mir stellt sich die Frage, ob man zur Traumabewältigung unbedingt einen Therapeuthen oder eine andere Form der professionellen Begleitung braucht.
Mir ist klar, dass das Einzelfallsache ist und sich das nicht so pauschal beantworten lässt, weil es abhängig davon ist, wie schwer das Trauma ist und was für ein Charakter der traumatisierte Mensch ist.
Aber kennt vielleicht jemand ein geniales Buch oder ähnliches, mit dem jemand in Eigenregie ein schweres, aber lange zurückliegendes traumatisches Ereignis verarbeiten könnte?
Hi yummi
Psychische Traumata sind derzeit etwa so inflationär wie vor 10 Jahren das HWS-Schleudertrauma nach Auffahrunfall fürs Abkassieren der Versicherungen.
Was die Leute sich so unter Trauma als GRund für eine Neurose vostellen, schrappt so etwa auf dem Grat entlang zwischen Hitchcock-Film und Brigitte-Psycho-Test, hat aber in den seltensten ällen etwas mit der Entwicklung eine handfesten neurotischen Problematik zu tun.
Die meisten Neurosen gehen nicht auf ein als rauma bezechnetes Einzelereignis zurück, sondern viel eher auf eine jahrelange problematische Beziehung des Kines zu dem bzw. den Eltern, Erziehern etc.
Aber kennt vielleicht jemand ein geniales Buch oder ähnliches,
mit dem jemand in Eigenregie ein schweres, aber lange
zurückliegendes traumatisches Ereignis verarbeiten könnte?
Geniale Bücher gibt es nicht, höchstens geniale Menschen, aber davon auch nicht so viele, wie einige denken mögen.
Ich nenne dir aber gerne ein paar, die ich für gelungen halte:
Sigmund Freud: „Das Ich und das Es“
„Trauer und Melancholie“
Karl König: „Kleine psychoanalytische Chrakterkunde“
Antwort geht völlig an Frage vorbei
Hallo Branden,
danke für die Bereitschaft zu antworten- nur wollte ich leider nichts darüber wissen, ob das grade im Trend ist und Neurosen interessieren mich auch überhaupt nicht.
Mir ging es nicht um psychonanlytische Grundlagenliteratur, sondern um praktische Selbsthilfeliteratur zur selbständigen Traumabewältigung.
traumatherapie zielt (verkürzt dargestellt) darauf ab, den patienten erst zu stabilisieren und später das traumatische ereignis zu integrieren. das bedeutet, es wird ein zusammenhang zwischen einer schlimmen, zurückliegenden situation und heutigem erleben und heutigen gefühlen hergestellt. zusätzlich kann das erinnern der situation stufenweise gefördert werden und bewältigungsmöglichkeiten der auftretenden gefühle können erlernt werden.
ob das mit oder ohne therapeutische begleitung möglich ist, entscheidet der patient und die schwere des traumas.
will man ein trauma (gar ein „träumchen“) ohne therapeuten selbst in den griff kiegen, muss man eigentlich nur zwei dinge schaffen:
sich klar darüber werden (also dies auch erinnern), dass heutiges leiden von einer vergangenen situation ausgelöst wird und
die gefühle sortieren, benennen können und wieder zur ruhe bekommen. das gilt besonders für das gefühl, hilflos zu sein und keine kontrolle mehr über sich zu haben.
mit büchern kann man dies nicht erreichen, es könnte gewissenmaßen traumatisch werden, diese zur vergrößerung der verwirrung einzusetzen.
branden´s buchtips zielen auf ein grundlegendes verständnis ab, man kann aber auch hier mal nachlesen, wie die profi´s praktisch rangehen: