körperlicher Aktivitäten und Ausdrücke kommt
man sich näher. Das Denken ist eigentlich immer
nachrangig.
Ich hoffe meine Worte waren nützlich, andernfalls
vergessen sie sie einfach wieder. Wenn sie noch weitere
Fragen oder Gedanken äußern wollen, bin ich gerne zu
einem weiteren Austausch bereit und würde mich darüber
freuen.
Viele Grüße
Thomas
Hallo Herr Kühn,
ich freue mich über die Antwort.
Das Thema ist natürlich sehr umfangreich.
Gerne würde ich mich mehr austauschen.
Allerdings bin ich diese Woche auf einem Traumaseminar in Italien…
Ich würde mich später melden.
Viele Grüße
P.KÜhl
Hallo Herr Kühn.
GIbt es eine andere Möglichkeit, als das Forum, um sich auszutauschen?
Viele Grüße
Peter Kühl
T.0671
9200646